Über 34.000 Tonnen Bauern spritzen immer mehr Pflanzengift

Stefan Sauer in Berliner Zeitung, 12.05.17

stieg die Gesamtmenge der in Deutschland ausgebrachten Pflanzschutzmittel zwischen 2009 und 2015 um rund 4600 auf 34.700 Tonnen. „Wenn immer mehr giftige Pestizide auf unsere Äcker gespritzt werden, darf sich niemand wundern, wenn Schmetterlinge, Bienen und Lerchen verschwinden“, sagte Fraktionsvize Oliver Krischer der Berliner Zeitung. Der Grünenpolitiker machte für den steigenden Herbizid-Einsatz die Regierung verantwortlich: „Jahr für Jahr nimmt der Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln in Deutschland zu. Das ist das Ergebnis einer Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung, die ohne Rücksicht auf Verluste auf industrielle Massenproduktion setzt.“

Immer mehr Resistenzen: Eine neue biotechnologische Ära im Pflanzenschutz

in , 05.04.17

Seit Jahren nimmt die Zahl der Schädlinge, Unkräuter und Krankheitserreger mit Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel zu. Neue Wirkstoffe werden kaum noch gefunden oder sind so teuer, dass sich eine Markteinführung nicht lohnt. Auswege aus der Misere könnten neue biotechnologische Konzepte eröffnen, allen voran die „Genschere“ CRISPR/Cas.

Aktenzeichen H5n8 . . . Ungelöst: Experten-Streit über Geflügelpest spitzt sich zu

Karsten Krogmann in Nord-West-Zeitung, 25.03.17

Die Ursachen-Suche ist knifflige Ermittlungsarbeit: Verbreiten Wildvögel den gefährlichen Erreger – oder geschieht es durch die Branche selbst? Der Konflikt unter den Fachleuten wird schärfer.

Der lange Arm der Agrarlobby: Das Bundesumweltministerium stampft seine „Neuen Bauernregeln“ wieder ein

in NABU.de, 10.02.17

Die Bauernregeln von Ministerin Hendricks waren auf massive Proteste gestoßen, vor allem aus Reihen des Bauernverbandes. Auch Agrarminister Schmidt hatte einen Stopp der Kampagne gefordert. … Viele Bauern sind bereit zu Veränderung, werden jedoch von der EU-Agrarpolitik, die der Bauernverband vehement verteidigt, gezwungen, immer mehr und immer billiger zu produzieren.

Bauern gehen Fachkräfte aus

Walter Zöller in Mitteldeutsche Zeitung Agrarwirtschaft, 2016-08-24 via @slowfoodberlin
Ostdeutschland: Betriebe so groß, daß ein Bauer mit Familie es nicht selbst schaffen kann. Arbeitnehmer nach 89 massenhaft entlassen und nach Westdeutschland abgewandert, Löhne und Arbeitsbedingungen für einheimische Jugendliche unattraktiv, nun bald die Alten in Rente und kein Nachwuchs da. Osteuropäer arbeiten mittlerweile auch lieber zuhause. Flüchtlinge verstehen angeblich nicht genug von Technik. Nun wollen die Betriebe weiter mechanisieren. Damit sich das lohnt, werden sie, denke ich, auch weiter wachsen müssen. usw usw usw

BMEL erwartet Verkauf von KTG Flächen an Investoren

topagrar.de, 2016-08-23

In ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion lässt sie jedoch erkennen, dass sie davon ausgeht, dass bei einem möglichen Verkauf von Einzelflächen oder ganzen Betrieben der KTG Gruppe, diese an Investoren gehen. „Der Finanzbedarf für die Losgröße von Einzelflächen oder ganze Tochtergesellschaften überschreitet in der Regel die Kaufkraft ortsansässiger Landwirte“ schreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in seiner Antwort. Im Ergebnis werde die Flächenkonzentration weiter zu nehmen, lautet die Einschätzung des BMEL weiter.

Der Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, … forderte für die von der KTG Gruppe freiwerdenden Flächen eine Nutzung für eine bäuerliche Landwirtschaft.

Wenn man nichts macht, fördert man die Konzentration (das freie Spiel der Marktmächte). Das ist dem CSU-Landwirtschaftsministerium auch bewußt:

Landwirtschaftliches Einkommen in Deutschland um 37,6% gesunken

eurostat in agrarheute.com, 16.12.15

Im Vergleich zum Vorjahr ist das landwirtschaftliche Realeinkommen 2015 in der EU um 6% gesunken. Der stärkste Rückgang war in Deutschland. Ein Minus von 37,6% mussten hier die Arbeitskräfte hinnehmen.

Landwirtschaft, Viehzucht & Tierhaltung: Billig-Fleisch für die Welt | Wirtschaft – Frankfurter Rundschau

Stephan Börnecke in Frankfurter Rundschau, 07.01.14

Die deutsche Landwirtschaft erobert den Weltmarkt, und zwar mit Fleisch. Doch die Exportfähigkeit von Geflügel, Milch und Schwein wird erkauft mit der Massentierhaltung.