„… und dadurch steht er vor Freisler, als Christ und als gar Nichts anderes…“ – Christlicher Glaube als Fundament und Handlungsorientierung des Widerstandes gegen das ‚Dritte Reich‘

Gabriel Rolfes in HSozUKult, 04.04.17

Industrielle Arbeitswelt und Nationalsozialismus. Der Betrieb als Laboratorium der „Volksgemeinschaft“ 1920-1960

Frank Becker in HSozUKult, 23.02.17

Insbesondere sollen dabei überdies Kontinuitäten im Zeitraum zwischen 1920 und 1960 Berücksichtigung finden. Es sollten also beispielsweise die Interessenlage der Ruhrindustrie in den 1920er Jahren und deren Experimente mit neuen Formen der Betriebsführung ebenso zur Sprache kommen wie die Konsequenzen, die die „Volksgemeinschafts“-Ideologie und die mit ihr verbundenen Visionen für die Industriepolitik in den Jahren des „Wirtschaftswunders“ zeitigten.
Der Fragehorizont der Tagung orientiert sich gleichzeitig an der „neuen Geschichte der Arbeit“, die sich seit der Jahrtausendwende als Forschungsparadigma etabliert hat.

Eine Lange Nacht über Fredy Hirsch: Der stille Held von Auschwitz

Jürgen Nendza in Deutschlandfunk, 28.01.17

Keine Straße und kein Sportplatz tragen heute seinen Namen, kaum noch etwas erinnert an Fredy Hirsch. Dabei wurde der charismatische Erzieher und durchtrainierte Athlet für viele tschechische Kinder und Jugendliche zum Idol – als kluger und unerschrockener Humanist in der Hölle von Auschwitz.

„Little Syria“ in New York: Als man in Manhattan Arabisch sprach

Fabian Köhler in Spiegel Online, 12.01.17

Syrische Flüchtlinge dienen heute dem Trump-Lager als Feindbild. Einst prägten sie New Yorks Geschichte mit: Wo später das World Trade Center emporragte, befand sich vor 100 Jahren das arabische Viertel „Kleinsyrien“.

“Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!” – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933

Silke Makowski in VVN-BDA, 22.12.16

Mit dem Vortrag soll der heute fast vergessene Widerstand der Roten Hilfe gegen den NS-Terror in Erinnerung gerufen werden. Die Referentin ist Verfasserin der im September 2016 erschienenen Broschüre “‘Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!’ – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933″, in der das Thema erstmals ausführlich behandelt wird. Ein Themenabend mit Silke Makowski

Das Postfaktische ist ein Vorgriff auf den Kommunismus. Die Linken halluzinierten die Wahrheit

Helmut Höge in TAZ, 2016-12-03

Während die Reste der Sowjetunion nun aber zum Faktischen zurückfinden, wenn auch schweren Herzens, haben die Amis gerade voller Freude das Postfaktische für sich entdeckt: Die bürgerlichen Medien Washington Post und New York Times listeten unter Berufung auf „zwei Teams unabhängiger Forscher“ 200 Internet-Foren, -blogs und -plattformen auf, von links bis rechts, die mit „Fake News“ die Präsidentschaftswahl manipuliert hätten. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass dahinter Putin mit seiner russischen Propagandamaschine stehe.

Die Wiederkehr der Dreißiger Jahre?

Paul Mason in Blätter für deutsche und internationale Politik, 01.11.2016

Derzeit folgen die Ereignisse einander mit rasender Geschwindigkeit: der Brexit, der Putschversuch in der Türkei, islamistische Massaker in Frankreich, die Einkreisung von Aleppo, die Kandidatur von Donald Trump.

Sieben Müller und ein adeliger Herr aus Preußen

Sieben Mühlen hat der kleine Bach mit den vielen Namen einst angetrieben, an dem mein Rosenfeld liegt. Er entspringt im Taunus, fließt durchs Weilburger Tal, als Belzbach durch Dotzheim, als Ochsenbach weiter, als Mosbach durch Biebrich, wo er durch den Schloßpark plätschert und dann auch schon gleich in den Rhein mündet.

1869, kaum hatte Preußen das Land hier erobert und annektiert, baute sich ein adeliger Herr aus Westpreußen, Freiherr Constantin von Zacha-Strelitz, etwas weiter westlich in Georgenborn ein Schloß und wollte partout im zugehörigen Schloßpark Teiche mit Wasserspielen haben. Geradlinig wie diese preußischen Herren sind, ließ er sich eine Wasserleitung legen, die die Quelle unseres Mühlbachs anzapfte. Das Wasser im Bach hatte schon bisher für die sieben Mühlen eher schlecht als recht gereicht, nun ging nichts mehr.

Die sieben Müller (bachaufwärts:)

  • Valentin Weckbacher auf der Lohmühle
  • Georg Haas auf der (unteren) Grundmühle
  • Jean Heil aif der der Wahlmühle [alias Kahlemühle, direkt neben meinem Feld]
  • Adam Kneip auf der Straßenmühle
  • Peter Schmidt auf der Kloster Eberbacher Mühle
  • Witwe des Andreas Kahl auf der Sonntagsmühle
  • Conrad Carl Müller auf der Obergrundmühle
  • setzten sich also zusammen und fertigten am 12. November 1869 eine Eingabe an die neue Regierung in Wiesbaden, worin sie ihre Lage und die Ursache ihrer Verzweiflung schilderten.

    Nun hätte die Regierung landesväterlich weise abwägen können: den wirtschaftlichen Nutzen von sieben Mühlen, die Steuern und Abgaben, die ihr von denen zuflossen, gegen das Privatvergnügen des westpreußischen Herrn an dem Geplätscher in seinen Teichen. Aber die Akten lassen keinen Zweifel: es war keine gute alte Zeit damals. Die Eingabe wurde abgelehnt mit der arroganten Bemerkung, gegen den Wasserklau des Adelsherrn sei „nichts zu erinnern“, also einzuwenden. Die Mühlen sind dann alle eingegangen, nur einige überdauerten noch eine Zeitlang als Ausflugsgaststätten.

    (nach Rolf Schwalbach, Die Mühlen zwischen Dotzheim und Biebrich (Schriften des Heimat- und Verschönerungsvereins Dotzheim e.V., 28) Wiesbaden: Thorsten Reiß Verlag, 2011, S. 165-167)

    Til ungdommen (Nordahl Grieg, 1936)

    Habe mal versucht, das Gedicht von Nordahl Grieg, das seit 22. Juli in Norwegen im Gottesdienst, bei Beerdigungen, Versammlungen und Gedenkstunden so gern gesungen wird, so daß es sogar als neue Nationalhymne vorgeschlagen worden ist, zunächst eher wortgetreu zu übersetzen. Bin dankbar für Korrekturen/Verbesserungen.

    Ein englischer Wikipedia-Artikel bietet Informationen über das Gedicht und verschiedene englische Übersetzungen und auf youtube kann man verschiedene Aufführungen sehen und hören. Über den Dichter Nordahl Grieg (1902-1943) kann man in der deutschen Wikipedia nachlesen.

    Kringsatt av fiender,
    gå inn i din tid!
    Under en blodig storm –
    vi deg til strid!

    Kanskje du spør i angst,
    udekket, åpen:
    hva skal jeg kjempe med
    hva er mitt våpen?

    Her er ditt vern mot vold,
    her er ditt sverd:
    troen på livet vårt,
    menneskets verd.

    For all vår fremtids skyld,
    søk det og dyrk det,
    dø om du må – men:
    øk det og styrk det!

    Stilt går granatenes
    glidende bånd
    Stans deres drift mot død
    stans dem med ånd!

    Krig er forakt for liv.
    Fred er å skape.
    Kast dine krefter inn:
    døden skal tape!

    Elsk og berik med drøm
    alt stort som var!
    Gå mot det ukjente
    fravrist det svar.

    Ubygde kraftverker,
    ukjente stjerner.
    Skap dem, med skånet livs
    dristige hjerner!

    Edelt er mennesket,
    jorden er rik!
    Finnes her nød og sult
    skyldes det svik.

    Knus det! I livets navn
    skal urett falle.
    Solskinn og brød og ånd
    eies av alle.

    Da synker våpnene
    maktesløs ned!
    Skaper vi menneskeverd
    skaper vi fred.

    Den som med høyre arm
    bærer en byrde,
    dyr og umistelig,
    kan ikke myrde.

    Dette er løftet vårt
    fra bror til bror:
    vi vil bli gode mot
    menskenes jord.

    Vi vil ta vare på
    skjønnheten, varmen
    som om vi bar et barn
    varsomt på armen!

    Umzingelt von Feinden,
    tritt ein in deine Zeit!
    Unter einem blutigen Sturm
    weih dich dem Streit!

    Mag sein, du fragst in Angst
    – ungedeckt, offen -:
    womit soll ich denn kämpfen,
    was ist meine Waffe?

    Dies ist dein Schutz vor Gewalt,
    dies ist dein Schwert:
    Der Glaube an unser Leben,
    des Menschen Wert.

    Um all unsrer Zukunft willen,
    such ihn und förder ihn,
    stirb, wenn du mußt – doch
    vermehr ihn und stärk ihn!

    Still wie am laufenden Band
    fliegen Granaten.
    Stop ihren Todestrieb,
    stop ihn mit Geist!

    Krieg ist Leben verachten,
    Frieden ist schaffen.
    Setz deine Kräfte ein,
    der Tod soll verlieren!

    All das Große, das war,
    lieb es und bereicher’s durch Träume!
    Geh auf das Unbekannte zu,
    entringe ihm Antworten.

    Noch ungebaute Kraftwerke,
    noch unbekannte Sterne,
    schaff sie mit mutigen Köpfen
    mit Leben derer, die bewahrt wurden!

    Edel ist der Mensch,
    die Erde ist reich!
    Gibt es hier Not und Hunger,
    liegt’s an Verrat.

    Weg damit! Im Namen des Lebens
    muß das Unrecht fallen.
    Sonne und Brot und Geist,
    das gehört allen.

    Die Waffen sinken dann
    kraftlos zu Boden.
    Schaffen wir Menschenwert,
    schaffen wir Frieden.

    Wer auf dem rechten Arm
    eine Last trägt,
    die ihm teuer ist und nicht verlorengehen darf,
    der kann nicht morden.

    Dies ist unser Versprechen
    von Bruder zu Bruder:
    Wir wollen gut werden/bleiben
    zur Erde der Menschen.

    Wir wollen achtgeben auf
    die Schönheit, die Wärme,
    als ob wir trügen ein Kind
    achtsam im Arm!