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"Wolle Rose kaufe?" - Was ist da los?

2011-10-03 11:17:12

Man hat das Schönste, was es im Reich der Pflanzen gibt, in ordentlicher bis exzellenter Qualität aus eigener, nachhaltiger Produktion zu fairen Preisen mit viel Information und Beratung drumrum im Angebot und muß es anpreisen wie sauer Bier, fast wie die armen Leute, die von Tür zu Tür ziehen um Bürsten zu verkaufen, die kein Mensch braucht, aber ein paar halt aus Mitleid abnehmen. Was ist da los? Die wenigen, die den Weg gefunden haben, sind meist wie verzaubert von den Düften, und die vor zwei drei Jahren Rosen von hier gepflanzt haben, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was das für robuste, starke Büsche geworden sind, schöner und größer von Jahr zu Jahr. Aber wem man das sagt, der zuckt nur mit den Schultern und klickt weiter. Was ist da passiert? Heute vor acht Jahren haben mein damaliger Kollege und ich das erste kleine Stück von einem Freund überlassene Land mit Hacke und Handfräse zur ersten eigenen Rosenkultur vorbereitet, die dann am 1. März 2004 begann. Den selbständigen Baumschulen hier in der Gegend ging es da schon seit über einem Jahrzehnt schlecht, aber Rosen wurden doch immer noch gern gekauft, da brauchten wir als Verkäufer, wo auch immer wir da arbeiteten, niemanden lange zum Kauf zu überreden. Deshalb die Spezialisierung auf Rosen, als ich es wagte, mich selbständig zu machen. Kein Mensch hätte einen vor so wenigen Jahren noch irgendwie mit einem Straßenhändler in Verbindung gebracht, der nachts durch verrauchte Kneipen zieht, um Betrunkenen seine schäbigen Schnittblumen aufzudrängen. Dabei habe ich in den paar Jahren ein Sortiment aufgebaut, von dem die Betriebe, in denen wir damals Rosen verkauften, noch nicht mal geträumt haben. Kein Mensch braucht eine Rose, aber eine Pflanze, die ohne viel Umstände gedeiht und blüht und eventuell sehr schön duftet, macht das Leben für jeden reicher. 18 Euro mag ein stolzer Preis scheinen, doch für eine Pflanze, die Jahrzehnte alt wird und jedes Jahr ohne merkliche Folgekosten schöner und größer, ist es ein Klacks. Für 18 Euro kriegt man vielleicht ein nicht besonders üppiges Mittagessen im Restaurant, das bis zum Abend satt macht, oder ein paar Liter Benzin, die gerade mal den Boden des Tanks bedecken. Es müssen irrationale Gründe sein, daß so wenige Leute sich noch Rosen kaufen. Es fing ziemlich genau im Sommer 2008 an. Nicht daß es da auf einmal allen schlecht gegangen wäre, aber das Gefühl ergriff alle, daß es nicht mehr so weitergeht. Eigentlich sollte man denken, daß man da Unnützes einspart, Sachen repariert statt sie einfach fortzuwerfen, mehr selber kocht statt Fertiggerichte zu kaufen, den Irrsin ufgibt, ständig die allerneueste Hardware und das angesagteste Telefon haben zu müssen. Zumal die Nachrichten dafür sprechen: Wir ersticken im Müll, die unnütz verpulverte Energie macht unser Klima kaputt, die Lebensmittelindustrie ekelt uns an. Eiegntlich hätte der Mann vom Gärtnereiverband recht haben können, der damals beruhigte: Immer wenn es den Leuten schlechter geht, geht es den Gärtnern gut, die Leute bleiben im Urlaub daheim und machen es sich im eigenen Garten schön. Doch es geht genau umgekehrt: Die Leute haben der Penetranz der Werbeindustrie nichts entgegenzusetzen. Je nervöser man wegen der Zukunft wird, desto mehr tröstet man sich beim Konsum dessen, was die Hochglanzprospekte als "Schnäppchen" anpreisen. Eine Firma, die nur etwas in bester Qualität und verantwortlich gegenüber der Umwelt herstellt, und seien es Rosen, bleibt links liegen. Nicht bewußt, man hat nichts dagegen, es werden ja dort keine Hähnchen gequält, aber man kauft eher die Hähnchen der bekannten Marke als die Rosen des Nachbarn. Einfach so halt. Ohne böse Absicht wahrscheinlich. Es macht es eben mit einem. Sollte man es begründen, könnte man wahrscheinlich sagen, daß man ja ein paar Rosen hat, die seien gut genug, und man habe auch kein Geld für Unnötiges übrig und zu wenig Zeit, sich groß umn den Garten zu kümmern. Aber das alles war vor fünf, zehn Jahren nicht anders. Es hat damals aber niemanden davon abgehalten, hin und wieder eine von dunklen Koniferen zugewachsene Gartenecke abzuholzen und mit fröhlichen, blühenden und duftenden Rosen neu zu gestalten. Was ist also passiert? Und ist man dem machtlos ausgeliefert? Muß man sich einfach dem Markt anpassen? Ist Rosen veredeln einfach so tot wie viele andere alte Handwerkskünste? Sollen wir alle nur noch Handys und andere nutzlose Dinge verkaufen, die aus Südostasien kommen? Bzw bei den wenigen neuen Reichen das Laub vom Rasen kehren und die Dachrinnen reinigen? Es bräuchten doch nur ein paar Leute nachdenken, wofür sie ihr weniges Geld, solange sie noch welches haben, ausgeben. Für etwas, das ihnen selbst Freude bringt, nicht den Besitzern irgendwelcher Marktketten. und von dem ihre Nachbarn leben können. Viel Umweltzerstörung wäre dann im selben Aufwasch auch gleich beseitigt. Ach ja, hier gehts zum Rosen-Katalog.

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Garten, (18.09.2007) ©Foto links: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de

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Foto: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de, Text: © rosenwelten ·

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