Gender Mainstreaming – was verbirgt sich dahinter?

Christoph Raedel in jesus.de, 20.01.17

Die größte Umverteilung der Hausarbeit findet seit Jahrzehnten nicht von Frauen zu Männern, sondern von gutverdienenden zu schlechtverdienen Frauen – nämlich Putzfrauen – statt. Frauenquoten in Top-Positionen helfen den etwa 11 Prozent Frauen, die sich selbst als erwerbs- und aufstiegsorientiert bezeichnen. Sie kommen an Hochschulen und in Unternehmen in den Genuss von Förderprogrammen. Die Frauen, die Familie und Beruf vereinbaren (63 Prozent) oder gerne mit den Kindern zu Hause bleiben möchten (26 Prozent), bekommen dagegen zu spüren, dass sie hinter dem Leitbild des Doppel-Verdiener-Paares zurückbleiben. Sie schultern häufig eine oder mehrere Teilzeittätigkeiten und tragen die Hauptlast der Familienarbeit. Sehr viele übrigens nicht, weil sie diese Mehrfachbeanspruchung wünschen, sondern weil die seit Jahrzehnten sinkenden Realeinkommen beide Partner zwingen, zum Einkommen beitragen, um einen bestimmten Lebensstandard zu halten.