Neujahrsansprache 2018

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Laßt euch nicht verrückt machen!
Und wenn es schon zu spät ist und ihr schon von Angst und irrem Haß zerfressen seid, dann schämt euch und geht in den Keller, hackt Holz oder grabt den Garten um wie früher, statt euren Gedankenmüll in der Öffentlichkeit abzuladen!
Bestellt nicht im Internet, ihr seid ja doch nie zuhause, wenn der Paketbote kommt, geht lieber in Eure Stadt, redet mit euren Nachbarn und gebt euer Geld bei ihnen aus, dann haben die auch was zum ausgeben, und alles wird wieder gut!
Macht eure Handys aus, guckt euch die Welt mit eigenen Augen an statt sie zu fotografieren, dann brauchen eure Freunde nicht eure Fotos angucken und haben mehr Zeit, die Welt mit ihren eigenen fünf Sinnen zu genießen und allen geht es besser!
Laßt euch nicht alles gefallen von euren Chefs, geht in die Gewerkschaft, kämpft für eure Rechte (nicht hehen Ausländer!), sonst bekommt ihr ein Magengeschwür oder noch Schlimmeres.
Und schaltet den Fernseher aus, wenn Blödsinn kommt, statt zu twittern, daß im Fernsehen Blödsinn kommt.
Glaubt nicht alles, was in der Zeitung steht, aber erst recht nicht alles, was euch Gugel und Feisbuk erzählen!
Baut euch euer eigenes Gemüse und Obst an, backt ab und zu etwas Gutes, gibt nichts besseres fürs Gemüt, als mit den eigenen Händen etwas zu schaffen! Und in der Erde leben Milliarden Bakterien, aber die sind nicht giftig, bei den Zutaten im Industriefutter bin ich nicht so sicher.
So und jetzt feiert schön, aber übertreibts nicht. 🙂
Ein gutes neues Jahr Euch allen!

Winterschutz

gestern abend sah es noch so als, als käme Ende der Woche eine Periode mit leichtem Dauerfrost. Jetzt ist der aus der Langfrist-Wettervorhersage zwar wieder verschwunden, aber zum Überwintern der Rosen wollte ich Dir ohnehin vor Weihnachten noch einmal kurz schreiben (wenn Du gute eigene Erfahrung darin hast, überspring es und lies gleich im letzten Absatz die Weihnachts- und Neujahrswünsche).

Im Gartenboden gelingt es am sichersten, weil meist nicht alle Wurzeln durchfrieren. Häufle einfach umgebende Erde an das Herz der Rosen an. Das schadet nie und rettet im schlimmsten Horrorwinter den Teil der Pflanze, aus dem sie sich rasch wieder erneuern kann. Leg Dir zusätzlich Fichtenzweige bereit, die stellst Du vor schärferem Frost oder Frost plus Wind und besonders in Ostlagen, wo die Morgensonne auf tiefgefrorene Rinde treffen und gefährliche Spannungen darin erzeugen kann, wie ein Zelt um die Rose. Bei Hochstämmen steckst Du sie zwischen die Kronenäste und bindest sie bei Bedarf etwas fest. Nimm kein Sackleinen oder was sonst an Rosenmützchen verkauft wird, das ist alles nicht so luftdurchlässig wie Fichtenzweige, und in stickiger Luft nisten sich ruckzuck Pilze und andere Schädlinge ein, die Du schwer wieder los wirst. Der Schutz soll eben kein Gewächshaus nachahmen, sondern nur Wind und Sonne abhalten und die schnellen Temperaturwechsel abfedern.

Rosen in Töpfen sind grundsätzlich mehr gefährdet, einfach weil der Frost gleich den gesamten Wurzelraum durchdringt und das Tauwetter ebenso, schlimmstenfalls jeden Tag hin und her; das kann zuviel werden für eine Rose. Deshalb stell Deine Topfrosen unbedingt aus der Sonne. Die West- oder Nordseite des Hauses wäre ein guter Ort, auch wenn es da kälter ist, aber es wechselt nicht so hart. Notfalls wenigstens hinter die dicke gemauerte Balkonbrüstung. Und pack sie ab -5° mit Fichtenzweigen ein, je kälter je dicker. Kommt starker Frost nur für wenige Tage, kannst Du sie auch mal in die ungeheizte Garage, den Keller oder gar ins Treppenhaus holen, aber nicht für länger, sonst kommen sie in Trieblaune und werden wegen Lichtmangel geil und verlaust. Zum wieder Hinausräumen wähl dann einen windstillen, bedeckten Tag.

Überhaupt, das Lüften nicht vernachlässigen: wie des Menschen Federbett gehört der Winterschutz der Rosen bei längerem Mildwetter mal durchgelüftet aus hygienischen Gründen. Bis Mitte April würde ich das Deckreisig aber immer noch bereit liegen lassen, Du erinnerst Dich sicher an den bösen Spätfrost, den wir dieses Jahr um diese Zeit hatten.

Kommt reichlich Schnee vor starkem Frost, können wir froh und unbesorgt sein. Er ist er der allerbeste Frostschutz für alles, was er zudeckt. Unter Schnee haben den Horrowinter 2008/09 nahe dem Brennerpaß Rosensorten ohne Schaden überlebt, die hier bei mir komplett erfroren sind. Oben und in groß hier die Topfrosen auf meinem Feld unter Schnee kurz vor Weihnachten 2011.

Und jetzt wünsche ich Dir eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und alles Gute zum Neuen Jahr und hoffe, von Dir zu hören, wenns wieder ans Pflanzen geht!

Frankfurter Pudding

125 g gemahlenes trockenes dunkles Brot,
50 g gehackte Mandeln/Nüsse
75 g Zucker
100 g Butter (oder Nierenfett)
3 Eigelb
1 Pfd in feine Scheiben gehobelte saure Äpfel
½ abgeriebene Zitrone
verkneten und den Schnee von den 3 Eiweiß darunterziehen.
In eine gefettete und mit Grieß ausgestreute Puddingform füllen, diese mit dem Deckel verschließen, in einen großen Topf kochendes Wasser stellen, auf Stufe 1 zurückschalten und 1 1/4 Stunden leise garen.
Schlagsahne dazu.
(aus: Das elektrische Kochen, 11. Aufl., Berlin-Halensee: Linde, 1954)

Ein paar kurze Frost-Tips für Rosenbesitzer

bei Ihnen mag ganz anderes Wetter sein, aber hier in Wiesbaden beginnt voraussichtlich am kommenden Wochenende eine längere Dauerfrost-Periode, so daß der Boden durchfrieren wird. Wenn Sie vorher, also am Samstag, bei Ihren empfindlichen Pflanzen das Herz mit einer Hacke mit umgebender Erde anhäufeln, sind sie eigentlich schon ziemlich sicher vor Verlusten durch Frost.

Denn aus («schlafenden») Augen in diesem untersten Teil der Triebe kann sich eine Pflanze im Frühjahr binnen kurzem regenerieren, selbst wenn alles darüber erfrieren sollte.

Um auch die oberen Pflanzenteile zu schützen, stellen Sie Fichten-, Tannen- oder sonstige immergrüne Äste und Zweige als luftdurchlässigen Wind- und Sonnenschutz daran. Die meisten Frostschäden entstehen durch die Temperaturspannung, wenn am Morgen nach einer kalten Nacht die Sonne eine Seite der grünen Triebe erwärmt.

Bei Hochstämmen stecken sie kurze Zweige zwischen die Kronenäste und binden die Krone locker zusammen, damit sie nicht wegwehen. Dem Stamm selbst dürfte kaum etwas passieren können.

Vorerst sind hier keine Temperaturen unter -10° in Sicht, die Rosen gefährlich werden können, aber in höheren Lagen, in Talzügen (wie am Ochsenbach auf meinem Feld) und an zugigen Stellen vielleicht schon.

Reichlich Schnee ist im übrigen das beste, was passieren kann. Unter einer hohen Schneedecke haben bei Kunden am Brennerpaß in Tirol Rosensorten unbeschadet überwintert, die bei mir 2008/09 komplett erfroren sind. Luftdurchlässges Vließ wäre ein unvollkommener Ersatz, wenn es keinen Schnee gibt. Mit allem Luftdichten, also Folien, (naß werdendes) Sackleinen usw, muß man äußerst vorsichtig sein und darf immer nur für kurze Zeit abdecken.

Topfpflanzen rückt man am besten dicht ans Haus, und zwar an eine Nord- oder Westseite, wo die Sonne nicht hinkommt und täglich aufwärmt. Leicht eingraben wäre ideal. Das Abdecken mt Deckreisern habe ich oben beschrieben.
Geht es nicht anders, kann man Topfpflanzen für kurze Zeit in ungeheizte Räume stellen, muß sie dann aber oft beobachten und sobald es milder wird, bei bedecktem Himmel wieder hinausräumen.

Mehr zum Thema: http://rosenwelten.de/rat/rat.php?rat=winter
Ist meine Sorte empfndlich? http://rosenwelten.de/rosen/suche.php?kat=anspr&c=winterhaerte
10-Tage-Wettervorhersage: http://www.yr.no

Ach ja, und ein gutes Neues Jahr noch gewünscht! Bis im Frühjahr bin ich

In Biebrich gibts wieder einen Metzger. Im selben zentral gelegenen Laden, wo im Sommer die Heiter/Huber-Filiale zugemacht worden war.  Nun steht „Fleisch- und Fisch-Laden“ dran, und weiter unten etwas auf türkisch. Die lange Theke ist voll mit Fleisch und Fisch, aber Wurst hab ich keine gesehen. Hinter der Theke junge schwarzhaarige Männer statt rundlicher, ständig scherzender Metzgerinnen.

Tja, die* machen wenigstens auch mal ein Geschäft auf, unsere machen ja nur noch zu – sie kaufen sich gegenseitig auf, um dann das ganze Filialnetz auf einmal zuzumachen. Unrentabel, heißt es. In der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Mir fehlt die Fleischwurst! Und daß ich zum Heiligen Abend nicht mehr die gute Bratwurst bekomme, macht mich traurig. „Islamisierung“ wird vielleicht manch einer grummeln, aber nicht wegen Invasion. Warum können unsere Metzger nicht mehr, und die* können? Weil wir* zu geizig geworden sind, zum Metzger zu gehen? Uns den Appetit von Skandal-Dokus haben verderben lassen? „Lohnt eh nicht“ sagen, statt einfach was zu wagen? Nur noch im Büro arbeiten wollen, zu fein geworden sind für ein Handwerk?

Fragen über Fragen.

Ein wenig zu den neuen Rosen dieses Frühjahr

Außer 1483 älteren gibt es dieses Jahr 529 Rosen aus frischer Ernte. Rosen sind Gehölze und werden mit den Jahren größer und reicher an Blüten und an Charakter; und dieses Jahr dank Regen und Sonne zur rechten Zeit und im rechten Maß ganz besonders, wobei sie im Topf weniger zulegen als im gewachsenen Boden. Ein wenig zu den neuen Rosen dieses Frühjahr weiterlesen

Natur und Bilder

Hier in der Straße sehe ich «frische» Rosen gepflanzt, mit großen Blättern und fetten Blüten wie bei einem erwachsenen Rosenstock, aber mit drei Bambusstützen, sonst wären sie wohl umgefallen vor Schwäche. Solche gequälten Geschöpfe kann man heute offenbar leichter verkaufen, als im Freien gewachsene, mehrjährige Pflanzen mit dem ein oder anderen Fleck oder Loch an einem Blatt. Warum nur?

Vielleicht haben Menschen nie so viele schöne Bilder von Pflanzen gesehen und dabei so wenig mit Pflanzen zu tun gehabt, also richtig gearbeitet, um etwas zu ernten, Natur und Bilder weiterlesen

Keine Gebührenexplosion ohne Bürgerbeteiligung

Die neuen Straßenreinigungsgebühren in der Erich-Ollenhauer-Straße können wir nicht hinnehmen. Steigerungen um 300, 400 % und mehr sind unzumutbar und sittenwidrig.

ELW argumentiert, dafür bekämen wir mehr Sauberkeit, aber die Bürgersteige in unserer Straße drei Mal in der Woche zu kehren, ist völlig unnötig.
Auf so eine abwegige Idee kann nur ein „Experte“ irgendwo an einem Schreibtisch kommen, der noch nie hier gewesen ist. Keine Gebührenexplosion ohne Bürgerbeteiligung weiterlesen

Ja zu sonntagsoffenen …

Büchern Berggipfeln Doppelbetten Zelten Badeplätzen
Skiloipen Meeren Sprungschanzen Kinos Wanderwegen
Kunstausstellungen Autofenstern Bethäusern
Gewächshäusern Gitarrenkästen Altersheimen
Stalltüren Marmeladenbechern
Hallenbädern Berghütten
Blütenblättern Herzen …

Ja zu sonntagsoffenen Menschen
(nicht Geschäften)

Øystein Hauge

[In Norwegen wird zur Zeit heftig über sonntagsoffene Geschäfte diskutiert. Ich hab diesen Text von „Framtiden i våre hender“ übersetzt nach diesem Tweet:]

Blütengehölz mit vier Buchstaben

Auch wenn es jetzt erst noch mal frostig wird, wollte ich es (und mich) mal vorsichtig in Erinnerung bringen … Träumen und planen kann man ja schon, und pflanzen auch bald, wenn der Boden nicht mehr gar so naß ist.

Da gabs doch mal solche strauchigen Gewächse mit teils gemeinen Stacheln, mehr oder weniger fleckenfreien Blättern und hier und da mal einer netten Blüte. Vier Buchstaben, vorne ein R …

Als die Leute noch keine Displays zum Draufgucken hatten, früher also, als sie morgens in der Bahn höchstens ihr Gegenüber anschauen konnten, keine Urlaubsvideos mit Palmen an Sandstränden, in dieser trostlosen Zeit pflanzten sie sich diese struppigen Sträucher eigenhändig in eigene sogenannte Gärten, in richtige Erde, hegten und pflegten sie und setzten sich im Sommer nach harten Arbeitstagen sowie sonntags daneben, um nichts als ihre Schönheit anzuschauen und ihren Duft einzuatmen. Sie hatten ja sonst nichts, kein Internet, kein Facebook. Konnten noch nicht mal Bildchen von den Blüten photoshoppen und posten.

Die gibt es noch! Also diese Sträucher. Man kann sie kaufen. In Wiesbaden, in dem Tal, wo die A643 anfängt, wurde ein Überlebender aus dem vorigen Jahrtausend entdeckt, der diese Pflanzen noch erwerbsmäßig kultiviert, als gäbs kein amazon und kein ebay, von wo man doch heute die verrücktesten Sachen bequem online liefern läßt. Nein, der Träumer wartet dort auf Leute, die sich tatsächlich, also real-life-mäßig, zu Fuß, manchmal durch nasses Gras, zu ihm begeben und ein Portemonnaie voll barem Geld mitbringen, um die Dinger zu erwerben. Nicht mal mit Gift spritzen tut er sie, so daß sie aussehen, wie die Natur sie läßt, total unattraktiv, also ohne Filter, und manchmal sogar mit kleinen Räupchen drauf oder lebenden Regenwürmern in den Töpfen. Danach muß man nicht nur seinen Kofferraum aussaugen, nein, man soll sich auch noch Hände und Schuhe schmutzig machen und sie einpflanzen!

Gut, er behauptet ja, daß sie sich dann an ihrem Standort im Garten, wenn man alles gescheit macht, entwickeln würden und sogar schöner als in Filmen und Prospekten, weil sie ja reale, lebende Wesen seien. Aber der will halt was verkaufen, und dafür lügen sie doch alle das Blaue vom Himmel herunter, das kennt man ja. Und das Geld ist dann weg, 18 € pro Stück, wenn man zu handeln anfangen will, wird er sogar grantig.

Gut, die es gewagt haben, berichten ja größtenteils, daß es stimmt – sie haben solche Prachtstücke real hinterm Haus, können morgens in der Bahn die Augen schließen und vom Feierabend träumen. Wie sie in ihren Gärten sein werden, ohne Netz, und all den Duft und die Schönheit genießen, sieht irgendwie so aus, als ob das Wellness pur sein muß. Die 18 € haben sie längst vergessen, und sie kaufen sich sogar alle paar Jahre noch ein, zwei Rosen dazu, immer wieder dort in dem Paradies halb unter der Autobahn, wo Herr und Frau Fasan zwischen Rosenreihen herumspazieren.

Richtig, Rose ist der Name des Blütengehölzes mit 4 Buchstaben …

Geöffnet auch jetzt schon außer bei Sturm und Schnee und Regen werktags von 9 bis 12 Uhr mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Online-Bestellen geht sogar auch, wenn man weiter weg wohnt, unter www.rosenwelten.de.

Willkommen im Frühling

im Winterschlaf war die Rosenschule diesen Winter gar nicht, fast jeden Tag konnte ich draußen etwas machen. Ab jetzt ist aber wieder regelmäßig jeden Werktag von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Stauden und Gräser hier im Garten stehen bereits fertig geputzt in Reih und Glied und wachsen ins neue Jahr hinein. Die Rosen drüben auf dem Feld wollen auch, ab nächste Woche will ich sie nach der Winterruhe auf dem Rasen zurück auf die Beete stellen und fein herausputzen zum Verkauf.

Mit dem Schnitt hat es keine Eile. Aber mit dem Auslichten bei großen, starken Sträuchern könnte man allmählich anfangen. An einem trockenen Tag und mit frisch geschärfter Schere: Totholz sorgfältig ausputzen, so viele der ältesten Äste ganz unten heraussägen, daß wieder Licht an die Basis kommt und die Rose sich von dort verjüngt. Das reicht meist schon.

Ich habe hier etwas und hier eine ganze Menge dazu geschrieben und helfe gern bei spezielleren Fragen.

Mit dem eigentlichen Rückschnitt, besonders bei schwachen und empfindlichen Rosen würde ich aber noch bis April warten. Denn es gibt kein ‚zu spät‘ – aber wenn der Saft nicht bald nach dem Schnitt in Wallung kommt und die Schnittwunden schließt, können Pilze in die Rinde eindringen und ganze Äste umbringen.

Noch nicht tief verwurzelte Pflanzen bekommen nach dem Schnitt einen Happen Dünger, am besten einen langsam wirkenden, bodenverbessernden organischen Volldünger, ich hab den von Oscorna, das Kilo zu 5,50 €.

An einem der nächsten Samstagnachmittage können wir das Schneiden und Düngen und was sonst bei Rosen wichtig ist, wieder hier im Garten und auf dem Feld besprechen und üben, den Termin dafür können wir unter denen, die dabeisein möchten, ausmachen.

Wenn es dann mit den Rosen so leicht von der Hand geht und so gut gelingt, will natürlich jedefrau und jedermann immer mehr unerfreuliche Ecken in seinem Garten zu Rosenwelten umgestalten. Pflanzen ging ja den ganzen Winter hindurch, es wird aber jetzt immer angenehmer, je schöner der Boden krümelt, die Sonne den Rücken wärmt und die Vögel dazu tirillieren.

Wenn ich dazu etwas vorschlagen dürfte, wären es ja Rosen, die auch „den Winter über da sind“. Jetzt ist das noch gut im Gedächtnis. Nur ein paar Beispiele von vielen:

  • Anfang der Woche nahm ich den ersten Nachmittagskaffee draußen unter unserer ‚Seagull‘ ein, die ihre Hunderttausend kleinen roten Hagebutten erst jetzt so langsam fallen läßt.
  • ‚Lykkefund‘ hatte größere, aber genauso viel, und kaum Stacheln.
  • Die riesengroßen eleganten Hagebutten der „Adlerschwingenrose“ hielten diesmal bis Weihnachten.
  • Immer von Juli bis März prangen die schönen großen Hagebutten von ‚Fenja‘ und pendulina ‚Bourgogne‘.
  • Winzig klein dagegen leuchten u.a. die von ‚Heideröslein Nozomi‘, ‚Alberich‘ und ‚Momo‘ am Rosenbogen.
  • ‚Kathleen‘ ist ein großer Strauch, reich geschmückt ab Sommer mit orangen Hagebutten und gleichzeitig rosa Blüten bis zum Herbst.
  • Daß man Hagebutten grundsätzlich abschneiden müsse, ist nur eines von tausend „Muß“, mit denen vielleicht früher einmal Rosenbeete als Privileg des ‚besseren‘ Gärtners verteidigt wurden; etwas Ausdünnen hilft wohl bei manchen der Nachblüte, aber dann ganz früh.

Stellen Sie sich jetzt noch die rote Rinde von virginiana ‚Plena‘, ‚Marguerite Hilling‘ oder majalis ‚Foecundissima‘, und daneben die silbergraue von Perovskia vor oder die wuscheligen Samenstände des Chinaschilfs ‚Silberfeder‘, die die tiefstehende Wintersonne einfangen, so werden Sie mir zustimmen: Rosen im Garten verschönern auch ganz ohne Blüten den Winter.

Nach so viel Farbe genießen Sie zum Schluß noch diese wunderschönen Silhouetten gegen den blassen Winterhimmel: die elegante Zweighaltung von ‚William Lobb‘, die abenteuerliche Bestachelung von ‚Agnes‘ oder der ‚Stacheldrahtrose‘, um nur ein paar beim Namen zu nennen …

Ich wünsche Ihnen die nächsten Wochen viel Freude in Ihrem Garten. Vielleicht sehen wir uns zwischendurch in der Rosenschule?

Und der Ordnung halber: wenn Sie keine Rundbriefe mehr erhalten möchten, genügt selbstverständlich eine kurze Nachricht.

Industrieproduktion eignet sich gut für Schrauben.

Um exakt gleiche Schrauben für den Weltmarkt zu fertigen, eignen sich Fabriken mit computergesteuerten Maschinen. Einmal erdacht, finanziert und eingerichtet, brauchen sie nur noch von wenigen Menschen überwacht werden.
Lebensmittel sowie die Dinge, mit denen wir uns im Leben gern umgeben, kann ein Mensch von Hand viel besser herstellen, mit dem Wissen und der Erfahrung von Generationen im Kopf und im Handwerkzeug, mit Lust an seiner Arbeit und Befriedigung durch ein schönes Ergebnis.
Lebensmittel, die hergestellt werden, als wären sie Schrauben, sind zwar billig, aber ihnen fehlen Geruch und Geschmack. Damit das nicht auffällt und sie trotzdem gekauft werden, müssen von Werbeagenturen künstliche Emotionen erzeugt werden. Die lassen sich ihre Arbeit viel höher bezahlen als die ursprünglichen Erzeuger von Lebensmitteln mit Geruch und Geschmack.
Nun liegen zwischen einer Fabrik und den Kochtöpfen der Verbraucher viel größere Abstände als bei lauter lokalen Erzeugern in der Nähe ihrer Kunden. So kommen enorme Kosten für Frischhaltung, Transport und Zwischenhandel hinzu. Viele weitere Unternehmen möchten an der Distribution verdienen. Bei lokaler Erzeugung entstehen nur geringe Fahrkosten und evtl Standgebühren für Wochenmärkte.
Für die Eigner der Fabriken ist Lebensmittel-Industrie trotz der hohen Nebenkosten offenbar lukrativ. Einige versuchen sogar, die verbliebenen natürlichen Rohstoffe durch selbstgebaute GVOs zu ersetzen, um den industriellen Prozeß zu vervollkommnen.
Jeder Industrie-Arbeitsplatz ersetzt eine Menge Existenzen kleiner, selbstvermarktender Erzeuger. Richtig, die Arbeit ist leichter, das Einkommen zunächst einmal besser, Arbeits- und Freizeit geregelter, die Existenz besser gesichert. Aber je mehr produziert wird, desto schlechtere Preise sind dafür zu bekommen. Und das Ausland hat selbst genug, warum sollte es uns die Überproduktion abkaufen?
Also senkt man die Kosten, vor allem die Löhne, weniger die derer, die alles vom Schreibtisch aus steuern, mehr die derer, die die Arbeit machen. Zunächst geht das, weil die Preise auch niedrig sind. Aber es wird ein Teufelskreis. Je weniger Geld ausgegeben wird, desto weniger wird eingenommen. Und es sinken nicht nur die Löhne, sondern die Qualität der Arbeitsbedingungen insgesamt. Auch die Sicherheit der Arbeitsplätze. Mit dem Abbau des Kündigungsschutzes fällt das Unternehmerrisiko auf die Arbeitnehmer zurück. Die Gewerkschaften hat man, als es allen gut ging, vernachlässigt, sie können nicht mehr viel helfen.
Wie soll das enden? Was wäre eigentlich so schlecht daran, wieder mehr im kleinen zu produzieren? Auch mit einfacheren Maschinen, gar auch von Hand? Schuften wie die Großeltern muß das bestimmt nicht heißen, denn vieles wird sich auf einfache Art erleichtern lassen, wenn gewitzte Köpfe erst einmal das zu ihrer Aufgabe machen statt der Konstruktion von Massenproduktionsmaschinen.
Und was wäre so schlecht daran, wieder mehr in der Nachbarschaft zu verkaufen und zu kaufen? Angst vor Menschen ist sowieso eine Unart, die man ablegen sollte. Und teurer wird es auch nicht, weil ja der ganze Wust an Zwischenhandel samt Verwaltung, Finanzierung und Marketing nichts dabei abkriegt. Die müßten sich dann nämlich echt nach anderen Verdienstmöglichkeiten umschauen, so leid mirs tut (nicht allzu sehr, gebe ich zu).

„Wir haben es satt“

Gegen die Kritik an den Arbeitsbedingungen bei amazon wurde neulich das Elend der Tarife für den Einzelhandel angeführt, und gegen die Kritik an der Agrarindustrie wird von interessierter Seite eingewendet, daß es dem Vieh früher in dunklen, schmutzigen Ställen auch nicht gut ging und auf die Äcker noch viel mehr Gift gesprüht wurde als heute mit präziser Technik. „Wir haben es satt“ weiterlesen

Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit?

Lieber Leser, Dir ist schon klar, wann eigentlich die beste Pflanzzeit für Gehölze wie z.B. Rosen ist, nicht wahr? Aber viele fragen sich das und verschieben aus Unsicherheit ihre Projekte von einem Jahr aufs andere, also versuche ich mal, es zu beantworten. Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit? weiterlesen

Das Internet hat auch gute Seiten.

Wenn Sie bisher zwecks Anregungen oder zum Rosen aussuchen lieber direkt hier hergekommen sind oder bei mir angerufen haben, machen Sie das selbstverständlich auch so weiter …

Das Internet stiehlt uns allen viel Zeit und Nerven! Aber es hat auch ein paar Vorteile:

Wenn Sie das nächste Mal Rosensehnsucht befällt, versuchen Sie doch einfach mal im Internet
http://rosenwelten.de/kunden
mit dem treffenden Seitentitel «Meine Rosen».

Hab die Seite jetzt endlich so, wie ich sie mir schon lang vorgestellt hatte. Ihr Rosen-Zentrum mit Öffnungszeit Montag-Sonntag, 0-24 Uhr, hilft Ihnen, den Überblick zu behalten: von den zuletzt angeschauten Sortenproträts über die Sorten, die Sie sich unterwegs merken, Reservierungs- und Bestellmöglichkeiten bis zu einer Chronik all Ihrer bisherigen Rosenkäufe.

Ein Nutzerkonto wär halt schon die Voraussetzung, damit die Seite dermaßen Ihre Rosen-Seite werden kann. Ich lege gern eins für Sie an. Oder Sie machen es selbst, den Link finden Sie überall ganz oben rechts in der Ecke.

Bei Fragen und Verbesserungs-Ideen helfe ich natürlich gern. Ich wünsche schon mal schöne Herbstabende auf rosenwelten.de, eine Seite im Netz, auf der man wirklich noch stundenlang mit Genuß verweilen kann. Behaupte ich jetzt einfach mal so … 😀

Liebe Besucher von damals, die lange nicht mehr hier waren, …

ich hoffe, Ihre Rosen gefallen Ihnen nach 4 Jahren noch so gut, daß ich wieder einmal anklopfen darf?

2009 kam der erste von mehreren Horrorwintern nacheinander. Den Teil des Sortiments, den er am schlimmsten dahingerafft hat, die Englischen und Delbard-Rosen, wollte ich danach nicht mehr Sortiment haben. Außerdem kaufe ich seither keine Veredlungen mehr zu und mache alles selbst. Und ich dünge nur noch organisch und habe mit dem Spritzen aufgehört, denn mein jetziges Sortiment, die Alten Rosen und die von Noack kommen ohne das zurecht. Liebe Besucher von damals, die lange nicht mehr hier waren, … weiterlesen

Vom Nutzen der Pilze für die Rosen (Herbst-Newsletter)

Liebe Pflanzenbegeisterte,

dieses Frühjahr, das vielen Leuten gar nicht gefiel, hat den Rosen wirklich gutgetan. „Mairegen bringt Segen“ stimmt, wie wir gesehen haben, nicht? Als die Blüte Anfang Juni, genau zur rechten Zeit, begann, war nämlich eine gute Grundlage an Trieben und Zweigen gewachsen und ließ sie prächtiger strahlen als so manche verfrühte Hungerblüte Afang Mai in vergangenen Jahren.

Hier in der Rosenschule waren erstmals beide großen Containerbeete, zusammen etwa 800 m², voll blühender Rosen. Die Anfangsjahre, in denen immer dies und jenes noch nicht fertig gewesen war, sind damit überwunden. Die Stauden stehen jetzt alle im Garten und können sich in diesem Jahr auch mehr als je zuvor sehen lassen, was Auswahl, Menge und Qualität angeht. Sie können also überall nach Herzenslust zugreifen.

Allerdings kam schon wenige Tage nach dem allgemeinen Blütenhöhepunkt heftiger Wind (der böse Feind aller Pflanzen in Töpfen) und dann eine Hitzewelle nach der anderen. Der Boden wurde hart und härter und das Graben im Garten beschwerlich, so daß den Sommer über weniger Rosen als sonst aus ihren „Mobilheimen“ in Gärten umziehen konnten.

Die Rosen haben sich im Juli wohl gedacht: „Genug geblüht! Es kommt noch viel Sonne, laßt uns Hagebutten bilden, dann können wir uns aussäen.“ Wenn man das gleich verstanden hätte, hätte man einen Teil des Fruchtansatzes ausschneiden und sie zu neuen Blüten überlisten können. Hätte! Aber auch die Hitze hat den Sommer-Trieb dieses Jahr gebremst, der die zweite Blüte bringt. Besonders die Topfpflanzen mit ihrer doch relativ kleinen Wurzel wollten wohl erst einmal besseres Wetter abwarten. Von den vielen saftigen Blättern, gewachsen im regenreichen Frühjahr, haben sie nur die jüngsten behalten und sind ein bißchen in einen Sommerschlaf gefallen.

Da hat sich übrigens gezeigt, was mir immer mehr einleuchtet, seit ich es vor ein paar Jahren im Rosen-Forum auf planten.de gelesen hatte (ich glaube, der Moderator des Forums, Giuseppe, hatte es geschrieben): Pilzinfektionen sind keine sinnlosen „Krankheiten“, sie dienen der Pflanze, ein Zuviel an Verdunstungsfläche unter trockenen Bedingungen loszuwerden um weniger leicht zu welken. Ich würde wetten, die ältesten Blätter wären auch dann gelb geworden und abgefallen, wenn ich alle Blattpilze durch Spritzen mit Fungiziden hätte verhindern können. Man sollte sich nicht zu Panik beim kleinsten Anzeichen von „Krankheit“ verleiten lassen von all den Bildern, deren wir bald mehr zu sehen bekommen als echte Rosen und die die ganze Welt Photoshop-„rein“ zeigen.

Jetzt bekommen wir den lang vermißten Regen und angenehmere Temperaturen zum draußen arbeiten, und Sie können wahrscheinlich bald wieder leicht mit dem Spaten in den Boden. Das Gras wird wieder grün, die Rosen treiben noch einmal und werden noch viele Blüten bringen, bevor sie, gut angewachsen, in den Winter gehen und im nächsten Frühjahr bereits voll „da sind“ – der unüberschätzbare Vorteil einer Herbstpflanzung.

Nutzen Sie doch die Spätsommerwochen, um lang gehegte Träume wahr zu machen, fassen Sie sich ein Herz und trennen Sie sich von ausdruckslosen Verlegenheitspflanzen, setzen Sie kräftige Akzente mit charaktervollen Alten und farbstarken Modernen Rosen und phantasievollem „Beiwerk“ oder lassen Sie einen Baum von einer Ramblerrose erklettern. Verglichen mit all dem was Ihnen die Werbung für Ihren Garten andrehen will, um ihren Garten „repräsentativ“ zu machen, ist eigenes Gestalten mit Pflanzen wirklich billig, selbst mit den feinsten, aber vor allem macht es viel mehr Freude, an Gemälden mit lebenden Pflanzen zu malen, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer weiter fortentwickeln, als irgendwelchen importierten Gartenausstattungkrempel zusammenzuschrauben und über die Jahre verrosten zu sehen.

Frühjahr wird kommen

Es bleibt zwar vorerst noch winterlich, aber in Katastrophenfröste münden wie der vorige um diese Zeit, wird dieser Winter wohl nicht mehr. Uns Pflanzenliebhabern wäre es ja recht, wenn nach drei Räuberwintern dieser wieder einmal friedlich zuendegehen wollte.

Meine 2932 Rosen liegen noch dicht an dicht, aber bei diesen Temperaturen unter freiem Himmel, nur im Januar war der Folientunnel darüber mal für 14 Tage geschlossen. Von der Wärme bis nach Neujahr gefährlich vorwitzig geworden, haben sie sich dann wohl doch wieder soweit beruhigt, daß ihnen anscheinend nichts passiert ist. Muß nur noch der März mitmachen und sie zügig ins Wachsen bringen, daß sich keine Rindenpilze in kleine Frostrisse einnisten, die eventuell doch hier und da entstanden sind. Zur Sicherheit werde ich wieder mit Kupfer spritzen.

Pflanzzeit ist immer, wenn der Spaten in die Erde kann und unser lehmiger Boden nicht so naß ist, daß wir ihn durchs Betreten verschmieren würden, aber das weißt Du ja.

Kurzum, auch jetzt schon ist fast das ganze Sortiment verfügbar und kann bei nicht zu strengem Frost auch versendet werden. Wenn Du also schon Pläne fertig hast – je früher gepflanzt, desto besser!

Ab übernächster Woche will ich die Pflanzen dann wieder auf die beiden großen Flächen stellen, geputzt und etikettiert, damit Du Dir bei einem Besuch hier die Schönsten der Schönen aussuchen kannst. So unglaublich es klingt, in 8 Wochen dürfte Rosa hugonis ja schon wieder den Blütenreigen eröffnen.

Auch dieses Frühjahr lade ich Interessierte zu einem Schnittkurs ein. Das wird wahrscheinlich am 3. Samstag im März, nachmittags ab 15 Uhr, sein. Für gewöhnlich führen die Fragen der Teilnehmer sehr schnell vom bloßen Schnitt, der meiner Meinung nach ein Dialog mit der Pflanze ist, zu all dem, was noch zu gutem Gedeihen wichtig ist, und alle gehen mit der befreienden Erkenntnis nach hause, daß Rosen gar nicht kompliziert sind. Bitte melde Dich bei Interesse vorher an, so daß wir den genauen Termin miteinander ausmachen können.

Für die Frühjahrsdüngung empfehle ich rein organischen Oscorna Volldünger und in schwierigen Fällen sowie in Kübeln Oscorna Bodenaktivator, die ich beide auch selbst verwende und gern in größeren und kleineren Mengen verkaufe.

Der Wintertunnel füllt sich …

Die Fläche, die bei Bedarf übertunnelt werden kann, ist jetzt gut zur Hälfte belegt. In den nächsten tagen müssen noch die Rosen mit Jahreszeiten, die Einmalblühenden, die Rambler und die großen Töpfe dazukommen.

Alle Containerrosen liegen in einem 3,20 m breiten und am Ende etwa 40 m langen Streifen auf dem Rasen zwischen den Beeten dicht aneinander und leicht schräg, so daß die Zweige ein dichtes, vor Wind und Sonne schützendes Gestrüpp über den Töpfen bilden und sich in diesen auf keinen Fall Nässe stauen kann.

Hoffentlich werden nicht zu viele Mäuse angelockt. Die haben in den letzten Jahren manche Töpfe regelrecht ausgeräumt und Wurzeln sowie die Rinde an der Basis der Triebe abgenagt. Die Gräser, die sie besonders gern mochten, habe ich aus diesem Grund alle in den Garten gefahren und dort unter ein Tunnelgerüst gelegt.

  1. Rosa ‚Bambino®‘
  2. Rosa ‚Viridiflora‘
  3. Rosa ‚Charmi‘
  4. Rosa ‚White Wings‘
  5. Rosa ‚Alberich‘
  6. Rosa ‚Verschuren‘
  7. Rosa ‚Souvenir d Adolphe Turc‘
  8. Rosa ‚Danaë‘
  9. Rosa ‚Marie Pavié‘
  10. Rosa ‚Francis Dubreuil‘
  11. Rosa ‚Merveille des Rouges‘
  12. Rosa ‚Felicia‘
  13. Rosa ‚Canzonetta®‘
  14. Rosa ‚Gruß an Aachen‘
  15. Rosa ‚Homère‘
  16. Rosa ‚Jacques Cartier‘
  17. Rosa ‚La Reine‘
  18. Rosa ‚Mme Ernest Calvat‘
  19. Rosa ‚Kronjuwel®‘
  20. Rosa ‚Mme Knorr‘
  21. Rosa ‚Ambiente®‘
  22. Rosa rugosa ‚Dagmar Hastrup®‘
  23. Rosa ‚Flashlight®‘
  24. Rosa ‚Mme Pierre Oger‘
  25. Rosa ‚Tascaria®‘
  26. Rosa moyesii ‚Marguerite Hilling‘
  27. Rosa ‚Saremo®‘
  28. Rosa rugosa ‚Blanc double de Coubert‘
  29. Rosa ‚Nur Mahal‘
  30. Rosa ‚Tornella®‘
  31. Rosa rugosa ‚C. F. Meyer‘
  32. Rosa ‚Westzeit®‘
  33. Rosa rugosa ‚Hansa‘
  34. Rosa ‚Vinesse®‘
  35. Rosa ‚Salet‘
  36. Rosa rugosa ‚Roseraie de l’Haÿ‘
  37. Rosa ‚Soupert et Notting‘
  38. Rosa ‚Viridiflora‘
  39. Rosa ‚Souvenir du Docteur Jamain‘
  40. Rosa rugosa ‚Blanc double de Coubert‘
  41. Rosa ‚Souvenir de la Malmaison‘
  42. Rosa ‚Deuil de Paul Fontaine‘
  43. Rosa ‚Honorine de Brabant‘
  44. Rosa ‚Eugenie Guinoisseau‘
  45. Rosa ‚Compassion‘
  46. Rosa ‚?Hewel2‘
  47. Rosa ‚Rubin‘
  48. Rosa ‚Gruß an Teplitz‘
  49. Rosa ‚Calapuno®‘
  50. Rosa ‚Louise Odier‘
  51. Rosa ‚Flashlight®‘
  52. Rosa ‚Inspiration®‘
  53. Rosa ‚Mme Ernest Calvat‘
  54. Rosa ‚Maid Marion‘
  55. Rosa ‚Mme Isaac Pereire‘
  56. Rosa ‚Johannes Rau®‘
  57. Rosa ‚Mme Knorr‘
  58. Rosa ‚Dortmunder Kaiserhain®‘
  59. Rosa pimpinellifolia ‚Stanwell Perpetual‘
  60. Rosa ‚Münsterland®‘
  61. Rosa ‚Rose de Resht‘
  62. Rosa ‚Rose de Resht‘
  63. Rosa ‚Rotfassade®‘
  64. Rosa rugosa ‚C. F. Meyer‘
  65. Rosa rugosa ‚Blanc double de Coubert‘
  66. Rosa rugosa ‚Blanc double de Coubert‘
  67. Rosa ‚Saremo®‘
  68. Rosa rugosa ‚à Parfum de l’Haÿ‘
  69. Rosa rugosa ‚à Parfum de l’Haÿ‘
  70. Rosa ‚Tascaria®‘
  71. Rosa ‚Simply®‘
  72. Rosa ‚Souvenir de la Malmaison‘
  73. Rosa ‚Souvenir de la Malmaison‘
  74. Rosa ‚Souvenir de la Malmaison‘
  75. Rosa ‚Tornella®‘
  76. Rosa ‚The Portland‘
  77. Rosa ‚Flashlight®‘
  78. Rosa ‚Flashlight®‘
  79. Rosa ‚Flashlight®‘
  80. Rosa ‚Alberich‘
  81. Rosa ‚Fassadenzauber®‘
  82. Rosa ‚Rotfassade®‘
  83. Rosa ‚New Dawn‘
  84. Rosa ‚Gruß an Aachen‘
  85. Rosa ‚Sophies Perpetual‘
  86. Rosa ‚Nur Mahal‘
  87. Rosa ‚The Portland‘
  88. Rosa ‚Louise Odier‘
  89. Rosa ‚Ferdinand de Lesseps‘
  90. Rosa alba ‚Celeste‘
  91. Rosa alba ‚Suaveolens‘
  92. Rosa ‚Nuits de Young‘
  93. Rosa ‚Fenja‘
  94. Rosa ‚Fritz Nobis‘
  95. Rosa ‚Kathleen‘

Johannistriebe, überquellende Blüte und der letzte Schnitt (Newsletter)

Lang ist’s her seit dem letzten Rundbrief. Vom März bis zum Juni geht hier eine Arbeit in die andere über, bis alle Pflanzen alles haben, was sie zum Gedeihen brauchen – die in den Töpfen, die Veredlungen auf dem Feld und die Wildlinge zum Veredeln jetzt im Sommer. Da blieb einfach keine Muße zum Schreiben.

Das Gießen hat dieses Jahr meist ein anderer gemacht, der das viel besser kann als ich, so sehr ich mir Mühe gebe. Das sieht man den Pflanzen dieses Jahr wirklich an: Sie waren noch nie so üppig. Und es gab auch noch nie so viele: Beide großen Container-Stellflächen sind fast randvoll, und die zweite Blüte ist in vollem Gang.

Nun ist Mittag im Jahr, die Zeit mit den ganz langen Tagen. Früh morgens, solang es noch kühl ist und abends bis zum Dunkelwerden arbeitet sich’s am schönsten draußen auf dem Feld, und dazwischen ergibt sich endlich wieder etwas Muße zum Schreiben.

Für das Wachstum ist jetzt Hochsaison. Gegen Ende der ersten Blüte haben alle Rosen sich wieder auf ihre Basis besonnen und dort die Knospen ausgebildet, aus denen der starke Johannistrieb wächst. Er soll das ältere Holz mitsamt der Blütentriebe des Frühjahrs überragen und die Pflanzen erst wirklich größer werden lassen. Es begann bei einigen Sorten recht schwungvoll durch den vielen Regen schon Mitte Juni, doch das kühle Wetter und nun auch der austrocknende Wind haben den Schwung erst einmal gedämpft. Diese Woche treibt die Knallhitze erst einmal Blüten über Blüten hervor, doch wird sie wohl auch den Johannistrieb wieder anschieben.

Viele Leute haben wohl dieses Jahr eingesehen, daß das alte Vorurteil, Rosen würden keinen Regen vertragen, nicht stimmt. Zum Glück war es für den Sternrußtau meist zu kühl, er verbreitet sich bei schwülwarmem Wetter ab 7 Stunden Dauer-Blattfeuchte. Andere Pilze, die kleinere dunkle Flecken auf den Blättern hinterlassen, haben wir dagegen schon bekommen. Aber ein Pilz kommt und geht, wie es eine Kundin treffend formuliert hat. Er bringt keine Pflanze um, auch wenn die Werbung der Chemie-Industrie Angst davor schürt und ängstliche Leute gerne darauf hereinfallen. Manchen Pflanzen scheint der Pilz sogar dbei zu helfen, mitten im Sommer die kleinen hellen Blättchen des Frühjahrs loszuwerden und neues, sattes Sommerlaub an frischen Trieben aus der Basis zu entfalten.

Helle Blättchen gibt es auch aus anderen Gründen, wie Hitze, Düngermangel – und hier und da auch als sehr späte Folge von Frostschäden an der Rinde. Dann hat das Laub eines ganzen Astes eine ungesunde Farbe und stockt im Wachstum. Den Rindenschaden sieht man bei näherem Hinschauen. Solche Äste sind hier und da innerhalb von ein paar Tagen abgestorben, besonders an Pflanzen, die zusätzlich unter Trockenheit litten.

Heimtückische Winterschäden durch in Frostwunden eindringende Rindenpilze werden seit 2008/2009 immer mehr. Ich versuche als Vorbeugung, nur noch während der Wachstumszeit, von April bis Anfang August, zu schneiden, so daß die Rinde im Winter möglichst heil bleibt und lückenlos vor Infektionen schützen kann.

Jetzt im Sommer schließen sich nicht nur Schnittwunden viel schneller. Es ist auch ganz leicht zu erkennen, wo Rosen geschnitten werden wollen. Der Schnitt soll ja die natürliche Verjüngung einer Rose unterstützen. Jetzt sieht man, wo sie sich von unten verjüngen will und kann oberhalb davon altes, schwach gewordenes Geäst entfernen, so dem neuen Trieb Licht und Raum geben. Einen gar zu langen, unverzweigten Neutrieb kann man zwischen zwei Fingernägeln über einem nach außen gerichteten Blattansatz entspitzen („pinzieren“), er wird sich dann innerhalb weniger Wochen dort verzweigen.

Diese und evtl. nächste Woche ist noch eine gute Zeit, um alle Rosen ein letztes Mail in diesem Jahr gründlich durchzusehen, was (besser jetzt als im Frühjahr) zu verjüngen wäre und welche toten Stummel auszuputzen sind. Dann sollten auch in einem feuchten und warmen Herbst alle Schnittstellen vor dem Winter gut verheilen und alles junge Holz gut ausreift. Die Schere hat dann bis April 2013 Winterpause.

Wenn Du den Schnitt im Dialog mit der Pflanze einmal konkret sehen oder eine Schnupper-Runde über das Rosenfeld machen möchtest, um neue Sorten für Deinen Garten zu entdecken und gleich mitzunehmen: willkommen in Wiesbaden. Denn jetzt gepflanzt, ist im Herbst schon gut etabliert – und somit für den Winter bestens gerüstet.

Weiterhin viele schöne Sommertage voll Rosenduft im Garten wünscht Dir

Rhabarber mit Gewürzkuchen

175 g Butter schaumig rühren, 100 g Rohrzucker und 2 EL frischen geriebenen Ingwer unterrühren, nach und nach 4 Eigelb gründlich einrühren.
250 g Mehl mit 1 1/2 TL Backpulver, 1/2 TL geriebener Muskatnuß, 1/2 TL gemörserten Nelken mischen und unter den Teig heben.
200 ml Melasse (ich nehme „Grafschafter Goldsaft“) mit 100 ml Creme fraiche verrühren (das geht) und unter den Teig heben.
8 (!) Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und mit 40 g feinem Zucker mischen, vorsichtig unter den Teig heben.
In einer großen Kastenform bei 180° 30-45 Minuten backen, auskühlen lassen, in Scheiben schneiden.

Rhabarber in Stücke schneiden, waschen, abtropfen lassen, einzuckern und etwas stehen lassen. Dann einmal kräfdtig aufkochen und langsam garziehen lassen. Abkühlen lassen.

In einen tiefen Teller eine Scheibe Gewürzkuchen legen, eine Kugel Vanilleeis dazu, mit Rhabarberkompott umgeben. Gleich aufessen, während der Rhabarbersaft in den Kuchen zieht.

Daumen drücken

Die Winterabdeckung ist jetzt entfernt, wenn kein starker Frost droht, brauchen die Rosentriebe vor allem frische Luft. Reisig oder Vließ bleiben aber griffbereit, falls das Wetter doch wieder umschlägt. Angehäufelt sollten die Rosen auch noch bleiben, das schadet nichts und sichert das „Herz“ der Pflanze vor Totalschaden.

In meinem Garten und in der Nachbarschaft sind da, wo bei bis zu -14° die Morgensonne auf die gefrorenen Triebe scheinen konnte, wieder die Knospen erfroren. Je weiter sie im milden Januar schon angeschwollen, zum Teil gar aus den schützenden Hüllblättchen hervorgebrochen waren, desto fahler, farbloser sehen sie aus. Noch sieht man den Schaden nur bei genauem Hinsehen aus der Nähe; von weiter weg wird er erst auffallen, wenn er sich wie 2009 durch Pilzinfektionen auf die Rinde ausdehnt und irgendwann im Mai ganze Triebe absterben – aber so schlimm muß es nicht kommen.

In diesen kühlen Vorfrühlingstagen müssen nun die Rosen diverse Schadpilze abwehren, deren Sporen darauf lauern, über die erfrorenen Knospen in die Leitungsbahnen der Rinde hineinzuwachsen. und dort ein bequemes Leben zu führen. Bei warmem „Wachswetter“ ist die Rose im Vorteil dann strömt der Saft wohl einfach zu ungestüm, als daß die Pilze Fuß fassen könnten. Wenn bei kaltem, nassem Wetter der Saftfluß stockt, gelingt es jedoch den Pilzen, sich auszubreiten.

Währenddessen versucht die Rose, unter dem abgestorbenen Gewebe schlafende Ersatzaugen zu aktivieren. Wenn Sonne und starke Wurzeln ihr Kraft verleihen, überhaupt kein Problem, bei wurzelgeschädigten Topfpflanzen dagegen manchmal ein allzu großes. Wenn die neuen Augen schwellen und Farbe zeigen, wird das abgestorbene Gewebe abgestoßen und die Wunde geschlossen und die Gefahr ist erst einmal gebannt. Das ist Schwerstarbeit, und schon beeindruckend zu beobachten, wie schnell die Rosen das schaffen, wenn erst einmal das Wetter paßt.

Hauptsächlich müssen wir also nun auf gutes Wetter hoffen (im Moment sieht es auch danach aus) und uns zusätzlich ein Päckchen Kupferspritzmittel kaufen. Das Kupfer, nach Anweisung verdünnt und mit einer Spritze gleichmäßig über die Rinde verteilt, tötet Pilzsporen ab, bevor sie einwachsen können. Je mehr erfrorene Knospen, desto wichtiger ist jetzt sehr bald diese einzige Spritzung im Jahr. Wenn bei einer besonders empfindlichen Sorte wie meiner ‚Maréchal Niel‘ die Rinde bereits lilafleckig wird, ist es allerhöchste Zeit.

Wo die Triebe vor Sonne bei Frost geschützt waren oder ihre Knospen sich von der Januar-Wärme nicht zu unvorsichtigem Austreiben hatten verführen lassen, dürfte nichts passiert sein. Die Knospen und die Rinde müßten ihre normale, frische Farbe und ihren Glanz behalten haben und jetzt mit steigenden Temperaturen normal austreiben können.

Schneiden würde ich geschädigte wie auch heile Triebe erst, wenn wirklich starker Saftfluß herrscht und die Knospen deutlich schwellen. Jede Schnittwunde ist ein offenes Tor für Rindenpilze. Nur alte, starke Pflanzen auslichten kann man schon eher. Am Samstagnachmittag, 10. März besprechen wir hier den Frühajhrsschnitt der Rosen ganz ausführlich, wenn Sie teilnehmen möchten (es kostet 10 Euro), geben Sie bitte vorher Bescheid.

Zeit zum Pläneschmieden

diese Nachmittage im Februar: die Natur scheint wirklich still zu stehen – man muß nichts, nichts gießen, nichts schneiden, nichts säen, nichts hacken – genießen Sie das auch so wie ich?
Es ist ein bißchen als ob im Jahr des Gärtners Sonntag wäre. Nicht jedes Jahr gibt es so eine Zeit, viele Winter hier im Rhein-Main-Gebiet sind ja nur verlängerte November.

Es ist jetzt auch schon wieder länger hell, nicht wahr? Und man sieht vom Fenster durch den ganzen Garten, Sträucher und Bäume lassen den Blick hindurch.

Bilder aus früheren Jahren fallen einem wieder ein, als die Gehölze noch kleiner waren oder andere dort standen. Hat es nicht schöner geblüht, als noch mehr Licht in diese Ecke fallen konnte? Wärs nicht mal Zeit, diesen oder jenen einst netten Busch oder Baum, der sich zum Klotz entwickelt hat und alles dominiert oder gar erdrückt, behutsam auszulichten oder gar mutig abzusägen, damit es wieder bunt wird?

An dieser Stelle sollte ich Sie, glaube ich, mit Ihren Gedanken erst einmal alleine lassen —.

Gerne helfe ich allerdings bei Fragen weiter, am liebsten natürlich was die Gestaltungsmöglichkeiten mit Rosen betrifft. Sie wissen ja, deren gibt es viel, viel mehr als meist genutzt werden. Die Blütenfarben sind ja eigentlich überbewertet, die Wuchsformen, Blattfarben, Rindenfarben (der Winteranblick) dagegen kaum ausgeschöpft. Rosen als große, malerische freistehende Sträucher oder als hohe Sichtschutz-Hecke, als Baumkletterer, als Kaskade, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sehen Sie so etwas schon als Bilder in Ihrem Kopf? Wenn icht, dann vielleicht mal auf rosenwelten.de inspirieren lassen. Paßt eines in Ihren Garten?

Ich wünsche Ihnen schöne Vorfrühlingsnachmittage und viele gute Gedanken und Ideen für die Zukunft Ihres Gartens und freue mich auf Ihre Anfragen.

Newsletter 2012-1

Wiesbaden, 31. Januar 2012

Liebe Freunde guter Rosen,

seit drei Jahren lernen wir wieder, mit dem in unseren Breiten eigentlich normalen Winter zu leben, nachdem davor 13 Jahre lang fast nichts mehr erfroren war. Diesmal kommt er spät; mal sehen, wie lang er bleibt.

Die Rosen auf dem Feld liegen seit Dezember dicht an dicht und schützen sich so schon gegenseitig. Newsletter 2012-1 weiterlesen

Selbermachen als Revolution

Aus den „Hausnachrichten„, Ausgabe Herbst 2011 von Manufactum

„Aber was heißt schon konservativ? Wer sich heute nach Jahrzehnten unhinterfragter, hochtechnisierter Lebensmittelindustrie darum bemüht, wenigstens ein stückweit wieder die Kontrolle über das tägliche Essen zurückzugewinnen, und durch eigenes Gärtnern einen Ausweg aus dem künstlichen Paradies der spottbilligen Supermarkt-Lebensmittel sucht, ist am Anfang des 21. Jahrhunderts alles andere als konservativ. Das aber ist das hauptsächliche Ansinnen – unseres und das eines Großteils der Gärtner: das Selbermachen, auch als Notwehr gegen die zugewiesene Rolle als bloßer Konsument. Wir sehen darin etwas, das größer ist als eine Mode. Etwas, das man angesichts der fortschreitenden Marktentwicklung im Lebensmittelbereich ganz anders beschreiben könnte: als Umkehr, als Re-volution.“

Große, aber sehr wahre Worte, wie ich meine.

Sieben Müller und ein adeliger Herr aus Preußen

Sieben Mühlen hat der kleine Bach mit den vielen Namen einst angetrieben, an dem mein Rosenfeld liegt. Er entspringt im Taunus, fließt durchs Weilburger Tal, als Belzbach durch Dotzheim, als Ochsenbach weiter, als Mosbach durch Biebrich, wo er durch den Schloßpark plätschert und dann auch schon gleich in den Rhein mündet.

1869, kaum hatte Preußen das Land hier erobert und annektiert, baute sich ein adeliger Herr aus Westpreußen, Freiherr Constantin von Zacha-Strelitz, etwas weiter westlich in Georgenborn ein Schloß und wollte partout im zugehörigen Schloßpark Teiche mit Wasserspielen haben. Geradlinig wie diese preußischen Herren sind, ließ er sich eine Wasserleitung legen, die die Quelle unseres Mühlbachs anzapfte. Das Wasser im Bach hatte schon bisher für die sieben Mühlen eher schlecht als recht gereicht, nun ging nichts mehr.

Die sieben Müller (bachaufwärts:)

  • Valentin Weckbacher auf der Lohmühle
  • Georg Haas auf der (unteren) Grundmühle
  • Jean Heil aif der der Wahlmühle [alias Kahlemühle, direkt neben meinem Feld]
  • Adam Kneip auf der Straßenmühle
  • Peter Schmidt auf der Kloster Eberbacher Mühle
  • Witwe des Andreas Kahl auf der Sonntagsmühle
  • Conrad Carl Müller auf der Obergrundmühle
  • setzten sich also zusammen und fertigten am 12. November 1869 eine Eingabe an die neue Regierung in Wiesbaden, worin sie ihre Lage und die Ursache ihrer Verzweiflung schilderten.

    Nun hätte die Regierung landesväterlich weise abwägen können: den wirtschaftlichen Nutzen von sieben Mühlen, die Steuern und Abgaben, die ihr von denen zuflossen, gegen das Privatvergnügen des westpreußischen Herrn an dem Geplätscher in seinen Teichen. Aber die Akten lassen keinen Zweifel: es war keine gute alte Zeit damals. Die Eingabe wurde abgelehnt mit der arroganten Bemerkung, gegen den Wasserklau des Adelsherrn sei „nichts zu erinnern“, also einzuwenden. Die Mühlen sind dann alle eingegangen, nur einige überdauerten noch eine Zeitlang als Ausflugsgaststätten.

    (nach Rolf Schwalbach, Die Mühlen zwischen Dotzheim und Biebrich (Schriften des Heimat- und Verschönerungsvereins Dotzheim e.V., 28) Wiesbaden: Thorsten Reiß Verlag, 2011, S. 165-167)

    „Grenzen des Wachstums“: Dennis Meadows im Bundestag

    Dennis Meadows sah die „Grenzen des Wachstums“ schon 1972. Ich erinnere mich noch gut. Alle lasen es, überall wurde darüber geredet. Es gab ein paar Sonntage, an denen wir auf der Autobahn spazierengingen, weil sie zwecks Energiesparen „autofrei“ erklärt worden waren. Es galt als unanständig, alles mögliche elektrisch machen zu wollen und dafür lauter neue Geräte zu kaufen, von Dosenöffner bis Rolladenantrieb. Man erwartete, daß nun umgedacht und umgesteuert würde, um die Katastrophe zu vermeiden. Damit man sich einen sparsameren neuen Kühlschrank kaufen konnte, gabs Zuschuß von den Stadtwerken.

    Aber wie es bei den Rauchern ist, die sich „nur eine noch“ genehmigen, bevor sie ganz bestimmt aufhören, fing man doch wieder an, Elektrogeräte zu kaufen. Irgendwann kam Kohl mit der „geistig-moralischen Wende“, die er sogar den Brüdern und Schwestern im Osten zugutekommen ließ, und plötzlich hieß es, wenn der Strom nicht mehr von den Stadtwerken sondern von einer Privatfirma kommt, sei er viel billiger und man könne so viel davon verbrauchen, wie man will. Nun gings erst richtig los: Weihnachtsbeleuchtungen wurden Mode und immer protziger, und wer seinen Kuchenteig noch von Hand rührte und den Kaffee von Hand filterte, wurde nicht ganz ernstgenommen. Die Waldschadensberichte verschwanden auch aus den Nachrichten und die Autos wurden natürlich von Jahr zu Jahr dicker.

    Mit anderen Worten, Mr. Meadows konnte alles eintreffen sehen, wovor er gewarnt hatte. Ich wußte, ehrlich gesagt, gar nicht, daß es ihn noch gibt, beinahe möchte man sagen, daß er es ausgehalten hat, diesen frohen Aufbruch in Richtung Abgrund so lang mitanzusehen.

    Eine hervorragende Idee, ihn in den Bundestag einzuladen, wo eine leider wahrscheinlich wenig einflußreiche Kommission wieder einmal an dem Thema „Grenzen des Wachstums“ arbeitet. Diesen kurzen Bericht darüber fand ich gerade durch einen Tweet von @linksfraktion:
    http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/es-wird-kommenden-20-jahren-radikalen-aenderungen-kommen/.
    Muß mal sehen, ob es nicht noch mehr darüber gibt.

    Weltuntergangs-Apfelbäumchen

    Viele in meiner twitter-Timeline sind heute nach der Abstimmung über EFSF sehr ungehalten über Politiker und Parlament im allgemeinen und pessimistisch bis sarkastisch, was die Zukunft angeht.
    Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das den Weltuntergang bedeutet, da käme manch andere Entscheidung auch in Frage, aber Luther hat ja geraten, an solch einem Tag ein Apfelbäumchen zu pflanzen.
    Nun habe ich eigentlich Äpfel genug im Garten, aber zwei Spalierbäume, nun 20 Jahre alt, ein Ontario-Apfel und eine Bühler Zwetsche, haben nie etwas Gescheites getragen und waren nun auch keine Zierde mehr am Zaun zum Nachbarn.
    Kurz, sie sind nicht mehr. Dafür wird dort eine hohe (1,50 bis 3 m) Rosenhecke wachsen. Ich stelle sie mir sehr schön vor, zumal sie zur Hälfte den Platz mit einrahmt, an dem wir im Sommer gern sitzen, und zähle sie mal von vorn nach hinten, von der Sonne in den Halbschatten, auf:
    damascena Trigintipetala
    La Reine
    Mme Ernest Calvat
    Mme Pierre Oger
    Mme Isaac Pereire
    Souvenir du Docteur Jamain
    rugosa Sarah van Fleet
    rugosa Agnes
    rugosa Conrad Ferdinand Meyer
    Fantin Latour
    alba Maidens Blush
    gallica Conditorum
    Variegata di Bologna

    „… verkaufen wir importierte Ware aus Übersee, das rechnet sich, aber unsere Ware können wir vergessen.“

    Warum das so ist oder sein soll, daß Schnittrosen fast nur noch aus Übersee kommen, obwohl die weltweit wichtigsten Züchter wie eh und je vor den Toren Hamburgs residieren, dem geht eine Film-Dokumentation von Michael Richter auf den Grund. Ein Film über Ausbeutung, Naturzerstörung und Existenzzerstörung im Namen der Königin der Blumen.
    http://www.einsplus.de/EinsPlus/Tagesprogramm/Tagesprogramm-Sendung-EinsPlus?eventID=1016946743709
    Dank an @muehlenwind für den TV-Tip!

    Nachtrag 26.10.2011: Der obige Link führt schon ins Leere, beim SWR gabs den Film auch, da ist die Seite noch online.

    twitter-Follower sind jetzt automatisch Rosenwelten-Insider

    Für einige Funktionen muß eine Website den Benutzer wiedererkennen, zum Beispiel damit der eine Liste seiner Favoriten anlegen und aus den verschiedenen Größen die passenden Pflanzen zum Abholen oder Zuschicken reservieren kann.

    Anderes möchte ich gern guten Kunden und Freunden vorbehalten, zum Beispiel das gesamte Angebot zu überblicken, inklusive Sahnestückchen in kleinsten Stückzahlen und was derzeit noch in Kultur ist und nächstes oder übernächstes Jahr fertig wird. Und Erfahrungen mit gekauften Sorten anderen mitteilen.

    Meine Follower auf twitter sind ja nun alles andere als Fremde. Vom Blick aufs Wetter in aller Frühe über den Blick in die Zeitungen, Kommentare zu Livestreams von wichtigen Debatten, bis zu den Stoßseufzern zu Feierabend und den bissigen Bemerkungen zu den Talkshows im Fernsehen verbringen wir Tage miteinander. Endlich habe nun auch ich ein Plugin, twitconnect, gefunden, das die twitter-Identität an das WordPress-Anmeldesystem, das rosenwelten.de nutzt, weitergibt.

    Liebe twitter-Follower, Ihr klickt also bei der rosenwelten-Anmeldung einfach auf „sign in with twitter“ und bestätigt beim ersten Mal in einem Popup-Fenster, daß rosenwelten Eure twitter-Anmeldung wissen darf. Damit seid Ihr automatisch auch auf rosenwelten.de keine Fremden mehr sondern Stammgäste, registriert unter Eurem twitter-Namem mit angehängtem „@twitter“. Herzlich willkommen zum Pflanzen aussuchen, merken, reservieren, bestellen und kommentieren! Ich freue mich auf Euch und bin gespannt, wie Ihr es findet.

    Til ungdommen (Nordahl Grieg, 1936)

    Habe mal versucht, das Gedicht von Nordahl Grieg, das seit 22. Juli in Norwegen im Gottesdienst, bei Beerdigungen, Versammlungen und Gedenkstunden so gern gesungen wird, so daß es sogar als neue Nationalhymne vorgeschlagen worden ist, zunächst eher wortgetreu zu übersetzen. Bin dankbar für Korrekturen/Verbesserungen.

    Ein englischer Wikipedia-Artikel bietet Informationen über das Gedicht und verschiedene englische Übersetzungen und auf youtube kann man verschiedene Aufführungen sehen und hören. Über den Dichter Nordahl Grieg (1902-1943) kann man in der deutschen Wikipedia nachlesen.

    Kringsatt av fiender,
    gå inn i din tid!
    Under en blodig storm –
    vi deg til strid!

    Kanskje du spør i angst,
    udekket, åpen:
    hva skal jeg kjempe med
    hva er mitt våpen?

    Her er ditt vern mot vold,
    her er ditt sverd:
    troen på livet vårt,
    menneskets verd.

    For all vår fremtids skyld,
    søk det og dyrk det,
    dø om du må – men:
    øk det og styrk det!

    Stilt går granatenes
    glidende bånd
    Stans deres drift mot død
    stans dem med ånd!

    Krig er forakt for liv.
    Fred er å skape.
    Kast dine krefter inn:
    døden skal tape!

    Elsk og berik med drøm
    alt stort som var!
    Gå mot det ukjente
    fravrist det svar.

    Ubygde kraftverker,
    ukjente stjerner.
    Skap dem, med skånet livs
    dristige hjerner!

    Edelt er mennesket,
    jorden er rik!
    Finnes her nød og sult
    skyldes det svik.

    Knus det! I livets navn
    skal urett falle.
    Solskinn og brød og ånd
    eies av alle.

    Da synker våpnene
    maktesløs ned!
    Skaper vi menneskeverd
    skaper vi fred.

    Den som med høyre arm
    bærer en byrde,
    dyr og umistelig,
    kan ikke myrde.

    Dette er løftet vårt
    fra bror til bror:
    vi vil bli gode mot
    menskenes jord.

    Vi vil ta vare på
    skjønnheten, varmen
    som om vi bar et barn
    varsomt på armen!

    Umzingelt von Feinden,
    tritt ein in deine Zeit!
    Unter einem blutigen Sturm
    weih dich dem Streit!

    Mag sein, du fragst in Angst
    – ungedeckt, offen -:
    womit soll ich denn kämpfen,
    was ist meine Waffe?

    Dies ist dein Schutz vor Gewalt,
    dies ist dein Schwert:
    Der Glaube an unser Leben,
    des Menschen Wert.

    Um all unsrer Zukunft willen,
    such ihn und förder ihn,
    stirb, wenn du mußt – doch
    vermehr ihn und stärk ihn!

    Still wie am laufenden Band
    fliegen Granaten.
    Stop ihren Todestrieb,
    stop ihn mit Geist!

    Krieg ist Leben verachten,
    Frieden ist schaffen.
    Setz deine Kräfte ein,
    der Tod soll verlieren!

    All das Große, das war,
    lieb es und bereicher’s durch Träume!
    Geh auf das Unbekannte zu,
    entringe ihm Antworten.

    Noch ungebaute Kraftwerke,
    noch unbekannte Sterne,
    schaff sie mit mutigen Köpfen
    mit Leben derer, die bewahrt wurden!

    Edel ist der Mensch,
    die Erde ist reich!
    Gibt es hier Not und Hunger,
    liegt’s an Verrat.

    Weg damit! Im Namen des Lebens
    muß das Unrecht fallen.
    Sonne und Brot und Geist,
    das gehört allen.

    Die Waffen sinken dann
    kraftlos zu Boden.
    Schaffen wir Menschenwert,
    schaffen wir Frieden.

    Wer auf dem rechten Arm
    eine Last trägt,
    die ihm teuer ist und nicht verlorengehen darf,
    der kann nicht morden.

    Dies ist unser Versprechen
    von Bruder zu Bruder:
    Wir wollen gut werden/bleiben
    zur Erde der Menschen.

    Wir wollen achtgeben auf
    die Schönheit, die Wärme,
    als ob wir trügen ein Kind
    achtsam im Arm!

    Wer macht die Gartenarbeit?

    In der taz steht heute:

    In den Freizeitaktivitäten zeigen sich die sozialen Unterschiede. Leute mit Hauptschulabschluss treffen sich häufiger als Menschen mit Abitur mit Großeltern und Enkeln, halten häufiger Mittagsschlaf, lösen öfter Kreuzworträtsel und Sudoko und machen mehr Gartenarbeit. Menschen mit Abitur hingegen lesen und schreiben mehr Emails, surfen öfter im Internet, lesen mehr Bücher, treiben mehr Sport und haben mehr Sex als BürgerInnen mit Hauptschulabschluss.

    Dabei haben die Menschen mit Abitur, so sie denn ein höheres Einkommen haben, wahrscheinlich die größeren Gärten. Fragt sich, wer dann in diesen Gärten die Arbeit macht? Sind sie etwa alle so naturbewußt und planerisch genial, daß sie pflegearme Gärten angelegt haben? Oder lassen sie die Gartenarbeit vonMenschen mit Hauptschulabschluß machen?

    Weiter erfährt der Leser:

    Geringverdiener mit einem Haushaltseinkommen unter 1000 Euro im Monat geben öfter an als Besserverdiener, in ihrer Freizeit auszuschlafen, „seinen Gedanken nachzugehen“, Fahrrad zu fahren oder Spazieren zu gehen. Besserverdiener mit einem Einkommen von über 3 500 Euro hingegen besuchen häufiger Restaurants, machen mehr Ausflüge, gehen öfter ins Fitnesstudio und verbringen mehr als doppelt soviel Zeit mit dem Internet.

    Konditorenkunst mit Rosen

    Vorvorige Woche hat jemand auf dem Rosenfeld fünfzig weiße und rosa Rosenblüten gepflückt, sorgfältig nebeneinander in eine Schachtel gesetzt und nach hause gebracht. Dort wurden sie in Eiweiß getaucht und dann mit Puderzucker überzogen:
    Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine
    Auf der Leine mußten sie mehrere Tage trocknen, da war bestimmt kein schlechter Duft im Zimmer:
    Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine
    Schließlich kamen sie auf eine dreistöckige Torte:
    Hochzeitstorte mit kandierten Rosenblüten
    Danke für die Bilder und großen Respekt für das Kunstwerk!

    Kleine Guttenbergs

    Kleine Guttenbergs muß es viele geben. Auf Anhieb fallen mir zwei Auszubildende ein:

    Einer wußte, daß er später in die Fußstapfen seines geschäftlich „erfolgreichen“ Vaters treten würde. Zuvor sollte er allerdings Gärtner lernen. Wir zeigten ihm am ersten Tag Ackerflächen mit allerlei verschiedenen komplizierten Kulturen und wollten ihm etwas Vorfreude vermitteln auf den Stolz darüber, was er alles nach der Lehre können werde.

    Die Reaktion des Grünschnabels vergesse ich nie: „Was, das macht ihr alles selbst? Schön blöd, das gibts doch spottbillig in Polen.“

    Ein anderer glaubte auch schon mit Anfang 20, ihm gehöre die Welt und konnte überhaupt nicht verstehen, daß ich mich in der Gründungsphase von rosenwelten mit sowas wie Texte schreiben aufhielt (Beschreibungen der Sorten im Angebot, Pflanzanleitungen). Wo es das doch alles im Internet und in Katalogen anderer Firmen schon gibt!

    Wobei die jungen Leute ja nur kundtun, was sie sich bei ihren Eltern usw. abgeguckt haben. Die „Ich-bin-doch-nicht-blöd“-Mentalität. Gut, daß mal einer richtig medienwirksam dafür die Rechnung bekommen hat.

    Rosen mit blanker Wurzel im Angebot

    Jetzt sind die Rosenveredlungen des Vorjahres soweit ausgereift, daß ich sie im Lauf des Monats vom Feld ernten kann. Ich werde sie über den Winter in meinem Garten geschützt einschlagen und im zeitigen Frühjahr eintopfen.

    Das bedeutet für Sie, daß Sie alle Sorten, die ab Mai 2011 eingetopft zu 18 € zum Verkauf kommen, auch jetzt im Winter ungetopft „mit blanker Wurzel“ zum ermäßigten Preis von 12 € kaufen können.

    Die Übersicht der bereits geernteten und verfügbaren Sorten wird jetzt täglich aktualisiert.

    Der Anwachserfolg ist nicht ganz so sicher wie bei im Topf gewachsenen Rosen, aber wenn man die Grundregeln beachtet, durchaus sicher genug. Früher, bevor es die Containerkultur gab, hat man alle Rosen so gepflanzt. Was beim Pflanzen wichtig ist, habe ich in einer kleinen Anleitung zusammengefaßt.

    Zeitgemäße Rosen und solche, die kein Mensch mehr braucht

    Opas Rosenbeet brauchte viel Chemie und ständiges Schneiden. Damals ging das: an die Gefahren der Chemie dachte man noch nicht, und die Rosen waren sein Stolz mit ihren riesengroßen Blüten auf langen Stielen. Das war damals noch etwas Besonderes. Und nicht nur beim Garten-Hobby zweifelte noch niemand an der Lebensregel „Ohne Fleiß kein Preis“.

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    Eine Lanze für die Herbstpflanzung

    Pflanzzeit ist heutzutage immer. Schon seit zwei, drei Jahrzehnten werden die meisten Gehölze nämlich im Container herangezogen und können dadurch, ohne Wurzeln zu verlieren, transportiert werden. Damit ist die Pflanzzeit nicht mehr auf die Zeit der Winterruhe beschränkt. Ein großartiger Fortschritt, der sich aber immer noch nicht überallhin herumgesprochen hat (anders als etwa das Internet, das in der Hälfte der Zeit tief in jedermanns Leben eingedrungen ist).
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    Bessere Rosen

    Vorbehalte

    Es soll ja Menschen geben, die in ihrem Garten keine Rosen haben mögen. Dahinter stecken meist schlechte Erfahrungen mit heiklen Sorten. Mit Recht. Warum soll man sich Pflanzen in seinen Garten holen, die man nur durch ständigen Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten gerade so am Leben erhalten kann? Hat man nicht einen Garten oder Balkon, um sich zu erholen vom Kampf und Streß des Arbeitsalltags?

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    Rosen auf Sand (Bericht über einen Versuch)

    ist der Titel eines kurzen Berichts von Anja Knuth im neuesten Grünen Anzeiger (Jg. 13, 2010, H. 1). Sie berichtet, wie sie vor zwei Jahren angefangen hat, ein Stück armen Sandboden (Punktzahl 18) für Rosen herzurichten. An Unkrautwuchs war dieses Land nicht arm, dem rückte sie teils von Hand, teils mit Abdeckgewebe recht erfolgreich zu Leibe. Beim Pflanzen der Rosen sparte sie nicht an Humus und Lehm: je Pflanzloch gab sie einen Eimer zu. Bisher habe sich die Pflanzung gut entwickelt, man ist gespannt, wie es weitergeht.

    Je schneller fertig, desto länger der Ärger

    Die Katastrophe, die der Gartenarchitekt Klaus Kaiser in der neuesten Gartenpraxis“ (2009,1, S. 18-24) schildert, kommt wohl gar nicht so selten vor. An mehrere Versionen dieser Geschichte erinnere ich mich auch, erzählt von Baumschul-Kunden, die erst einmal den Spaß am Garten verloren hatten. Kein Wunder:

    Jemand erwirbt ein Grundstück und baut sich sein Haus. Schon selten genug der Glücksfall, daß danach noch Geld übrig ist, den Garten professionell anlegen zu lassen. Umso schlimmer, wenn es zum Fenster hinaus geworfen wird.

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    Abenteuer Winter

    Nach dem vorigen Winter sieht man den nächsten mit einem flauen Gefühl im Magen heraneilen.

    Nicht überall war der vorige Winter so schlimm wie hier. In der Nähe des Brenners zum Beispiel haben Rosen, die hier zugrundegegangen sind, klaglos überwintert. Dort lag lange und viel Schnee.

    Auch in manchen Gärten hier blieben Rosen völlig unbehelligt, die in anderen, ganz in der Nähe, übel zugerichtet wurden. Glück hatten sie überall da, wo sie die Morgensonne nicht erreichen konnte. Wo Sonnenstrahlen nach einer kalten Nacht tief gefrorene Blätter und Triebe plötzlich erwärmen, entstehen Spannungen, Zellwände können ihnen nicht standhalten und platzen, Wunden lassen dann Schadpilze durch die Rinde eindringen und den Saftstrom abbrechen.

    Aus Schaden wird man klug, man versucht es zumindest, solange man lebt und schafft.

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    Tobinsteuer-Petition

    Als sie im Herbst 2008 Unsummen zur Stützung der Wirtschaft ausgeben mußten, versprachen die Regierungen, nie wieder zuzulassen, daß Finanzspekulanten solchen Schaden anrichten können.

    Seit einigen Wochen liest man nun immer öfter (z.B. taz vom 10.11., bei ver.di am 27.11. und umfassend in junge welt vom 30.11.), daß das Geld, das seither zur Stützung der Wirtschaft ausgegeben wird, eine neue Blase aufbläht, die im kommenden Jahr „reif“ sein dürfte zum Platzen. Das als Hilfe gedachte „billige Geld“ wird zur riesigen Bedrohung für die Wirtschaft.

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    Marketing-Frage

    Wenn man wie am Anfang einer neuen Baum- oder Rosenschule noch nicht so viel wirklich gut gewachsene Pflanzen hat, weil bei der Kultur das eine oder andere danebengegangen ist, finden die Kunden trotzdem meistens etwas und kaufen es.

    Hat man dann nach vier Jahren bessere Routinen und 95% schöne Pflanzen, schärft die geübte Kundin ihren Blick für die feinen Unterschiede. Wenn dann die Pflanze, die ihr am besten gefällt, gerade nicht in der Farbe blüht, die sie sich an diesem Morgen ausgedacht hatte, kauft sie weder die mit der richtigen Farbe, weil ihr diese Pflanze ja nicht so gut gefällt, noch die schönste Pflanze, weil deren Farbe ja falsch ist, sondern gar nichts.

    Dazu nun meine bescheidene Frage an die Marketing-Weisen, die immer so genau wissen, wie man sich verhalten muß, um mit seinem Geschäft einen Haufen Geld zu verdienen: Ist das Kundenverhalten erklärbar? Was mache ich falsch? War es unklug, alle Pflanzen zu schönen heranzuziehen?

    Wenn die Marketing-Experten zu der Frage keine Antwort wissen, dann sagt mir mein einfacher Menschenverstand als Zeitzeuge der Wirtschaftskrise: angefangen hat das ziemlich genau im Juli 2008. Als ob seither, wer in ein Geschäft hineingeht, immer einen Plan B im Hinterkopf mitbringt, den er im Grunde seines Herzens viel lieber mag als den Kauf-Plan A: nichts zu kaufen, mit vollem Geldbeutel wieder heimzufahren und beim Blick aus dem Fenster festzustellen, daß der Garten eigentlich auch so bleiben kann, wie er ist?

    Frostschutz

    Als Rosengärtner mit einem Riesen-Komposthaufen nach den Schäden durch den vorigen Winter gibt man sich in diesen Wochen alle Mühe, seine Pflanzen kräftig, sauber und gegen Frost, Wind und Sonne geschützt in den Winter gehen zu lassen und hofft und bangt, daß man alles richtig macht und keine solche Katastrophe mehr kommt wie vorigen Winter.

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    Ertrag

    Die Rosenzeit ist zwar noch lange nicht vorüber – ein paar kühle Tage sind noch kein Winter, auf zwei Monate mit Blüten wollen wir uns schon noch freuen, und dann kommt ja noch die Hagebuttenpracht … Doch der Ertrag des Sommers steht uns jetzt schon vor Augen. September und Oktober werden kaum noch Zuwachs bringen, sie sollen es auch nicht, denn das Holz, das im Juli-August gewachsen ist, muß vor dem Winter gründlich ausreifen, damit es frostfest wird.

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    Lob der Disteln

    Die Läuseplage kommt dieses Jahr zwei Monate verspätet. Sei’s wegen der Winterkälte, sei’s wegen der Wärme im April, jedenfalls waren die Marienkäfer zur Stelle, ihr Futter jedoch nicht.
    Beinahe hätten sich die Läuse, als sie Mitte Juni dann doch auftraten, ungestört ihres schädlichen Daseins erfreuen können. Auf den Rosen und den Obstbäumen, deren süßen Saft sie saugten war zunächst weit und breit kein Marienkäfer zu sehen.
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    Eine Rose der Arbeiter

    In einem Video im Netz sieht man eine einzelne gelbe Rose inmitten wuchernder Brennesseln vor einem verfallenden Fabrikgebäude in Dresden. Vom Erzähler erfährt man, daß die Arbeiter dieser Fabrik (zu denen der Autor selbst gehört hatte) sich vor ihrem Werk, auf das sie stolz waren, ein Rosenbeet angelegt hatten. Nach der Wende zum Kapitalismus wurde die Fabrik stillgelegt, die Arbeiter entlassen, seither ist das Gebäude am verfallen und Brennesseln machen sich im Rosenbeet breit. Eine Rose war zäh genug, sich zu behaupten. Eine Rose der Arbeiter weiterlesen

    Es gibt doch noch Winter

    Wer hatte damit noch gerechnet? Wir Baumschuler sahen uns in einer Art (unangebrachter) Klimawandel-Euphorie ja fast schon Palmen und Oliven statt Apfelbäumen und Rosen anbauen. Doch Übermut tut selten gut.

    Nehmen wir es einfach als Lektion. Manches sollte man halt schon beherzigen, auch wenn der nächste Winter jetzt erst wieder in 17 Jahren kommt:

    Es beginnt sich zu regen

    Rosen sind doch verflixt zähe Lebewesen. So denkt man, wenn man jetzt über das Rosenfeld geht, wo vor ein paar Tagen noch nur Eis und Schnee und gar keine Spur von Leben mehr zu sehen war. An den ersten Triebspitzen färben sich nun die ersten Knospen rot. Und die Rinde hat bei vielen, die schon ganz matt und leblos gewirkt hatten, wieder Glanz bekommen. Natürlich kann noch viel passieren, ein Viertel Jahr vor den Eisheiligen! …

    Innen-Einrichtung

    Das Baumschul-Büro war bisher ein „Mehrzweckraum“ mit Eck-Steh-Schreibtisch.

    Das hat sich jetzt geändert. An naßkalten Tagen kann ich endlich 3 Sitzplätze im Trockenen anbieten. Die Stühle kriegen noch hübsche Polster. Dahinter die Bücher- und Zeitschriften-Ecke mit den jeweils neuesten Heften von „Gartenpraxis„, „Grüner Anzeiger“ und „Staudengarten„. Leise Musik auf Wunsch. Ein gemütlicher Ofen, mit Holz beheizt. Kaffee, handgefiltert.

    Innen-Einrichtung

    Brückenbau

    Die Überquerung des Ochsenbachs auf dem Weg von unserem Garten zu unserem Rosenfeld war noch vor anderthalb Jahren richtig mühselig. Dann kam eine Behelfsbrücke, die hatte einen ordentlichen Schuß Abenteuer-Effekt. Manche fanden das toll, andere waren froh, wenn sie drüber waren.

    Seit kurzem gibt es da nun etwas Neues, kaum noch abenteuerlich, fast schon komfortabel, auch für Transporte von Erde, Töpfen, Pflanzen. Sobald der Boden frostfrei wird, kommt noch ein Geländer dran. Die zwei Längshölzer sind 20×10 cm, die zwei Querhölzer auch, darauf liegen die Traghölzer (10×10), darauf die Dielen (4 cm), müßte also selbst größere Besuchergruppen aushalten.

    Neue Brücke über den Ochsenbach

    Ästhetische Aussaaten

    Schon die Samen mancher Pflanzen sind ein ästhetischer Hochgenuß.

    Beim Aussäen einiger Gräser Clematis und anderer Rosenbegleitpflanzen in dieser Woche war ich fasziniert von den Samen der Federgräser (Stipa). Sie tragen lange Schweife, die ihnen wohl als Flugorgane dienen. Ein Büschel von diesem Federzeug war im Sommer in einer Saatschale gelandet und bis jetzt darin gelegen. Die Saatschale hat einen engmaschigen Siebboden. Etwa die Hälfte der Samen hatten sich kopfüber in die Sieböffnungen gezwängt und saßen richtig fest darin. Anscheinend können Pflanzen sich doch bewegen!

    Andere Federgras-Samen hatte ich vom Samentausch bei der GdS bekommen. Darunter eine Sorte mit ganz geraden, exakt zu engen Spiralen gedrehten Flugorganen. Die hatten alle ihre Köpfe in eine Ecke der Tüte gezwängt und ihre Spieße zu einem vollendeten Fächer ausgebreitet.

    Von den Clematissamen haben mir die von Cl. versicolor besonders gefallen. Dunkelbraune, breite flache Ovale mit kurz aber dicht behaarten, gewundenen hellgrauen Schwänzchen. Die auf glatter Erdoberfläche ausgebreitet, erscheinen wie ein wunderbares Ornament. Eigentlich gar nicht so unähnlich der späteren Pflanze mit den kleinen, ovalen Blättchen, hin und hergedreht an gewundenen Stielchen.

    „Teure“ Rosen?

    Nachdem ich über Weihnachten in Ruhe über Rosensorten nachgedacht und meine Website runderneuert hatte, war ich natürlich neugierig, wie meine Darstellung beim Publikum ankäme und was sich im neuen Jahr wohl noch an Kauflust entwickeln könnte, nachdem einerseits die Wirtschaftskrise und Zukunftsangst alles überschattet, andererseits von einem lebhaften Weihnachtsgeschäft zu hören war.

    Ich beteiligte mich also nichtsahnend mit einigen der ruhigen Gedanken an einer Diskussion im Rosenforum auf planten.de. Recht heftige Reaktionen lassen mich für die Zukunft vorsichtiger sein mit ungeschminkten Meinungsäußerungen. Offenbar glauben einem manche kein Wort und trauen einem das alles zu, sobald sie rauskriegen, daß man von seiner Gärtnerei zu leben versucht.

    Hoffentlich trifft das auf die Besucher von rosenwelten.de nicht zu, sonst hätte ich keine eigene Website schreiben brauchen, dann hätte ein 08/15-Shop mit irgendwelchen Bildchen und Sprüchen zu allen Sorten auch gereicht.

    Aus anderen Beiträgen in dem besagten Thread habe ich aber eine Menge zur sozialen Funktion von Rosen und Rosengärten in der Vergangenheit gelernt, z.B. aus #53 und #62.