Eichstätt: Verzweifelte Schreie aus dem Abschiebegefängnis

Dietrich Mittler in Süddeutsche Zeitung, 22.12.17

In der einstigen Justizvollzugsanstalt Eichstätt sind Abschiebungsgefangene untergebracht. Die Anwohner leiden unter dem andauernden Lärm, ahnen aber auch, wie schlecht es den Leuten geht.

„Nicht allein den Weg über die Mitte gehen“

Stanislaw Tillich im Interview in Deutschlandfunk, 01.10.17

Die AfD hat die Union in Sachsen überholt. Der Weg über die Mitte allein werde nicht reichen, um diese Stimmen zurückzugewinnen, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich im Dlf. Die Union müsse sich nun sachbezogen den tatsächlichen Problemen zuwenden – und das sei für viele Sachsen nicht zuerst die Ehe für alle.

Tusenvis av asylsøkjarar rømmer frå mottak

Aleksander åsnes in NRK Sogn og Fjordane, 22.03.17

Norwegen: Tausende Asylbewerber sind aus den Aufnahmeeinrichtungen verschwunden. Die Stimmung bei Mitarbeitern und Bewohnern ist depressiv: Endloses Warten auf Bescheide, viele Abschiebungen. Auch Minderjährige tauchen unter, um sich ohne Hilfe der Gesellschaft durchs Leben zu schlagen.

Die Kanzlerin wartet, aber Schützen werden tolerant

hirnduebel in Nürnberger Neueste Nachrichten, 13.03.17

Der katholische Bund der Historischen Deutschen Schützenvereine will in Zukunft auch Homosexuellen und Muslimen die aktive Mitgliedschaft in seinen 1200 angeschlossenen Bruderschaften erlauben. Das beinhaltet die Möglichkeit, die Königswürde zu erringen.

Respekt, mein lieber Schützenbruder, denkt man sich da. Und fragt sich gleichzeitig, was es uns sagt, wenn ausgerechnet die Hüter einer urdeutschen Tradition zeigen, wie Toleranz geht. Wir freuen uns ehrlich, weil gute Nachrichten rar geworden sind. Und halten fest: Offenheit ist leicht, wenn man sie bloß will. Salut!

Die berühmte Pawlow-Possader Tuchmanufaktur entwickelte sich aus der 1795 vom Bauern Iwan Labsin gegründeten Seitentuchmanufaktur.

Russische Botschaft in Deutschland in Facebook, 11.03.17

Besonders beliebt sind die Tücher aus Pawlowski Possad bei den Gläubigen – vor allem bei Kopftuch tragenden Frauen. Ansonsten werden die Tücher als einen modischen Schmuck getragen.

A Grandmother Has Been Deported With Just £12 In Her Pocket Despite Living In Britain For The Past 30 Years

Emily Dugan in Buzzfeed, 26.02.17

She is the main carer for her sick British husband, John, and has two British sons and a British granddaughter.

Speaking to BuzzFeed News from the plane on the runway at Edinburgh airport, she said she had just £12 in her pocket, nobody to stay with in Singapore, and no change of clothes.

Keine Rettungsgasse – Helfer müssen laufen

in t-online.de, 25.02.17

Nach einem Unfall auf der A7 zwischen Kreuz Kassel-Mitte und der Anschlussstelle Kassel-Ost mussten Polizisten sowie die Besatzung zweier Rettungswagen die letzten zwei Kilometer bis zur Unglücksstelle laufen. Die anderen Verkehrsteilnehmer hatten keine Rettungsgasse gebildet.

Prozess in Frankfurt: Rentner sticht auf Ausländer ein

Stefan Behr in Frankfurter Rundschau, 14.02.17

„Ich habe letztendlich auch gemerkt, dass das irgendwie ein bisschen zu viel war“, sagt Z. in breitestem Thüringisch und relativ unzerknirscht auf der Anklagebank … Dann jammert Z. ausführlich über die drei Zeugen, die ihn „mit Gewalt und Druck“ festgehalten hätten und ihm „gegen meinen Willen mein Messer abgenommen haben … das ist doch mein Messer.“ … „Da kann ja gar nichts mit passieren, bei so einem kleinen Messer“, ist Z. bis heute überzeugt. In der Tat kann T. froh sein, dass der Alte ihm nicht das Bowie-Messer, das er ebenfalls dabei hatte, in den Rücken gejagt hat.

Das blanke Entsetzen

Michael Bergmann in Die Zeit, 08.02.17

Warum dürfen die Anhänger*innen von Pegida und von rechten Bürgerwehren tagelang Bedrohungen aussprechen und trotzdem am Veranstaltungstag ungestört auf dem Platz marodieren? Nein. Es ist kein Neid. Es ist das blanke Entsetzen!

Mehrere Hundert Reichsbürger leben in Sachsen. Viele von ihnen besitzen Waffen. Einige von ihnen laufen bei Pegida mit. In den letzten Jahren wurden mindestens drei rechtsterroristische Gruppen in Sachsen ausgehoben. Eine von ihnen zog jahrelang mordend durch die gesamte Bundesrepublik. Mindestens 477 Mal haben Neonazis im vorletzten Jahr in Sachsen Menschen angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Ihre organisierten Strukturen sind in keinem anderen Bundesland so flächendeckend und funktionsfähig. Einige ihrer aktuellen regionalen Protagonist*innen befinden sich auf dem Platz, direkt vor dem Oberbürgermeister Hilbert. Dieser wird seit Tagen bedroht. Dies alles ist kein Anlass für die Polizei irgendetwas zu unternehmen.

Überprüfung christlicher Flüchtlinge: Mit zweierlei Maß gemessen

Lily Meyer in MDR, 26.01.17

„Was ist die weltliche Hauptstadt des christlichen Glaubens?“, „Wie starb Martin Luther?“ oder „Kennen Sie die Namen der Söhne aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn?“ Fragen, mit denen viele Christen hierzulande wohl überfordert wären – und Fragen, die das BAMF in Berlin Flüchtlingen gestellt haben soll, die aufgrund ihres christlichen Glaubens Asyl in Deutschland beantragt haben. Denn bei der Wahl der Fragen hat jeder Entscheider freie Hand.

Gender Mainstreaming – was verbirgt sich dahinter?

Christoph Raedel in jesus.de, 20.01.17

Die größte Umverteilung der Hausarbeit findet seit Jahrzehnten nicht von Frauen zu Männern, sondern von gutverdienenden zu schlechtverdienen Frauen – nämlich Putzfrauen – statt. Frauenquoten in Top-Positionen helfen den etwa 11 Prozent Frauen, die sich selbst als erwerbs- und aufstiegsorientiert bezeichnen. Sie kommen an Hochschulen und in Unternehmen in den Genuss von Förderprogrammen. Die Frauen, die Familie und Beruf vereinbaren (63 Prozent) oder gerne mit den Kindern zu Hause bleiben möchten (26 Prozent), bekommen dagegen zu spüren, dass sie hinter dem Leitbild des Doppel-Verdiener-Paares zurückbleiben. Sie schultern häufig eine oder mehrere Teilzeittätigkeiten und tragen die Hauptlast der Familienarbeit. Sehr viele übrigens nicht, weil sie diese Mehrfachbeanspruchung wünschen, sondern weil die seit Jahrzehnten sinkenden Realeinkommen beide Partner zwingen, zum Einkommen beitragen, um einen bestimmten Lebensstandard zu halten.

was nun folgen wird, ist eine zunehmende Intellektuellen-Schelte

Ulrich Kasparick in Facebook, 10.01.17

Man wird sie als „weltfremde Spinner“ bezeichnen, die „keine Ahnung“ haben, „wie das Volk denkt“. Das liegt in Logik des Postfaktischen, dem Wissen egal und das eigene „Gefühl“ über alles geht. Das jedoch wäre – man kennt das – eine „Volksherrschaft“ in ihrer übelsten Erscheinungsform. Wenn sich derlei dann auch noch mit politischer Macht verbindet, dann ist es wirklich finster im Lande, selbst, wenn die Tage wieder länger werden.

Fremdenfeindliche Angriffe: Künstler verlassen Thüringer Theater

Henry Bernhard in Deutschlandfunk, 04.01.17

Ende Dezember machte der Generalintendant des Theaters öffentlich, dass vier seiner Künstler das Haus vorzeitig verlassen wollen, weil sie sich fremdenfeindlichen Angriffen ausgesetzt sehen.

Berliner Anschlag nach bekanntem Drehbuch: Terroristen, vergessene Ausweise und Ungereimtheiten

in RT Deutsch, 21.12.16

Zwei Tage nach der Tragödie … das Ausweisdokument eines Tunesiers im Tatfahrzeug gefunden … Der Anschlag reiht sich damit in eine Reihe sonderbarer Fälle ein.