Wirklich alles Gold, was glänzt? Zur Rolle der Berufs- und Spartengewerkschaften in der Tarifpolitik

Reinhard Bispinck in dgb, 11.05.17

Bei der Rolle der Berufsgewerkschaften in der Tarifpolitik handelt es sich um ein heikles, sehr kontrovers und häufig auch emotional diskutiertes Thema. Für die einen sind die Berufs- und Spartengewerkschaften der neue Typus einer kämpferischen Gewerkschaft, die unbeeindruckt von den Restriktionen einer eingefressenen Sozialpartnerschaft für die originäre Interessenvertretung ihrer Mitglieder steht. Für die anderen sind sie hingegen eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit, die rücksichtslos und ohne Blick auf die Interessen der Gesamtbelegschaften die Einzelinteressen kleiner Belegschaftsgruppen vertreten.
Tarif- und Gewerkschaftspolitik – eine Bestandsaufnahme

Wenn man über Tarifpolitik – auch über die Tarifpolitik der Berufsgewerkschaften – spricht, muss man darüber Klarheit haben: Wir reden über ein schrumpfendes Handlungsfeld, in dem nur noch 58 Prozent der Beschäftigten durch Tarifverträge erfasst werden. Die Tarifbindung ist leider schon seit 20 Jahren rückläufig.

Gärtner und die IG B.A.U. Ein Artikel aus dem Jahr 2005

Hintergrund
Skandal: „Hungerlöhne“ im Gartenbau

Durch eine Bundestags-Anfrage der CDU und einen Artikel in „BILD“ kam es im Frühjahr 2004 ans Licht der Öffentlichkeit: Im Gartenbau werden die niedrigsten Tariflöhne gezahlt, die es in Deutschland gibt.
Alternativen

Eine Gewerkschaft, in deren Zuständigkeitsbereich solche „Hungerlöhne“ aufgedeckt werden, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten zu reagieren: Gärtner und die IG B.A.U. Ein Artikel aus dem Jahr 2005 weiterlesen