Erdoğan ist in Europa nicht allein. Eine Kolumne von Can Dündar

Can Dündar in Die Zeit, 25.03.17

Die Extreme stärken einander. Diesen Teufelskreis kann man durchbrechen. … Wenn es ein Gegengift gegen die Seuche des radikalen Nationalismus gibt, dann besteht es nicht darin, noch mehr Gegnerschaft aufzubauen, sondern darin, alternative Politiken zu entwickeln, die nicht auf Hass gestützt sind und die gegen die Angst wirken, die sich auf dem Kontinent ausbreitet.

Wehret den Anfängen gesellschaftlicher Spaltung

Sepp Dürr in seppsblog, 10.02.17

Aber anders als früher, als es noch klare Fronten zu geben schien, genügt es nicht, nur das vermeintlich „Böse“ zu markieren, zu benennen und so quasi magisch zu bannen und auszugrenzen. Heute kommt es darauf an, sich frühzeitig ins Getriebe der gesellschaftlichen Abwärtsspirale einzuspreizen und alles zu vermeiden, woraus sie ihren Antrieb ziehen könnte.

Wo Gabriel recht hat (so halb)

Eric Bonse in lostinEU, 25.01.17

Aber in einem Punkt liegt Gabriel richtig – so halb.
Gemeint ist die Rolle von Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble bei der krisenhaften Zuspitzung im “deutschen Europa”. Zitat Gabriel: Merkel und Schäuble hätten
“entscheidend zu den immer tieferen Krisen in der EU seit 2008, zur Isolierung einer dominanten deutschen Außenpolitik und … zur hohen Arbeitslosigkeit außerhalb von Deutschland beigetragen”.
Eine Folge dessen sei die Stärkung antieuropäischer populistischer Parteien gewesen. “Kein deutscher Bundeskanzler vor ihr (Merkel) hätte eine so große wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung riskiert”.

Mit Geisteswissenschaften gegen rechts: Nazis weglabern

Margarete Stokowski in Tageszeitung, 24.01.17

Das Problem an den Rechten ist, dass sie eben nicht dumm sind. Sie sind eloquent und sagen dabei doch nie genau das, was sie wirklich meinen. Umso wichtiger ist es, sie richtig zu verstehen.

Harvard-Wissenschaftler über Demokratie: „Das System kämpft ums Überleben“

Yascha Mounk im Interview in Tageszeitung, 24.01.17

Die Menschen wenden sich von der Demokratie ab, sagt Harvard-Politikwissenschaftler Yascha Mounk. Es handele sich um eine globale Krise. Aber: Er hat Hoffnung.

Es war nicht immer der Osten – Wo Deutschland rechts wählt

in Berliner Morgenpost, 22.01.17

Im September ist Bundestagswahl. Erstmals seit den 50er-Jahren wird eine Partei rechts von der CDU/CSU ins Parlament einziehen. Wir zeigen, in welchen der rund 11.000 Gemeinden bisher rechts gewählt wurde – und unterziehen geläufige Thesen einem Faktencheck.

Breitbart über Schmalbart: Ein Muster, wie Breitbart arbeitet.

Christoph Kappes in schmalbart.de, 16.01.17

Es wird nicht gefragt und nicht recherchiert, die Realität wird passend gemacht, bis sie Vorurteile bedient – den Rest erledigen dann die Kommentatoren. So läuft Breitbart.

Offener Brief von Matthias Zimmer (MdB, Frankfurt, CDU) an Erika Steinbach

Matthias Zimmer in Facebook, 14.01.17

Jetzt, gewissermaßen nach dem Ladenschluss Deiner politischen Karriere, jene Partei unter Absingen schmutziger Lieder zu verlassen, der Du diese ganze Karriere verdankst; der Kanzlerin Rechtsbruch zu unterstellen, die Dich sehr häufig in Deiner Arbeit als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und auch in der Fraktion unterstützt hat und ohne deren Hilfe auch das Zentrum gegen Vertreibungen nicht zu einem solch guten Ende gekommen wäre – all das kann ich persönlich nur schlecht mit meinen Vorstellungen von Loyalität, Stil und Anstand, auch nicht mit meinem Bild des Konservativen in Einklang bringen.

Warum Wähler abwandern: Die da oben machen einfach alles falsch

Fabienne Hurst in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.17

In Haßloch, dem deutschen Durchschnitts-Ort schlechthin, laufen die Wähler den Volksparteien davon. Zwei Lokalpolitiker von SPD und CDU verstehen die Welt nicht mehr – und suchen nach dem Grund.

dieser Überbietungswettbewerb mittlerweile aller Parteien, wer die ’schärferen Regeln‘ gegen prinzipiell verdächtige Ausländer vorzuweisen hat,

Ulrich Kasparick in Facebook, 08.01.17

ist nicht nur abstrus, sondern auch ein Anzeichen dafür, wie sich die veröffentlichte Debatte von rechtem Vokabular das Hirn vernebeln lässt. Merkt eigentlich niemand mehr, dass und wie sehr die Völkischen mittlerweile diese Debatte bestimmen? Bleibt der sogenannten ‚freien Gesellschaft‘ wirklich nichts andres mehr an Substanz übrig, als den Völkischen und ihren Worten nachzulaufen?

Soziologe zu Erfolg von Rechtspopulismus: „Die Scham wird in Wut verwandelt“

Sighart Neckel im Interview in Tageszeitung, 29.12.16

Der Aufstieg von rechten Populisten liege auch am Versagen westlicher Sozialdemokraten, sagt Sighard Neckel. Neue Bündnisse seien dringend notwendig.: