Frust oder Keule? Wie viel Chemie setzen Freizeitgärtner gegen Pflanzenschädlinge ein?

Alexander Dallmus in Bayerischer Rundfunk, 21.03.17

Kein Kleingärtner hat es gern, wenn seine Gurken von Schnecken gefressen werden, wenn die Läuse über die Blumen herfallen oder Obstbäume vom Pilz befallen sind. Für alles gibt es Mittel, um Schädlinge oder Unkraut zu bekämpfen. Ob beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln immer mit Verstand vorgegangen wird, darüber scheiden sich die Geister.

Ein paar kurze Frost-Tips für Rosenbesitzer

bei Ihnen mag ganz anderes Wetter sein, aber hier in Wiesbaden beginnt voraussichtlich am kommenden Wochenende eine längere Dauerfrost-Periode, so daß der Boden durchfrieren wird. Wenn Sie vorher, also am Samstag, bei Ihren empfindlichen Pflanzen das Herz mit einer Hacke mit umgebender Erde anhäufeln, sind sie eigentlich schon ziemlich sicher vor Verlusten durch Frost.

Denn aus («schlafenden») Augen in diesem untersten Teil der Triebe kann sich eine Pflanze im Frühjahr binnen kurzem regenerieren, selbst wenn alles darüber erfrieren sollte.

Um auch die oberen Pflanzenteile zu schützen, stellen Sie Fichten-, Tannen- oder sonstige immergrüne Äste und Zweige als luftdurchlässigen Wind- und Sonnenschutz daran. Die meisten Frostschäden entstehen durch die Temperaturspannung, wenn am Morgen nach einer kalten Nacht die Sonne eine Seite der grünen Triebe erwärmt.

Bei Hochstämmen stecken sie kurze Zweige zwischen die Kronenäste und binden die Krone locker zusammen, damit sie nicht wegwehen. Dem Stamm selbst dürfte kaum etwas passieren können.

Vorerst sind hier keine Temperaturen unter -10° in Sicht, die Rosen gefährlich werden können, aber in höheren Lagen, in Talzügen (wie am Ochsenbach auf meinem Feld) und an zugigen Stellen vielleicht schon.

Reichlich Schnee ist im übrigen das beste, was passieren kann. Unter einer hohen Schneedecke haben bei Kunden am Brennerpaß in Tirol Rosensorten unbeschadet überwintert, die bei mir 2008/09 komplett erfroren sind. Luftdurchlässges Vließ wäre ein unvollkommener Ersatz, wenn es keinen Schnee gibt. Mit allem Luftdichten, also Folien, (naß werdendes) Sackleinen usw, muß man äußerst vorsichtig sein und darf immer nur für kurze Zeit abdecken.

Topfpflanzen rückt man am besten dicht ans Haus, und zwar an eine Nord- oder Westseite, wo die Sonne nicht hinkommt und täglich aufwärmt. Leicht eingraben wäre ideal. Das Abdecken mt Deckreisern habe ich oben beschrieben.
Geht es nicht anders, kann man Topfpflanzen für kurze Zeit in ungeheizte Räume stellen, muß sie dann aber oft beobachten und sobald es milder wird, bei bedecktem Himmel wieder hinausräumen.

Mehr zum Thema: http://rosenwelten.de/rat/rat.php?rat=winter
Ist meine Sorte empfndlich? http://rosenwelten.de/rosen/suche.php?kat=anspr&c=winterhaerte
10-Tage-Wettervorhersage: http://www.yr.no

Ach ja, und ein gutes Neues Jahr noch gewünscht! Bis im Frühjahr bin ich

Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit?

Lieber Leser, Dir ist schon klar, wann eigentlich die beste Pflanzzeit für Gehölze wie z.B. Rosen ist, nicht wahr? Aber viele fragen sich das und verschieben aus Unsicherheit ihre Projekte von einem Jahr aufs andere, also versuche ich mal, es zu beantworten. Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit? weiterlesen

Vom Nutzen der Pilze für die Rosen (Herbst-Newsletter)

Liebe Pflanzenbegeisterte,

dieses Frühjahr, das vielen Leuten gar nicht gefiel, hat den Rosen wirklich gutgetan. „Mairegen bringt Segen“ stimmt, wie wir gesehen haben, nicht? Als die Blüte Anfang Juni, genau zur rechten Zeit, begann, war nämlich eine gute Grundlage an Trieben und Zweigen gewachsen und ließ sie prächtiger strahlen als so manche verfrühte Hungerblüte Afang Mai in vergangenen Jahren.

Hier in der Rosenschule waren erstmals beide großen Containerbeete, zusammen etwa 800 m², voll blühender Rosen. Die Anfangsjahre, in denen immer dies und jenes noch nicht fertig gewesen war, sind damit überwunden. Die Stauden stehen jetzt alle im Garten und können sich in diesem Jahr auch mehr als je zuvor sehen lassen, was Auswahl, Menge und Qualität angeht. Sie können also überall nach Herzenslust zugreifen.

Allerdings kam schon wenige Tage nach dem allgemeinen Blütenhöhepunkt heftiger Wind (der böse Feind aller Pflanzen in Töpfen) und dann eine Hitzewelle nach der anderen. Der Boden wurde hart und härter und das Graben im Garten beschwerlich, so daß den Sommer über weniger Rosen als sonst aus ihren „Mobilheimen“ in Gärten umziehen konnten.

Die Rosen haben sich im Juli wohl gedacht: „Genug geblüht! Es kommt noch viel Sonne, laßt uns Hagebutten bilden, dann können wir uns aussäen.“ Wenn man das gleich verstanden hätte, hätte man einen Teil des Fruchtansatzes ausschneiden und sie zu neuen Blüten überlisten können. Hätte! Aber auch die Hitze hat den Sommer-Trieb dieses Jahr gebremst, der die zweite Blüte bringt. Besonders die Topfpflanzen mit ihrer doch relativ kleinen Wurzel wollten wohl erst einmal besseres Wetter abwarten. Von den vielen saftigen Blättern, gewachsen im regenreichen Frühjahr, haben sie nur die jüngsten behalten und sind ein bißchen in einen Sommerschlaf gefallen.

Da hat sich übrigens gezeigt, was mir immer mehr einleuchtet, seit ich es vor ein paar Jahren im Rosen-Forum auf planten.de gelesen hatte (ich glaube, der Moderator des Forums, Giuseppe, hatte es geschrieben): Pilzinfektionen sind keine sinnlosen „Krankheiten“, sie dienen der Pflanze, ein Zuviel an Verdunstungsfläche unter trockenen Bedingungen loszuwerden um weniger leicht zu welken. Ich würde wetten, die ältesten Blätter wären auch dann gelb geworden und abgefallen, wenn ich alle Blattpilze durch Spritzen mit Fungiziden hätte verhindern können. Man sollte sich nicht zu Panik beim kleinsten Anzeichen von „Krankheit“ verleiten lassen von all den Bildern, deren wir bald mehr zu sehen bekommen als echte Rosen und die die ganze Welt Photoshop-„rein“ zeigen.

Jetzt bekommen wir den lang vermißten Regen und angenehmere Temperaturen zum draußen arbeiten, und Sie können wahrscheinlich bald wieder leicht mit dem Spaten in den Boden. Das Gras wird wieder grün, die Rosen treiben noch einmal und werden noch viele Blüten bringen, bevor sie, gut angewachsen, in den Winter gehen und im nächsten Frühjahr bereits voll „da sind“ – der unüberschätzbare Vorteil einer Herbstpflanzung.

Nutzen Sie doch die Spätsommerwochen, um lang gehegte Träume wahr zu machen, fassen Sie sich ein Herz und trennen Sie sich von ausdruckslosen Verlegenheitspflanzen, setzen Sie kräftige Akzente mit charaktervollen Alten und farbstarken Modernen Rosen und phantasievollem „Beiwerk“ oder lassen Sie einen Baum von einer Ramblerrose erklettern. Verglichen mit all dem was Ihnen die Werbung für Ihren Garten andrehen will, um ihren Garten „repräsentativ“ zu machen, ist eigenes Gestalten mit Pflanzen wirklich billig, selbst mit den feinsten, aber vor allem macht es viel mehr Freude, an Gemälden mit lebenden Pflanzen zu malen, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer weiter fortentwickeln, als irgendwelchen importierten Gartenausstattungkrempel zusammenzuschrauben und über die Jahre verrosten zu sehen.

Daumen drücken

Die Winterabdeckung ist jetzt entfernt, wenn kein starker Frost droht, brauchen die Rosentriebe vor allem frische Luft. Reisig oder Vließ bleiben aber griffbereit, falls das Wetter doch wieder umschlägt. Angehäufelt sollten die Rosen auch noch bleiben, das schadet nichts und sichert das „Herz“ der Pflanze vor Totalschaden.

In meinem Garten und in der Nachbarschaft sind da, wo bei bis zu -14° die Morgensonne auf die gefrorenen Triebe scheinen konnte, wieder die Knospen erfroren. Je weiter sie im milden Januar schon angeschwollen, zum Teil gar aus den schützenden Hüllblättchen hervorgebrochen waren, desto fahler, farbloser sehen sie aus. Noch sieht man den Schaden nur bei genauem Hinsehen aus der Nähe; von weiter weg wird er erst auffallen, wenn er sich wie 2009 durch Pilzinfektionen auf die Rinde ausdehnt und irgendwann im Mai ganze Triebe absterben – aber so schlimm muß es nicht kommen.

In diesen kühlen Vorfrühlingstagen müssen nun die Rosen diverse Schadpilze abwehren, deren Sporen darauf lauern, über die erfrorenen Knospen in die Leitungsbahnen der Rinde hineinzuwachsen. und dort ein bequemes Leben zu führen. Bei warmem „Wachswetter“ ist die Rose im Vorteil dann strömt der Saft wohl einfach zu ungestüm, als daß die Pilze Fuß fassen könnten. Wenn bei kaltem, nassem Wetter der Saftfluß stockt, gelingt es jedoch den Pilzen, sich auszubreiten.

Währenddessen versucht die Rose, unter dem abgestorbenen Gewebe schlafende Ersatzaugen zu aktivieren. Wenn Sonne und starke Wurzeln ihr Kraft verleihen, überhaupt kein Problem, bei wurzelgeschädigten Topfpflanzen dagegen manchmal ein allzu großes. Wenn die neuen Augen schwellen und Farbe zeigen, wird das abgestorbene Gewebe abgestoßen und die Wunde geschlossen und die Gefahr ist erst einmal gebannt. Das ist Schwerstarbeit, und schon beeindruckend zu beobachten, wie schnell die Rosen das schaffen, wenn erst einmal das Wetter paßt.

Hauptsächlich müssen wir also nun auf gutes Wetter hoffen (im Moment sieht es auch danach aus) und uns zusätzlich ein Päckchen Kupferspritzmittel kaufen. Das Kupfer, nach Anweisung verdünnt und mit einer Spritze gleichmäßig über die Rinde verteilt, tötet Pilzsporen ab, bevor sie einwachsen können. Je mehr erfrorene Knospen, desto wichtiger ist jetzt sehr bald diese einzige Spritzung im Jahr. Wenn bei einer besonders empfindlichen Sorte wie meiner ‚Maréchal Niel‘ die Rinde bereits lilafleckig wird, ist es allerhöchste Zeit.

Wo die Triebe vor Sonne bei Frost geschützt waren oder ihre Knospen sich von der Januar-Wärme nicht zu unvorsichtigem Austreiben hatten verführen lassen, dürfte nichts passiert sein. Die Knospen und die Rinde müßten ihre normale, frische Farbe und ihren Glanz behalten haben und jetzt mit steigenden Temperaturen normal austreiben können.

Schneiden würde ich geschädigte wie auch heile Triebe erst, wenn wirklich starker Saftfluß herrscht und die Knospen deutlich schwellen. Jede Schnittwunde ist ein offenes Tor für Rindenpilze. Nur alte, starke Pflanzen auslichten kann man schon eher. Am Samstagnachmittag, 10. März besprechen wir hier den Frühajhrsschnitt der Rosen ganz ausführlich, wenn Sie teilnehmen möchten (es kostet 10 Euro), geben Sie bitte vorher Bescheid.

Zeit zum Pläneschmieden

diese Nachmittage im Februar: die Natur scheint wirklich still zu stehen – man muß nichts, nichts gießen, nichts schneiden, nichts säen, nichts hacken – genießen Sie das auch so wie ich?
Es ist ein bißchen als ob im Jahr des Gärtners Sonntag wäre. Nicht jedes Jahr gibt es so eine Zeit, viele Winter hier im Rhein-Main-Gebiet sind ja nur verlängerte November.

Es ist jetzt auch schon wieder länger hell, nicht wahr? Und man sieht vom Fenster durch den ganzen Garten, Sträucher und Bäume lassen den Blick hindurch.

Bilder aus früheren Jahren fallen einem wieder ein, als die Gehölze noch kleiner waren oder andere dort standen. Hat es nicht schöner geblüht, als noch mehr Licht in diese Ecke fallen konnte? Wärs nicht mal Zeit, diesen oder jenen einst netten Busch oder Baum, der sich zum Klotz entwickelt hat und alles dominiert oder gar erdrückt, behutsam auszulichten oder gar mutig abzusägen, damit es wieder bunt wird?

An dieser Stelle sollte ich Sie, glaube ich, mit Ihren Gedanken erst einmal alleine lassen —.

Gerne helfe ich allerdings bei Fragen weiter, am liebsten natürlich was die Gestaltungsmöglichkeiten mit Rosen betrifft. Sie wissen ja, deren gibt es viel, viel mehr als meist genutzt werden. Die Blütenfarben sind ja eigentlich überbewertet, die Wuchsformen, Blattfarben, Rindenfarben (der Winteranblick) dagegen kaum ausgeschöpft. Rosen als große, malerische freistehende Sträucher oder als hohe Sichtschutz-Hecke, als Baumkletterer, als Kaskade, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sehen Sie so etwas schon als Bilder in Ihrem Kopf? Wenn icht, dann vielleicht mal auf rosenwelten.de inspirieren lassen. Paßt eines in Ihren Garten?

Ich wünsche Ihnen schöne Vorfrühlingsnachmittage und viele gute Gedanken und Ideen für die Zukunft Ihres Gartens und freue mich auf Ihre Anfragen.

Eine Lanze für die Herbstpflanzung

Pflanzzeit ist heutzutage immer. Schon seit zwei, drei Jahrzehnten werden die meisten Gehölze nämlich im Container herangezogen und können dadurch, ohne Wurzeln zu verlieren, transportiert werden. Damit ist die Pflanzzeit nicht mehr auf die Zeit der Winterruhe beschränkt. Ein großartiger Fortschritt, der sich aber immer noch nicht überallhin herumgesprochen hat (anders als etwa das Internet, das in der Hälfte der Zeit tief in jedermanns Leben eingedrungen ist).
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Rosen auf Sand (Bericht über einen Versuch)

ist der Titel eines kurzen Berichts von Anja Knuth im neuesten Grünen Anzeiger (Jg. 13, 2010, H. 1). Sie berichtet, wie sie vor zwei Jahren angefangen hat, ein Stück armen Sandboden (Punktzahl 18) für Rosen herzurichten. An Unkrautwuchs war dieses Land nicht arm, dem rückte sie teils von Hand, teils mit Abdeckgewebe recht erfolgreich zu Leibe. Beim Pflanzen der Rosen sparte sie nicht an Humus und Lehm: je Pflanzloch gab sie einen Eimer zu. Bisher habe sich die Pflanzung gut entwickelt, man ist gespannt, wie es weitergeht.

Je schneller fertig, desto länger der Ärger

Die Katastrophe, die der Gartenarchitekt Klaus Kaiser in der neuesten Gartenpraxis“ (2009,1, S. 18-24) schildert, kommt wohl gar nicht so selten vor. An mehrere Versionen dieser Geschichte erinnere ich mich auch, erzählt von Baumschul-Kunden, die erst einmal den Spaß am Garten verloren hatten. Kein Wunder:

Jemand erwirbt ein Grundstück und baut sich sein Haus. Schon selten genug der Glücksfall, daß danach noch Geld übrig ist, den Garten professionell anlegen zu lassen. Umso schlimmer, wenn es zum Fenster hinaus geworfen wird.

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Lob der Disteln

Die Läuseplage kommt dieses Jahr zwei Monate verspätet. Sei’s wegen der Winterkälte, sei’s wegen der Wärme im April, jedenfalls waren die Marienkäfer zur Stelle, ihr Futter jedoch nicht.
Beinahe hätten sich die Läuse, als sie Mitte Juni dann doch auftraten, ungestört ihres schädlichen Daseins erfreuen können. Auf den Rosen und den Obstbäumen, deren süßen Saft sie saugten war zunächst weit und breit kein Marienkäfer zu sehen.
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Sommer-Praxis

Ab Ende Juli sollte man nicht mehr düngen, damit die Rosen nicht mit unausgereiften, anfälligen Trieben in den Winter gehen. Mehr unserer Rosen als sonst scheinen dieses Jahr viele Hagebutten anzusetzen, es ist einfach ein gutes Obstjahr, und die Rose zeigt damit ihre Verwandtschaft mit den Obstbäumen. Um die späte Blüte zu fördern, kann man diesen Fruchtansatz evtl. jetzt noch wegschneiden (mehr).

Je früher gepflanzt

desto besser! Jetzt bereits gepflanzt, könnten ihre Rosen sich schon vor dem Frühjahr bewurzeln. Klar, daß sie dann im April mit mehr Elan austreiben, als wenn Sie dann auch erst noch anwachsen müßten. Und keine Angst vor Frost, der noch kommen könnte: Bei uns stehen die Pflanzen für Ihren Garten ja auch den ganzen Winter im Freien; rosenwelten hat kein Gewächshaus und Rosen brauchen auch keins. Schon als die Winter noch wirklich kalt waren, galt der Gärtnerspruch: jeder Tag, an dem ich mit dem Spaten in den Boden kann, ist ein Pflanztag. Das geriet erst in Vergessenheit, als Pflanzen zu Supermarktware wurden und gärtnerisch ahnungslose Verkaufsstrategen am Schreibtisch festlegten, wann welche Saison sei: seither drängt uns die Werbung Christstollen ab Ende August und Pflanzen, egal welche, von Ostern bis Muttertag auf. Unseren Rosen fehlt dafür jedes Verständnis.

Schnittkurs

der Rosenschnittkurs am 23.2.2008 hat mir sehr gut gefallen und ich habe eine Menge dazugelernt. Das ist eben doch etwas ganz anderes, als darüber in Büchern zu lesen. Ich bin im nächsten Jahr sicher wieder mit dabei.
Toll fände ich, wenn Sie eine Art Forum einrichten könnten, wo Besucher Kommentare abgeben können. Vielleicht wäre es ja, zumindest im Winter, auch möglich, dass die Fachleute von Rosenwelten Fragen zum Thema Rosen beantworten.

Unser Schnittkurs am 23. Februar 2008

Möchten Sie sich im zeitigen Frühjahr einmal intensiv in den Rosen- (und Obstgehölz-)Schnitt einführen lassen? Wir planen am Samstag, 23. 2. 2008, einen Schnittkurs in dem großen und anregenden Garten von Frau Kretschmer am Chausseehaus bei Wiesbaden. Unkostenbeitrag 15,00 Euro; auf Ihre Anmeldung freuen wir uns schon! Wir haben vor, in zwei Gruppen, vormittags und nachmittags, zu üben. Dazwischen, gegen 12 bis 1 Uhr, wird eine kleine Stärkung angeboten. Wenn Sie möchten, können Sie freilich auch den ganzen Tag bleiben.

Um Ihnen bereits im voraus ein bißchen Lesestoff zuschicken und um Sie benachrichtigen zu können, falls wir den Termin wegen starken Frosts oder Dauerregens verschieben müssen, bitten wir, sich anzumelden.

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Läuse und Räupchen

Das trockene Wetter bewahrt zur Zeit zwar die Rosen vor den Blattpilzen, aber den Läusen scheint es umso besser zu gehen. Je weniger Wasser den Pflanzen zur Verfügung steht, desto reicher an Zucker scheint der Pflanzensaft zu sein und desto besser scheint er zu schmecken.

Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Man braucht aber nicht gleich nervös zu werden. Die Wuchskraft ist um diese Zeit so enorm, daß das bißchen. was die Läuse wegsaugen, nicht schadet. Außerdem beobachten wir, wie sich die Marienkäfer mindestens ebenso fleißig vermehren, und deren Larven haben wiederum einen Riesenappettit auf Läuse. Normalerweise stellt sich bald ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen ein und es kommt zu keiner Läuseplage.

Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen!

Deswegen, wenn Sie etwas gegen die Läuse tun wollen, schaden Sie nicht den Marienkäfern, sonst stehen Sie den nächsten Läusegenerationen allein gegenüber. Spülen Sie Läusekolonien evtl. morgens mit einem scharfen Wasserstrahl weg, sprühen Sie Seifenlauge mit einem Schuß Spiritus und wählen Sie im schlimmsten Fall ein nützlingsschonendes Spritzmittel.

Ähnlich ist es mit den kleinen Räupchen, die seit gestern wieder an den jungen Blättern fressen. Vorige Woche hatte ein leichter Nachtfrost sie erst einmal gestopt. Sie sind willkommenes Futter für die Vögel, die jetzt überall Junge großzuziehen und viele Schnäbel zu stopfen haben! Wenn man nur zwei, drei Rosen auf Balkon oder Terrasse hat und nicht auf die Meisen warten will, kann man die grünen Räupchen ja auch einfach und ganz ohne Chemie absammeln.

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Wachstum steuern auf die elegante Art

Wer seine Rosen jetzt genau beobachtet, kann den Wuchs auf eine besonders elegante Art steuern: die Triebe, die später zu lang werden, so daß die Schere ran muß, kann man nämlich jetzt schon erkennen. Sie sind jetzt schon sichtbar dicker und schießen schneller als die übrigen an der Pflanze. Schneidet man jetzt die Spitze eines solchen Triebes heraus, sorgt der jetzige enorme Saftdruck dafür, daß sich innerhalb weniger Tage in den drei obersten Blattachseln neue Triebspitzen bilden. Bis zum Sommer erhalten wir somit statt eines überlangen Triebes drei mäßig starke mit entsprechend mehr Blüten. Eine wenig verzweigte Pflanze wird dadurch schnell buschig. Uns bleibt die Mühe und der Pflanze der Substanzverlust des späteren Rückschnitts erspart. Das sogenannte Pinzieren oder Entspitzen macht man entweder mit einem sehr scharfen Messer oder mit den Fingernägeln. Man schneidet oder kneift über einem nach außen wachsenden, kräftigen Blatt, da, wo man den künftigen Verlängerungstrieb haben möchte.
Wenn Sie es in natura gesehen haben möchten, bevor sie es ausprobieren, kommen sie bei uns vorbei. Bei uns ist es die tägliche Morgenarbeit in den Wochen vom Austrieb bis zur Blüte. So bringen wir den Pflanzen in der Rosenschule ganz ohne Chemie und Zauberei auf die schonendste Weise einen gleichmäßigen, runden und gut verzweigten Wuchs bei.