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Johannistriebe, überquellende Blüte und der letzte Schnitt (Newsletter)

2012-07-26 17:46:56

Lang ist's her seit dem letzten Rundbrief. Vom März bis zum Juni geht hier eine Arbeit in die andere über, bis alle Pflanzen alles haben, was sie zum Gedeihen brauchen - die in den Töpfen, die Veredlungen auf dem Feld und die Wildlinge zum Veredeln jetzt im Sommer. Da blieb einfach keine Muße zum Schreiben. Das Gießen hat dieses Jahr meist ein anderer gemacht, der das viel besser kann als ich, so sehr ich mir Mühe gebe. Das sieht man den Pflanzen dieses Jahr wirklich an: Sie waren noch nie so üppig. Und es gab auch noch nie so viele: Beide großen Container-Stellflächen sind fast randvoll, und die zweite Blüte ist in vollem Gang. Nun ist Mittag im Jahr, die Zeit mit den ganz langen Tagen. Früh morgens, solang es noch kühl ist und abends bis zum Dunkelwerden arbeitet sich's am schönsten draußen auf dem Feld, und dazwischen ergibt sich endlich wieder etwas Muße zum Schreiben. Für das Wachstum ist jetzt Hochsaison. Gegen Ende der ersten Blüte haben alle Rosen sich wieder auf ihre Basis besonnen und dort die Knospen ausgebildet, aus denen der starke Johannistrieb wächst. Er soll das ältere Holz mitsamt der Blütentriebe des Frühjahrs überragen und die Pflanzen erst wirklich größer werden lassen. Es begann bei einigen Sorten recht schwungvoll durch den vielen Regen schon Mitte Juni, doch das kühle Wetter und nun auch der austrocknende Wind haben den Schwung erst einmal gedämpft. Diese Woche treibt die Knallhitze erst einmal Blüten über Blüten hervor, doch wird sie wohl auch den Johannistrieb wieder anschieben. Viele Leute haben wohl dieses Jahr eingesehen, daß das alte Vorurteil, Rosen würden keinen Regen vertragen, nicht stimmt. Zum Glück war es für den Sternrußtau meist zu kühl, er verbreitet sich bei schwülwarmem Wetter ab 7 Stunden Dauer-Blattfeuchte. Andere Pilze, die kleinere dunkle Flecken auf den Blättern hinterlassen, haben wir dagegen schon bekommen. Aber ein Pilz kommt und geht, wie es eine Kundin treffend formuliert hat. Er bringt keine Pflanze um, auch wenn die Werbung der Chemie-Industrie Angst davor schürt und ängstliche Leute gerne darauf hereinfallen. Manchen Pflanzen scheint der Pilz sogar dbei zu helfen, mitten im Sommer die kleinen hellen Blättchen des Frühjahrs loszuwerden und neues, sattes Sommerlaub an frischen Trieben aus der Basis zu entfalten. Helle Blättchen gibt es auch aus anderen Gründen, wie Hitze, Düngermangel - und hier und da auch als sehr späte Folge von Frostschäden an der Rinde. Dann hat das Laub eines ganzen Astes eine ungesunde Farbe und stockt im Wachstum. Den Rindenschaden sieht man bei näherem Hinschauen. Solche Äste sind hier und da innerhalb von ein paar Tagen abgestorben, besonders an Pflanzen, die zusätzlich unter Trockenheit litten. Heimtückische Winterschäden durch in Frostwunden eindringende Rindenpilze werden seit 2008/2009 immer mehr. Ich versuche als Vorbeugung, nur noch während der Wachstumszeit, von April bis Anfang August, zu schneiden, so daß die Rinde im Winter möglichst heil bleibt und lückenlos vor Infektionen schützen kann. Jetzt im Sommer schließen sich nicht nur Schnittwunden viel schneller. Es ist auch ganz leicht zu erkennen, wo Rosen geschnitten werden wollen. Der Schnitt soll ja die natürliche Verjüngung einer Rose unterstützen. Jetzt sieht man, wo sie sich von unten verjüngen will und kann oberhalb davon altes, schwach gewordenes Geäst entfernen, so dem neuen Trieb Licht und Raum geben. Einen gar zu langen, unverzweigten Neutrieb kann man zwischen zwei Fingernägeln über einem nach außen gerichteten Blattansatz entspitzen ("pinzieren"), er wird sich dann innerhalb weniger Wochen dort verzweigen. Diese und evtl. nächste Woche ist noch eine gute Zeit, um alle Rosen ein letztes Mail in diesem Jahr gründlich durchzusehen, was (besser jetzt als im Frühjahr) zu verjüngen wäre und welche toten Stummel auszuputzen sind. Dann sollten auch in einem feuchten und warmen Herbst alle Schnittstellen vor dem Winter gut verheilen und alles junge Holz gut ausreift. Die Schere hat dann bis April 2013 Winterpause. Wenn Du den Schnitt im Dialog mit der Pflanze einmal konkret sehen oder eine Schnupper-Runde über das Rosenfeld machen möchtest, um neue Sorten für Deinen Garten zu entdecken und gleich mitzunehmen: willkommen in Wiesbaden. Denn jetzt gepflanzt, ist im Herbst schon gut etabliert - und somit für den Winter bestens gerüstet. Weiterhin viele schöne Sommertage voll Rosenduft im Garten wünscht Dir

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: (15.06.2011) ©Foto links: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de

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Foto: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de, Text: © rosenwelten ·

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