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Natur und Bilder

2016-06-01 09:15:33

Hier in der Straße sehe ich «frische» Rosen gepflanzt, mit großen Blättern und fetten Blüten wie bei einem erwachsenen Rosenstock, aber mit drei Bambusstützen, sonst wären sie wohl umgefallen vor Schwäche. Solche gequälten Geschöpfe kann man heute offenbar leichter verkaufen, als im Freien gewachsene, mehrjährige Pflanzen mit dem ein oder anderen Fleck oder Loch an einem Blatt. Warum nur? Vielleicht haben Menschen nie so viele schöne Bilder von Pflanzen gesehen und dabei so wenig mit Pflanzen zu tun gehabt, also richtig gearbeitet, um etwas zu ernten, Rasenmähen und Hecken schneiden rechne ich da jetzt mal nicht dazu. Idealbilder als zur Erbauung der Seele und Bilder von Natur-Zerstörung als Nachrichten oder Dokumentarfilme. Bei Idealbildern ist die umgebende Natur, sind tierische und pilzliche Mitbewohner, gelbe Blätter und welke Blüten der porträtierten Pflanze selbstverständlich professionell vermieden oder herausgeschnitten, wie Tippfehler aus einem Text. Und in Berichten über Tschernobyl, Bhopal und die Hagel- und Flutkatastrophe im Nachbardorf geht immer alles unweigerlich kaputt. Wer mit Pflanzen zu tun hat, weiß, daß die Wirklichkeit normalerweise dazwischen liegt, aber die Bilder prägen mehr und mehr unsere Vorstellungen ... Pflanzen haben dann so auszusehen wie auf den Bildern. Alles darüber hinaus ist «Befall», und für «so etwas» möchte niemand Geld ausgeben, und wie man stünde man denn da, wenn man «so etwas» als Geschenk überreichte, etwa der Schwiegermutter oder dem Direktor, bei denen man doch einen makellosen Eindruck hinterlassen muß. Lieber geht man auf Nummer Sicher und kauft eine Pflanze, die für den Verkaufsaugenblick gestylt wurde, daß sie so aussieht wie auf Bildern, als wäre sie nicht von dieser Welt. Mit Läusen, Raupen und Pilzen weiß die Natur aber umzugehen, mit den für die Illusion von Makellosigkeit notwendigen Giften und Energieverschwendung nicht allzu lang. Wie oft haben wir als Studenten über die Menschen im Mittelalter gelächelt, die die Natur durch Zitieren der antiken Autoren beschrieben, erst ganz allmählich auch nach ihrem eigenen Augenschein - aber verstellen Google und Youtube, Wikipedia und Facebook nicht auch uns schon wieder den eigenen Blick auf die Natur, genau wie Aristoteles und Plinius den mittelalterlichen Schriftkundigen? Vielleicht ist es Zeit, die Medien und die Bilder bewußt abzuschalten, um die Natur mit so unvoreingenommen es noch geht eigenen Augen zu beobachten. Zum Beispiel wie die Meisen ihre Jungen füttern mit den Raupen, von denen der Nachbar denkt, sie würden die Rosen auffressen. Oder wie die Marienkäfer und die Schwebfliegen ihre Eier neben die Läuse legen und wenig später Larven aus den Eiern schlüpfen, um sich an Läusen dick und rund zu fressen. Dann lachen wir über den Nachbarn der denkt, er müsse sie totspritzen. Pflanzen müssen ohne Befestigung und bewaffnete Grenzschutzagentur auskommen, müssen mit der Natur zusammenleben können. Selbst als Geschenk sind sie dann schon ab ca. der dritten Woche wertvoller als bloße Ausstellungsstücke. Wo Du solche Rosen finden, weißt Du ja: auf http://rosenwelten.de/rosen bzw auf meinem Feld. Es blüht jetzt eine nach der andern auf, und wenn Du bald kommst, erlebst Duauch die besonders robusten Einmaligblühenden in ihrer ganzen Pracht.

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: (01.09.2010) ©Foto links: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de

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Foto: Bernhard Höpfner, © rosenwelten, D-65199 Wiesbaden, Erich-Ollenhauer-Straße 116, www.rosenwelten.de, Text: © rosenwelten ·

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