Winterschutz

gestern abend sah es noch so als, als käme Ende der Woche eine Periode mit leichtem Dauerfrost. Jetzt ist der aus der Langfrist-Wettervorhersage zwar wieder verschwunden, aber zum Überwintern der Rosen wollte ich Dir ohnehin vor Weihnachten noch einmal kurz schreiben (wenn Du gute eigene Erfahrung darin hast, überspring es und lies gleich im letzten Absatz die Weihnachts- und Neujahrswünsche).

Im Gartenboden gelingt es am sichersten, weil meist nicht alle Wurzeln durchfrieren. Häufle einfach umgebende Erde an das Herz der Rosen an. Das schadet nie und rettet im schlimmsten Horrorwinter den Teil der Pflanze, aus dem sie sich rasch wieder erneuern kann. Leg Dir zusätzlich Fichtenzweige bereit, die stellst Du vor schärferem Frost oder Frost plus Wind und besonders in Ostlagen, wo die Morgensonne auf tiefgefrorene Rinde treffen und gefährliche Spannungen darin erzeugen kann, wie ein Zelt um die Rose. Bei Hochstämmen steckst Du sie zwischen die Kronenäste und bindest sie bei Bedarf etwas fest. Nimm kein Sackleinen oder was sonst an Rosenmützchen verkauft wird, das ist alles nicht so luftdurchlässig wie Fichtenzweige, und in stickiger Luft nisten sich ruckzuck Pilze und andere Schädlinge ein, die Du schwer wieder los wirst. Der Schutz soll eben kein Gewächshaus nachahmen, sondern nur Wind und Sonne abhalten und die schnellen Temperaturwechsel abfedern.

Rosen in Töpfen sind grundsätzlich mehr gefährdet, einfach weil der Frost gleich den gesamten Wurzelraum durchdringt und das Tauwetter ebenso, schlimmstenfalls jeden Tag hin und her; das kann zuviel werden für eine Rose. Deshalb stell Deine Topfrosen unbedingt aus der Sonne. Die West- oder Nordseite des Hauses wäre ein guter Ort, auch wenn es da kälter ist, aber es wechselt nicht so hart. Notfalls wenigstens hinter die dicke gemauerte Balkonbrüstung. Und pack sie ab -5° mit Fichtenzweigen ein, je kälter je dicker. Kommt starker Frost nur für wenige Tage, kannst Du sie auch mal in die ungeheizte Garage, den Keller oder gar ins Treppenhaus holen, aber nicht für länger, sonst kommen sie in Trieblaune und werden wegen Lichtmangel geil und verlaust. Zum wieder Hinausräumen wähl dann einen windstillen, bedeckten Tag.

Überhaupt, das Lüften nicht vernachlässigen: wie des Menschen Federbett gehört der Winterschutz der Rosen bei längerem Mildwetter mal durchgelüftet aus hygienischen Gründen. Bis Mitte April würde ich das Deckreisig aber immer noch bereit liegen lassen, Du erinnerst Dich sicher an den bösen Spätfrost, den wir dieses Jahr um diese Zeit hatten.

Kommt reichlich Schnee vor starkem Frost, können wir froh und unbesorgt sein. Er ist er der allerbeste Frostschutz für alles, was er zudeckt. Unter Schnee haben den Horrowinter 2008/09 nahe dem Brennerpaß Rosensorten ohne Schaden überlebt, die hier bei mir komplett erfroren sind. Oben und in groß hier die Topfrosen auf meinem Feld unter Schnee kurz vor Weihnachten 2011.

Und jetzt wünsche ich Dir eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten und alles Gute zum Neuen Jahr und hoffe, von Dir zu hören, wenns wieder ans Pflanzen geht!

Ein paar kurze Frost-Tips für Rosenbesitzer

bei Ihnen mag ganz anderes Wetter sein, aber hier in Wiesbaden beginnt voraussichtlich am kommenden Wochenende eine längere Dauerfrost-Periode, so daß der Boden durchfrieren wird. Wenn Sie vorher, also am Samstag, bei Ihren empfindlichen Pflanzen das Herz mit einer Hacke mit umgebender Erde anhäufeln, sind sie eigentlich schon ziemlich sicher vor Verlusten durch Frost.

Denn aus («schlafenden») Augen in diesem untersten Teil der Triebe kann sich eine Pflanze im Frühjahr binnen kurzem regenerieren, selbst wenn alles darüber erfrieren sollte.

Um auch die oberen Pflanzenteile zu schützen, stellen Sie Fichten-, Tannen- oder sonstige immergrüne Äste und Zweige als luftdurchlässigen Wind- und Sonnenschutz daran. Die meisten Frostschäden entstehen durch die Temperaturspannung, wenn am Morgen nach einer kalten Nacht die Sonne eine Seite der grünen Triebe erwärmt.

Bei Hochstämmen stecken sie kurze Zweige zwischen die Kronenäste und binden die Krone locker zusammen, damit sie nicht wegwehen. Dem Stamm selbst dürfte kaum etwas passieren können.

Vorerst sind hier keine Temperaturen unter -10° in Sicht, die Rosen gefährlich werden können, aber in höheren Lagen, in Talzügen (wie am Ochsenbach auf meinem Feld) und an zugigen Stellen vielleicht schon.

Reichlich Schnee ist im übrigen das beste, was passieren kann. Unter einer hohen Schneedecke haben bei Kunden am Brennerpaß in Tirol Rosensorten unbeschadet überwintert, die bei mir 2008/09 komplett erfroren sind. Luftdurchlässges Vließ wäre ein unvollkommener Ersatz, wenn es keinen Schnee gibt. Mit allem Luftdichten, also Folien, (naß werdendes) Sackleinen usw, muß man äußerst vorsichtig sein und darf immer nur für kurze Zeit abdecken.

Topfpflanzen rückt man am besten dicht ans Haus, und zwar an eine Nord- oder Westseite, wo die Sonne nicht hinkommt und täglich aufwärmt. Leicht eingraben wäre ideal. Das Abdecken mt Deckreisern habe ich oben beschrieben.
Geht es nicht anders, kann man Topfpflanzen für kurze Zeit in ungeheizte Räume stellen, muß sie dann aber oft beobachten und sobald es milder wird, bei bedecktem Himmel wieder hinausräumen.

Mehr zum Thema: http://rosenwelten.de/rat/rat.php?rat=winter
Ist meine Sorte empfndlich? http://rosenwelten.de/rosen/suche.php?kat=anspr&c=winterhaerte
10-Tage-Wettervorhersage: http://www.yr.no

Ach ja, und ein gutes Neues Jahr noch gewünscht! Bis im Frühjahr bin ich