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rosenwelten-blog

Bisher allzu unregelmäßig schreibe ich etwas ins Firmen-Tagebuch. Kurze "Nachrichten", habe ich mir schon 2009 angewöhnt, auf Twitter zu schreiben, als dort noch lauter normale Leute und kaum Schreihälse und PR-Profis waren, und bin dabei geblieben, Facebook ist mir jedoch zu aufdringlich.


Abenteuer Winter

15. 12. 2009

Nach dem vorigen Winter sieht man den nächsten mit einem flauen Gefühl im Magen heraneilen. Nicht überall war der vorige Winter so schlimm wie hier. In der Nähe des Brenners zum Beispiel haben Rosen, die hier zugrundegegangen sind, klaglos überwintert. Dort lag lange und viel Schnee. Auch in manchen Gärten hier blieben Rosen völlig unbehelligt, die in anderen, ganz in der Nähe, übel zugerichtet wurden. Glück hatten sie überall da, wo sie die Morgensonne nicht erreichen konnte. Wo Sonnenstrahlen nach einer kalten Nacht tief gefrorene Blätter und Triebe plötzlich erwärmen, entstehen Spannungen, Zellwände können ihnen nicht standhalten und platzen, Wunden lassen dann Schadpilze durch die Rinde eindringen und den Saftstrom abbrechen. Aus Schaden wird man klug, man versucht es zumindest, solange man lebt und schafft. Als die Containerkultur in Baumschulen noch etwas Neues war, also Ende des vorigen Jahrtausend, trieb man gewaltigen Aufwand mit dem Winterschutz. 1995/96 ließ der Winter zum letzten Mal solchen Aufwand sinnvoll erscheinen. Dann kamen die Jahre, in denen Camellien, Bambus, Palmen und Oliven bei Hinz und Kunz wie normale Freilandpflanzen überwinterten, während wir Baumschuler immer noch treu und brav vor Weihnachten in einer eigegen Art Adventshektik alles vom Kirschlorbeer bis zur Bartblume ins Glashaus karren mußten(1). Dort standen sie bis Ostern wie in der Sardinenbüchse und schwitzten und trieben lange weiche Triebe, denn es war Mai im Januar da drin, wenn die Wintersonne durch die Scheiben strahlte; Blattläuse, Schildläuse, Grauschimmel und Schlimmeres feierten Feste. Rosen sowie alles von geringer Höhe und vermeintlich höherer Frostresistenz wurde flach auf den Boden gelegt und mit weißen Folientunneln überbaut. Das wäre gar nicht so verkehrt gewesen, hätte sich das alte, pilzbefallene Laub zuvor sauber entfernen lassen. Das hängt vor Weihnachten aber meist noch viel zu fest, und der Sternrußtau konnte sich unter den Tunnels bequem auf die Lauer legen, um die bald wieder hoffnungsfroh austreibenden neuen Blättchen zu überfallen. Deshalb haben wir die letzten Jahre den Winterschutz bewußt mehr und mehr zurückgefahren. Ein bißchen Frost und frische Luft bringt die Rosen nicht um, aber vielleicht die Schädlinge, war der Hintergedanke. Arbeiten, die wahrscheinlich mehr schaden als nützen würde, wurden unterlassen. Der Winter 2008/9 war bis Weihnachten wie üblich nur naß, nicht kalt. Die Blätter saßen bei vielen Sorten auch nach Neujahr noch fest. Der Langzeitprognose von donnerwetter.de, daß der Winter hart werde, widersprachen die Erfahrungen der ganzen letzten Jahre. Auch die Wettervorhersage am Abend des 9. Januar, daß die Temperatur im Laufe der kommenden Nacht von null auf minus fünfzehn Grad fallen werde, erschien übertrieben. Der Blick aufs Thermometer am nächsten Morgen um Sechs war das Schockerlebnis: Minus fünfzehn. Klar, daß man dann "alles in seiner Macht Stehende tut," wie es so schön heißt, zu retten, was geht. "Die Rettungskräfte arbeiten fieberhaft," sozusagen. Das ganze Frühjahr ging darüber hin. — Fünf Monate später, beim Kompostieren der letzten Leichen, an Pfingsten, war klar, daß so ziemlich alle Mühen zu spät gekommen und umsonst gewesen waren. Einen Sommer und Herbst lang hatte ich nun Zeit, mir Gedanken über optimalen Winterschutz zu machen. Gestern wurde nun alles fertig, vorerst. Im Sommer, so bis Anfang September, spähte ich immer wieder nach Totholzstummeln in den Rosen, schnitt alles heraus. Kein Unterschlupf für Pilzsporen, die im nächsten Winter eine neue Bedrohung für die Rinde werden könnten! Im November nahm ich mir alle Töpfe vor, kratzte das alte Laub samt dem letzten Unkraut heraus und rückte sie dicht an dicht zusammen. Dicht gestellt, waren die Wurzelballen gegen schnelles Eindringen eines eventuellen frühen Frosts schon mal einigermaßen geschützt. Im Notfall hätte ich die Pflanzen auch schnell mit einem Vließ abdecken können, das sie vor Sonne und Wind bewahrt und ein auch ein paar Grad Frost. Dann kam aber der viele Regen und schließlich noch die Ankündigung der scharfen Kälte in der Woche vor Weihnachten. Ich wollte die Töpfe von der wasserspeichernden Matte herunternehmen, denn mir wurde das Substrat trotz der Kreuzböden unserer Töpfe(2) und des Gefälles in den Stellflächen(3) doch etwas zu naß. Das milde Wetter hatte manche Sorten auch Frühling wittern und zum Austrieb ansetzen lassen: kein gutes Zeichen für Ausreife und Winterhärte. Deswegen habe ich in der zweiten Dezemberwoche gleich auf Alarmstufe 3 geschaltet: wieder alle Töpfe in die Hand genommen, das herabgefallene Laub herausgekratzt und sie dicht an dicht auf den Rasen zwischen den Stellflächen gestellt. Weder liegend noch stehend sondern schräg auf die Kante gekippt und jede Reihe an die Vorderreihe angelehnt. Ich denke, so bekommen die Zweige besser frische Luft, als wenn sie liegen, außerdem kann es hineinregnen, aber auch sehr gut unten herauslaufen. Nun wäre am besten alles dick mit Schnee zugedeckt worden, das klappt aber selten auf Bestellung, und für Ende dieser Woche ist schon starker Frost angesagt. So habe ich unseren großen weißen Folientunnel über die Pflanzen gebaut. Die Folie ist weiß, um die Sonnenstrahlen zu reflektieren, damit im Innern kein Gewächshausklima entsteht. Der Tunnel ist viel höher und breiter als die, mit denen wir früher schlechte Erfahrungen gemacht haben, und es ist nur einer, und ich werde jeden Morgen und jeden Abend nach dem Rechten sehen, bei frostfreiem Wetter lüften und abends wieder schließen. So müßte die Gefahr stehender, feucht-kalter Luft zu vermeiden sein. Anfang Februar will ich dann allmählich die luftdichte Folie durch ein "atmendes" Vließ ersetzen, damit die Pflanzen auf keinen Fall zu warm stehen und vorzeitig zu treiben beginnen. Man kann es nur so gut wie möglich machen. Wenn die Natur uns ernsthaft einen Strich durch die Rechnung machen will, schafft sie das. So ist es im Gartenbau, jedenfalls solange wir ihn noch nicht industriell betreiben. ----- [1] Zu früh durfte damit nie begonnen werden. Um die Hektik zu steigern, wurden notfalls auch noch Zusatzarbeiten ersonnen. Der letzte Winterschutztunnel mußte immer am vorletzten Arbeitstag vor Weihnachten gerade so eben fertig werden. Der letzte Tag war dem Ritual, Hof und Wege mit Schlauch und Besen zu reinigen, vorbehalten. [2] Unsere Rosentöpfe haben Bodenlöcher in zwei Ebenen: etwas höher liegende zum ungehinderten Wasserabzug und direkt auf dem Boden sitzende zum Ansaugen von Feuchtigkeit. [3] Die Stellflächen für Töpfe haben ungefähr 2% Gefälle zu einem Abzugsgraben hin, damit keine Staunässe entstehen kann. Andererseits hält das Vließ, auf dem sie stehen, bis zu 3 l/m² fest.

Tobinsteuer - Glückwunsch!

09. 12. 2009

Es hat also doch gereicht. Die magische Zahl ist erreicht worden. 50.000 oder mehr Leute haben die Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer in den ersten drei Wochen mitgezeichnet. Wie viel genau, ist nicht bekannt. Die Zahl der online abgegebenen Stimmen konnten wir im Internet live wachsen sehen, und danach sah es am 4.12. eher nach Scheitern aus. In dieser Situation schrieb ich meinen vorigen Beitrag "Tobinsteuer - am Tag danach". Aber es waren eben noch viel mehr Unterschriften auf Papier eingereicht worden, als wir dachten, die wurden am Montag, 7.12., ausgezählt und brachten die Wende zum Guten. Nun haben viele gejubelt, einige sich den Befürwortern hinzugesellt und auch schon einige ihren Widerstand formiert. Mit anderen Worten, die schwierigste Phase hat begonnen: aus der breiten Unterstützung in der Bevölkerung ein politisches Faktum zu schaffen, das wirklich etwas bewirkt. Der Initiator der Petition, Jörg Alt, hat die Situation treffend charakterisiert: Gewonnen sind bisher sehr, sehr viele aus der Opposition, gewonnen werden müssen nun noch die, die aufgrund des Wahlergebnisses vom vergangenen September im Bundestag die Mehrheit haben. Die größere der beiden Regierungsparteien scheint da bisher noch recht unentschieden, die kleinere stellte sich gleich am Samstag lauthals dagegen. Das Gute dabei: Was sie an Argumenten anführt, ist nicht schwer zu widerlegen. Es steht schon auf www.steuer-gegen-armut.de in der FAQ. Argumente sind in der Politik aber leider nicht immer der einzige Machtfaktor. Wichtig finde ich jetzt, in der Diskussion ganz klar vernünftige Geldanlagen, mit denen ja viele für ihr Alter vorsorgen, und schädliches Milliardenverschieben auseinanderzuhalten. Die Tobinsteuer belastet das Letztere. Und nützt damit ja der Sicherheit der vernünftigen Anlagen, indem sie die Finanzmärkte zwingt, ruhiger zu werden. Die FDP versucht anscheinend, den kleinen Riester- und Rürup-Sparern Angst zu machen und sie zu mobilsieren für den Widerstand der großen Spekulanten gegen die Regulierung ihres Treibens. Vielen ängstlichen Menschen wird auch leicht weiszumachen sein, wenn man nur irgendetwas gegen die Großen Finanzakteure unternimmt, könnten sie sich böse an uns allen rächen, ihr Geld außer Landes schaffen usw. Dagegen hilft ein kurzer Blick nach London. Dort wurden und werden schon lange Steuern auf Finanztransaktionen erhoben und - ist London nicht die eigentliche Drehscheibe des Großen Geldes? Neben diesen Diskussionen bleibt aber noch eine andere wichtige Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen. Die Petition läuft ja noch bis 25.12. Ein wunderbares Datum! Viele wissen noch gar nichts davon, andere haben jetzt vielleicht in den Nachrichten etwas gehört, wissen aber noch nichts von der Mitzeichnungsmöglichkeit. Auch wenn man in die Gespräche beim Abendessen im Kanzleramt nicht direkt eingreifen kann, die letztlich entscheiden, wenn bis Weihnachten aus der 50.000 das Anderthalbfache oder - Träumen ist legal - das Doppelte würde, würde es der Sache wohl schon etwas mehr Respekt verschaffen. (im wesentlichen fertig, Nachfeilen und Ausschmücken mit schönen Links im Laufe des Tages kann noch kommen.)

Tobinsteuer. Am Tag danach.

05. 12. 2009

Ob bis gestern um Mitternacht die Anzahl Stimmen zusammengekommen ist, daß der Bundestag eine Anhörung veranstaltet, ist vorerst unklar, da die per Fax und auf Papier eingegangenen Unterschriften nicht ausgezählt sind. Das Ergebnis soll Montag auf der Kampagnenwebsite bekanntgegeben werden: www.steuer-gegen-armut.de. Leider war bis zum 2. Dezember von den Trägerorganisationen der 3. als entscheidende Frist publiziert worden. Als dann auf der Bundestags-Seite, versteckt in einem Forumsbeitrag, ein Global Moderator den 4. bekanntgab, ließ er sich kaum noch so breit bekanntmachen, daß an diesem Tag die Stimmen weiter so zügig wie an den Tagen zuvor angestiegen wäre, und es hat dann trotz allen guten Willens und Einsatzes wohl nicht ganz gereicht. Über eine der bei Twitter kursierenden Kurzadressen kamen aber immerhin am 4.12. noch 1463 Leute zur Petitionsseite! Die Bohrmaschinen-Tweets auf Twitter gestern abend Staistik aller Klicks via bit.ly Wenn es doch reicht, ist immer noch ungewiß, wie schnell der Bundestag die Öffentliche Anhörung anberaumt. Im Fall der Grundeinkommen-Petition, die im Februar 50.000 Stimmen zusammenbekam, hat er bis heute keine solche Öffentliche Anhörung angesetzt: www.grundeinkommenimbundestag.de Die Petition kann aber grundsätzlich bis 25.12. weiter unterzeichnet werden (auch diese doppelte Frist erleichtert es nicht gerade, dafür zu werben). Vielleicht sollte man sich jetzt, unabhängig von den 50000, weiterhin für eine möglichst große Gesamtzahl einsetzen und hoffen, daß der Petent und die einflußreichen Organisationen des Kampagnenbündnisses diese nutzen, um, mit oder ohne Öffentliche Anhörung, Öffentlichkeit zu erzeugen und der Steuer zum Erfolg zu verhelfen. In diese Richtung könnte Entwicklungshilfe-Minister Niebel heute bereits gewirkt haben, indem er öffentlich seine Ablehnung einer Tobinsteuer erklärte. Hätte er das ein paar Tage früher getan, hätte das Thema bereits vor Ende der 50000-Frist im Rampenlicht gestanden! Nun braucht man eigentlich nur noch allen, die nicht Niebels Meinung sind, die Internetadresse verraten, unter der sie die Petition dafür unterzeichnen können. dpa-Meldung vom 5. 12. auf ntv Bei der Meldung über Niebel wurde auch berichtet, daß eine Finanztransaktionssteuer von Bundeskanzlerin Merkel unterstützt wird. - Das Schwierige an diesem Projekt scheint irgendwie auch zu sein, daß es von so vielen, aus ganz verschiedenen politischen Richtungen, gutgeheißen wird. Aber niemand setzt es an die erste Stelle auf seiner Agenda. Vielleicht weil man Bauchschmerzen dabei hat, eine Sache zu unterstützen, die die anderen auch gut finden? Wie sollte man sich sonst erklären, daß es trotz der Zahl und Größe der hinter der jetzigen Kampagne stehenden Organisationen so schwierig war 50.000 Stimmen zusammenkommen? ... Nachtrag vom 6.12.: Ein großes Problem waren die zerstreuten Infoirmationen und Adressen:

Tobinsteuer-Petition

29. 11. 2009

Als sie im Herbst 2008 Unsummen zur Stützung der Wirtschaft ausgeben mußten, versprachen die Regierungen, nie wieder zuzulassen, daß Finanzspekulanten solchen Schaden anrichten können. Seit einigen Wochen liest man nun immer öfter (z.B. taz vom 10.11., bei ver.di am 27.11. und umfassend in junge welt vom 30.11.), daß das Geld, das seither zur Stützung der Wirtschaft ausgegeben wird, eine neue Blase aufbläht, die im kommenden Jahr "reif" sein dürfte zum Platzen. Das als Hilfe gedachte "billige Geld" wird zur riesigen Bedrohung für die Wirtschaft. Womit soll der nächsten Krise entgegengesteuert werden? Das weiß offenbar niemand, und deswegen spricht kaum jemand öffentlich über das Thema. Die Regierungen haben ihre Mittel bereits verwendet, und was die nächsten Generationen an Steuern zahlen werden auch. - Der Deutsche Bundestag ermöglicht seit einiger Zeit, ganz komfortabel online Petitionen mitzuzeichnen. Eine einfache Registrierung bei der Website reicht, um sich zu legitimieren. Eine von vielen großen gesellschaftlichen Gruppen (attac, Adveniat, dem DGB, Misereor, der Welthungerhilfe u.v.a.), getragene Petition fordert zur Zeit die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, der sogenannten Tobinsteuer. Eine solche Steuer würde aberwitzige Finanztransaktionen zumindest behindern, ohne daß gleich das Geld allgemein wieder verteuert werden müßte - zum Schaden der noch von der vorigen Krise betroffenen Unternehmen. Die Petition kann noch bis Weihnachten mitgezeichnet werden, aber wenn bis kommenden Donnerstag, 3.4. 12., 50 000 Stimmen zusammenkommen, ist der Bundestag verpflichtet, zu diesem Thema eine öffentliche Anhörung zu veranstalten, was die Chancen natürlich steigert, daß tatsächlich politisch etwas bewegt wird. Ich finde, die kleine Mühe, sich zu registrieren und diese Petition zu unterzeichnen sollte sich jeder machen, und zudem möglichst viele Freunde und Bekannte dazu bewegen, das Gleiche zu tun: Hier mitzeichnen Mehr zu lesen gibts

Marketing-Frage

15. 11. 2009

Wenn man wie am Anfang einer neuen Baum- oder Rosenschule noch nicht so viel wirklich gut gewachsene Pflanzen hat, weil bei der Kultur das eine oder andere danebengegangen ist, finden die Kunden trotzdem meistens etwas und kaufen es. Hat man dann nach vier Jahren bessere Routinen und 95% schöne Pflanzen, schärft die geübte Kundin ihren Blick für die feinen Unterschiede. Wenn dann die Pflanze, die ihr am besten gefällt, gerade nicht in der Farbe blüht, die sie sich an diesem Morgen ausgedacht hatte, kauft sie weder die mit der richtigen Farbe, weil ihr diese Pflanze ja nicht so gut gefällt, noch die schönste Pflanze, weil deren Farbe ja falsch ist, sondern gar nichts. Dazu nun meine bescheidene Frage an die Marketing-Weisen, die immer so genau wissen, wie man sich verhalten muß, um mit seinem Geschäft einen Haufen Geld zu verdienen: Ist das Kundenverhalten erklärbar? Was mache ich falsch? War es unklug, alle Pflanzen zu schönen heranzuziehen? Wenn die Marketing-Experten zu der Frage keine Antwort wissen, dann sagt mir mein einfacher Menschenverstand als Zeitzeuge der Wirtschaftskrise: angefangen hat das ziemlich genau im Juli 2008. Als ob seither, wer in ein Geschäft hineingeht, immer einen Plan B im Hinterkopf mitbringt, den er im Grunde seines Herzens viel lieber mag als den Kauf-Plan A: nichts zu kaufen, mit vollem Geldbeutel wieder heimzufahren und beim Blick aus dem Fenster festzustellen, daß der Garten eigentlich auch so bleiben kann, wie er ist?

Frostschutz

12. 11. 2009

Als Rosengärtner mit einem Riesen-Komposthaufen nach den Schäden durch den vorigen Winter gibt man sich in diesen Wochen alle Mühe, seine Pflanzen kräftig, sauber und gegen Frost, Wind und Sonne geschützt in den Winter gehen zu lassen und hofft und bangt, daß man alles richtig macht und keine solche Katastrophe mehr kommt wie vorigen Winter. Auf meinem Feld sind die Pflanzen in Töpfen dicht an dicht gestellt, das abgefallene Laub als möglicher Träger von Pilzsporen ausgefegt, alle Totholzstummel, von denen Rindenpilze ausgehen könnten, sauber entfernt. Wenn es weiter so naß bleibt, werde ich die Töpfe umlegen oder wenigstens schräg stellen, damit das Wasser noch besser abfließen kann. Im Dezember kommt dann zuerst einmal Schattiergewebe und später noch Vließ über die Beete. Wenn das alles nicht reichen sollte, habe ich auch noch eine weiße Folie für einen richtig dichten Tunnel von 3 mal 50 m. In der Welt drumherum wird zur gleichen Zeit nicht viel geschützt und bewahrt, im Gegenteil. Seit zwei Monaten benutze ich twitter, um im Internet mehr Nachrichten und Kommentare zu finden, als das blasse Einerlei, mit dem die Radio-, Fernseh- und Zeitungsredaktionen uns abspeisen. Das Allerdringendste helfe ich durch meine eigenen "Tweets" weiterzuverbreiten. Fast jeden Tag werden Ungeheuerlichkeiten gemeldet, die jede für sich einen Aufschrei im ganzen Land auslösen müßten. Aber die Leute bescheiden sich mit Mauerfallgedenken und schweigen, nachdem sie ihre Stimme ja gerade erst jetzt für vier Jahre abgegeben haben. Heute z.B. steht in telepolis, daß die großen Geldmengen, die die Regierungen zur Verfügung stellen, um angeblich die Wirtschaft anzukurbeln, nur von denselben Hedgefonds und Investmentbankern verzockt wird, die voriges Jahr den Crash verschuldet haben, um dieses Jahr noch größere Gewinne und Boni zu kreieren als je zuvor. Wie lang ists her, daß Frau Merkel versprach, die alle an die kurze Leine zu legen und ihnen Regeln vorzuschreiben, die so etwas nie mehr möglich werden lassen? Heise online meldet ebenfalls heute beiläufig, die EU biete den US-Terrorfahndern unbeschränkten Zugriff auf alle Kontodaten an. Also was bemühen wir uns da Tag für Tag, Trojaner aus unseren Computern zu verjagen, damit unsere Kontodaten geheim bleiben - wer sie wissen will, braucht nur Beziehungen zum FBI zu haben. An anderer Stelle wird von den Wirkungen auf die berichtet, die alles ausbaden müssen, 1/3 aller Erwerbstätigen hat psychische Probleme, schon 1/5 braucht deswegen im Lauf 1 Jahres einen Arzt auf: die Zukunftsaussichten vergiften die Arbeitsbedingungen auch schon für die, die noch Arbeit haben. Da liest man fast entspannt, was die Süddeutsche heute über die Zerschlagung der DDR-Wirtschaft zu Zeiten Kohls schreibt (komisch, warum dieses Thema gerade jetzt in all dem frohen Mauerfallgedenken?): Die Chefs der Treuhand waren per Gesetz "zur gröblichen Außerachtlassung der im Geschäftsverkehr üblichen Sorgfalt" ermächtigt, wie später im Untersuchungsausschuss "DDR-Vermögen" festgestellt wurde. Man sieht es an dem, was sie angerichtet haben: Ruinen und entvölkerte Städte. Wenn wir Gärtner uns erlauben würden, die übliche Sorgfalt gröblich außer acht zu lassen, würden uns die erfrorenen Rosen bius in den Schlaf verfolgen.

Ertrag

06. 09. 2009

Die Rosenzeit ist zwar noch lange nicht vorüber - ein paar kühle Tage sind noch kein Winter, auf zwei Monate mit Blüten wollen wir uns schon noch freuen, und dann kommt ja noch die Hagebuttenpracht ... Doch der Ertrag des Sommers steht uns jetzt schon vor Augen. September und Oktober werden kaum noch Zuwachs bringen, sie sollen es auch nicht, denn das Holz, das im Juli-August gewachsen ist, muß vor dem Winter gründlich ausreifen, damit es frostfest wird. Auf dem Rosenfeld nahe der Kahlemühle zeigt sich in diesen Septemberwochen der Ertrag des Rosensommers 2009 gerade zur idealen früherbstlichen Pflanzzeit. Jetzt schon gepflanzt, etablieren sich die in Töpfen kultivierten und nun bestens bewurzelten Pflanzen sehr schnell im warmen Gartenboden, gehen dem Winter bereits mit tiefen Wurzeln entgegen und werden diese frühe Pflanzung im nächsten Jahr mit erstaunlichem Wachstum und Blütenfülle danken. Die Beetfläche für die Containerrosen haben wir dieses Jahr komplett erneuert und dabei noch einmal um ein Viertel vergrößert. Knapp 3200 Rosen und Rosenbegleiter in über 200 Arten und Sorten profitierten von gleichmäßigerer Wasserversorgung und reichlich Raum zur Entfaltung, und das sieht man ihnen jetzt an: dichte, starke Büsche, voll gesundem Laub sind es geworden, größtenteils noch jetzt in voller Blüte, und die Rambler haben meterlang getrieben. Der nächste Jahrgang steht ein paar Meter weiter ein Jahr nach der Veredlung noch im Boden, läßt aber jetzt schon seine Blüten sehen. Noch ein Stück weiter haben wir im August bereits den übernächsten Jahrgang veredelt. Der scheint, wenn alles gutgeht, an Wuchskraft und Sortenvielfalt alle vorigen noch übertreffen zu wollen. Der vorige grimmige Winter hat uns leider einen sehr großen Komposthaufen beschert. Die schmerzlichen Verluste haben wir aber zum Anlaß genommen, konsequent auf Sorten zu verzichten, die spektakuläre Blüten bringen, aber als Pflanze dünn und schwach bleiben. Auch wenn das Rosen waren, die infolge geschickter Werbung derzeit "im Trend" liegen. Die Erfahrungen unserer Kunden deckten sich nach den ersten drei Jahren mit unseren eigenen, und die sprachen gegen diese Sorten. Statt "alles" im Angebot haben zu wollen, richten wir unseren Ehrgeiz jetzt lieber darauf, auf Schatzsuche zu gehen im Reich der Alten Rosen, also der Original-Züchtungen des romantischen 19. Jahrhunderts. Was wir an derartigen Schätzen bisher in Kultur haben, ist den trendigen "Romantikrosen" englischer und französischer Provenienz sowohl an Eleganz als auch in der Substanz ganz augenscheinlich klar überlegen! Moderne Rosen in starken Farben mögen wir auch, aber die sollen bitteschön ihre Blüten über schönem Laub präsentieren und intelligent genug sein, sich buschig zu verzweigen und neue Blütentriebe auch ohne viel Schnitt zu bilden. Wer schon einmal an einem Schnittkurs bei uns teilgenommen hat, kennt sich damit aus. Der nächste Winter kommt übrigens bestimmt, und wir haben gelernt, ihn wieder ernstzunehmen. Jetzt schon sollte man auf tote Stummel im Geäst der Rosen achten und sie glatt und ohne Rest herausschneiden. Seit einigen Jahren scheinen Rinden-Pilzkrankheiten in der kalten Jahreszeit immer mehr überhandzunehmen. Sie können von solchem Totholz ausgehen und im zeitigen Frühjahr ganze Triebe mit braunen oder violetten Flecken überziehen und zum Absterben bringen; selbst große starke Pflanzen erholen sich davon oft nicht mehr.

Lob der Disteln

03. 07. 2009

Die Läuseplage kommt dieses Jahr zwei Monate verspätet. Sei's wegen der Winterkälte, sei's wegen der Wärme im April, jedenfalls waren die Marienkäfer zur Stelle, ihr Futter jedoch nicht. Beinahe hätten sich die Läuse, als sie Mitte Juni dann doch auftraten, ungestört ihres schädlichen Daseins erfreuen können. Auf den Rosen und den Obstbäumen, deren süßen Saft sie saugten war zunächst weit und breit kein Marienkäfer zu sehen. Zum Glück wächst auf dem Rosenfeld neben den Stellflächen für die eingetopften Rosen auf einem abgeernteten Stück neben der als Bodenkur eingesäten Luzerne noch so manches andere. Spontanvegetation. Darunter nicht wenige Gänsedisteln. Wofür soll man die loben? Ja, es war am Samstag vor acht Tagen klar zu sehen: Auf den Gänsedisteln wimmelte es von Marienkäfern, einzeln und auch schon zu zweit. Wie vom Himmel geregnet, aber nur auf den Disteln. Ein BlattlauslöweInzwischen haben sie längst die leckeren Läuse auf den Rosen entdeckt, sie und ihre noch gefräßigeren Nachkommen mit dem Beinamen "Blattlauslöwen". Mit den Rosentöpfen kamen auch genug in den Garten, wo sie noch andere Läusevölker auf Bäumen, Sträuchern und Stauden erspähen und Zug um Zug verzehren. Hätte ich die Disteln totgespritzt, müßte ich wahrscheinlich jetzt auch die Läuse totspritzen. So brauche ich nur zuschauen, wie sich ein "schrecklicher Befall" von selbst erledigt. Bevor sie sich allzusehr versamen, habe ich die Disteln dann heute mit der Sense gemäht. Die Luzerne soll durch den Schnitt gestärkt werden, aber es werden hoffentlich auch ein paar Disteln übrigbleiben als Kinderstube für die Marienkäfer. Hat jemand weitere Beobachtungen zu Wirtspflanzen von Nützlingen und möchte sie hier anfügen??

Eine Rose der Arbeiter

01. 04. 2009

In einem Video im Netz sieht man eine einzelne gelbe Rose inmitten wuchernder Brennesseln vor einem verfallenden Fabrikgebäude in Dresden. Vom Erzähler erfährt man, daß die Arbeiter dieser Fabrik (zu denen der Autor selbst gehört hatte) sich vor ihrem Werk, auf das sie stolz waren, ein Rosenbeet angelegt hatten. Nach der Wende zum Kapitalismus wurde die Fabrik stillgelegt, die Arbeiter entlassen, seither ist das Gebäude am verfallen und Brennesseln machen sich im Rosenbeet breit. Eine Rose war zäh genug, sich zu behaupten. Die Geschichte hat mich fasziniert. Ich kam in Kontakt zu den Autoren des Videos. Kommenden Sommer wollen wir jedenfalls Augen von dieser Rose auf neue Wurzeln veredeln, um ihr wenigstens Nachkommen zu sichern. Denn eine Rose, die eine Geschichte erzählt, sollte man in hohen Ehren halten, gerade weil es mal keine Geschichte von französischen Kaiserinnen oder britischen Herzoginnen ist, sondern von unseresgleichen, die davon handelt, was aus unserem Werk und uns wird, wenn das große Kapital es eines Tages nicht mehr als rentabel ansiehtt, weil es ihm gelingt, irgendwo in der Welt Arbeitskraft noch billiger einzukaufen. Konkretere Pläne, wie dieser Rose zur schuldigen Ehre zu verhelfen ist, werden noch geschmiedet. Vielleicht haben Sie eine gute Idee? Das Video von der gelben Rose in Dresden

Es gibt doch noch Winter

23. 03. 2009

Wer hatte damit noch gerechnet? Wir Baumschuler sahen uns in einer Art (unangebrachter) Klimawandel-Euphorie ja fast schon Palmen und Oliven statt Apfelbäumen und Rosen anbauen. Doch Übermut tut selten gut. Nehmen wir es einfach als Lektion. Manches sollte man halt schon beherzigen, auch wenn der nächste Winter jetzt erst wieder in 17 Jahren kommt:

In einer Nacht Anfang Januar hatten wir einen plötzlichen Temperaturabfall von 0 auf -15° mit nachfolgendem Sonnenschein. Diese ungewöhnliche Konstellation hat leider auch einige der robustesten "Blütenmeere" beschädigt, und zwar gerade die, die uns die Winter immer so verschönert haben, indem sie das Laub so lange behalten. Nicht nur Rosen, auch andere Pflanzen mit lang haftendem Laub, zum Beispiel sämtliche Säckelblumen. Das ist traurig, denn auf diese Sorten möchte man wirklich nie mehr verzichten müssen, wenn man sie erst einmal kennengelernt hat. Die meisten werden sich hoffentlich wieder gut erholen, aber das scheint Zeit zu brauchen. Endgültig feststehen wird, was verloren ist, erst, wenn es wirklich warm wird und die Pflanzen gezwungen werden, zu treiben oder zu sterben. Bis dahin können sie bei angenehmem, kühlem Wetter vielleicht noch schlafende Augen und neue Wurzeln aus der Basis aktivieren. Vielleicht werden sie danach schöner als je zuvor? Eine verstärkte Bildung von starken Augen direkt aus der Basis scheint schon begonnen zu haben. Und wie sind Ihre Erfahrungen? Möchten Sie sie mit den anderen Lesern teilen, indem sie diesen Artikel kommentieren?

Es beginnt sich zu regen

19. 02. 2009

Rosen sind doch verflixt zähe Lebewesen. So denkt man, wenn man jetzt über das Rosenfeld geht, wo vor ein paar Tagen noch nur Eis und Schnee und gar keine Spur von Leben mehr zu sehen war. An den ersten Triebspitzen färben sich nun die ersten Knospen rot. Und die Rinde hat bei vielen, die schon ganz matt und leblos gewirkt hatten, wieder Glanz bekommen. Natürlich kann noch viel passieren, ein Viertel Jahr vor den Eisheiligen! ...

Innen-Einrichtung

06. 02. 2009

Das Baumschul-Büro war bisher ein "Mehrzweckraum" mit Eck-Steh-Schreibtisch.

Das hat sich jetzt geändert. An naßkalten Tagen kann ich endlich 3 Sitzplätze im Trockenen anbieten. Die Stühle kriegen noch hübsche Polster. Dahinter die Bücher- und Zeitschriften-Ecke mit den jeweils neuesten Heften von "Gartenpraxis", "Grüner Anzeiger" und "Staudengarten". Leise Musik auf Wunsch. Ein gemütlicher Ofen, mit Holz beheizt. Kaffee, handgefiltert.

Innen-Einrichtung

Brückenbau

06. 02. 2009

Die Überquerung des Ochsenbachs auf dem Weg von unserem Garten zu unserem Rosenfeld war noch vor anderthalb Jahren richtig mühselig. Dann kam eine Behelfsbrücke, die hatte einen ordentlichen Schuß Abenteuer-Effekt. Manche fanden das toll, andere waren froh, wenn sie drüber waren.

Seit kurzem gibt es da nun etwas Neues, kaum noch abenteuerlich, fast schon komfortabel, auch für Transporte von Erde, Töpfen, Pflanzen. Sobald der Boden frostfrei wird, kommt noch ein Geländer dran. Die zwei Längshölzer sind 20x10 cm, die zwei Querhölzer auch, darauf liegen die Traghölzer (10x10), darauf die Dielen (4 cm), müßte also selbst größere Besuchergruppen aushalten.

Neue Brücke über den Ochsenbach

Ästhetische Aussaaten

06. 02. 2009

Schon die Samen mancher Pflanzen sind ein ästhetischer Hochgenuß.

Beim Aussäen einiger Gräser Clematis und anderer Rosenbegleitpflanzen in dieser Woche war ich fasziniert von den Samen der Federgräser (Stipa). Sie tragen lange Schweife, die ihnen wohl als Flugorgane dienen. Ein Büschel von diesem Federzeug war im Sommer in einer Saatschale gelandet und bis jetzt darin gelegen. Die Saatschale hat einen engmaschigen Siebboden. Etwa die Hälfte der Samen hatten sich kopfüber in die Sieböffnungen gezwängt und saßen richtig fest darin. Anscheinend können Pflanzen sich doch bewegen!

Andere Federgras-Samen hatte ich vom Samentausch bei der GdS bekommen. Darunter eine Sorte mit ganz geraden, exakt zu engen Spiralen gedrehten Flugorganen. Die hatten alle ihre Köpfe in eine Ecke der Tüte gezwängt und ihre Spieße zu einem vollendeten Fächer ausgebreitet.

Von den Clematissamen haben mir die von Cl. versicolor besonders gefallen. Dunkelbraune, breite flache Ovale mit kurz aber dicht behaarten, gewundenen hellgrauen Schwänzchen. Die auf glatter Erdoberfläche ausgebreitet, erscheinen wie ein wunderbares Ornament. Eigentlich gar nicht so unähnlich der späteren Pflanze mit den kleinen, ovalen Blättchen, hin und hergedreht an gewundenen Stielchen.

"Teure" Rosen?

10. 01. 2009

Nachdem ich über Weihnachten in Ruhe über Rosensorten nachgedacht und meine Website runderneuert hatte, war ich natürlich neugierig, wie meine Darstellung beim Publikum ankäme und was sich im neuen Jahr wohl noch an Kauflust entwickeln könnte, nachdem einerseits die Wirtschaftskrise und Zukunftsangst alles überschattet, andererseits von einem lebhaften Weihnachtsgeschäft zu hören war.

Ich beteiligte mich also nichtsahnend mit einigen der ruhigen Gedanken an einer Diskussion im Rosenforum auf planten.de. Recht heftige Reaktionen lassen mich für die Zukunft vorsichtiger sein mit ungeschminkten Meinungsäußerungen. Offenbar glauben einem manche kein Wort und trauen einem das alles zu, sobald sie rauskriegen, daß man von seiner Gärtnerei zu leben versucht.

Hoffentlich trifft das auf die Besucher von rosenwelten.de nicht zu, sonst hätte ich keine eigene Website schreiben brauchen, dann hätte ein 08/15-Shop mit irgendwelchen Bildchen und Sprüchen zu allen Sorten auch gereicht.

Aus anderen Beiträgen in dem besagten Thread habe ich aber eine Menge zur sozialen Funktion von Rosen und Rosengärten in der Vergangenheit gelernt, z.B. aus #53 und #62.

Ruhige und gründliche Wintergedanken über Rosensorten

27. 12. 2008

Vorbehalte

Es soll ja Menschen geben, die in ihrem Garten keine Rosen haben mögen. Dahinter stecken meist schlechte Erfahrungen mit heiklen Sorten. Mit Recht. Warum soll man sich Pflanzen in seinen Garten holen, die man nur durch ständigen Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten gerade so am Leben erhalten kann? Hat man nicht einen Garten oder Balkon, um sich zu erholen vom Kampf und Streß des Arbeitsalltags? Ich spritze auch nicht gern, und eine Sorte, bei der ich jeden Morgen kranke Blätter vom Boden aufzulesen habe, müßte ich eigentlich teurer verkaufen als eine, die ihre Blätter gesund hält, den Preis würde aber niemand bezahlen. Schon allein deswegen, aber auch aus noch gewichtigeren Gründen, setze ich auf Rosensorten, die sich aus eigener Kraft gegen Sternrußtau, Mehltau und Rosenrost behaupten können.

Moderne Rosen

In den 70er- und 80-er Jahren war man modern. Nadelgehölze wie Blaufichten und Strauchwacholder waren chic, und Rosen hatten große gefüllte Blüten aus schlanken Knospen auf langen Stielen in knalligen Farben zu haben und öfter zu blühen. Nostalgie galt als lächerlich. Alte Gemäuer riß man ab und ersetzte sie durch Betonbauten. Auch alte Rosen, die in den Gärten die Jahrzehnte überdauert und ihre Robustheit bewiesen hatten, schätzte man nicht mehr, da sie meist zu kleine und zu blasse Blüten hatten, und gegen die Chemie im Garten hatte man ja nichts. Noch nicht. Die "modernen" Rosen von damals überleben nur, solange sie unermüdlich gespritzt und geschnitten werden. (Und wo keine Nadelgehölze sie in den Schatten drängten). Wo jüngere Leute mit Skepsis gegenüber Chemie im Garten die Gärten von der älteren Generation übernommen haben, sind die Rosenbeete meist als erstes verschwunden.

Zwei Sichtweisen

Als dann mit den Neunzigern neue, gesunde Rosensorten kamen, schieden sich die Geister. Nüchtern denkende und rechnende Menschen, Architekten, Landschaftsgärtner, Gartenamtsleiter, machten reichlich Gebrauch von den neuen gesunden, reichblühenden und pflegeleichten Rosenzüchtungen, allen voran Noacks 'Heidetraum'. Nun konnten sie wieder große Rosenbeete anlegen, Farbe in Städte, Parks und Wohnanlagen bringen. Denn die "Bodendeckerrosen" entwickelten im Nu dichte Blütenmeere, die das Unkraut unterdrückten und praktisch ohne Schnitt und Chemie gediehen. Nostalgisch eingestellte, dem Fortschritt mißtrauende Menschen beargwöhnten solche herrlichen Beete, fanden die Blüten zu klein, die Triebe zu lang, die Farben zu strahlend, vermißten Duft ... Je mehr die Gärtner Stadt und Land mit großzügigen Rosenbeeten zum Blühen brachten, desto verächtlicher sah, wer auf guten Geschmack hielt, auf dieses "öffentliche Grün" herab. Jetzt, wo es immer mehr blühende Flächen gab, erfanden die Nostalgiker ihre Sehnsucht nach wenigen, aber riesigen, Blüten, voll gefüllt wie Pfingstrosen, in gedeckten Farben und duftend. Darin wollte man Großmutters Rosen wiedererkennen, die vielleicht erst zehn Jahre zuvor im Modernisierungseifer herausgerissen worden waren. Unglücklicherweise bedeckten die Profis aus Sparsamkeit viel mehr Quadratmeter mit billigen älteren Bodendeckersorten als mit guten Neuzüchtungen. Die Massen von "The Fairy", einer Vorkriegssorte mit mickrigen Blütchen in blassem Rosa, haben dem Wort "Bodendeckerrosen" den Klang des Schäbigen angehängt. Jährlich viele sehr teure Neuheiten an Englischen Rosen und dann auch immer mehr Romantik-Serien der anderen Züchter lieferten genügend Stoff für Sehnsüchte, verhinderten, daß man einfach die wirklich alten Rosenschätze gehoben hätte bzw. sorgten dafür, daß das nur in Liebhaberkreisen stattfand. Den Alten Rosen hängte man erfolgreich den Makel an, "nur einmal" zu blühen, obwohl das ja gar kein Makel sein muß. Für den Nostalgie-Trend wurde die geschicktere Werbung gemacht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: als wir anfingen, Porträts unserer Rosen zu verfassen, fielen uns ohne Mühe im Handumdrehen gleich jede Menge sehnsuchtsvoll-romantischer, eigentlich ganz schön schwammiger, Adjektive ein, aber kaum klangvolle Synonyme für reale Vorzüge wie "einfach und schön". Die Wörter "gesund" und "pflegeleicht" wurden dadurch unbrauchbar, daß man das eine dauernd im Kontext mit dem kranken Geundheitswesen hört, das andere schon leicht nach Leistungsverweigerung riecht, heute etwas ganz besonders Schlimmem.

Eigene Erfahrungen

Wer trotzdem eine "gesunde" und "pflegeleichte" Rose bei uns gekauft hatte, ist aber, soweit ich es mitbekomme, nach ein, zwei und drei Jahren hochzufrieden mit deren prächtiger Entwicklung, kam wieder und war von der Lust auf mehr Rosen im Garten infiziert. Wer nur einer prachtvollen duftenden Blüte wegen eine Rose gekauft hatte, scheint dagegen selten wiedergekommen zu sein, um noch eine dazu zu kaufen. War die romantische Sehnsucht schon mit der einen gestillt? Oder hat die Pflanze vielleicht nicht gehalten, was die Blüte versprochen hatte? Angefangen habe ich rosenwelten mit der Idee, zwei Bereiche anzubieten, die nicht überall zu bekommen sind: einerseits neue gesunde und pflegeleichte Sorten, andererseits romantische und besonders gut duftende. Anfangs schien der zweite Bereich der leichtere: eine kleine Rose mit einer großen, extravaganten Blüte fand und findet noch immer schnell einen Käufer. Ich habe aber das ungute Gefühl, daß das öfters allzuschnell ging und nicht jedes Röschen dann den Platz und die Aufmerksamkeit gefunden hat, die es gebraucht hätte, um etwas zu werden. Diese Großkopfigen brauchen ja nicht nur tatsächlich mehr Pflege, man kauft sie wohl auch besonders gern einfach mal so "aus dem Bauch heraus", ohne über ihre Ansprüche nachzudenken. Wenn dann aber jeder nach nur einer bei mir gekauften Rose schon enttäuscht ist und nicht wiederkommt, läuft mein Geschäft rückwärts; von mir aus müßte die erste Rose dem Kunden Lust auf mehr machen, mindestens eine ganze Rosenwelt oder auch mehrere mit Pflanzen von rosenwelten in seinem Garten anlegen.

Meine Rosen-Philosophie

Die gute Anfangsidee formuliere ich daher jetzt nach drei Jahren prägnanter: rosenwelten bietet dem Nüchternen noch mehr "Blütenmeere" als bisher und empfiehlt dem Nostalgiker und dem Roamtiker die "Naturnahen" - in beiden Gruppen nur Sorten, die eigentlich nicht enttäuschen können. Im Kapitel "Rosenwelten im Garten" möchte ich Ihnen künftig Lust auf immer neue gelungene Kombinationen damit machen, damit Ihr Garten immer schöner wird. Was bloß "Große Blüten" hat und keine wirklich guten Pflanzen sind, diese Sorten will ich auf einen kleinen Rest einschränken. Die "Blütenmeere" sind die Zuverlässigen und Anspruchslosen. Ihr Blütenreichtum und das Durchblühen bis zum Herbst unterscheidet sie von den "Naturnahen". Sie bringen also viel Farbe und Fröhlichkeit in den Garten, ohne viel Arbeit zu machen, denn verzweigen können sie sich von alleine und mit Blattkrankheiten werden sie auch so ziemlich selber fertig, ja ihr Laub ist eine zusätzliche Zier, harmonierend zu den Blüten. Man kann sie auf traditionelle Art in größeren Flächen pflanzen oder einzeln in Kübeln und Kästen auf Balkon und Terrasse oder in kreatven Kombinationen mit Gräsern, Stauden und anderen Sträuchern, dann entstehen starke Bilder mit viel Farbe. Daß diese Rosen nur fürs "Öffentliche Grün" seien ist ja so verkehrt wie nur etwas sein kann. Es sind die Rosen für alle, denen Opas mühsame Rosenpflege die Lust an Rosen verdorben hat, so gern sie auch im tiefsten Innern welche hätten. Die "Naturnahen" sind ebenso robust und ebensowenig auf ständige Pflege angewiesen, aber es sind Rosen mit Jahreszeiten. Man pflanzt sie nicht allein der Blüten wegen. Manche blühen immer wieder bis zum Herbst, manche "einmalig" im Frühsommer in überwältigender Pracht und geben im Herbst und Winter eine weitere, noch längere Galavorstellung mit bunten Hagebutten. Es sind lauter unverkennbare Individualisten. Schon im Winter stellen manche mit auffälligen Stacheln, farbiger Rinde, bizarrer oder gefälliger Silhouette einen Blickpunkt im Garten dar. Im Frühjahr sprießt bei einigen neongrün das junge Laub, das alle möglichen Formen, Farbnuancen und Oberflächen aufweist. Sie lassen sich ganz hervorragend mit Gräsern, Blütenstauden, anderen Sträuchern und niedrigen Clematis zu stimmungsvollen Arrangements kombinieren, denn sie wirken überhaupt nicht fremd oder arrogant. A propos Clematis: Die mit den großen Blüten über langweiligem Laub und von zweifelhafter Gesundheit gibt es überall. Bei rosenwelten gibt es dagegen die viel wertvolleren viticella-Hybriden, die den ganzen Sommer über blühen (ideal also zu einmalblühenden Kletterrosen!), üppig wachsen und quasi welkeresistent sind. Die texensis-Hybriden, die Südwände vertragen. Die fast unbekannten Stauden-Clematis, ideal zum Kletternlassen in Strauchrosen und am Fuß von Kletterrosen, die zum Aufkahlen neigen. Dann Riesen-Clematis ...

Das Besondere an meinem Angebot

Die Großmärkte quellen über von Pflanzen zu niedrigsten Preisen. Nur durch industrialisierte Produktion und Ausbeutung läßt sich so etwas noch billig genug produzieren. Heraus kommen bedauernswerte Wegwerfartikel für Gedankenlose, produziert, um genau zum Verkaufszeitpunkt attraktiv auszusehen und danach keine Zukunft zu haben. Wenn mal einer ein par Jahre länger durchkommt, ist man stolz auf den günstigen Kauf und vergißt, wieviel Euro man in derselben Zeitspanne auf den Kompost gewordfen hat. Auf Sorten kann auch keine Rücksicht mehr genommen werden. Oft werden die Sortennamen nicht einmal verraten ("Edelrosen in verschiedenen Farben jetzt nur 1,99"), oder sind längst überholt, weil die Lizenzgebühr auch noch eingespart werden sollte. Diese Billigpflanzen passen nicht in unsere Zeit. Würde man es sich auf anderen Gebieten gefallen lassen, daß man uns, um Entwicklungskosten einzusparen, Modelle von vor 70-80 Jahren (The Fairy) andrehen möchte? Wertvolle Neuzüchtungen und zu Unrecht vergessene Schätze muß man inzwischen leider mühsam suchen.

Runderneuert

27. 12. 2008

Willkommen im rosenwelten-blog in einem neuen Outfit! Der alte hatte ja zuletzt hinten und vorne nicht funktioniert ;-( Jetzt aber viel Spaß beim Schreiben und Lesen und Diskutieren!

Rosengärten auch für Wintermonate

01. 12. 2008

Wie sieht Ihr Rosengarten z.B. jetzt im Winter aus? Leer und ausgeräumt? Dann fehlen Ihnen noch Rosen mit Jahreszeiten! Bei uns im Garten leuchten immer noch die bunten Blätter von 'Honorine de Brabant'. 'Seagull' am Haus und andere hängen noch voll leuchtend roter Hagebutten. Viele Rosen behalten ihr grünes Laub auch im Winter. Und wie elegante Gräser jedes Bild noch beschwingter wirken lasen, auch das sehen Sie jetzt noch in unserem Verkaufsgarten. Lassen Sie sich inspirieren zu neuen Ideen!

Anfahrtsskizze

15. 08. 2008

Übrigens, hat je irgendjemand bemerkt, daß wir hinter dem Link "Wegbeschreibung" auf unserer Kontaktseite eine Anfahrtsskizze versteckt hatten? Ein kompetenter Kartograph hat ermittelt, daß darin ein winziger Ausschnitt aus einem 25 Jahre alten Stadtplan steckte. Damals druckte noch niemand ein Copyright-Zeichen auf sowas. Heute hat eine Firma die Rechte jenes weiland Kartenverlags geerbt, die sich die Mühe macht, 766 Euro Lizenzgebühr für jeden im WWW versteckten DIN A6 großen Ausschnitt jenes uralten Plans abzukassieren. man wolle die Arbeitsplätze bei den Kartographie-Verlagen schützen. Wer wie wir immer noch versucht, sein Geld durch eigener Hände Arbeit zu verdienen, macht wahrscheinlich was falsch. Wer braucht heute noch Stadtpläne, wo jeder seine Wegbeschreibung als Link auf seinen kostenlosen Eintrag bei Google-Maps haben kann? Die Kartographie ist keine 25 Jahre alt, zoombar von europaweit bis zu Einzelbäumen, und als Zugabe gibts noch ein hübsches rosenwelten-Foto und unsere Öffnungszeiten. Sollte auch mal gesagt sein.

Sommer in der Rosenschule

01. 08. 2008

Sommer in der Rosenschule: Im Juli und August werden die Sorten fürs übernächste Jahr veredelt. In dieser Zeit treffen Sie mich oft statt im Verkaufsgarten auf dem Feld, der kurze Fußweg ist dann beschildert - und auf jeden Fall lohnend! Haben Sie alte Rosenschätze, von denen Sie sich Nachkommen wünschen, können Sie mir jetzt Reiser zum Veredeln bringen. Auf dem Feld gibt es wieder unsere sehr beliebten bunten Rosensträuße, taufrisch!

Sommer-Praxis

01. 08. 2008

Ab Ende Juli sollte man nicht mehr düngen, damit die Rosen nicht mit unausgereiften, anfälligen Trieben in den Winter gehen. Mehr unserer Rosen als sonst scheinen dieses Jahr viele Hagebutten anzusetzen, es ist einfach ein gutes Obstjahr, und die Rose zeigt damit ihre Verwandtschaft mit den Obstbäumen. Um die späte Blüte zu fördern, kann man diesen Fruchtansatz evtl. jetzt noch wegschneiden (mehr).

Sommer-Chance

01. 08. 2008

Warm und doch mit dem nötigen Regen durchwachsen - ist dieser Sommer ideal für unsere Pflanzen zum Einwurzeln in Ihrem Garten. Nutzen Sie die angenehme Jahreszeit für lang ersehnte Umgestaltungen Ich habe an den Regentagen unseren Katalog etwas umgestaltet und hoffe, Sie finden ihn jetzt handlicher.

Je früher gepflanzt

03. 03. 2008

desto besser! Jetzt bereits gepflanzt, könnten ihre Rosen sich schon vor dem Frühjahr bewurzeln. Klar, daß sie dann im April mit mehr Elan austreiben, als wenn Sie dann auch erst noch anwachsen müßten. Und keine Angst vor Frost, der noch kommen könnte: Bei uns stehen die Pflanzen für Ihren Garten ja auch den ganzen Winter im Freien; rosenwelten hat kein Gewächshaus und Rosen brauchen auch keins. Schon als die Winter noch wirklich kalt waren, galt der Gärtnerspruch: jeder Tag, an dem ich mit dem Spaten in den Boden kann, ist ein Pflanztag. Das geriet erst in Vergessenheit, als Pflanzen zu Supermarktware wurden und gärtnerisch ahnungslose Verkaufsstrategen am Schreibtisch festlegten, wann welche Saison sei: seither drängt uns die Werbung Christstollen ab Ende August und Pflanzen, egal welche, von Ostern bis Muttertag auf. Unseren Rosen fehlt dafür jedes Verständnis.

Schnittkurs

01. 03. 2008

der Rosenschnittkurs am 23.2.2008 hat mir sehr gut gefallen und ich habe eine Menge dazugelernt. Das ist eben doch etwas ganz anderes, als darüber in Büchern zu lesen. Ich bin im nächsten Jahr sicher wieder mit dabei. Toll fände ich, wenn Sie eine Art Forum einrichten könnten, wo Besucher Kommentare abgeben können. Vielleicht wäre es ja, zumindest im Winter, auch möglich, dass die Fachleute von Rosenwelten Fragen zum Thema Rosen beantworten.

Geschenk-Gutschein

22. 12. 2007

Ein Geschenk-Gutschein von rosenwelten ist ein Weihnachtsgeschenk, in dem schon der nächste Sommer steckt. Und nicht nur der nächste sondern zig weitere. Sie wissen bestimmt jemanden, dem Sie damit eine riesige Freude machen würden. Pflanzen zu Weihnachten: endlich mal eine neue, andere Geschenkidee! - Jetzt gleich einen Geschenk-Gutschein bestellen!

Unser Schnittkurs am 23. Februar 2008

11. 11. 2007

Möchten Sie sich im zeitigen Frühjahr einmal intensiv in den Rosen- (und Obstgehölz-)Schnitt einführen lassen? Wir planen am Samstag, 23. 2. 2008, einen Schnittkurs in dem großen und anregenden Garten von Frau Kretschmer am Chausseehaus bei Wiesbaden. Unkostenbeitrag 15,00 Euro; auf Ihre Anmeldung freuen wir uns schon! Wir haben vor, in zwei Gruppen, vormittags und nachmittags, zu üben. Dazwischen, gegen 12 bis 1 Uhr, wird eine kleine Stärkung angeboten. Wenn Sie möchten, können Sie freilich auch den ganzen Tag bleiben. Um Ihnen bereits im voraus ein bißchen Lesestoff zuschicken und um Sie benachrichtigen zu können, falls wir den Termin wegen starken Frosts oder Dauerregens verschieben müssen, bitten wir, sich anzumelden. Die Grundregeln. Jetzt anmelden

Ungefüllte Rose gewinnt hohe Auszeichnung

01. 09. 2007

Die Rose 'Fortuna' hat 2007 zwei der international renommiertesten Preise für neue Rosenzüchtungen gewonnen, die Goldene Rose von Den Haag und zusätzlich die Goldmedaille als beste Beetrose. Obwohl sie gerade mal 5 Blütenblätter aufzuweisen hat, also keine Spur gefüllt! Fortuna, Bilder und Beschreibung eine Lobeshymne auf ungefüllte und andere unkonventionelle Rosen (Linkziel nicht mehr online)

Keine Schönheit ohne Blätter, oder?

01. 09. 2007

Nach diesem feuchten Sommer stehen die Rosen in vielen Gärten schon länger ohne Laub da. Der Grund sind Pilzinfektionen, begünstigt von zu lang andauernder Feuchtigkeit auf den Blättern. Wir empfehlen Ihnen, empfindliche Sorten durch robuste "Blütenmeere" zu ersetzen: Sie glänzen (im wahrsten Sinn des Wortes) noch jetzt (und manche sogar stets bis zum Frühjahr) mit gesundem, glänzendem Laub, wobei auch ihre Blütenfülle legendär ist.

Läuse und Räupchen

24. 04. 2007

Das trockene Wetter bewahrt zur Zeit zwar die Rosen vor den Blattpilzen, aber den Läusen scheint es umso besser zu gehen. Je weniger Wasser den Pflanzen zur Verfügung steht, desto reicher an Zucker scheint der Pflanzensaft zu sein und desto besser scheint er zu schmecken.

Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Man braucht aber nicht gleich nervös zu werden. Die Wuchskraft ist um diese Zeit so enorm, daß das bißchen. was die Läuse wegsaugen, nicht schadet. Außerdem beobachten wir, wie sich die Marienkäfer mindestens ebenso fleißig vermehren, und deren Larven haben wiederum einen Riesenappettit auf Läuse. Normalerweise stellt sich bald ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen ein und es kommt zu keiner Läuseplage.

Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen!

Deswegen, wenn Sie etwas gegen die Läuse tun wollen, schaden Sie nicht den Marienkäfern, sonst stehen Sie den nächsten Läusegenerationen allein gegenüber. Spülen Sie Läusekolonien evtl. morgens mit einem scharfen Wasserstrahl weg, sprühen Sie Seifenlauge mit einem Schuß Spiritus und wählen Sie im schlimmsten Fall ein nützlingsschonendes Spritzmittel.

Ähnlich ist es mit den kleinen Räupchen, die seit gestern wieder an den jungen Blättern fressen. Vorige Woche hatte ein leichter Nachtfrost sie erst einmal gestopt. Sie sind willkommenes Futter für die Vögel, die jetzt überall Junge großzuziehen und viele Schnäbel zu stopfen haben! Wenn man nur zwei, drei Rosen auf Balkon oder Terrasse hat und nicht auf die Meisen warten will, kann man die grünen Räupchen ja auch einfach und ganz ohne Chemie absammeln.

Fachartikel Fachartikel aktuelle Forumsbeiträge Das Blattlausgedicht von Wilhelm Busch Unsere "Rat"-Seite

Auch 2007 Tomatenspezialitäten bei rosenwelten

15. 04. 2007

Wir haben rechtzeitig zum Auspflanzen ab Mitte Mai wieder viele ausgefallene Tomatensorten. Diesmal alle in extra starker Qualität im 2-l-Tieftopf zu 2,25 Euro/St.

Rosentreffen in unserem Garten am 21. April

04. 04. 2007

Bei einem ersten Rosentreffen im Garten am Samstag, den 21. April ab 18 Uhr soll es um ungewohnte Rosenkompositionen im Garten gehen. Wir würden uns freuen, wenn Sie an diesem Abend Zeit und Lust hätten, Ihre Erfahrungen und Ideen zu diesem spannenden Thema mit anderen Gästen auszutauschen und heißen Sie jetzt schon herzlich willkommen! Genaueres demnächst an dieser Stelle. Geben Sie uns doch bitte kurz Nachricht, wenn wir mit Ihnen rechnen dürfen.

Osterknospen

04. 04. 2007

Der milde Winter und der schöne März haben Rosa hugonis, die immer die erste ist, schon jetzt vor Ostern viele Blütenknospen hervorbringen lassen, aber auch bei unseren großen Abraham Darby geht es schon los. Die ersten Clematisblüten öffnen sich seit gestern bei 'Tage Lundell', 'Pink Princess' und 'Blue Princess', aber auch 'Bourbon', 'Asao' und viele andere zeigen schon Knospen. Die Blüte der Akebia begann dieses Jahr schon Anfang März und hält immer noch an. Die Knospen waren bereits im Januar da. Wir haben Akebia noch nie so prachtvoll blühen sehen.: Akebia!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=16230!@!@!_blank Rosa hugonis!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=718!@!@!_blank Clematis 'Tage Lundell'!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=19751!@!@!_blank

Die gelben sind die ersten

04. 04. 2007

Heute, den 16. April, ist an Rosa hugonis die erste Rosenblüte dieses Jahres bei uns aufgegangen. Für ihre Verhältnisse ist es fast normal,so früh zu sein. Inzwischen haben schon viele Rosen Knospen hervorgebracht, aber es sind auffällig viele gelbe daruner: Abraham Darby, Tendence, Gloire de Dijon ...

Materialien zum Rosenschnitt

11. 01. 2007

Zur Vorbereitung auf unseren Schnittkurs am 23.2. haben wir zwei Arbeitsblätter mit einigen Tatsachen und Überlegungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammengestellt, das in unserem Download-Bereich als pdf heruntergeladen werden kann.

Blühmeldung am 17.6.20066

17. 06. 2006

'Abraham Darby' blüht über und über. Auch 'Bonica' und 'Leonardo da Vinci' stehen bereits voll in Blüte. Unsere Moosrosen blühen auf, zuerst 'Deuil de Paul Fontaine'. Die Malerrose 'Edgar Degas' eröffnet mit unglaublich farbenprächtig gelb-roten Blüten den Reigen der französischen Duftrosen.

Trotz des schlechten Wetters:

27. 05. 2006

Sie lassen sich nicht aufhalten: 'Abraham Darby' hat sich über und über mit dicken Knospen geschmückt, die jetzt schon Farbe zeigen. Das zierliche 'Heideröslein Nozomi' sitzt voller Knospen. Die gute alte 'Bonica' sowieso, sie ist eben einfach zuverläsig! 'Leonardo da Vinci' sieht man an der Dicke der Knospen schon an, welch prall gefüllte Blüten er in Kürze öffnen wird. Ein paar vorwitzige von unseren 8 Moosrosen-Sorten und der 'Rose de Resht' verheißen mit ihren Knospen unvergeßliche Duft-Erlebnisse. Die Baumrosen wachsen so kraftstrotzend, daß man fast zuhören kann. Ähnlich unsere französischen Duftrosen: Guy Savoy, Edgar Degas, Marcel Proust und Kaiserin Farah mit ihren riesigen, bei Marcel Proust leuchtend hellgrün gläzenden Blättern. Genista lydia beginnt flach am Boden leuchtendgelb zu blühen. Und in der Etage darüber sitzen unsere Hochstammrosen 'Vinesse', 'Focus', Tendence' und 'Inspiration' voller Knospen. Die Stauden-Clematis recta 'Purpurea' breitet jetzt einen Schleier aus winzigen rosaweißen Blütenknöpfchen über Ihr purpurrotes Laub. Neugierig geworden? Willkommen in Wiesbadens derzeit wohl rosenreichstem Garten an der Erich-Ollenhauer-Straße 116, immer werktags von 9-12 und 15-18 Uhr!

Asao öffnet Blüten

12. 05. 2006

Die großen purpurrosa Blütensterne der Clematis 'Asao' haben sich geöffnet!

Die ersten Knospen!!

11. 05. 2006

Seit vorgestern haben unsere Abraham Darby und Bonica Knospen. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern,bis alles in Blüte steht! In den letzten Tagen wurde im Verkaufsgarten nochmals vieles umgestellt, so daß die Schönheiten besser zur Wirkung kommen. Schauen Sie herein, wenn Sie in der Nähe sind!

Tomaten bei rosenwelten

11. 05. 2006

Holger Ennulat hat uns ein Sortiment ausgesucht exotischer Tomatensorten aus biologischem Anbau zur Verfügung gestellt. Alle diese Sorten schmecken viiiiel besser als die normalen. Das haben wir in den Vorjahren von ihm bereits demonstriert bekommen.

Die ersten Clematis blühen

01. 05. 2006

Seit ein paar Tagen blühen bei uns die hellblaue akeleiblütige Clematis alpina 'Blue Princess' und die phantastische Clematis macropetala 'Rosy O'Grady', bei der sich purpurrosa Kugelknospen zu hellrosa schwebenden Glocken mit purpur Zeichnung öffnen. Sehenswert! Nicht weniger sehenswert der kräftige dunkelpurpurne Laubaustrieb unserer Clematis recta 'Purpurea'!

Wachstum steuern auf die elegante Art

30. 04. 2006

Wer seine Rosen jetzt genau beobachtet, kann den Wuchs auf eine besonders elegante Art steuern: die Triebe, die später zu lang werden, so daß die Schere ran muß, kann man nämlich jetzt schon erkennen. Sie sind jetzt schon sichtbar dicker und schießen schneller als die übrigen an der Pflanze. Schneidet man jetzt die Spitze eines solchen Triebes heraus, sorgt der jetzige enorme Saftdruck dafür, daß sich innerhalb weniger Tage in den drei obersten Blattachseln neue Triebspitzen bilden. Bis zum Sommer erhalten wir somit statt eines überlangen Triebes drei mäßig starke mit entsprechend mehr Blüten. Eine wenig verzweigte Pflanze wird dadurch schnell buschig. Uns bleibt die Mühe und der Pflanze der Substanzverlust des späteren Rückschnitts erspart. Das sogenannte Pinzieren oder Entspitzen macht man entweder mit einem sehr scharfen Messer oder mit den Fingernägeln. Man schneidet oder kneift über einem nach außen wachsenden, kräftigen Blatt, da, wo man den künftigen Verlängerungstrieb haben möchte. Wenn Sie es in natura gesehen haben möchten, bevor sie es ausprobieren, kommen sie bei uns vorbei. Bei uns ist es die tägliche Morgenarbeit in den Wochen vom Austrieb bis zur Blüte. So bringen wir den Pflanzen in der Rosenschule ganz ohne Chemie und Zauberei auf die schonendste Weise einen gleichmäßigen, runden und gut verzweigten Wuchs bei.

Wildlinge pflanzen

30. 04. 2006

Zur Zeit pflanzen wir unsere Wildrosen (Veredlungsunterlagen) auf den neuen Acker im Belzbachtal. Wir pflanzen die 5200 Stück von Hand mit einer speziellen Pflanzhacke, die eine geniale Form hat, so daß sie schon durch ihr Eigengewicht tief in den Boden eindringt. Nachher häufeln wir sie an, damit die Wurzelhälse von Erde umgeben sind und bis zum Veredeln im Sommer nicht holzig und hart werden. Im Sommer veredeln wir auf diese Wildrosen die Sorten, die wir im Jahr 2008 verkaufen möchten. Baumschule ist eben kein schnelles Geschäft, der Baumschuler braucht einen laaangen Atem! A propos: Wenn Sie eine spezielle Sorte besitzen, von der Sie gern Nachkommenschaft hätten und die keinem Sortenschutz mehr unterliegt, wenden Sie sich einfach im Lauf der nächsten zwei Monate an uns!

Alles eingetopft

18. 04. 2006

Jetzt stehen um 4500 Rosen in 4-Liter-Töpfen in unserem Garten! Aus diesem Anlaß haben wir der Lokalredaktion des Wiesbadener Kurier folgende Zeilen zugeschickt: Vermutlich ist der Garten in der Erich-Ollenhauer-Straße 116 derzeit das rosenreichste Grundstück in Wiesbaden: Wo früher Wäsche getrocknet und Blumenkohl angebaut wurde, lassen Bernhard Höpfner und Giuseppe Kahn mit ihrer Gärtnerei "rosenwelten" jetzt Hunderte von Rosen wachsen und blühen. Die zwei begeisterten Profigärtner haben sich im Sommer des vergangenen Jahres selbstständig gemacht und konzentrieren sich ganz auf die Anzucht von Rosen. Die werden von den beiden Rosengärtnern auf althergebrachte Art auf einem Acker im Belzbachtal veredelt, nach zwei Jahren eingetopft und im Sommer blühend an Gartenfreunde verkauft. Insgesamt 4.500 eingetopfte Rosen stehen nun seit Ostern in Reih und Glied im Verkaufsgarten von "rosenwelten". Aus dem Grundstück haben die beiden Profigärtner ein wahres Rosenparadies für Gartenliebhaber geschaffen. Die Rosensorten, die Kahn und Höpfner mit Erlaubnis von Züchter Noack aus Gütersloh veredeln, sind noch wenig bekannt, aber enorm blühfreudig und vor allem krankheitsresistent: Das Laub bekommt keine Pilzkrankheiten mehr, so dass Hobbygärtner ihre Spritzen im Schrank stehen lassen können. Zum umfangreichen Sortiment von „rosenwelten“ zählen aber auch die besten Duftrosen aus Frankreich von Delbard, sowie eine Menge Raritäten aus deutschen Spezial-Rosenschulen. In dieser Woche pflanzen die Rosengärtner ihre Wildrosen, die sie im Sommer veredeln werden. Das wird dann der Jahrgang 2008. Der Jahrgang 2006 wird den Garten an der Erich-Ollenhauer-Straße aber bereits nächsten Monat in Wolken von Rosendüften hüllen.

Schnittregeln gibt es weniger als man denkt

04. 04. 2006

Absolutes Richtig und Falsch gibt es nicht. Jede Sorte wächst anders, jeder Standort wirkt sich anders auf das Wachstum aus, und nicht zuletzt möchte jeder seine Rose anders wachsen sehen. In einem neuen Artikel in unserer Rubrik "Rat" versuchen wir, die wenigen wirklich wichtigen Schnittregeln einmal zusammenzufassen.

Endlich können wir anfangen!

17. 03. 2006

Der Gründungskredit von der Landwirtschaftlichen Rentenbank ist uns zur Verfügung gestellt worden.

Gärtner und die IG B.A.U. Ein Artikel aus dem Jahr 2005

27. 07. 2005

Hintergrund Skandal: "Hungerlöhne" im Gartenbau Durch eine Bundestags-Anfrage der CDU und einen Artikel in "BILD" kam es im Frühjahr 2004 ans Licht der Öffentlichkeit: Im Gartenbau werden die niedrigsten Tariflöhne gezahlt, die es in Deutschland gibt. Alternativen Eine Gewerkschaft, in deren Zuständigkeitsbereich solche "Hungerlöhne" aufgedeckt werden, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten zu reagieren: Reaktionsmöglichkeit 1: Den Skandal bemänteln, die entstandene Öffentlichkeit meiden, möglichst nichts sagen und hoffen, daß sich nichts tut und alles wieder im Sande verläuft. Gelingt Strategie 1, bleibt zwar das Ansehen der Organisation, deren Unterschrift immerhin unter solchen Tarifverträgen steht, bis zum nächsten Skandal unbefleckt, aber die betroffenen Arbeitnehmer stehen allein im Regen. Mitglieder werden sich fragen, wozu sie Beiträge bezahlen. Oder Reaktionsmöglichkeit 2: Das Problem als Handlungsauftrag erkennen, die eigenen Kräfte geschickt einsetzen und die öffentliche Aufmerksamkeit als seltenen Glücksfall nutzen wie auch das Interesse der Arbeitgeberseite an einem guten Image der Branche, um endlich, zunächst für die am schlechtesten Gestellten und dann für die ganze Branche, Verbesserungen zu erstreiten. Dann verstehen Mitglieder, wozu sie Beiträge bezahlen und neue Mitglieder können hinzugewonnen werden. Die Satzung der IG B.A.U. gebietet übrigens Reaktionsweise 2: jedes Mitglied hat: "die wirtschaftlichen [...] Interessen der Mitglieder zu fördern". Die hauptamtlichen Funktionäre reagierten jedoch nach Muster 1. Nur wenige Tage zuvor waren in der IG B.A.U. durch eine in der Gewerkschaftsgeschichte beispiellose Aktion des Bundesvorstands die hauptamtlich Verantwortlichen für den Gartenbau komplett ausgewechselt worden. Die aus ihren Ämtern verjagten vorher Zuständigen hätten Strategie 2 gewählt. Vernachlässigte Branche Schon zu Zeiten, als noch die GGLF für sie zuständig war, waren die Arbeitnehmer im Gartenbau ein Stiefkind der Gewerkschaft. Die GGLF hatte ihren Schwerpunkt im Forst. Gärtner waren von jeher selten Gewerkschaftsmitglieder. Wo sie arbeiten, überwiegend in Klein- und Kleinstbetrieben, ist die Macht des Chefs normalerweise die einzig erfahrbare Realität. Eine Gewerkschaft hätte sich wohl über Gebühr anstrengen müssen, um in so einer Branche den Organisationsgrad über die jetzigen 0,9% hinaus zu erhöhen und daraufhin als ernstgenommener Verhandlungspartner bessere Löhne und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Durch ihre Inaktivität allerdings, war und ist es für die Arbeitnehmer erst recht schwer einsehbar, wozu sie von ihrem wenigen Verdienst 1,15% Beitrag an die Gewerkschaft abzweigen sollten - ein Teufelskreis. Anders im Forst: Forstleute sind von jeher gut organisiert und arbeiten häufig im Öffentlichen Dienst, wo es einer Gewerkschaft viel leichter fällt, präsent zu sein als in einer Familienbetriebs-Gärtnerei. So wurde im Gartenbau die Aufsplitterung in viele Ländertarife nie angetastet. Die Arbeitgeber erhöhten die schlechten Löhne nur aus Güte ab und zu ein wenig. Standards der westdeutschen Wohlstandsgesellschaft wie 13. Monatsgehalt, Schlechtwetterregelung u.v.m. gelangten nie in Tarifverträge des Gartenbaus. Dafür kam die Flexibilisierung der Arbeitszeit schon früh hinein, und in einem Maß, von dem heute Arbeitgeber anderer Branchen träumen. Nun war die GGLF leider eine kleine, finanzschwache Gewerkschaft. Daher konnten, als Mitte der Neunziger Jahre ihre Fusion mit der großen IG BSE zur IG B.A.U. anstand, Arbeitnehmer in den vernachlässigten Branchen hoffen, die nun viel stärkere Organisation werde endlich etwas bewegen. Tatsächlich zeigte es sich, daß der große Bruder keinen Grund sah, auf dem unattraktiven grünen Gebiet Versäumtes aufzuarbeiten und wenig bis gar kein Verständnis für die grünen Spezialprobleme mitbrachte. Kaum ein Bezirksgeschäftsführer wollte sich den Kopf mit solchen Feinheiten zerbrechen wie zum Beispiel, ob ein Gärtner nun dem Gartenbau (Ecklohn je nach Tarifbezirk ) oder dem Garten- und Landschaftsbau zuzuordnen sei (Ecklohn ). Mitglieder und ehrenamtliche Funktionäre erhielten aus solchen und noch banaleren Gründen die für sie bestimmten Informationen aus der Organisation unregelmäßig oder gar nicht. Kommunikationsstörung mit System Man bezeichnete das als Kommunikationsproblem zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen und suchte fleißig und wohlmeinend Lösungswege auf Sitzungen, Konferenzen und Spezialseminaren. Aber man drehte sich nur im Kreis. All die Reise- und Hotelkosten waren zum Fenster hinausgeworfenes Geld, die verdiskutierte Zeit war verschwendete Zeit. Denn obwohl sie ihre Gehälter von den Mitgliedsbeiträgen bezahlt bekommen und sie nach außen hin bis heute mit Slogans wie "Mitmachgewerkschaft" werben, sahen die Hauptamtlichen gar keinen Bedarf, auf die Mitglieder und die gewählten ehrenamtlichen Gremien zu hören. Je gestörter die Kommunikation der Ehrenamtlichen, desto ungestörter können sie nichts zur Veränderung der Verhältnisse tun. Am ärgsten traf es die Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau . Ihr Vorsitzender reiste gern viel, am liebsten mit dem Flugzeug, nicht nur zu Gewerkschaftssitzungen sondern auch zu Veranstaltungen von Arbeitgeberorganisationen. Seine Kollegen erfuhren von ihm nicht, was er dort tat. Die Arbeitgeber jedoch erfuhren offenbar durch ihn Personalien, die sie in Tarifverhandlungen verwendeten, um Tarifkommissionsmitglieder auf Gewerkschaftsseite persönlich anzugreifen. Der ständige Tenor seiner Diskussionsbeiträge war übrigens, daß man sich "bewegen" müsse. Wohin, vermied er, direkt auszusprechen. Kurzzeitiger Silberstreif am Horizont Neue Personen Auf dem Ordentlichen Gewerkschaftstag 2002 wurde Kritik an Klaus Pankaus (das bis dahin für den Grünen Bereich zuständige Bundevorstandsmitglied) Geringschätzung der Ehrenamtlichen vorgebracht. Daraufhin bekam er nicht genügend Stimmen, um wieder in den Bundesvorstand gewählt zu werden. Seine Karriere hat er dann nicht auf Arbeitnehmerseite fortgesetzt, er ist jetzt Personalchef bei WISAG, einem Konzern, der in den IG-B.A.U.-Branchen Gebäudereinigung und Garten- und Landschaftsbaubetrieb tätig ist. Neu in den Bundesvorstand wurde Margot Gudd gewählt, vorher Geschäftsführerin im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg. Sie wurde für den grünen Bereich (Vorstandsbereich V) zuständig. Anders als Pankau hat sie eine Vorgeschichte als Arbeitnehmerin in einer IG-B.A.U.-Branche, und zwar der Gebäudereinigung, einer ähnlich wie der Gartenbau von der Gewerkschaft tarditionell vernachlässigten Branche mit geringem Ansehen, schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung. Margot Gudd bat uns in der Bundesfachgruppe Gartenbau, ihr als Branchenfremder aus unserer Berufserfahrung die Verhältnisse im Gartenbau zu erklären und die Probleme zu benennen, die am dringendsten anzupacken seien. Darin unterschied sie sich fundamental von ihrem Vorgänger und ihrem Nachfolger. Die dozieren lieber von oben herab über die Lage und daß nichts daran zu ändern sei. Wenn Margot Gudd ihre Unterschrift unter einen Tarifvertrag setzen sollte, fragte sie sich zuvor, ob sie mit ihrem Namen unter solch einem Dokument gut schlafen können würde. Solche Gewissensfragen stellten und stellen sich ihre Vorgänger und Nachfolger auch nicht. Mit Karl-Heinz Lach stellte sie einen Branchengeschäftsführer ein, von dessen Erfahrung in der Branche, politischem Scharfblick und taktischem Kalkül zu "befürchten" war, daß er etwas ins Rollen bringen würde. Kommunikationsfluß Auf einmal funktionierte dann auch der Informationsfluß, jedenfalls soweit der Bundesvorstandsbereich V dafür zuständig war. Der Bundesfachgruppenvorstand wurde durch Kopien der wichtigsten Korrepondenz laufend auf dem neuesten Informationsstand gehalten und konnte bei seinen vierteljährlichen Treffen ohne Umschweife direkt zur Sache kommen. Eine Menge Geld, das normalerweise für unfruchtbare Kommunikationsdebatten vergeudt wird, wurde dadurch gespart. Ziele und Eckpunkte Gemeinsam, in wenn nötig harten Diskussionen, wurden Nah- und Fernziele abgesteckt, die der Rückständigkeit der Branche an die Wurzel gegangen wären und für die es sich wieder lohnte, als Gärtner Gewerkschaftsmitglied zu sein: * Erhöhung der Skandallöhne in Ostdeutschland an das westdeutsche Niveau - und langfristig ein Bundes-Tarifvertrag für den Produktionsgartenbau; * stufenweise Angleichung des Gartenbau-Tarifs an den Tarif des garten- und Landschaftsbaus, denn Gärtner in der Produktion arbeiten genauso qualifiziert und engagiert wie ihre Kollegen im Garten- und Landschaftsbau, viele werden sogar direkt im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt; * Verhindern der von den Arbeitgebern geforderten Scherenöffnung zwischen steigenden Löhnen für die wenigen hoch qualifizierten "Antreiber" und Billiglöhnen für immer mehr ungelernte, die die Masse der Arbeit verrichten sollen. * Entlastung der im Freien arbeitenden Gärtner vom alleinigen Tragen des Schlechtwetterrisikos, denn auch Gärtner möchten ihren Urlaub nicht für die Zeit aufheben, in der es draußen zum arbeiten zu naß und zu kalt ist - und keine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit, oder, anders ausgedrückt, keine Streichung der Überstundenzuschläge. Eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele wurde ausgearbeitet. Es wurden Kontakte geknüpft. Hoffnungsvolle Anfangserfolge Es wurden auch schon einige Erfolge erreicht. In Bayern hatten die Arbeitgeber genug von der Blockadepolitik ihres eigenen Spitzenverbandes und kamen der Gewerkschaftsforderung entgegen. Daraufhin sahen sich die nordrhein-westfälischen Gärtnereien in ihrer Ehre gekränkt, die bestbezahlenden in Deutschland zu sein und legten ebenfalls zu. Viel mehr war kurzfristig nicht zu erwarten, bevor wir nicht unsere Mitgliederbasis vergrößert hatten und wird auch von anderen Verhandlern nicht erzielbar sein. Wo die Arbeitgeber unannehmbare Forderungen stellten, wurde lieber gar kein neuer Tarifvertrag abgeschlossen. Vor allem im Garten- und Landschaftsbau gab es wegen der Arbeitgeberforderung nach "großer Flexibilisierung" jahrelang keinen Abschluß. Im Herbst 2003 begannen die Arbeitgeber im Produktionsgartenbau, sich an diese Flexibilisierungsforderung anzuschließen und unsere beiden Bundesfachgruppen verständigten sich darauf, noch enger zusammenzuarbeiten, um keinen Dammbruch zu riskieren. Die Garten- und Landschaftsbau-Fachgruppe war jedoch nicht einstimmig gegen diese Flexibilisierung, ihr Vorsitzender arbeitete daran, den Widerstand aufzuweichen. Diese Uneinigkeit war eine Schwachstelle der Branchenarbeit im Gartenbau, deshalb versuchten wir im Winter 2003/2004, sie auf unseren gemeinsamen Sitzungen beider Bundesfachgruppen zu überwinden. Keiner rechnete aber damit, daß ausgerechnet der Bundesvorstand unserer eigenen Gewerkschaft diese Schwachstelle ausnutzen würde, um das ganze erfolgreich Begonnene zu zerstören: Der Putsch gegen den Vorstandsbereich V aus heiterem Himmel ... Nur über private Kontakte erfuhren wir Mitglieder des Bundesfachgruppenvorstands Gartenbau Ende April von dem Putsch des Bundesvorstands am 19. April 2004 gegen den Vorstandsbereich V: Margot Gudd wurde per Geschäftsverteilungsbeschluß die Zuständigkeit für unsere Branchen weggenommen und unser Branchensekretär wurde fristlos entlassen. Der Grüne Bundesvorstandsbereich V wurde aufgelöst. Einen Teil der Branche, den Garten- und Landschaftsbau, übernahm der Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich, den Rest hängte man dem Vorstandsbereich III Landwirtschaft (Hans-Joachim Wilms) an. Erst am folgenden Wochenende rief Hans-Joachim Wilms beiläufig von unterwegs aus dem Auto unseren Bundesfachgruppenvorsitzenden an, um ihm kurz und ohne auf Rückfragen zu antworten die vollendeten Tatsachen mitzuteilen. Von da an liefen unsere Telefondrähte heiß, aber wir waren alle viel zu lang damit beschäftigt, die Tatsachen als Tatsachen zu erkennen und unser naives Vertrauen in die Spitze unserer Organisation abzubauen, um postwendend so effektiv agieren zu können, wie das der Forstbereich fertigbrachte: Der konnte sich durch massiven Protest Karl-Heinz Lach wenigstens für eine Übergangszeit als Branchensekretär erhalten. Wir schrieben einen Protestbrief an den Gewerkschaftsrat, das höchste Organ zwischen den Gewerkschaftstagen, mit der Bitte, die neue Geschäftsverteilung wieder rückgängig zu machen. Da wir die Adressen der Mitglieder dieses Gremiums nicht parat hatten, ging der Brief mit der Bitte um Weiterleitung an den Bundesvorstand - und wurde dort zurückgehalten. Mitgliederverdummung und Mobbing Die "taspo" berichtete in der nächsten Woche auf der Titelseite und seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die Arbeitgeberfreundlichkeit der neuen Branchenvertreter auf Seiten der IG B.A.U. Der "Grundstein" thematisierte den Konflikt bis heute überhaupt nicht. Nur wer zwischen den Zeilen liest, konnte aus der Ankündigung eines Außerordentlichen Gewerkschaftstags mit Ergänzungswahlen schließen, daß es im Bundesvorstand Krach gegeben haben könnte. Wo man auch bei der IG B.A.U. nachfragte, bekam man die gleiche, offenbar zentral sprachgeregelte, inhaltslose Antwort: Es müsse etwas sehr Schwerwiegendes gegen die beiden vorliegen, denn sonst würde der Bundesvorstand keine so außergewöhnlichen Schritte ergreifen. Die Begründung für die Schritte sollten also allen Ernstes die Schritte selbst sein! Die Gründe würde man nicht offenlegen, "um den Betroffenen nicht zu schaden". Diese Argumentation muß man erst einmal so richtig auf sich wirken lassen: Genau wie in Hans Christian Andersens Märchen "Des Kaisers neue Kleider" hätte nur jemand dazwischenrufen brauchen: "Ihr hattet ja gar keine Gründe!" Aber das tat niemand. Im Gegenteil: Führten wir konkrete Gründe für die Tatsache an, daß Margot Gudd und unser Branchensekretär zuverlässige und ehrliche Leute sind und viel für unsere Branche geleistet haben, so brachten es Hauptamtliche, ohne sich zu schämen, fertig zu behaupten, ihre unsichtbaren Pseudo-Gründe wögen noch schwerer als unsere offen zutage liegenden, obwohl - oder weil? - keiner sie sehen konnte! Erst wurde auf eine Sitzung des Gewerkschaftsbeirats Mitte Mai vertröstet, dort würden alle Gründe offengelegt - wurden sie aber nicht. Immer noch kam keiner auf die Idee, daß es gar keine Gründe gab. Dann hieß es, auf einem Außerordentlichen Gewerkschaftstag im September, der zur Wahl eines Nachfolgers von Margot Gudd einberufen werden mußte, würden sie bekanntgemacht - wurden sie auch nicht! Inzwischen hatte man dem Klatsch und Geschwätz die Zügel schießen gelassen und, wie es so geht, wußte allmählich jeder genügend Gründe, warum es so gekommen sein könnte, so daß keiner mehr eine Begründung vom Bundesvorstand einforderte. Margot Gudd brachte man dahin, ihr Dienstverhältnis mit der IG B.A.U. zu kündigen und glaubte, den ganzen Konflikt erfolgreich ausgesessen zu haben. Auf dieselbe Weise könnte man jede Gewaltmaßnahme gegen jedes beliebige andere Bundesvorstandsmitglied genauso gut rechtfertigen. Die Kritikfähigkeit in der IG B.A.U. ist also noch auf dem Stand, den Andersens Märchen anprangerten, und der Bundesvorstand verstand es, diesen traurigen Umstand auf perfide Weise für seine Zwecke einzusetzen: die Gerüchteküche anheizend, tat er noch so, als schütze er die, die er dem Geschwätz preisgab. Die sogenannte Mitmachgewerkschaft zeigt ihr wahres Gesicht Eine "Mitmachgewerkschaft", als die sie sich in der Mitgliederwerbung am liebsten darstellt, wo jeder "mitmachen, mitgestalten, mitverändern" können soll, kann die IG B.A.U. nicht sein, wenn ihre hauptamtlichen Funktionäre es schaffen können, einen Bundesvorstandsbereich aufzulösen, ein gewähltes Bundesvorstandsmitglied aus dem Amt zu drängen und eine Branche organisatorisch aufzulösen, ohne daß jemand etwas mitbekommt. Mitmachen ist offensichtlich nicht erwünscht. Beiträge zahlen und sich nicht in die Politik einmischen, die die hauptamtlichen Funktionäre allein machen, auch gegen die Arbeitnehmerinteressen, das soll die Basis. Deshalb wird sie in Unkenntnis gehalten. Das einzige gewerkschaftsweite Kommunikationsmedium, der monatliche "Grundstein/Säemann", druckt wie Parteiorgane in totalitären Systemen nur "positive" Leserbriefe und bringt nur Artikel über "positive" Themen. Welchen Wirklichkeitsbezug die "Grundstein"-Artikel haben zeigt folgende Anekdote: einen Bericht über ihre Vorstandssitzung konnten die erstaunten Mitglieder der Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau bereits im "Grundstein" lesen, bevor ihre Sitzung überhaupt angefangen hatte! Der ganze Putsch gegen den Grünen Bereich war im "Grundstein" komplett unsichtbar gemacht, die grünen Seiten wurden derweil mit Tips zur Pflanzenpflege und dergleichen gefüllt. Nicht besser steht es um die Netzseite auf http://www.igbau.de. Vor wenigen Jahren gab es dort noch ein Forum, in dem jeder seine Meinung zur Diskussion stellen konnte: das ist beim letzten Redesign entfernt worden. Früher konnten Gewerkschaftsgliederungen auch eigene Netzseiten gestalten und von der IG-B.A.U.-Seite verlinken lassen, auch das wird, angeblich aus Design-Gründen, nicht mehr erlaubt, und die Seiten der Bezirksverbände sind seither auf eine ganz einheitliche graue Inhaltsleere zurückgeführt. Die hauptamtlichen Funktionäre bedienen sich also des "Grundstein" und der Website, um ihre Sicht der Dinge allen Mitgliedern zu vermitteln und ihrer Bürotechnik, um untereinander zu kommunizieren. Die ehrenamtlichen können sich weder an alle wenden noch sich untereinander austauschen außer nach Feierabend und auf eigene (Telefon-, Online-, Porto-)Kosten. Die Hauptamtlichen könnten die Diskussion und die Kommunikation in der Organisation fördern, wenn sie wollten. Das wollen sie aber offenbar nicht. Wie blitzschnell und effektiv ihre Kommunikationswege funktionieren, erlebte man im Gefolge des Putsches bei mehreren Mobbing-Aktionen gegen Ehrenamtliche, die Protest geäußert hatten. Sie erhielten gut koordinierte Anrufe von Hauptamtlichen aus allen Richtungen mit der Aufforderung, sich zurückzuziehen. Die scheinheilig beklagten Kommunikationsdefizite sind ein Werkzeug, das bestimmte Teile der IG B.A.U.-Hauptamtlichen mit Meisterschaft gebrauchen, um ihre Politik gegen die Mitglieder durchzusetzen. Die Auswirkungen Weder Margot Gudd noch Karl-Heinz Lach haben nichts getan, das es gerechtfertigt hätte, den Grünen Bereich in der IG B.A.U. zu zerschlagen. Warum macht der Bundesvorstand so etwas? Es wird sein Geheimnis bleiben, aber man kann aus den Resultaten, die er geschaffen hat, auf seine Absichten schließen: Die Bundesfachgruppen Er hat den grünen Bundesfachgruppen klargemacht, daß auf sie überhaupt nichts ankommt. Branchensekretär und zuständiges Bundesvorstandsmitglied werden ohne Rücksprache mit den Bundesfachgruppen eingesetzt und ausgetauscht. Bei der Übergabe der Geschäfte wird ausdrücklich nicht auf Kontinuität geachtet. Die Fachgruppen können den neuen Zuständigen jetzt wieder über ein Jahr hin oder länger vortragen, was sie wollen - bevor die endlich anfangen könnten, es in die Tat umzusetzen (gesetzt den Fall, daß sie das überhaupt wollen), werden sie wieder abberufen. Funktionierende und fruchtbringende Zusammenarbeit wird dagegen sofort und massiv unterbunden. Der innere Zwist in der Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau wurde zwar einstweilen beigelegt: ihrem umstrittenen Vorsitzenden wurde einer der Gewerkschafts-Sitze im Vorstand der Gartenbau-Berufsgenossenschaft angeboten, woraufhin er den Vorsitz der Bundesfachgruppe seinem bisherigen Stellvertreter überließ. Aber was jetzt fehlt, ist die Koordination der gesamten Branchenarbeit im Gartenbau durch den Vorstandsbereich V. Die Vertretung der Garten- und Landschaftsbauer fand sich bereits am 6. Mai 2004 zu einer Sitzung nach Berlin einberufen, wo Klaus Wiesehügel sie in seine Politik einzubinden versuchte. Die Bundesfachgruppe Gartenbau mußte am 30. 10. bei einer Sitzung mit Hans-Joachim Wilms feststellen, daß die Eckpunkte ihrer bisherigen Arbeit den neuen zuständigen Hauptamtlichen über ein halbes Jahr nach der Amtsübernahme noch gar nicht bekannt waren, wozu Wilms auch noch geradeheraus erklärte, ihn interessiere sowieso nicht, was wir beschließen, er werde darauf keine Rücksicht nehmen. Die Tarifverhandlungen Die taspo beobachtet genauestens die neue Tarifpolitik der IG B.A.U. im Gartenbau und stellt sie als Eingehen auf die Arbeitgeberforderungen dar. Bei den Verhandlungen, die zu den Tarifabschlüssen in Bayern (Baumschulen) und Brandenburg führten, waren keine ehrenamtlichen Tarifkommissionsmitglieder anwesend. Im Garten- und Landschaftsbau wurde zunächst viel von der Übernahme der Verhandlungsführung durch den Bundesvorsitzenden selbst erhofft. Inzwischen hat sich gezeigt, daß er den Arbeitgebern auch nicht mehr entgegenzusetzen hat und wahrscheinlich die Verhandlungen demnächst für gescheitert erklären muß. Ein Schritt, den seine Vorgängerin noch vermeiden konnte. Resümmee Kurz und knapp zusammengefaßt, heißt das nicht anderes als: Der IG B.A.U.-Bundesvorstand hat mit seiner Aktion gegen den Vorstandsbereich V den Arbeitgebern in die Hände gespielt und den Gärtnern geschadet. Er hat die endlich erfolgreich begonnene Branchenarbeit in dieser vernachlässigten Branche mutwillig kaputtgemacht. Die IG B.A.U. kann sich nicht Interessenvertreter der Arbeitnehmer im Gartenbau nennen. Ausblick Im Jahr 2005 findet allerdings der nächste Gewerkschaftstag statt. Es bleibt abzuwarten, ob der jetzige Bundesvorstand verhindern kann, daß diesem höchsten Organ der Gewerkschaft die hier geschilderten Vorgänge bekannt werden. Falls nicht, könnte es sein, daß doch noch die Gerechtigkeit siegt und wieder einmal Bundesvorstandsmitgliedern Stimmen zur Wiederwahl fehlen. Ob das den Gärtnern etwas bringen wird, bleibt dann immer noch abzuwarten. [an error occurred while processing this directive]

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