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rosenwelten-blog

Bisher allzu unregelmäßig schreibe ich etwas ins Firmen-Tagebuch. Kurze "Nachrichten", habe ich mir schon 2009 angewöhnt, auf Twitter zu schreiben, als dort noch lauter normale Leute und kaum Schreihälse und PR-Profis waren, und bin dabei geblieben, Facebook ist mir jedoch zu aufdringlich.


Veredeln "aufs treibende Auge"

18. 06. 2018

Dieses Jahr will ich endlich wieder einige Stammrosen veredeln. Als Wildstämme habe ich vor drei Jahren Rosa pollmeriana 'Schreibers' gepflanzt und voriges Jahr endgültig hochgezogen. Edelreiser will ich mir beim bevorstehenden Johannistrieb-Rückschnitt aus den Containerrosen und beim Pinzieren von den vorjährigen Veredlungen schneiden. Diese öffnen jetzt die ersten Blüten, und gleich wenn die verblühen, sind die Reiser "reif". Womöglich treiben die Stamm-Veredlungen dann dieses Jahr noch aus, dann könnte ich sie nächsten Winter schon mit kleiner Krone roden und nächstes Frühjahr eintopfen.

Gräser zu den Rosen

05. 06. 2018

Die Gräser ziehen in diesen Tagen von der kleinen Stauden-Containerfläche im Garten aufs Feld um. Dort kommen sie in doppelt so große (7,5-Liter-)Töpfen zwischen die beiden Außenreihen mit Solitär-Rosen in 15- und 26-Liter-Containern.

Strauchrosen und Staudengräser gehören zusammen, die einen steigern die Wirkung der andern und umgekehrt. Ich denke, dies kann ich nun endlich nicht nur behaupten sondern zeigen und augenfällig machen. In 4-Liter-Töpfen wurden sie auf dem Feld zu leicht umgeweht und bekamen auch nicht genug Wasser - jetzt kann ich sie an die Tropfleitungen anschließen und die Äste der großen Strauchrosen halten sie fest; umgekehrt gingen Rosen-Verkaufspflanzen auf der Stellfläche im Garten zwischen den in viel kürzerer Zeit hochwachsenden Stauden und den fest eingepflanzten Rosen rundherum optisch unter und kümmerten nach einigen Wochen aus Lichtmangel.

In 3-4 Wochen schätze ich, haben sie die größeren Töpfe soweit durchwurzelt, daß sie verkäuflich sind.

Die Blütenstauden haben dann die kleine Stellfläche im Garten für sich allein, und weil da sowieso kein irgendwie abgerundetes Sortiment Platz hat, lasse ich es künftig bewußt bunt zugehen, füge lieber öfter mal etwas neues Interessantes hinzu, als diese Kleinstmengen-Sorterei aufwendig im Internet zu bebildern und zu beschreiben. Wer herschaut, soll immer wieder mal was Hübsches finden, ähnlich zufällig wie vorm Supermarkt, aber in fetter Qualität - sucht jemand Stauden in großer Auswahl, sollte er/sie eine gute Staudengärtnerei aufsuchen.

Tschüß Wordpress!

28. 05. 2018

Seit langem fand ich es irgendwie wichtig, daß man sich auf rosenwelten.de registrieren und anmelden könne. Vielleicht aus der Hoffnung, daß Besucher sich dann enger mit der Website verbunden fühlen, öfter und länger darin lesen würden. Ein bißchen auch, um gewisse Dinge nicht aller Welt sondern nur geladenen Gästen servieren zu können. Eine sichere Benutzerverwaltung selbst zu programmieren, habe ich mir aber nie zugetraut. Zuletzt hatte ich rosenwelten.de daher mit einem Wordpress-blog verknüpft, da gibt es eine solche Benutzerverwaltung und die Möglichkeit, die für eine übergeordnete Website erweitert gelten zu lassen. Hacker kennen sich damit aber auch ganz gut aus, und so mußte ich immer strengere Zutrittsschranken aufrichten, die dann nicht immer richtig funktioniert und leider auch manchen ehrlichen Kunden abgeschreckt haben.

Dabei ist der einzige Zweck, daß ein Besucher sich beim Surfen Pflanzen in einer eigenen Wunschliste merken kann, auch ohne Registrierung und Anmeldung zu erreichen, indem die Nummern der zu merkenden Rosen einfach als Zeichenkette als Cookie auf dem eigenen Computer gespeichert werden. Zum Einkaufen oder Bestellen bitte ich Sie sowieso hierher oder ans Telefon, weil ein Online-Shop mir zu gefährlich ist wegen der nur auf irgendwelche winzige Formfehlerchen lauernden Abmahnanwälte, denen ich mein weniges Sauerverdientes nicht vorwerfen möchte.

Nun ist es endlich soweit, die Merkliste funktioniert, soweit ich bisher sehe, mittels Cookie, und die ganze Benutzerverwaltung sowie der dazu eingebundene Wordpress-Blog können weg. Fü4 das bißchen, was ich vielleicht ab und zu zu erzählen habe, ist ein Wordpress-Blog viel zu wuchtig, dieses Eckchen hier schnell eingerichtet und völlig ausreichend. Ich fühle mich erleichtert und weine dem kein Tränchen nach, denn es hat immer viel Arbeit und Nerven gekostet, das am Laufen zu halten, und kaum je fühlte ich mich richtig zufrieden. Genutzt wurde es nur anfangs mehr, zuletzt immer weniger. Nur noch die allerwenigsten bleiben länger auf einer anderen Website als dem eigenen Social-Media-Portal, man guckt höchstens mal flüchtig etwas nach und wenn es nicht gerade ist, was man lange gesucht hat, ist man auch gleich wieder weg.

Neujahrsansprache 2018

31. 12. 2017

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Laßt euch nicht verrückt machen! Und wenn es schon zu spät ist und ihr schon von Angst und irrem Haß zerfressen seid, dann schämt euch und geht in den Keller, hackt Holz oder grabt den Garten um wie früher, statt euren Gedankenmüll in der Öffentlichkeit abzuladen! Bestellt nicht im Internet, ihr seid ja doch nie zuhause, wenn der Paketbote kommt, geht lieber in Eure Stadt, redet mit euren Nachbarn und gebt euer Geld bei ihnen aus, dann haben die auch was zum ausgeben, und alles wird wieder gut! Macht eure Handys aus, guckt euch die Welt mit eigenen Augen an statt sie zu fotografieren, dann brauchen eure Freunde nicht eure Fotos angucken und haben mehr Zeit, die Welt mit ihren eigenen fünf Sinnen zu genießen und allen geht es besser! Laßt euch nicht alles gefallen von euren Chefs, geht in die Gewerkschaft, kämpft für eure Rechte (nicht hehen Ausländer!), sonst bekommt ihr ein Magengeschwür oder noch Schlimmeres. Und schaltet den Fernseher aus, wenn Blödsinn kommt, statt zu twittern, daß im Fernsehen Blödsinn kommt. Glaubt nicht alles, was in der Zeitung steht, aber erst recht nicht alles, was euch Gugel und Feisbuk erzählen! Baut euch euer eigenes Gemüse und Obst an, backt ab und zu etwas Gutes, gibt nichts besseres fürs Gemüt, als mit den eigenen Händen etwas zu schaffen! Und in der Erde leben Milliarden Bakterien, aber die sind nicht giftig, bei den Zutaten im Industriefutter bin ich nicht so sicher. So und jetzt feiert schön, aber übertreibts nicht. :-) Ein gutes neues Jahr Euch allen!

Ein paar kurze Frost-Tips für Rosenbesitzer

12. 01. 2017

bei Ihnen mag ganz anderes Wetter sein, aber hier in Wiesbaden beginnt voraussichtlich am kommenden Wochenende eine längere Dauerfrost-Periode, so daß der Boden durchfrieren wird. Wenn Sie vorher, also am Samstag, bei Ihren empfindlichen Pflanzen das Herz mit einer Hacke mit umgebender Erde anhäufeln, sind sie eigentlich schon ziemlich sicher vor Verlusten durch Frost. Denn aus («schlafenden») Augen in diesem untersten Teil der Triebe kann sich eine Pflanze im Frühjahr binnen kurzem regenerieren, selbst wenn alles darüber erfrieren sollte. Um auch die oberen Pflanzenteile zu schützen, stellen Sie Fichten-, Tannen- oder sonstige immergrüne Äste und Zweige als luftdurchlässigen Wind- und Sonnenschutz daran. Die meisten Frostschäden entstehen durch die Temperaturspannung, wenn am Morgen nach einer kalten Nacht die Sonne eine Seite der grünen Triebe erwärmt. Bei Hochstämmen stecken sie kurze Zweige zwischen die Kronenäste und binden die Krone locker zusammen, damit sie nicht wegwehen. Dem Stamm selbst dürfte kaum etwas passieren können. Vorerst sind hier keine Temperaturen unter -10° in Sicht, die Rosen gefährlich werden können, aber in höheren Lagen, in Talzügen (wie am Ochsenbach auf meinem Feld) und an zugigen Stellen vielleicht schon. Reichlich Schnee ist im übrigen das beste, was passieren kann. Unter einer hohen Schneedecke haben bei Kunden am Brennerpaß in Tirol Rosensorten unbeschadet überwintert, die bei mir 2008/09 komplett erfroren sind. Luftdurchlässges Vließ wäre ein unvollkommener Ersatz, wenn es keinen Schnee gibt. Mit allem Luftdichten, also Folien, (naß werdendes) Sackleinen usw, muß man äußerst vorsichtig sein und darf immer nur für kurze Zeit abdecken. Topfpflanzen rückt man am besten dicht ans Haus, und zwar an eine Nord- oder Westseite, wo die Sonne nicht hinkommt und täglich aufwärmt. Leicht eingraben wäre ideal. Das Abdecken mt Deckreisern habe ich oben beschrieben. Geht es nicht anders, kann man Topfpflanzen für kurze Zeit in ungeheizte Räume stellen, muß sie dann aber oft beobachten und sobald es milder wird, bei bedecktem Himmel wieder hinausräumen. Mehr zum Thema: http://rosenwelten.de/rat/rat.php?rat=winter Ist meine Sorte empfndlich? http://rosenwelten.de/rosen/suche.php?kat=anspr&c=winterhaerte 10-Tage-Wettervorhersage: http://www.yr.no Ach ja, und ein gutes Neues Jahr noch gewünscht! Bis im Frühjahr bin ich

Ein wenig zu den neuen Rosen dieses Frühjahr

02. 06. 2016

Außer 1483 älteren gibt es dieses Jahr 529 Rosen aus frischer Ernte. Rosen sind Gehölze und werden mit den Jahren größer und reicher an Blüten und an Charakter; und dieses Jahr dank Regen und Sonne zur rechten Zeit und im rechten Maß ganz besonders, wobei sie im Topf weniger zulegen als im gewachsenen Boden. Die Neuen sind 2014 aufgeschult und veredelt, Ende 2015 vom Feld geerntet, in der ersten Aprilwoche eingetopft worden und nun gut bewurzelt und kräftig ausgetrieben und füllen so manche Lücke, die im Sortiment entstanden war:

Natur und Bilder

01. 06. 2016

Hier in der Straße sehe ich «frische» Rosen gepflanzt, mit großen Blättern und fetten Blüten wie bei einem erwachsenen Rosenstock, aber mit drei Bambusstützen, sonst wären sie wohl umgefallen vor Schwäche. Solche gequälten Geschöpfe kann man heute offenbar leichter verkaufen, als im Freien gewachsene, mehrjährige Pflanzen mit dem ein oder anderen Fleck oder Loch an einem Blatt. Warum nur? Vielleicht haben Menschen nie so viele schöne Bilder von Pflanzen gesehen und dabei so wenig mit Pflanzen zu tun gehabt, also richtig gearbeitet, um etwas zu ernten, Rasenmähen und Hecken schneiden rechne ich da jetzt mal nicht dazu. Idealbilder als zur Erbauung der Seele und Bilder von Natur-Zerstörung als Nachrichten oder Dokumentarfilme. Bei Idealbildern ist die umgebende Natur, sind tierische und pilzliche Mitbewohner, gelbe Blätter und welke Blüten der porträtierten Pflanze selbstverständlich professionell vermieden oder herausgeschnitten, wie Tippfehler aus einem Text. Und in Berichten über Tschernobyl, Bhopal und die Hagel- und Flutkatastrophe im Nachbardorf geht immer alles unweigerlich kaputt. Wer mit Pflanzen zu tun hat, weiß, daß die Wirklichkeit normalerweise dazwischen liegt, aber die Bilder prägen mehr und mehr unsere Vorstellungen ... Pflanzen haben dann so auszusehen wie auf den Bildern. Alles darüber hinaus ist «Befall», und für «so etwas» möchte niemand Geld ausgeben, und wie man stünde man denn da, wenn man «so etwas» als Geschenk überreichte, etwa der Schwiegermutter oder dem Direktor, bei denen man doch einen makellosen Eindruck hinterlassen muß. Lieber geht man auf Nummer Sicher und kauft eine Pflanze, die für den Verkaufsaugenblick gestylt wurde, daß sie so aussieht wie auf Bildern, als wäre sie nicht von dieser Welt. Mit Läusen, Raupen und Pilzen weiß die Natur aber umzugehen, mit den für die Illusion von Makellosigkeit notwendigen Giften und Energieverschwendung nicht allzu lang. Wie oft haben wir als Studenten über die Menschen im Mittelalter gelächelt, die die Natur durch Zitieren der antiken Autoren beschrieben, erst ganz allmählich auch nach ihrem eigenen Augenschein - aber verstellen Google und Youtube, Wikipedia und Facebook nicht auch uns schon wieder den eigenen Blick auf die Natur, genau wie Aristoteles und Plinius den mittelalterlichen Schriftkundigen? Vielleicht ist es Zeit, die Medien und die Bilder bewußt abzuschalten, um die Natur mit so unvoreingenommen es noch geht eigenen Augen zu beobachten. Zum Beispiel wie die Meisen ihre Jungen füttern mit den Raupen, von denen der Nachbar denkt, sie würden die Rosen auffressen. Oder wie die Marienkäfer und die Schwebfliegen ihre Eier neben die Läuse legen und wenig später Larven aus den Eiern schlüpfen, um sich an Läusen dick und rund zu fressen. Dann lachen wir über den Nachbarn der denkt, er müsse sie totspritzen. Pflanzen müssen ohne Befestigung und bewaffnete Grenzschutzagentur auskommen, müssen mit der Natur zusammenleben können. Selbst als Geschenk sind sie dann schon ab ca. der dritten Woche wertvoller als bloße Ausstellungsstücke. Wo Du solche Rosen finden, weißt Du ja: auf http://rosenwelten.de/rosen bzw auf meinem Feld. Es blüht jetzt eine nach der andern auf, und wenn Du bald kommst, erlebst Duauch die besonders robusten Einmaligblühenden in ihrer ganzen Pracht.

Keine Gebührenexplosion ohne Bürgerbeteiligung

10. 02. 2016

Die neuen Straßenreinigungsgebühren in der Erich-Ollenhauer-Straße können wir nicht hinnehmen. Steigerungen um 300, 400 % und mehr sind unzumutbar und sittenwidrig. ELW argumentiert, dafür bekämen wir mehr Sauberkeit, aber die Bürgersteige in unserer Straße drei Mal in der Woche zu kehren, ist völlig unnötig. Auf so eine abwegige Idee kann nur ein "Experte" irgendwo an einem Schreibtisch kommen, der noch nie hier gewesen ist. Ein neues Reinigungssystem sollte doch mit den Anwohnern gemeinsam erarbeitet werden, die die Straße täglich vor Augen haben. Der Verkehr auf der Straße steigt zwar, deswegen gehen aber hier nicht mehr Menschen zu Fuß entlang und verschmutzen den Bürgersteig. Daß wir bisher den Schmutz vom Bürgersteig einfach auf die Straße gekehrt hätte, ist auch ein haltloses und geradezu bösartiges Argument, um uns "den Besen aus der Hand zu nehmen". Im Anschluß an eine sehr intensive Informationsveranstaltung im Museum haben sich viele Bürger zusammengetan und nun diesen Offenen Brief verfaßt, der sehr gut argumentiert, warum die von Herrn Dr. Franz und der CDU kurz vor Weihnachten mit der brachialen Drohung, sonst den Haushalt scheitern zu lassen, durchs Stadtparlament gejagte neue Reinigungssatzung grober Unfug ist. Und jetzt plakatiert die CDU zur Kommunalwahl auch "Sauber machen - Stärke zeigen" - ohne dazuzuschreiben, daß wir gezwungen werden, den Spaß zu bezahlen.

Offener Brief an die Stadt Wiesbaden Herrn Sven Gerich, Oberbürgermeister, und Herrn Dr. Oliver Franz, Ordnungsdezernent,  sowie an die Stadtverordneten, den Magistrat, die Ortsbeiräte und den Ausländerbeirat Viele Wiesbadener Ortsteil-Initiativen gegen die neue Reinigungssatzung bündeln ihren Protest!  Wir zeigen jetzt Stadt und ELW die rote Karte! Wir sind für die Gehwegreinigung in Bürgerhand!  Unsere wichtigsten Forderungen an die städtischen Organe sind deshalb: •    Gehwegreinigung in Bürgerhand - Reinigungsklasse A nur bei Allgemeininteresse •    Ausrichtung der Straßenreinigung am Reinigungsbedarf - Fahrbahn- und Gehwegreinigung entkoppeln •    Stopp für die Straßenreinigungssatzung 2016/2017 - keine Gebührenexplosion •    Neukonzeption der Straßenreinigungssatzung - BürgerInnen beteiligen Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Organe,  viele BürgerInnen der Stadt haben in lokalen Initiativen, mit Leserbriefen an die Presse, in Ortsbeiratssitzungen, in Briefen  an Stadt und ELW und mit Unterschriftensammlungen ihre Empörung über die neue Straßenreinigungssatzung kundge- tan. Bereits in der ELW-Informationsveranstaltung am 14.1.2016 war der Protest der BürgerInnen immens. Die erste Stufe  der neuen Satzung wurde gleichwohl zum 1.1.2016 in aller Hektik umgesetzt.  Die fehlende Bürgerbeteiligung im Vorfeld des Stadtverordnetenbeschlusses rächt sich nun. Es gab vor dem Beschluss  keine öffentlich zugänglichen Informationen! Es gibt auch keine Übergangsfristen, keine Härtefallregelungen, keine Ober- grenzen für Gebührenerhöhungen, keine Rücksicht auf Vertragsbeziehungen mit privaten Reinigungsfirmen und keinen  Blick auf die deutliche Steigerung der Mietnebenkosten oder auf die Situation der Reinigungsbranche. Damit stellt sich die  Wiesbadener Politik ein Armutszeugnis aus und verstärkt leider abermals die Politikverdrossenheit in der Bürgerschaft! Gehwegreinigung in Bürgerhand - Reinigungsklasse A nur bei Allgemeininteresse!  Unsere Hauptkritik gilt der Umgruppierung von mehr als 9.300 Grundstücken in die Reinigungsklasse A und der damit  verbundenen Übernahme der Gehwegreinigung durch die ELW. Großflächig wird auch noch der Reinigungsturnus für  Fahrbahn und Gehweg erhöht, obwohl dies aufgrund der nicht vorhandenen Verschmutzung gar nicht notwendig ist. Die  Gebühren steigen somit grundlos und unverhältnismäßig auf das Drei- bis Siebenfache. Das Reinigungsintervall des Geh- wegs ist dabei fest an das der Fahrbahn gekoppelt. Das ist weder sachgerecht noch erforderlich. Die wöchentliche Mehr- fachreinigung nicht verschmutzter Fahrbahnen und Bürgersteige treibt nur die Gebühren in die Höhe.  Den Bürgern wird nach vielen Jahren und aus heiterem Himmel die Gehwegreinigung unbegründet aus der Hand genom- men. Dabei sind sie oder die Reinigungsfirmen ihrer Verantwortung stets gut nachgekommen. Die Begründung, die ELW  wolle damit Schnittstellen zwischen ELW (Fahrbahnreinigung) und BürgerInnen bzw. privaten Reinigungsfirmen (Gehweg- reinigung) beseitigen, ist fadenscheinig. Zumal der Winterdienst für die Gehwege ja weiterhin den Anliegern obliegt.  Kritik an der neuen Satzung beantwortet die ELW mit einer Bürgerumfrage, wonach 77% der Wiesbadener eine sauberere  Stadt wollten. Das ist unlauter! Diese Umfrage in 2014 (3.000 Rückmeldungen) war allgemein auf das Leben in Wiesbaden  bezogen. Daraus kann niemand das Mandat ableiten, die Gehwegreinigung in sauberen Straßen zu übernehmen, und  schon gar nicht undifferenziert flächendeckend in der ganzen Stadt. Die Reinigungsklasse A sollte nur für Straßen gelten,  in denen ein Allgemeininteresse an sauberen Bürgersteigen besteht (Innenstadt, neuralgische Stellen). Ausrichtung der Straßenreinigung am Reinigungsbedarf - Fahrbahn und Gehwegreinigung entkoppeln!  Die ELW begründet die Umgruppierungen mit dem zu erwartenden Verschmutzungsaufkommen, nicht mit dem tatsächli- chen Reinigungsbedarf. Sie verweist auf ihre wissenschaftlich-objektive Herangehensweise und die Strukturdaten. Die  Matrix mit den über 40 Kriterien ist jedoch nicht immer transparent, basiert auf Aktenlage, und die Strukturdaten stam- men aus zum Teil veralteten Statistiken. Sie beinhaltet zudem falsche Werte. Vor allem erklärt die Matrix nicht die Zuord- nung vieler Straßen in die jeweilige Reinigungsklasse, denn gleiche Strukturdaten führen nicht zwingend zur selben Reini- gungsklasse. Viele BürgerInnen haben Ortsbeiräte, Stadt und ELW auf diese Ungereimtheiten bereits mehrfach hingewie- sen – bislang ohne Erfolg.  So sind viele Straßen willkürlich der Gruppe A zugeordnet wegen des sog. Quartiersbezugs und wegen ihrer räumlichen  Lage im 2. Stadtring und in Subzentren, trotz an sich guter Qualitäts- und Strukturwerte. Aber auch vielbefahrene A- Straßen haben nicht zwingend schmutzige Gehwege! In vielen dieser Straßen sind auf den Gehwegen nämlich nur deren  Anlieger als Fußgänger unterwegs. Für die ELW ist im Ergebnis auch gar nicht der tatsächliche Reinigungsbedarf von Fahr- bahn und Gehweg entscheidend, sondern nur die räumliche Zuordnung nach statistischen Strukturdaten. Das entspricht  weder dem Sinn der Satzung noch der Angemessenheit kommunaler Abgaben.  Die Absurdität bei der Festlegung der Reinigungsintervalle sowie der Kopplung von Fahrbahn- und Bürgersteigreinigung  mündet darin, dass durch die ELW nunmehr vielerorts mehrfach wöchentlich saubere Bürgersteige gereinigt werden. Das  ist schlichtweg eine Verschwendung von Personal-, Material- und Maschineneinsatz seitens der ELW. Dies wiederum ist  mit dem auch für städtische Verwaltungen oder Firmen verbundenen Gebot des wirtschaftlichen Handels nicht vereinbar. Stopp für die Straßenreinigungssatzung 2016/2017 - keine Gebührenexplosion!  Ordnungsamt und ELW betonen, dass die Gebührensätze stabil bleiben. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn bei- der Hauptziel ist erklärtermaßen die Erhöhung der Gebühreneinnahmen: 5 Mio € spült die neue Reinigungssatzung nach  Umsetzung der 1. und 2. Stufe in die Kassen der ELW. Das ist eine Einnahmenerhöhung um 45%, die die BürgerInnen zah- len sollen. Diese fallen aber auf den Etikettenschwindel nicht herein.  Interessant dabei ist: Die zusätzliche Gehwegreinigung in der Klasse A macht den Löwenanteil der zusätzlichen Reini- gungskilometer der ELW aus! Die Fahrbahn-km bleiben jedoch nahezu gleich. Die drastische Einnahmenerhöhung der  ELW resultiert also nahezu alleine aus der unnötigen und von den Bürgern nicht gewollten „Leistungserweiterung“!  Wegen der zusätzlichen Gehwegreinigung sollen bei der ELW 60 neue Stellen geschaffen werden. Erklärtes Ziel der städti- schen Beteiligungspolitik ist aber doch eigentlich die Verschlankung der Eigenbetriebe und Tochtergesellschaften. Wes- halb gab es keinen Beschluss für die günstigere Alternative, das ELW-Defizit in Höhe von 1,6 Mio € zunächst über eine  Gebührenerhöhung von 18,8 % für alle auszugleichen? Warum wird das ELW-Defizit nicht genauer analysiert? Neukonzeption der Straßenreinigungssatzung - BürgerInnen beteiligen!  Die städtische Politik zeigt keinerlei Gestaltungswillen. Warum kann die Gehwegreinigung nicht in Bürgerhand bleiben?  Warum konzentriert sich die ELW nicht auf die Fahrbahnen und die neuralgischen Stellen? Auch das teils ungerechte Ge- bührenmodell sollte überprüft werden. Wieso werden Kosten, die die Allgemeinheit verursacht, nicht von der Allgemein- heit getragen? Die BürgerInnen hätten dazu viele Beobachtungen und Anregungen – allein, sie wurden nicht gefragt.  Kurzum: Die Stadt Wiesbaden macht es sich mit der neuen Straßenreinigungssatzung, die an jedweder Notwendigkeit und  Angemessenheit vorbeigeht, zu einfach. Es braucht stattdessen eine Neukonzeption mit Beteiligung der Bürgerinnen und  Bürger, und zwar am besten nach den in 2015 erarbeiteten Leitlinien für die Bürgerbeteiligung in Wiesbaden.  ------------------------------------------------------ Initiative „Gehwegreinigung in Bürgerhand (GiB)“  Joachim Bußhardt, Christine Dietz, Claudia Höhler-Bardior, Albrecht Koch, Heiner Lompe, Karl Roßel, Monika Schnabel,  Ulrike Schön, Jürgen Uffmann Die Unterzeichner sind benannte Vertreter der Ortsteil-Initiativen. Sie erläutern Ihnen gerne die Kritik und die Forderun- gen der Bürgerinnen und Bürger. Kontakt E-Mail: Gehwegreinigung-in-Buergerhand@gmx.de Dieser Offene Brief an die Stadt Wiesbaden geht zugleich an die IHK Wiesbaden, an die Handwerkskammer Wiesbaden,  an die Wiesbadener Grundeigentümer- und Mietervereine sowie an die lokale Presse.
Im Januar hat ELW hier übrigens statt dreimal wöchentlich nur insgesamt 3 Mal die Gehwege gekehrt. Die zuviel gezahlten Gebühren verlangen wir zurück.

Nach der Hitze

23. 08. 2015

Duft - so leicht er verfliegt, so tief kann er sich im Gedächtnis festsetzen. Die warme Sonne entfaltet die Düfte von ein paar Blüten in einer Vase hier auf dem Fensterbrett, und ein leichter Wind trägt sie mir ins Zimmer und versetzt bei der Sonntags-Siesta ins Paradies ... Der Duft von ein paar kleinen 1jährigen Veredlungen der Rose 'Souvenir de St. Anne's', der an den heißen Tagen beim Veredeln bestimmt zehn Meter weit über dem Feld lag, wird für mich die Erinnerung an den Sommer 2015 bleiben. Dann, wie starke, schwarzrote Neutriebe bei 'Mme Ernest Calvat', einer bisher nie groß aufgefallenen Sorte, mir in der Juli-Hitze plötzlich über den Kopf gewachsen sind. Und noch mehrere Rosen, deren Schönheits-Entfaltung in der Wärme dieses Sommers überrascht hat. Endlich hat es nun ja voriges Wochenende einmal geregnet, heute könnte auch noch ein wenig kommen. Alles noch viel zu wenig für den Boden, der hier schon seit Anfang April austrocknet, aber die Dürre ist nicht mehr alternativlos, es gibt immerhin Hoffnung, anders als in der Europa-Politik, wo unser großes Land das kleine Griechenland in endlose Schuldknechtschaft drückt und das "Hilfe" nennt. Alteingewachsene Rosen auf unseren lehmigen Böden finden mit ihren tiefen Wurzeln wohl im allgemeinen trotzdem immer noch genug Wasser, um nicht nur zu überleben sondern kräftig zu wachsen, uns das will was heißen! Und spricht für mehr Rosen im Garten, wenn das Wetter bei uns immer öfter mediterran wird. Der Gärtner mit seinen per dato 2313 Rosen in Töpfen mußte sich diesen Sommer was einfallen lassen und den Bewässerungsrhythmus eisern durchhalten, und das hat den Pflanzen gutgetan. Bei wechselhaftem Wetter kann man sich beim Wasserbedarf schon mal zugunsten der eigenen Bequemlichkeit verschätzen; bei anhaltender Trockenheit hingegen muß je nach Verdunstung ein Mal täglich (jetzt) bis alle 3 Stunden (bei >35°) Wasser durch die Vließmatte sickern, auf der die Töpfe stehen und saugen, bzw durch die Leitungen tropfen, sonst hat man wenig später von unten heraus gelbe Blätter oder gar Rosentabak. Das Thema Gärtnereien und Gießen schaffte es kürzlich sogar in unsere Zeitung, wo rosenwelten an vorderster Stelle genannt wurde. So verging der Juli, in dem die Firma zehn Jahre alt geworden ist, doch für Feiern oder Sentimentalität war bei über 30° keine Muße. Dann habe ich den Rosen gar noch Kopftücher aufgebunden. Bedroht die Islamisierung jetzt schon die deutsche Scholle? Nein, aber die Amseln scharren neuerdings dermaßen heftig nach irgendetwas in den Rosentöpfen, daß die ganze obere, wenig durchwurzelten Erdschicht mitsamt dem organischen Dünger herausgewirbelt wird. Mit den "Kopftüchern", zugeschnitten aus altem weißem Winterabdeckvließ, ist dieses Problem nun gelöst, zugleich das der herausfallenden Erde bei Windwurf, und außerdem die Verdunstung verringert, also Wasser gespart, und es werden die hohen Temperaturen an den Wurzeln gemildert. Schon nach zwei, drei Wochen mit Kopftuch war den Pflanzen anzusehen, wie sie sie schätzen, größere Blätter, schönere Blüten und kräftigere Triebe entwickeln. Und schön sieht es auch noch aus! Also, wenn Sie schon wieder graben können, und vielleicht haben Sie sogar ganz gut Zeit, noch Ferien? - jetzt ist die beste Zeit, sowohl zum Auswählen, denn Sie sehen die Pflanzen im schönsten Wachstumszustand und die mehrmalsblühenden noch blühend - und zum Pflanzen, denn sie wachsen im warmen Boden schnell an und sind dann schon eingewachsen, bevor der Winter kommt. Die erwähnte 'Souvenir du St. Anne's' gibt es nächstes Frühjahr im Topf. Beim diesjährigen Veredeln sind durch Augentausch mit Kollegen @omiobio in der Schweiz, ein paar Alte Rosen neu ins Sortiment gekommen, die es ab 2017 dann als Containerpflanzen gibt, wenn alles gutgeht. Die von mir sehr empfohlenen und von Ihnen hoch geschätzten Rosen von Noack dagegen veredle ich seit 2011 nicht mehr selbst, da Noack zu große Mindestveredlungsmengen verlangt. Ich habe aber noch einen ansehnlichen Bestand und will sie künftig bei Noack zukaufen, um sie weiter anbieten zu können. Bei dem Stauden und Gräsern hier im Garten war die Auswahl nie größer und die Qualität noch nie kräftiger. Erstmals gibt es zwei wunderschön blaue Herbst-Salbei, uliginosa und azurea in einiger Stückzahl, die Federgräser stehen in schönster Blüte, und erstmals habe ich Mönchspfeffer und richtig rote Tränende Herzen. Alles dieses Jahr neu eingetopft und groß und stark. Die wunderbare Rispenhortensie 'Vanille Fraise' und alle drei bisherigen Lavendel-Sorten sind wieder da und der Provence-Lavendel 'Grosso' ist vom Lavendel-Spezialisten Bastin neu dazugekommen.

Ja zu sonntagsoffenen ...

19. 08. 2015

Büchern Berggipfeln Doppelbetten Zelten Badeplätzen Skiloipen Meeren Sprungschanzen Kinos Wanderwegen Kunstausstellungen Autofenstern Bethäusern Gewächshäusern Gitarrenkästen Altersheimen Stalltüren Marmeladenbechern Hallenbädern Berghütten Blütenblättern Herzen ... Ja zu sonntagsoffenen Menschen (nicht Geschäften) Øystein Hauge [In Norwegen wird zur Zeit heftig über sonntagsoffene Geschäfte diskutiert. Ich hab diesen Text von "Framtiden i våre hender" übersetzt nach diesem Tweet:]

Ja til søndagsåpne mennesker pic.twitter.com/fbA3wCQxAM

— Dag Skinlo (@DSkinlo) August 19, 2015

Ja, ich mache das beruflich.

15. 03. 2015

Blütengehölz mit vier Buchstaben

03. 02. 2015

Auch wenn es jetzt erst noch mal frostig wird, wollte ich es (und mich) mal vorsichtig in Erinnerung bringen … Träumen und planen kann man ja schon, und pflanzen auch bald, wenn der Boden nicht mehr gar so naß ist. Da gabs doch mal solche strauchigen Gewächse mit teils gemeinen Stacheln, mehr oder weniger fleckenfreien Blättern und hier und da mal einer netten Blüte. Vier Buchstaben, vorne ein R … Als die Leute noch keine Displays zum Draufgucken hatten, früher also, als sie morgens in der Bahn höchstens ihr Gegenüber anschauen konnten, keine Urlaubsvideos mit Palmen an Sandstränden, in dieser trostlosen Zeit pflanzten sie sich diese struppigen Sträucher eigenhändig in eigene sogenannte Gärten, in richtige Erde, hegten und pflegten sie und setzten sich im Sommer nach harten Arbeitstagen sowie sonntags daneben, um nichts als ihre Schönheit anzuschauen und ihren Duft einzuatmen. Sie hatten ja sonst nichts, kein Internet, kein Facebook. Konnten noch nicht mal Bildchen von den Blüten photoshoppen und posten. Die gibt es noch! Also diese Sträucher. Man kann sie kaufen. In Wiesbaden, in dem Tal, wo die A643 anfängt, wurde ein Überlebender aus dem vorigen Jahrtausend entdeckt, der diese Pflanzen noch erwerbsmäßig kultiviert, als gäbs kein amazon und kein ebay, von wo man doch heute die verrücktesten Sachen bequem online liefern läßt. Nein, der Träumer wartet dort auf Leute, die sich tatsächlich, also real-life-mäßig, zu Fuß, manchmal durch nasses Gras, zu ihm begeben und ein Portemonnaie voll barem Geld mitbringen, um die Dinger zu erwerben. Nicht mal mit Gift spritzen tut er sie, so daß sie aussehen, wie die Natur sie läßt, total unattraktiv, also ohne Filter, und manchmal sogar mit kleinen Räupchen drauf oder lebenden Regenwürmern in den Töpfen. Danach muß man nicht nur seinen Kofferraum aussaugen, nein, man soll sich auch noch Hände und Schuhe schmutzig machen und sie einpflanzen! Gut, er behauptet ja, daß sie sich dann an ihrem Standort im Garten, wenn man alles gescheit macht, entwickeln würden und sogar schöner als in Filmen und Prospekten, weil sie ja reale, lebende Wesen seien. Aber der will halt was verkaufen, und dafür lügen sie doch alle das Blaue vom Himmel herunter, das kennt man ja. Und das Geld ist dann weg, 18 € pro Stück, wenn man zu handeln anfangen will, wird er sogar grantig. Gut, die es gewagt haben, berichten ja größtenteils, daß es stimmt - sie haben solche Prachtstücke real hinterm Haus, können morgens in der Bahn die Augen schließen und vom Feierabend träumen. Wie sie in ihren Gärten sein werden, ohne Netz, und all den Duft und die Schönheit genießen, sieht irgendwie so aus, als ob das Wellness pur sein muß. Die 18 € haben sie längst vergessen, und sie kaufen sich sogar alle paar Jahre noch ein, zwei Rosen dazu, immer wieder dort in dem Paradies halb unter der Autobahn, wo Herr und Frau Fasan zwischen Rosenreihen herumspazieren. Richtig, Rose ist der Name des Blütengehölzes mit 4 Buchstaben … Geöffnet auch jetzt schon außer bei Sturm und Schnee und Regen werktags von 9 bis 12 Uhr mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Online-Bestellen geht sogar auch, wenn man weiter weg wohnt, unter www.rosenwelten.de.

Digital Leben #digitalleben

05. 10. 2014

Die SPD hat dazu eingeladen, daß man seine persönlichen Antworten auf 10 Fragen bloggt. Nachdem es @pausanias getan hat und nun auch @pyrolim gefolgt ist, dachte ich mir, versuch ichs auch ganz kurz, Kleingärtner sind ja berüchtigt dafür, zu allem Möglichen ihre Weisheiten kundtun zu wollen. Dabei fiel mir auf, wie gut die Fragen ausgedacht sind: man kann nicht ins Schwafeln kommen und muß alle Seiten der Medaille betrachten. Also, hat Spaß gemacht! Versuchts doch auch mal?

In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…
mit viel mehr Leuten reden können, die meine Interessen teilen, als früher. Wobei das allerdings alles noch Interessen aus dem vor-digitalen Leben sind.
Mein Computer ist für mich…
die Zigarettenpause mit den Kollegen, die mir manchmal ein bißchen fehlt.
Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…
daß jeder ein kleiner Produzent sein kann von Dingen, die er gut machen oder tun kann, und direkt an jeden verkaufen könnte, also den vollen Endpreis für seine Arbeit bekommen. Das wäre eine Revolutionierung der Wirtschaft mit viel segensreichen Nebenwirkungen für Umwelt und Gesellschaft.
Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…
uns nicht die gephotoshopten Bilder ein Ersatz für die Wirklichkeit werden, weil es so bequem ist, vor dem Bildschirm sitzenzubleiben und nur noch die anzuschauen.
Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…
ein anderes Denken, wie in einem Programm: ich versuche, alles zum optimalen Zeitpunkt, in der optimalen Reihenfolge, mit der optimalen Technik zu machen. Weniger Schufterei, mehr Überlegung.
Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
nicht so viel. Zum Glück ist bei uns die Familie noch ein Bereich, wo eher selten mal ge-emailt wird, das muß es nämlich auch noch geben.
Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?
Das könnte zur totalen Demokratie oder zur totalen Verblödung und Abhängigkeit von Anbietern führen, je nachdem wie unabhängig von Konzernen die Schule das durchführt.
An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?
Auch das könnte zu einer Art Paradies (kaum noch Pendeln, freie Zeiteinteilung) oder einer Art Hölle (tag und nacht auf Abruf) werden, je nachdem ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer Macht haben, das zu gestalten.
Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?
Von Großunternehmen, Großprojekten und der ganzen Massendisziplinierung wegkommen, die nur waren, solange der Mensch nicht direkt mit dem entfernt wohnenden Menschen interagieren konnte.
Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…
sie aufpaßt, daß das, was die Arbeiter in Generationen erkämpft haben, nun nicht einfach verächtlich zum alten Eisen geworfen wird, weil eine neue, von Grund auf andere Wirklichkeit quasi über uns gekommen wäre. Das wäre nämlich ein fataler Irrtum und der beste Weg zurück in Faschismus, Unterdrückung und Ausbeutung, furchtbarer als je zuvor.

Willkommen im Frühling

28. 02. 2014

im Winterschlaf war die Rosenschule diesen Winter gar nicht, fast jeden Tag konnte ich draußen etwas machen. Ab jetzt ist aber wieder regelmäßig jeden Werktag von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Stauden und Gräser hier im Garten stehen bereits fertig geputzt in Reih und Glied und wachsen ins neue Jahr hinein. Die Rosen drüben auf dem Feld wollen auch, ab nächste Woche will ich sie nach der Winterruhe auf dem Rasen zurück auf die Beete stellen und fein herausputzen zum Verkauf. Mit dem Schnitt hat es keine Eile. Aber mit dem Auslichten bei großen, starken Sträuchern könnte man allmählich anfangen. An einem trockenen Tag und mit frisch geschärfter Schere: Totholz sorgfältig ausputzen, so viele der ältesten Äste ganz unten heraussägen, daß wieder Licht an die Basis kommt und die Rose sich von dort verjüngt. Das reicht meist schon. Ich habe hier etwas und hier eine ganze Menge dazu geschrieben und helfe gern bei spezielleren Fragen. Mit dem eigentlichen Rückschnitt, besonders bei schwachen und empfindlichen Rosen würde ich aber noch bis April warten. Denn es gibt kein 'zu spät' - aber wenn der Saft nicht bald nach dem Schnitt in Wallung kommt und die Schnittwunden schließt, können Pilze in die Rinde eindringen und ganze Äste umbringen. Noch nicht tief verwurzelte Pflanzen bekommen nach dem Schnitt einen Happen Dünger, am besten einen langsam wirkenden, bodenverbessernden organischen Volldünger, ich hab den von Oscorna, das Kilo zu 5,50 €. An einem der nächsten Samstagnachmittage können wir das Schneiden und Düngen und was sonst bei Rosen wichtig ist, wieder hier im Garten und auf dem Feld besprechen und üben, den Termin dafür können wir unter denen, die dabeisein möchten, ausmachen. Wenn es dann mit den Rosen so leicht von der Hand geht und so gut gelingt, will natürlich jedefrau und jedermann immer mehr unerfreuliche Ecken in seinem Garten zu Rosenwelten umgestalten. Pflanzen ging ja den ganzen Winter hindurch, es wird aber jetzt immer angenehmer, je schöner der Boden krümelt, die Sonne den Rücken wärmt und die Vögel dazu tirillieren. Wenn ich dazu etwas vorschlagen dürfte, wären es ja Rosen, die auch "den Winter über da sind". Jetzt ist das noch gut im Gedächtnis. Nur ein paar Beispiele von vielen:

Stellen Sie sich jetzt noch die rote Rinde von virginiana 'Plena', 'Marguerite Hilling' oder majalis 'Foecundissima', und daneben die silbergraue von Perovskia vor oder die wuscheligen Samenstände des Chinaschilfs 'Silberfeder', die die tiefstehende Wintersonne einfangen, so werden Sie mir zustimmen: Rosen im Garten verschönern auch ganz ohne Blüten den Winter. Nach so viel Farbe genießen Sie zum Schluß noch diese wunderschönen Silhouetten gegen den blassen Winterhimmel: die elegante Zweighaltung von 'William Lobb', die abenteuerliche Bestachelung von 'Agnes' oder der 'Stacheldrahtrose', um nur ein paar beim Namen zu nennen ... Ich wünsche Ihnen die nächsten Wochen viel Freude in Ihrem Garten. Vielleicht sehen wir uns zwischendurch in der Rosenschule? Und der Ordnung halber: wenn Sie keine Rundbriefe mehr erhalten möchten, genügt selbstverständlich eine kurze Nachricht.

Industrieproduktion eignet sich gut für Schrauben.

23. 02. 2014

Um exakt gleiche Schrauben für den Weltmarkt zu fertigen, eignen sich Fabriken mit computergesteuerten Maschinen. Einmal erdacht, finanziert und eingerichtet, brauchen sie nur noch von wenigen Menschen überwacht werden. Lebensmittel sowie die Dinge, mit denen wir uns im Leben gern umgeben, kann ein Mensch von Hand viel besser herstellen, mit dem Wissen und der Erfahrung von Generationen im Kopf und im Handwerkzeug, mit Lust an seiner Arbeit und Befriedigung durch ein schönes Ergebnis. Lebensmittel, die hergestellt werden, als wären sie Schrauben, sind zwar billig, aber ihnen fehlen Geruch und Geschmack. Damit das nicht auffällt und sie trotzdem gekauft werden, müssen von Werbeagenturen künstliche Emotionen erzeugt werden. Die lassen sich ihre Arbeit viel höher bezahlen als die ursprünglichen Erzeuger von Lebensmitteln mit Geruch und Geschmack. Nun liegen zwischen einer Fabrik und den Kochtöpfen der Verbraucher viel größere Abstände als bei lauter lokalen Erzeugern in der Nähe ihrer Kunden. So kommen enorme Kosten für Frischhaltung, Transport und Zwischenhandel hinzu. Viele weitere Unternehmen möchten an der Distribution verdienen. Bei lokaler Erzeugung entstehen nur geringe Fahrkosten und evtl Standgebühren für Wochenmärkte. Für die Eigner der Fabriken ist Lebensmittel-Industrie trotz der hohen Nebenkosten offenbar lukrativ. Einige versuchen sogar, die verbliebenen natürlichen Rohstoffe durch selbstgebaute GVOs zu ersetzen, um den industriellen Prozeß zu vervollkommnen. Jeder Industrie-Arbeitsplatz ersetzt eine Menge Existenzen kleiner, selbstvermarktender Erzeuger. Richtig, die Arbeit ist leichter, das Einkommen zunächst einmal besser, Arbeits- und Freizeit geregelter, die Existenz besser gesichert. Aber je mehr produziert wird, desto schlechtere Preise sind dafür zu bekommen. Und das Ausland hat selbst genug, warum sollte es uns die Überproduktion abkaufen? Also senkt man die Kosten, vor allem die Löhne, weniger die derer, die alles vom Schreibtisch aus steuern, mehr die derer, die die Arbeit machen. Zunächst geht das, weil die Preise auch niedrig sind. Aber es wird ein Teufelskreis. Je weniger Geld ausgegeben wird, desto weniger wird eingenommen. Und es sinken nicht nur die Löhne, sondern die Qualität der Arbeitsbedingungen insgesamt. Auch die Sicherheit der Arbeitsplätze. Mit dem Abbau des Kündigungsschutzes fällt das Unternehmerrisiko auf die Arbeitnehmer zurück. Die Gewerkschaften hat man, als es allen gut ging, vernachlässigt, sie können nicht mehr viel helfen. Wie soll das enden? Was wäre eigentlich so schlecht daran, wieder mehr im kleinen zu produzieren? Auch mit einfacheren Maschinen, gar auch von Hand? Schuften wie die Großeltern muß das bestimmt nicht heißen, denn vieles wird sich auf einfache Art erleichtern lassen, wenn gewitzte Köpfe erst einmal das zu ihrer Aufgabe machen statt der Konstruktion von Massenproduktionsmaschinen. Und was wäre so schlecht daran, wieder mehr in der Nachbarschaft zu verkaufen und zu kaufen? Angst vor Menschen ist sowieso eine Unart, die man ablegen sollte. Und teurer wird es auch nicht, weil ja der ganze Wust an Zwischenhandel samt Verwaltung, Finanzierung und Marketing nichts dabei abkriegt. Die müßten sich dann nämlich echt nach anderen Verdienstmöglichkeiten umschauen, so leid mirs tut (nicht allzu sehr, gebe ich zu).

Über das Pflanzen im Herbst oder Wann ist denn eigentlich die beste Pflanzzeit?

03. 11. 2013

Lieber Leser, Dir ist schon klar, wann eigentlich die beste Pflanzzeit für Gehölze wie z.B. Rosen ist, nicht wahr? Aber viele fragen sich das und verschieben aus Unsicherheit ihre Projekte von einem Jahr aufs andere, also versuche ich mal, es zu beantworten. Bis in die 80-er Jahre (also vor ewig langer Zeit) war es tatsächlich allen klar: Man ging etwa vom 10. Oktober an bis Weihnachten in die Baumschule, um Obstbäume, Sträucher und Rosen zu kaufen, und dann im Frühjahr wieder, sobald der Boden offen war, bis zum Knospenschwellen. Gehölze wurden damals fast nur im richtigen Boden auf dem Feld herangezogen und zum Verkauf mit Ballen fachmännisch ausgestochen oder ohne Ballen, mit blanker Wurzel gerodet. Beides kann man nur machen, während sie kaum Wasser verdunsten, also nach dem Laubfall in der Winterruhe, denn sie verlieren dabei Saugwurzeln und würden welken, wenn man das im Sommer machte. Im Oktober und November war daher absolut Hochbetrieb in der Baumschule, die “Versandzeit”. Seit den 80-er Jahren dachten sich schlaue Baumschuler: Ziehen wir doch die Gehölze in Containern heran, dann können wir sie selbst im Sommer, in voller Pracht, ohne Gefahr verkaufen, zwölf Monate Versandzeit im Jahr. Im Topf heranziehen ist nun nicht so einfach, wie es vielleicht klingt, aber es hat sich durchgesetzt und ist aus den Kinderkrankheiten heraus. Die Beschränkung der Pflanzzeit auf die laublose Zeit ist nun weggefallen. Warum das nicht, wie erhofft, dazu geführt hat, daß nun ganzjährig mit Freuden gekauft und gepflanzt wird, sich stattdessen Ratlosigkeit ausbreitet, wann überhaupt Pflanzzeit wäre und daher Pläne für neue Beete von einem Jahr aufs nächste geschoben werden, das ist ein anderes Thema. Dabei ist es, von den Pflanzen her gesehen, nach wie vor einfach: die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Nur nicht mehr die einzige. Im Sommer hat es nun der Gärtner besser, angenehme Temperaturen draußen, der WYSIWYG-Effekt voll belaubter, blühender Containerpflanzen - wenn nicht Trockenheit den Boden steinhart hat werden lassen, außerdem ist dann auch Reisezeit. Wenn im Frühling die ersten linden Lüfte wehen und die Vöglein Nester bauen, juckt es die meisten in den Fingern, “den Garten zu machen”, die kahlen Beete zu “bestücken” mit allem, Einjahrsblumen, Gemüse und ausdauernden Gehölzen, auf einmal, im Baumarkt steht ja dann auch alles beieinander. - Aber kaum macht dann der April, was er will "und schneit mir in den Blütenbaum", verbreitet sich wieder Schrecken vor Naturkatastrophen und kaum einer ist noch sicher, wann denn überhaupt noch Pflanzzeit wäre. Die Woche darauf ist es dann vielleicht schon zu warm, da setzt man nur schnell das Nötigste, was es gerade noch billig gibt, denn man hat ja schon so viel kaputtgehen sehen. Am Herbst fürchten viele, daß es “dann ja kalt wird”. Wenn uns oben schon frostige Winde um die Ohren blasen und wir uns am Glühweinbecher die Hände wärmen, durchströmen uns Weihnachtsgefühle und wir machen den Garten nur schnell noch "winterfest". Das Laub gesaugt, die Oleander in die Garage, den Rosen Mützchen übergezogen, wer würde denn jetzt noch groß was pflanzen? - Wie viel Sommerwärme der Boden jetzt noch gespeichert hat dort unten, wo Pflanzen wurzeln, meist bis Weihnachten oder gar in den Januar hinen, bedenken wir selten. Auch nicht, daß ausdauernde Gehölze ja von Natur aus gar keine Angst vor Winterwetter haben, jedenfalls viel weniger als wir. Bis die Kälte in die Tiefe dringt, haben ausdauernde Pflanzen dort bereits ihre Wurzeln ausgebreitet und sich etabliert. Gerade daß oberirdisch bereits Winterruhe-Wetter und für sie nichts mehr zu tun ist, macht ihnen umso mehr Lust, mit den Wurzeln zu wachsen. Und die Boden-Feuchtigkeit ist im Herbst in den meisten Jahren auch genau richtig zum Wurzeln ausstrecken. Im Frühjahr sieht dann jeder sofort den Unterschied. Denn diese im Herbst bereits gewachsenen Wurzeln geben natürlich viel mehr Kraft beim Austreiben. Gerade bei Rosen, die am diesjährigen Holz blühen, bedeutet kräftigerer Austrieb vielfache Blütenmenge. Und so haben diese im Herbst gesetzten Pflanzen im nächsten Jahr wirklich fast ein Jahr Vorsprung. Eins muß der Gärtner, der im Herbst zum Spaten greift und pflanzt, freilich können: voraussehen. Wer im Herbstnebel nicht den künftigen Sommer voraussehen kann, wer nur die fallenden Blätter und nicht die dicken Knospen darunter sieht, und wie aus denen nächstes Jahr die neuen Zweige wachsen werden, der versteht nicht, was er tut und sollte besser im Sommer pflanzen. Dafür braucht man nach einer Herbstpflanzung nur einmal gut angießen - fertig. Den Rest erledigt um diese Jahreszeit in aller Regel der Regen. Im Sommer hat man damit eventuell viel mehr Arbeit.

Das Internet hat auch gute Seiten.

08. 10. 2013

Wenn Sie bisher zwecks Anregungen oder zum Rosen aussuchen lieber direkt hier hergekommen sind oder bei mir angerufen haben, machen Sie das selbstverständlich auch so weiter ... Das Internet stiehlt uns allen viel Zeit und Nerven! Aber es hat auch ein paar Vorteile: Wenn Sie das nächste Mal Rosensehnsucht befällt, versuchen Sie doch einfach mal im Internet http://rosenwelten.de/kunden mit dem treffenden Seitentitel «Meine Rosen». Hab die Seite jetzt endlich so, wie ich sie mir schon lang vorgestellt hatte. Ihr Rosen-Zentrum mit Öffnungszeit Montag-Sonntag, 0-24 Uhr, hilft Ihnen, den Überblick zu behalten: von den zuletzt angeschauten Sortenproträts über die Sorten, die Sie sich unterwegs merken, Reservierungs- und Bestellmöglichkeiten bis zu einer Chronik all Ihrer bisherigen Rosenkäufe. Ein Nutzerkonto wär halt schon die Voraussetzung, damit die Seite dermaßen Ihre Rosen-Seite werden kann. Ich lege gern eins für Sie an. Oder Sie machen es selbst, den Link finden Sie überall ganz oben rechts in der Ecke. Bei Fragen und Verbesserungs-Ideen helfe ich natürlich gern. Ich wünsche schon mal schöne Herbstabende auf rosenwelten.de, eine Seite im Netz, auf der man wirklich noch stundenlang mit Genuß verweilen kann. Behaupte ich jetzt einfach mal so ... :D

Liebe Besucher von damals, die lange nicht mehr hier waren, ...

24. 09. 2013

ich hoffe, Ihre Rosen gefallen Ihnen nach 4 Jahren noch so gut, daß ich wieder einmal anklopfen darf? 2009 kam der erste von mehreren Horrorwintern nacheinander. Den Teil des Sortiments, den er am schlimmsten dahingerafft hat, die Englischen und Delbard-Rosen, wollte ich danach nicht mehr Sortiment haben. Außerdem kaufe ich seither keine Veredlungen mehr zu und mache alles selbst. Und ich dünge nur noch organisch und habe mit dem Spritzen aufgehört, denn mein jetziges Sortiment, die Alten Rosen und die von Noack kommen ohne das zurecht. Einige Kunden haben danach pompöse Blüten in ausgefallenen Farben wie bei den Englischen oder Delbard-Rosen vermißt. Aber die zuvor solche Rosen gekauft hatten, haben damit, nach allem, was ich weiß, ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht wie ich - mit den robusteren Pflanzen aus meinem jetzigen Sortiment gab es dagegen nur gute bis beste Erfahrungen. Ging es Ihnen ebenso? Wenn ja, könnte es sich ja vielleicht lohnen, wieder einmal hier vorbei zu schauen, um eine weitere Gartenecke zu verschönern. Seit 2007 wachsen meine eingetopften Rosen auf dem Feld. Beide je 8x50 m großen Beete mit Vließmattenbewässerung sind neu, seit vorigem Jahr fertig und nun ganz gefüllt. Sie sind so schön geworden wie Verkaufsbeete, und die Kunden gehen gern mit dort hinüber (seit 2009 auf einer schönen Brücke über den Bach), wo sie das ganze große Angebot zur Auswahl haben. Mein Rosenfeld: http://rosenwelten.de/portraet/feld.php Auf dem linken Beet die modernen Rosensorten, viele mit ADR-Prädikat, fast alles Sorten von Noack. Auf dem rechten Beet die Alten Rosen, jede anders im Charakter, fast alle von betörendem Duft. An den oberen Enden der Beete links die Kletter- und rechts eine besonders große Auswahl an Rambler-Rosen. Linkes Beet: http://rosenwelten.de/dateien/beet_links.pdf Rechtes Beet: http://rosenwelten.de/dateien/beet_rechts.pdf Hier im Garten auf der kleinen Topf-Stellfläche habe ich nun ein feines kleines Sortiment Stauden und Gräser zur Begleitung Ihrer Rosen stehen, alle in sehr kräftiger Qualität.

Vom Nutzen der Pilze für die Rosen (Herbst-Newsletter)

10. 09. 2013

Liebe Pflanzenbegeisterte, dieses Frühjahr, das vielen Leuten gar nicht gefiel, hat den Rosen wirklich gutgetan. "Mairegen bringt Segen" stimmt, wie wir gesehen haben, nicht? Als die Blüte Anfang Juni, genau zur rechten Zeit, begann, war nämlich eine gute Grundlage an Trieben und Zweigen gewachsen und ließ sie prächtiger strahlen als so manche verfrühte Hungerblüte Afang Mai in vergangenen Jahren. Hier in der Rosenschule waren erstmals beide großen Containerbeete, zusammen etwa 800 m², voll blühender Rosen. Die Anfangsjahre, in denen immer dies und jenes noch nicht fertig gewesen war, sind damit überwunden. Die Stauden stehen jetzt alle im Garten und können sich in diesem Jahr auch mehr als je zuvor sehen lassen, was Auswahl, Menge und Qualität angeht. Sie können also überall nach Herzenslust zugreifen. Allerdings kam schon wenige Tage nach dem allgemeinen Blütenhöhepunkt heftiger Wind (der böse Feind aller Pflanzen in Töpfen) und dann eine Hitzewelle nach der anderen. Der Boden wurde hart und härter und das Graben im Garten beschwerlich, so daß den Sommer über weniger Rosen als sonst aus ihren "Mobilheimen" in Gärten umziehen konnten. Die Rosen haben sich im Juli wohl gedacht: "Genug geblüht! Es kommt noch viel Sonne, laßt uns Hagebutten bilden, dann können wir uns aussäen." Wenn man das gleich verstanden hätte, hätte man einen Teil des Fruchtansatzes ausschneiden und sie zu neuen Blüten überlisten können. Hätte! Aber auch die Hitze hat den Sommer-Trieb dieses Jahr gebremst, der die zweite Blüte bringt. Besonders die Topfpflanzen mit ihrer doch relativ kleinen Wurzel wollten wohl erst einmal besseres Wetter abwarten. Von den vielen saftigen Blättern, gewachsen im regenreichen Frühjahr, haben sie nur die jüngsten behalten und sind ein bißchen in einen Sommerschlaf gefallen. Da hat sich übrigens gezeigt, was mir immer mehr einleuchtet, seit ich es vor ein paar Jahren im Rosen-Forum auf planten.de gelesen hatte (ich glaube, der Moderator des Forums, Giuseppe, hatte es geschrieben): Pilzinfektionen sind keine sinnlosen "Krankheiten", sie dienen der Pflanze, ein Zuviel an Verdunstungsfläche unter trockenen Bedingungen loszuwerden um weniger leicht zu welken. Ich würde wetten, die ältesten Blätter wären auch dann gelb geworden und abgefallen, wenn ich alle Blattpilze durch Spritzen mit Fungiziden hätte verhindern können. Man sollte sich nicht zu Panik beim kleinsten Anzeichen von "Krankheit" verleiten lassen von all den Bildern, deren wir bald mehr zu sehen bekommen als echte Rosen und die die ganze Welt Photoshop-"rein" zeigen. Jetzt bekommen wir den lang vermißten Regen und angenehmere Temperaturen zum draußen arbeiten, und Sie können wahrscheinlich bald wieder leicht mit dem Spaten in den Boden. Das Gras wird wieder grün, die Rosen treiben noch einmal und werden noch viele Blüten bringen, bevor sie, gut angewachsen, in den Winter gehen und im nächsten Frühjahr bereits voll "da sind" - der unüberschätzbare Vorteil einer Herbstpflanzung. Nutzen Sie doch die Spätsommerwochen, um lang gehegte Träume wahr zu machen, fassen Sie sich ein Herz und trennen Sie sich von ausdruckslosen Verlegenheitspflanzen, setzen Sie kräftige Akzente mit charaktervollen Alten und farbstarken Modernen Rosen und phantasievollem "Beiwerk" oder lassen Sie einen Baum von einer Ramblerrose erklettern. Verglichen mit all dem was Ihnen die Werbung für Ihren Garten andrehen will, um ihren Garten "repräsentativ" zu machen, ist eigenes Gestalten mit Pflanzen wirklich billig, selbst mit den feinsten, aber vor allem macht es viel mehr Freude, an Gemälden mit lebenden Pflanzen zu malen, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer weiter fortentwickeln, als irgendwelchen importierten Gartenausstattungkrempel zusammenzuschrauben und über die Jahre verrosten zu sehen.

Frühjahr wird kommen

15. 02. 2013

Es bleibt zwar vorerst noch winterlich, aber in Katastrophenfröste münden wie der vorige um diese Zeit, wird dieser Winter wohl nicht mehr. Uns Pflanzenliebhabern wäre es ja recht, wenn nach drei Räuberwintern dieser wieder einmal friedlich zuendegehen wollte. Meine 2932 Rosen liegen noch dicht an dicht, aber bei diesen Temperaturen unter freiem Himmel, nur im Januar war der Folientunnel darüber mal für 14 Tage geschlossen. Von der Wärme bis nach Neujahr gefährlich vorwitzig geworden, haben sie sich dann wohl doch wieder soweit beruhigt, daß ihnen anscheinend nichts passiert ist. Muß nur noch der März mitmachen und sie zügig ins Wachsen bringen, daß sich keine Rindenpilze in kleine Frostrisse einnisten, die eventuell doch hier und da entstanden sind. Zur Sicherheit werde ich wieder mit Kupfer spritzen. Pflanzzeit ist immer, wenn der Spaten in die Erde kann und unser lehmiger Boden nicht so naß ist, daß wir ihn durchs Betreten verschmieren würden, aber das weißt Du ja. Kurzum, auch jetzt schon ist fast das ganze Sortiment verfügbar und kann bei nicht zu strengem Frost auch versendet werden. Wenn Du also schon Pläne fertig hast - je früher gepflanzt, desto besser! Ab übernächster Woche will ich die Pflanzen dann wieder auf die beiden großen Flächen stellen, geputzt und etikettiert, damit Du Dir bei einem Besuch hier die Schönsten der Schönen aussuchen kannst. So unglaublich es klingt, in 8 Wochen dürfte Rosa hugonis ja schon wieder den Blütenreigen eröffnen. Auch dieses Frühjahr lade ich Interessierte zu einem Schnittkurs ein. Das wird wahrscheinlich am 3. Samstag im März, nachmittags ab 15 Uhr, sein. Für gewöhnlich führen die Fragen der Teilnehmer sehr schnell vom bloßen Schnitt, der meiner Meinung nach ein Dialog mit der Pflanze ist, zu all dem, was noch zu gutem Gedeihen wichtig ist, und alle gehen mit der befreienden Erkenntnis nach hause, daß Rosen gar nicht kompliziert sind. Bitte melde Dich bei Interesse vorher an, so daß wir den genauen Termin miteinander ausmachen können. Für die Frühjahrsdüngung empfehle ich rein organischen Oscorna Volldünger und in schwierigen Fällen sowie in Kübeln Oscorna Bodenaktivator, die ich beide auch selbst verwende und gern in größeren und kleineren Mengen verkaufe.

Der Wintertunnel füllt sich ...

28. 11. 2012

Die Fläche, die bei Bedarf übertunnelt werden kann, ist jetzt gut zur Hälfte belegt. In den nächsten tagen müssen noch die Rosen mit Jahreszeiten, die Einmalblühenden, die Rambler und die großen Töpfe dazukommen.

Alle Containerrosen liegen in einem 3,20 m breiten und am Ende etwa 40 m langen Streifen auf dem Rasen zwischen den Beeten dicht aneinander und leicht schräg, so daß die Zweige ein dichtes, vor Wind und Sonne schützendes Gestrüpp über den Töpfen bilden und sich in diesen auf keinen Fall Nässe stauen kann.

Hoffentlich werden nicht zu viele Mäuse angelockt. Die haben in den letzten Jahren manche Töpfe regelrecht ausgeräumt und Wurzeln sowie die Rinde an der Basis der Triebe abgenagt. Die Gräser, die sie besonders gern mochten, habe ich aus diesem Grund alle in den Garten gefahren und dort unter ein Tunnelgerüst gelegt.

  1. Rosa 'Bambino®'
  2. Rosa 'Viridiflora'
  3. Rosa 'Charmi'
  4. Rosa 'White Wings'
  5. Rosa 'Alberich'
  6. Rosa 'Verschuren'
  7. Rosa 'Souvenir d Adolphe Turc'
  8. Rosa 'Danaë'
  9. Rosa 'Marie Pavié'
  10. Rosa 'Francis Dubreuil'
  11. Rosa 'Merveille des Rouges'
  12. Rosa 'Felicia'
  13. Rosa 'Canzonetta®'
  14. Rosa 'Gruß an Aachen'
  15. Rosa 'Homère'
  16. Rosa 'Jacques Cartier'
  17. Rosa 'La Reine'
  18. Rosa 'Mme Ernest Calvat'
  19. Rosa 'Kronjuwel®'
  20. Rosa 'Mme Knorr'
  21. Rosa 'Ambiente®'
  22. Rosa rugosa 'Dagmar Hastrup®'
  23. Rosa 'Flashlight®'
  24. Rosa 'Mme Pierre Oger'
  25. Rosa 'Tascaria®'
  26. Rosa moyesii 'Marguerite Hilling'
  27. Rosa 'Saremo®'
  28. Rosa rugosa 'Blanc double de Coubert'
  29. Rosa 'Nur Mahal'
  30. Rosa 'Tornella®'
  31. Rosa rugosa 'C. F. Meyer'
  32. Rosa 'Westzeit®'
  33. Rosa rugosa 'Hansa'
  34. Rosa 'Vinesse®'
  35. Rosa 'Salet'
  36. Rosa rugosa 'Roseraie de l'Haÿ'
  37. Rosa 'Soupert et Notting'
  38. Rosa 'Viridiflora'
  39. Rosa 'Souvenir du Docteur Jamain'
  40. Rosa rugosa 'Blanc double de Coubert'
  41. Rosa 'Souvenir de la Malmaison'
  42. Rosa 'Deuil de Paul Fontaine'
  43. Rosa 'Honorine de Brabant'
  44. Rosa 'Eugenie Guinoisseau'
  45. Rosa 'Compassion'
  46. Rosa '?Hewel2'
  47. Rosa 'Rubin'
  48. Rosa 'Gruß an Teplitz'
  49. Rosa 'Calapuno®'
  50. Rosa 'Louise Odier'
  51. Rosa 'Flashlight®'
  52. Rosa 'Inspiration®'
  53. Rosa 'Mme Ernest Calvat'
  54. Rosa 'Maid Marion'
  55. Rosa 'Mme Isaac Pereire'
  56. Rosa 'Johannes Rau®'
  57. Rosa 'Mme Knorr'
  58. Rosa 'Dortmunder Kaiserhain®'
  59. Rosa pimpinellifolia 'Stanwell Perpetual'
  60. Rosa 'Münsterland®'
  61. Rosa 'Rose de Resht'
  62. Rosa 'Rose de Resht'
  63. Rosa 'Rotfassade®'
  64. Rosa rugosa 'C. F. Meyer'
  65. Rosa rugosa 'Blanc double de Coubert'
  66. Rosa rugosa 'Blanc double de Coubert'
  67. Rosa 'Saremo®'
  68. Rosa rugosa 'à Parfum de l'Haÿ'
  69. Rosa rugosa 'à Parfum de l'Haÿ'
  70. Rosa 'Tascaria®'
  71. Rosa 'Simply®'
  72. Rosa 'Souvenir de la Malmaison'
  73. Rosa 'Souvenir de la Malmaison'
  74. Rosa 'Souvenir de la Malmaison'
  75. Rosa 'Tornella®'
  76. Rosa 'The Portland'
  77. Rosa 'Flashlight®'
  78. Rosa 'Flashlight®'
  79. Rosa 'Flashlight®'
  80. Rosa 'Alberich'
  81. Rosa 'Fassadenzauber®'
  82. Rosa 'Rotfassade®'
  83. Rosa 'New Dawn'
  84. Rosa 'Gruß an Aachen'
  85. Rosa 'Sophies Perpetual'
  86. Rosa 'Nur Mahal'
  87. Rosa 'The Portland'
  88. Rosa 'Louise Odier'
  89. Rosa 'Ferdinand de Lesseps'
  90. Rosa alba 'Celeste'
  91. Rosa alba 'Suaveolens'
  92. Rosa 'Nuits de Young'
  93. Rosa 'Fenja'
  94. Rosa 'Fritz Nobis'
  95. Rosa 'Kathleen'

Johannistriebe, überquellende Blüte und der letzte Schnitt (Newsletter)

26. 07. 2012

Lang ist's her seit dem letzten Rundbrief. Vom März bis zum Juni geht hier eine Arbeit in die andere über, bis alle Pflanzen alles haben, was sie zum Gedeihen brauchen - die in den Töpfen, die Veredlungen auf dem Feld und die Wildlinge zum Veredeln jetzt im Sommer. Da blieb einfach keine Muße zum Schreiben. Das Gießen hat dieses Jahr meist ein anderer gemacht, der das viel besser kann als ich, so sehr ich mir Mühe gebe. Das sieht man den Pflanzen dieses Jahr wirklich an: Sie waren noch nie so üppig. Und es gab auch noch nie so viele: Beide großen Container-Stellflächen sind fast randvoll, und die zweite Blüte ist in vollem Gang. Nun ist Mittag im Jahr, die Zeit mit den ganz langen Tagen. Früh morgens, solang es noch kühl ist und abends bis zum Dunkelwerden arbeitet sich's am schönsten draußen auf dem Feld, und dazwischen ergibt sich endlich wieder etwas Muße zum Schreiben. Für das Wachstum ist jetzt Hochsaison. Gegen Ende der ersten Blüte haben alle Rosen sich wieder auf ihre Basis besonnen und dort die Knospen ausgebildet, aus denen der starke Johannistrieb wächst. Er soll das ältere Holz mitsamt der Blütentriebe des Frühjahrs überragen und die Pflanzen erst wirklich größer werden lassen. Es begann bei einigen Sorten recht schwungvoll durch den vielen Regen schon Mitte Juni, doch das kühle Wetter und nun auch der austrocknende Wind haben den Schwung erst einmal gedämpft. Diese Woche treibt die Knallhitze erst einmal Blüten über Blüten hervor, doch wird sie wohl auch den Johannistrieb wieder anschieben. Viele Leute haben wohl dieses Jahr eingesehen, daß das alte Vorurteil, Rosen würden keinen Regen vertragen, nicht stimmt. Zum Glück war es für den Sternrußtau meist zu kühl, er verbreitet sich bei schwülwarmem Wetter ab 7 Stunden Dauer-Blattfeuchte. Andere Pilze, die kleinere dunkle Flecken auf den Blättern hinterlassen, haben wir dagegen schon bekommen. Aber ein Pilz kommt und geht, wie es eine Kundin treffend formuliert hat. Er bringt keine Pflanze um, auch wenn die Werbung der Chemie-Industrie Angst davor schürt und ängstliche Leute gerne darauf hereinfallen. Manchen Pflanzen scheint der Pilz sogar dbei zu helfen, mitten im Sommer die kleinen hellen Blättchen des Frühjahrs loszuwerden und neues, sattes Sommerlaub an frischen Trieben aus der Basis zu entfalten. Helle Blättchen gibt es auch aus anderen Gründen, wie Hitze, Düngermangel - und hier und da auch als sehr späte Folge von Frostschäden an der Rinde. Dann hat das Laub eines ganzen Astes eine ungesunde Farbe und stockt im Wachstum. Den Rindenschaden sieht man bei näherem Hinschauen. Solche Äste sind hier und da innerhalb von ein paar Tagen abgestorben, besonders an Pflanzen, die zusätzlich unter Trockenheit litten. Heimtückische Winterschäden durch in Frostwunden eindringende Rindenpilze werden seit 2008/2009 immer mehr. Ich versuche als Vorbeugung, nur noch während der Wachstumszeit, von April bis Anfang August, zu schneiden, so daß die Rinde im Winter möglichst heil bleibt und lückenlos vor Infektionen schützen kann. Jetzt im Sommer schließen sich nicht nur Schnittwunden viel schneller. Es ist auch ganz leicht zu erkennen, wo Rosen geschnitten werden wollen. Der Schnitt soll ja die natürliche Verjüngung einer Rose unterstützen. Jetzt sieht man, wo sie sich von unten verjüngen will und kann oberhalb davon altes, schwach gewordenes Geäst entfernen, so dem neuen Trieb Licht und Raum geben. Einen gar zu langen, unverzweigten Neutrieb kann man zwischen zwei Fingernägeln über einem nach außen gerichteten Blattansatz entspitzen ("pinzieren"), er wird sich dann innerhalb weniger Wochen dort verzweigen. Diese und evtl. nächste Woche ist noch eine gute Zeit, um alle Rosen ein letztes Mail in diesem Jahr gründlich durchzusehen, was (besser jetzt als im Frühjahr) zu verjüngen wäre und welche toten Stummel auszuputzen sind. Dann sollten auch in einem feuchten und warmen Herbst alle Schnittstellen vor dem Winter gut verheilen und alles junge Holz gut ausreift. Die Schere hat dann bis April 2013 Winterpause. Wenn Du den Schnitt im Dialog mit der Pflanze einmal konkret sehen oder eine Schnupper-Runde über das Rosenfeld machen möchtest, um neue Sorten für Deinen Garten zu entdecken und gleich mitzunehmen: willkommen in Wiesbaden. Denn jetzt gepflanzt, ist im Herbst schon gut etabliert - und somit für den Winter bestens gerüstet. Weiterhin viele schöne Sommertage voll Rosenduft im Garten wünscht Dir

Rhabarber mit Gewürzkuchen

23. 05. 2012

175 g Butter schaumig rühren, 100 g Rohrzucker und 2 EL frischen geriebenen Ingwer unterrühren, nach und nach 4 Eigelb gründlich einrühren. 250 g Mehl mit 1 1/2 TL Backpulver, 1/2 TL geriebener Muskatnuß, 1/2 TL gemörserten Nelken mischen und unter den Teig heben. 200 ml Melasse (ich nehme "Grafschafter Goldsaft") mit 100 ml Creme fraiche verrühren (das geht) und unter den Teig heben. 8 (!) Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und mit 40 g feinem Zucker mischen, vorsichtig unter den Teig heben. In einer großen Kastenform bei 180° 30-45 Minuten backen, auskühlen lassen, in Scheiben schneiden. Rhabarber in Stücke schneiden, waschen, abtropfen lassen, einzuckern und etwas stehen lassen. Dann einmal kräfdtig aufkochen und langsam garziehen lassen. Abkühlen lassen. In einen tiefen Teller eine Scheibe Gewürzkuchen legen, eine Kugel Vanilleeis dazu, mit Rhabarberkompott umgeben. Gleich aufessen, während der Rhabarbersaft in den Kuchen zieht.

Daumen drücken

20. 02. 2012

Die Winterabdeckung ist jetzt entfernt, wenn kein starker Frost droht, brauchen die Rosentriebe vor allem frische Luft. Reisig oder Vließ bleiben aber griffbereit, falls das Wetter doch wieder umschlägt. Angehäufelt sollten die Rosen auch noch bleiben, das schadet nichts und sichert das "Herz" der Pflanze vor Totalschaden. In meinem Garten und in der Nachbarschaft sind da, wo bei bis zu -14° die Morgensonne auf die gefrorenen Triebe scheinen konnte, wieder die Knospen erfroren. Je weiter sie im milden Januar schon angeschwollen, zum Teil gar aus den schützenden Hüllblättchen hervorgebrochen waren, desto fahler, farbloser sehen sie aus. Noch sieht man den Schaden nur bei genauem Hinsehen aus der Nähe; von weiter weg wird er erst auffallen, wenn er sich wie 2009 durch Pilzinfektionen auf die Rinde ausdehnt und irgendwann im Mai ganze Triebe absterben - aber so schlimm muß es nicht kommen. In diesen kühlen Vorfrühlingstagen müssen nun die Rosen diverse Schadpilze abwehren, deren Sporen darauf lauern, über die erfrorenen Knospen in die Leitungsbahnen der Rinde hineinzuwachsen. und dort ein bequemes Leben zu führen. Bei warmem "Wachswetter" ist die Rose im Vorteil dann strömt der Saft wohl einfach zu ungestüm, als daß die Pilze Fuß fassen könnten. Wenn bei kaltem, nassem Wetter der Saftfluß stockt, gelingt es jedoch den Pilzen, sich auszubreiten. Währenddessen versucht die Rose, unter dem abgestorbenen Gewebe schlafende Ersatzaugen zu aktivieren. Wenn Sonne und starke Wurzeln ihr Kraft verleihen, überhaupt kein Problem, bei wurzelgeschädigten Topfpflanzen dagegen manchmal ein allzu großes. Wenn die neuen Augen schwellen und Farbe zeigen, wird das abgestorbene Gewebe abgestoßen und die Wunde geschlossen und die Gefahr ist erst einmal gebannt. Das ist Schwerstarbeit, und schon beeindruckend zu beobachten, wie schnell die Rosen das schaffen, wenn erst einmal das Wetter paßt. Hauptsächlich müssen wir also nun auf gutes Wetter hoffen (im Moment sieht es auch danach aus) und uns zusätzlich ein Päckchen Kupferspritzmittel kaufen. Das Kupfer, nach Anweisung verdünnt und mit einer Spritze gleichmäßig über die Rinde verteilt, tötet Pilzsporen ab, bevor sie einwachsen können. Je mehr erfrorene Knospen, desto wichtiger ist jetzt sehr bald diese einzige Spritzung im Jahr. Wenn bei einer besonders empfindlichen Sorte wie meiner 'Maréchal Niel' die Rinde bereits lilafleckig wird, ist es allerhöchste Zeit. Wo die Triebe vor Sonne bei Frost geschützt waren oder ihre Knospen sich von der Januar-Wärme nicht zu unvorsichtigem Austreiben hatten verführen lassen, dürfte nichts passiert sein. Die Knospen und die Rinde müßten ihre normale, frische Farbe und ihren Glanz behalten haben und jetzt mit steigenden Temperaturen normal austreiben können. Schneiden würde ich geschädigte wie auch heile Triebe erst, wenn wirklich starker Saftfluß herrscht und die Knospen deutlich schwellen. Jede Schnittwunde ist ein offenes Tor für Rindenpilze. Nur alte, starke Pflanzen auslichten kann man schon eher. Am Samstagnachmittag, 10. März besprechen wir hier den Frühajhrsschnitt der Rosen ganz ausführlich, wenn Sie teilnehmen möchten (es kostet 10 Euro), geben Sie bitte vorher Bescheid.

Zeit zum Pläneschmieden

07. 02. 2012

diese Nachmittage im Februar: die Natur scheint wirklich still zu stehen - man muß nichts, nichts gießen, nichts schneiden, nichts säen, nichts hacken - genießen Sie das auch so wie ich? Es ist ein bißchen als ob im Jahr des Gärtners Sonntag wäre. Nicht jedes Jahr gibt es so eine Zeit, viele Winter hier im Rhein-Main-Gebiet sind ja nur verlängerte November. Es ist jetzt auch schon wieder länger hell, nicht wahr? Und man sieht vom Fenster durch den ganzen Garten, Sträucher und Bäume lassen den Blick hindurch. Bilder aus früheren Jahren fallen einem wieder ein, als die Gehölze noch kleiner waren oder andere dort standen. Hat es nicht schöner geblüht, als noch mehr Licht in diese Ecke fallen konnte? Wärs nicht mal Zeit, diesen oder jenen einst netten Busch oder Baum, der sich zum Klotz entwickelt hat und alles dominiert oder gar erdrückt, behutsam auszulichten oder gar mutig abzusägen, damit es wieder bunt wird? An dieser Stelle sollte ich Sie, glaube ich, mit Ihren Gedanken erst einmal alleine lassen —. Gerne helfe ich allerdings bei Fragen weiter, am liebsten natürlich was die Gestaltungsmöglichkeiten mit Rosen betrifft. Sie wissen ja, deren gibt es viel, viel mehr als meist genutzt werden. Die Blütenfarben sind ja eigentlich überbewertet, die Wuchsformen, Blattfarben, Rindenfarben (der Winteranblick) dagegen kaum ausgeschöpft. Rosen als große, malerische freistehende Sträucher oder als hohe Sichtschutz-Hecke, als Baumkletterer, als Kaskade, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sehen Sie so etwas schon als Bilder in Ihrem Kopf? Wenn icht, dann vielleicht mal auf rosenwelten.de inspirieren lassen. Paßt eines in Ihren Garten? Ich wünsche Ihnen schöne Vorfrühlingsnachmittage und viele gute Gedanken und Ideen für die Zukunft Ihres Gartens und freue mich auf Ihre Anfragen.

Newsletter 2012-1

31. 01. 2012

Wiesbaden, 31. Januar 2012

Liebe Freunde guter Rosen,

seit drei Jahren lernen wir wieder, mit dem in unseren Breiten eigentlich normalen Winter zu leben, nachdem davor 13 Jahre lang fast nichts mehr erfroren war. Diesmal kommt er spät; mal sehen, wie lang er bleibt.

Die Rosen auf dem Feld liegen seit Dezember dicht an dicht und schützen sich so schon gegenseitig. Im Dezember waren sie mal kurz dick eingeschneit. Seit dem Wochenende sind sie, als Ersatz für isolierenden Schnee, mit weißem Vließ abgedeckt. Für die kältesten Nächte habe ich jetzt noch zusätzlich über die Federstahlstäbe weiße Folie gespannt. Sie reflektiert die Sonnenwärme am Tag, so daß die Luft darunter ziemlich konstant kühl bleibt und die Pflanzen gegen die Wetterextreme draußen isoliert.

Auf den ersten echten Winter vor 3 Jahren waren die Rosen nicht gut vorbereitet gewesen, er hat mehr als einen ganzen Jahrgang umgebracht, in einer halben Stunde, als die Morgensonne die Triebe von der Ostseite her taute, die von plötzlichem Frost in der Nacht zuvor auf -15° schockgefrostet waren. Das war ein großer Verlust, aber auch ein deutliches Zeichen zum Umdenken.

Seither mache ich das meiste etwas anders, als wir es in der Ausbildung gelernt hatten. Düngung, Bewässerung, Schnitt, das muß alles viel mehr im richtigen Maß und zur richtigen Zeit geschehen. Ab Hochsommer schon müssen die Pflanzen wirklich in Ruhe ausreifen können; und im Winter muß die Rinde unbedingt intakt sein, um die Pflanzen vor diesen fatalen Pilzinfektionen zu bewahren (die sich stark ausbreiten und aussehen wie Frostschäden). Viele beliebte Sorten waren nicht ohne Chemie zu kultivieren; die vermisse ich nicht.

In den letzten drei Jahren habe ich dafür nach Herzenslust weniger bekannte, aber viel schönere und robustere Sorten veredelt. Zwei Jahrgänge sind nun mit satten Stückzahlen fertig herangewachsen. Jetzt kann ich wieder über 150 Sorten anbieten. Nur sind es alles eigene und es sind keine Blender-Sorten mehr dabei, wie Sie sie im Gartencenter bekommen: makellos und stets knospig, weil direkt aus dem Gewächshaus, schnell gekauft, kurz toll geblüht und das war's. Bei mir bekommen Sie Rosen von draußen für draußen, für Jahrzehnte.

In den vergangenen Wochen seit Weihnachten habe ich meinen Katalog im Internet, www.rosenwelten.de, überarbeitet. Jetzt sind Sie herzlich eingeladen: Lernen Sie die neuen, besseren Sorten kennen, lassen Sie sich inspirieren zu Plänen neuer Rosenwelten in Ihrem Garten 2012 und setzen Sie sie beizeiten in die Wirklichkeit um, wenn der Boden wieder offen ist.

Und wenn Sie bereits Rosen von mir haben, teilen Sie Ihre Erfahrungen anderen Lesern mit, jedes Pflanzenporträt hat dafür jetzt eine Registerkarte "Kommentare" bekommen. Sind Sie auf rosenwelten.de angemeldet, finden Sie Ihre Rosen mit Links zum Kommentieren unter "meineRosen"→"früher geliefert"

Drei Hinweise zum Schluß:

Auch wenn es jetzt erst einmal kalt wird, das Frühjahr ist nicht mehr weit!

Viele Grüße

Bernhard Höpfner

Noch mehr zum Thema Winterschutz auf rosenwelten.de

Selbermachen als Revolution

18. 01. 2012

Aus den "Hausnachrichten", Ausgabe Herbst 2011 von Manufactum

"Aber was heißt schon konservativ? Wer sich heute nach Jahrzehnten unhinterfragter, hochtechnisierter Lebensmittelindustrie darum bemüht, wenigstens ein stückweit wieder die Kontrolle über das tägliche Essen zurückzugewinnen, und durch eigenes Gärtnern einen Ausweg aus dem künstlichen Paradies der spottbilligen Supermarkt-Lebensmittel sucht, ist am Anfang des 21. Jahrhunderts alles andere als konservativ. Das aber ist das hauptsächliche Ansinnen – unseres und das eines Großteils der Gärtner: das Selbermachen, auch als Notwehr gegen die zugewiesene Rolle als bloßer Konsument. Wir sehen darin etwas, das größer ist als eine Mode. Etwas, das man angesichts der fortschreitenden Marktentwicklung im Lebensmittelbereich ganz anders beschreiben könnte: als Umkehr, als Re-volution."
Große, aber sehr wahre Worte, wie ich meine.

Jetzt besonders günstig

22. 12. 2011

der neue Jahrgang ist jetzt geerntet und bis März bei frostfreiem Wetter aus dem Einschlag "mit blanker Wurzel" im Angebot. Günstig zu versenden wegen des geringen Gewichts und günstig für Leute, die größere Stückzahlen brauchen wegen des Preises.

Sieben Müller und ein adeliger Herr aus Preußen

30. 11. 2011

Sieben Mühlen hat der kleine Bach mit den vielen Namen einst angetrieben, an dem mein Rosenfeld liegt. Er entspringt im Taunus, fließt durchs Weilburger Tal, als Belzbach durch Dotzheim, als Ochsenbach weiter, als Mosbach durch Biebrich, wo er durch den Schloßpark plätschert und dann auch schon gleich in den Rhein mündet. 1869, kaum hatte Preußen das Land hier erobert und annektiert, baute sich ein adeliger Herr aus Westpreußen, Freiherr Constantin von Zacha-Strelitz, etwas weiter westlich in Georgenborn ein Schloß und wollte partout im zugehörigen Schloßpark Teiche mit Wasserspielen haben. Geradlinig wie diese preußischen Herren sind, ließ er sich eine Wasserleitung legen, die die Quelle unseres Mühlbachs anzapfte. Das Wasser im Bach hatte schon bisher für die sieben Mühlen eher schlecht als recht gereicht, nun ging nichts mehr. Die sieben Müller (bachaufwärts:)

  • Valentin Weckbacher auf der Lohmühle
  • Georg Haas auf der (unteren) Grundmühle
  • Jean Heil aif der der Wahlmühle [alias Kahlemühle, direkt neben meinem Feld]
  • Adam Kneip auf der Straßenmühle
  • Peter Schmidt auf der Kloster Eberbacher Mühle
  • Witwe des Andreas Kahl auf der Sonntagsmühle
  • Conrad Carl Müller auf der Obergrundmühle
  • setzten sich also zusammen und fertigten am 12. November 1869 eine Eingabe an die neue Regierung in Wiesbaden, worin sie ihre Lage und die Ursache ihrer Verzweiflung schilderten. Nun hätte die Regierung landesväterlich weise abwägen können: den wirtschaftlichen Nutzen von sieben Mühlen, die Steuern und Abgaben, die ihr von denen zuflossen, gegen das Privatvergnügen des westpreußischen Herrn an dem Geplätscher in seinen Teichen. Aber die Akten lassen keinen Zweifel: es war keine gute alte Zeit damals. Die Eingabe wurde abgelehnt mit der arroganten Bemerkung, gegen den Wasserklau des Adelsherrn sei "nichts zu erinnern", also einzuwenden. Die Mühlen sind dann alle eingegangen, nur einige überdauerten noch eine Zeitlang als Ausflugsgaststätten. (nach Rolf Schwalbach, Die Mühlen zwischen Dotzheim und Biebrich (Schriften des Heimat- und Verschönerungsvereins Dotzheim e.V., 28) Wiesbaden: Thorsten Reiß Verlag, 2011, S. 165-167)

    "Grenzen des Wachstums": Dennis Meadows im Bundestag

    31. 10. 2011

    Dennis Meadows sah die "Grenzen des Wachstums" schon 1972. Ich erinnere mich noch gut. Alle lasen es, überall wurde darüber geredet. Es gab ein paar Sonntage, an denen wir auf der Autobahn spazierengingen, weil sie zwecks Energiesparen "autofrei" erklärt worden waren. Es galt als unanständig, alles mögliche elektrisch machen zu wollen und dafür lauter neue Geräte zu kaufen, von Dosenöffner bis Rolladenantrieb. Man erwartete, daß nun umgedacht und umgesteuert würde, um die Katastrophe zu vermeiden. Damit man sich einen sparsameren neuen Kühlschrank kaufen konnte, gabs Zuschuß von den Stadtwerken. Aber wie es bei den Rauchern ist, die sich "nur eine noch" genehmigen, bevor sie ganz bestimmt aufhören, fing man doch wieder an, Elektrogeräte zu kaufen. Irgendwann kam Kohl mit der "geistig-moralischen Wende", die er sogar den Brüdern und Schwestern im Osten zugutekommen ließ, und plötzlich hieß es, wenn der Strom nicht mehr von den Stadtwerken sondern von einer Privatfirma kommt, sei er viel billiger und man könne so viel davon verbrauchen, wie man will. Nun gings erst richtig los: Weihnachtsbeleuchtungen wurden Mode und immer protziger, und wer seinen Kuchenteig noch von Hand rührte und den Kaffee von Hand filterte, wurde nicht ganz ernstgenommen. Die Waldschadensberichte verschwanden auch aus den Nachrichten und die Autos wurden natürlich von Jahr zu Jahr dicker. Mit anderen Worten, Mr. Meadows konnte alles eintreffen sehen, wovor er gewarnt hatte. Ich wußte, ehrlich gesagt, gar nicht, daß es ihn noch gibt, beinahe möchte man sagen, daß er es ausgehalten hat, diesen frohen Aufbruch in Richtung Abgrund so lang mitanzusehen. Eine hervorragende Idee, ihn in den Bundestag einzuladen, wo eine leider wahrscheinlich wenig einflußreiche Kommission wieder einmal an dem Thema "Grenzen des Wachstums" arbeitet. Diesen kurzen Bericht darüber fand ich gerade durch einen Tweet von @linksfraktion: http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/es-wird-kommenden-20-jahren-radikalen-aenderungen-kommen/. Muß mal sehen, ob es nicht noch mehr darüber gibt.

    Neue Ernte

    30. 10. 2011

    Für den, der einen leeren Garten oder ein großes Pflanzprojekt hat, ist ab November einfach die günstigste Pflanzzeit. Die Rosenveredlungen des Vorjahres sind jetzt soweit ausgereift, daß ich sie in den nächsten Wochen vom Feld ernten kann. Über Winter schlage ich sie geschützt in meinem Garten ein, und im zeitigen Frühjahr werde ich sie wieder eintopfen. [Mehr darüber im Kultur-Porträt am Ende des 2. Jahres] Diese Rosen kann ich bis ca. Mitte/Ende März, bevor der Austrieb einsetzt, “mit blanker Wurzel” verkaufen. Die Kosten und Mühen der Kultur im Topf stecken noch nicht darin, deshalb kann ich sie zum Preis von 12 €/St, mit Mengenrabatten bis zu 10 €/St. anbieten. Da sie leicht sind, sind sie auch leicht und billig zu versenden. Für ein gutes Anwachsen sind einige besondere Regeln zu beachten. Die Erfolgsaussichten sind ziemlich gut, nehmen erst ab, je länger man bis ins Frühjahr hinein wartet. Wenn Sie mit solchen Rosen aus anderen Quellen schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann es an der Art gelegen haben, wie sie dort gelagert worden waren, in Kühlhäusern werden sie z.B. oft trocken und von Schimmelpilzen befallen. Bis vor 30 Jahren, bevor es die Containerkultur gab, hat man alle Rosen und Obstbäume im Winter in der Baumschule aus dem Einschlag gekauft und mit blanker Wurzel gepflanzt. Die Übersicht der verfügbaren Sorten wird jetzt täglich auf den neuesten Stand der Ernte gebracht. Es werden im Lauf der nächsten 2-3 Wochen alle Sorten hinzukommen, die im Hauptkatalog für "ab Mai 2012" als Rosen im 4-l-Container angezeigt werden. Fragen Sie bei Interesse einfach an, ob Ihre Wunsch-Sorte dabei sein wird. Um auch größere Pflanzungen mit kleinem Budget zu verwirklichen, sind Rosen mit blanker Wurzel eine günstige Alternative. Gleichwohl bleiben zwei Vorteile von Rosen im Container: ein bereits gut entwickelter Wurzelballen, der den Start sichtbar beschleunigt, und die unbeschränkte Pflanzbarkeit während des ganzen Jahres, auch in voller Blüte. Auch mit Rosen im Container ist es aber möglich, größere Projekte günstig umzusetzen, denn bei Sorten, von denen größere Stückzahlen vorhanden sind, gibt es Mengenrabatte bis zu 66%. Bitte fragen Sie bei Interesse einfach an.

    Weltuntergangs-Apfelbäumchen

    26. 10. 2011

    Viele in meiner twitter-Timeline sind heute nach der Abstimmung über EFSF sehr ungehalten über Politiker und Parlament im allgemeinen und pessimistisch bis sarkastisch, was die Zukunft angeht. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das den Weltuntergang bedeutet, da käme manch andere Entscheidung auch in Frage, aber Luther hat ja geraten, an solch einem Tag ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Nun habe ich eigentlich Äpfel genug im Garten, aber zwei Spalierbäume, nun 20 Jahre alt, ein Ontario-Apfel und eine Bühler Zwetsche, haben nie etwas Gescheites getragen und waren nun auch keine Zierde mehr am Zaun zum Nachbarn. Kurz, sie sind nicht mehr. Dafür wird dort eine hohe (1,50 bis 3 m) Rosenhecke wachsen. Ich stelle sie mir sehr schön vor, zumal sie zur Hälfte den Platz mit einrahmt, an dem wir im Sommer gern sitzen, und zähle sie mal von vorn nach hinten, von der Sonne in den Halbschatten, auf: damascena Trigintipetala La Reine Mme Ernest Calvat Mme Pierre Oger Mme Isaac Pereire Souvenir du Docteur Jamain rugosa Sarah van Fleet rugosa Agnes rugosa Conrad Ferdinand Meyer Fantin Latour alba Maidens Blush gallica Conditorum Variegata di Bologna

    "... verkaufen wir importierte Ware aus Übersee, das rechnet sich, aber unsere Ware können wir vergessen."

    25. 10. 2011

    Warum das so ist oder sein soll, daß Schnittrosen fast nur noch aus Übersee kommen, obwohl die weltweit wichtigsten Züchter wie eh und je vor den Toren Hamburgs residieren, dem geht eine Film-Dokumentation von Michael Richter auf den Grund. Ein Film über Ausbeutung, Naturzerstörung und Existenzzerstörung im Namen der Königin der Blumen. http://www.einsplus.de/EinsPlus/Tagesprogramm/Tagesprogramm-Sendung-EinsPlus?eventID=1016946743709 Dank an @muehlenwind für den TV-Tip! Nachtrag 26.10.2011: Der obige Link führt schon ins Leere, beim SWR gabs den Film auch, da ist die Seite noch online.

    Starke Argumente gegen Krieg

    13. 10. 2011

    Las gerade "So ticken Bomberpiloten. Ein Psychogramm des Tötens". Nach dem Vietnam-Krieg nahmen sich mehr Soldaten das Leben, als im Krieg getötet worden waren. Menschen, wie andere Tiere, haben von Natur aus eine starke Hemmung, ihresgleichen zu töten. Regierungen ersinnen immer raffiniertere Tricks, diesen Instinkt auszuschalten. Doch je stärker er im Moment des Krieges unterdrückt wird, desto stärker meldet er sich später und stürzt den Menschen in tiefste Verzweiflung. Ich hatte das mitbekommen, aus Literatur, aber immer gedacht, es sei mehr die Ausnahme. Es ist aber die Regel. "Eure Taten werden auf Euch lasten über viele Generationen," steht glaube ich, irgendwo im Alten Testament. Alfred Andersch hat seinen Vater beschrieben, der als Krüppel den Ersten Weltkrieg überlebt hatte. Mein Vater hat nicht viel erzählt, andere aus dieser Generation konnten nicht aufhören, von Heldentaten zu erzählen, beides hilflose Versuche, mit etwas Ungeheurem fertigzuwerden. Danke @Ober_Franke der den Link zu dem Artikel getwittert hat.

    "Die haben Masern"

    06. 10. 2011

    "Wolle Rose kaufe?" - Was ist da los?

    03. 10. 2011

    Man hat das Schönste, was es im Reich der Pflanzen gibt, in ordentlicher bis exzellenter Qualität aus eigener, nachhaltiger Produktion zu fairen Preisen mit viel Information und Beratung drumrum im Angebot und muß es anpreisen wie sauer Bier, fast wie die armen Leute, die von Tür zu Tür ziehen um Bürsten zu verkaufen, die kein Mensch braucht, aber ein paar halt aus Mitleid abnehmen. Was ist da los? Die wenigen, die den Weg gefunden haben, sind meist wie verzaubert von den Düften, und die vor zwei drei Jahren Rosen von hier gepflanzt haben, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was das für robuste, starke Büsche geworden sind, schöner und größer von Jahr zu Jahr. Aber wem man das sagt, der zuckt nur mit den Schultern und klickt weiter. Was ist da passiert? Heute vor acht Jahren haben mein damaliger Kollege und ich das erste kleine Stück von einem Freund überlassene Land mit Hacke und Handfräse zur ersten eigenen Rosenkultur vorbereitet, die dann am 1. März 2004 begann. Den selbständigen Baumschulen hier in der Gegend ging es da schon seit über einem Jahrzehnt schlecht, aber Rosen wurden doch immer noch gern gekauft, da brauchten wir als Verkäufer, wo auch immer wir da arbeiteten, niemanden lange zum Kauf zu überreden. Deshalb die Spezialisierung auf Rosen, als ich es wagte, mich selbständig zu machen. Kein Mensch hätte einen vor so wenigen Jahren noch irgendwie mit einem Straßenhändler in Verbindung gebracht, der nachts durch verrauchte Kneipen zieht, um Betrunkenen seine schäbigen Schnittblumen aufzudrängen. Dabei habe ich in den paar Jahren ein Sortiment aufgebaut, von dem die Betriebe, in denen wir damals Rosen verkauften, noch nicht mal geträumt haben. Kein Mensch braucht eine Rose, aber eine Pflanze, die ohne viel Umstände gedeiht und blüht und eventuell sehr schön duftet, macht das Leben für jeden reicher. 18 Euro mag ein stolzer Preis scheinen, doch für eine Pflanze, die Jahrzehnte alt wird und jedes Jahr ohne merkliche Folgekosten schöner und größer, ist es ein Klacks. Für 18 Euro kriegt man vielleicht ein nicht besonders üppiges Mittagessen im Restaurant, das bis zum Abend satt macht, oder ein paar Liter Benzin, die gerade mal den Boden des Tanks bedecken. Es müssen irrationale Gründe sein, daß so wenige Leute sich noch Rosen kaufen. Es fing ziemlich genau im Sommer 2008 an. Nicht daß es da auf einmal allen schlecht gegangen wäre, aber das Gefühl ergriff alle, daß es nicht mehr so weitergeht. Eigentlich sollte man denken, daß man da Unnützes einspart, Sachen repariert statt sie einfach fortzuwerfen, mehr selber kocht statt Fertiggerichte zu kaufen, den Irrsin ufgibt, ständig die allerneueste Hardware und das angesagteste Telefon haben zu müssen. Zumal die Nachrichten dafür sprechen: Wir ersticken im Müll, die unnütz verpulverte Energie macht unser Klima kaputt, die Lebensmittelindustrie ekelt uns an. Eiegntlich hätte der Mann vom Gärtnereiverband recht haben können, der damals beruhigte: Immer wenn es den Leuten schlechter geht, geht es den Gärtnern gut, die Leute bleiben im Urlaub daheim und machen es sich im eigenen Garten schön. Doch es geht genau umgekehrt: Die Leute haben der Penetranz der Werbeindustrie nichts entgegenzusetzen. Je nervöser man wegen der Zukunft wird, desto mehr tröstet man sich beim Konsum dessen, was die Hochglanzprospekte als "Schnäppchen" anpreisen. Eine Firma, die nur etwas in bester Qualität und verantwortlich gegenüber der Umwelt herstellt, und seien es Rosen, bleibt links liegen. Nicht bewußt, man hat nichts dagegen, es werden ja dort keine Hähnchen gequält, aber man kauft eher die Hähnchen der bekannten Marke als die Rosen des Nachbarn. Einfach so halt. Ohne böse Absicht wahrscheinlich. Es macht es eben mit einem. Sollte man es begründen, könnte man wahrscheinlich sagen, daß man ja ein paar Rosen hat, die seien gut genug, und man habe auch kein Geld für Unnötiges übrig und zu wenig Zeit, sich groß umn den Garten zu kümmern. Aber das alles war vor fünf, zehn Jahren nicht anders. Es hat damals aber niemanden davon abgehalten, hin und wieder eine von dunklen Koniferen zugewachsene Gartenecke abzuholzen und mit fröhlichen, blühenden und duftenden Rosen neu zu gestalten. Was ist also passiert? Und ist man dem machtlos ausgeliefert? Muß man sich einfach dem Markt anpassen? Ist Rosen veredeln einfach so tot wie viele andere alte Handwerkskünste? Sollen wir alle nur noch Handys und andere nutzlose Dinge verkaufen, die aus Südostasien kommen? Bzw bei den wenigen neuen Reichen das Laub vom Rasen kehren und die Dachrinnen reinigen? Es bräuchten doch nur ein paar Leute nachdenken, wofür sie ihr weniges Geld, solange sie noch welches haben, ausgeben. Für etwas, das ihnen selbst Freude bringt, nicht den Besitzern irgendwelcher Marktketten. und von dem ihre Nachbarn leben können. Viel Umweltzerstörung wäre dann im selben Aufwasch auch gleich beseitigt. Ach ja, hier gehts zum Rosen-Katalog.

    twitter-Follower sind jetzt automatisch Rosenwelten-Insider

    01. 10. 2011

    Für einige Funktionen muß eine Website den Benutzer wiedererkennen, zum Beispiel damit der eine Liste seiner Favoriten anlegen und aus den verschiedenen Größen die passenden Pflanzen zum Abholen oder Zuschicken reservieren kann.

    Anderes möchte ich gern guten Kunden und Freunden vorbehalten, zum Beispiel das gesamte Angebot zu überblicken, inklusive Sahnestückchen in kleinsten Stückzahlen und was derzeit noch in Kultur ist und nächstes oder übernächstes Jahr fertig wird. Und Erfahrungen mit gekauften Sorten anderen mitteilen.

    Meine Follower auf twitter sind ja nun alles andere als Fremde. Vom Blick aufs Wetter in aller Frühe über den Blick in die Zeitungen, Kommentare zu Livestreams von wichtigen Debatten, bis zu den Stoßseufzern zu Feierabend und den bissigen Bemerkungen zu den Talkshows im Fernsehen verbringen wir Tage miteinander. Endlich habe nun auch ich ein Plugin, twitconnect, gefunden, das die twitter-Identität an das Wordpress-Anmeldesystem, das rosenwelten.de nutzt, weitergibt.

    Liebe twitter-Follower, Ihr klickt also bei der rosenwelten-Anmeldung einfach auf "sign in with twitter" und bestätigt beim ersten Mal in einem Popup-Fenster, daß rosenwelten Eure twitter-Anmeldung wissen darf. Damit seid Ihr automatisch auch auf rosenwelten.de keine Fremden mehr sondern Stammgäste, registriert unter Eurem twitter-Namem mit angehängtem "@twitter". Herzlich willkommen zum Pflanzen aussuchen, merken, reservieren, bestellen und kommentieren! Ich freue mich auf Euch und bin gespannt, wie Ihr es findet.

    Til ungdommen (Nordahl Grieg, 1936)

    26. 09. 2011

    Habe mal versucht, das Gedicht von Nordahl Grieg, das seit 22. Juli in Norwegen im Gottesdienst, bei Beerdigungen, Versammlungen und Gedenkstunden so gern gesungen wird, so daß es sogar als neue Nationalhymne vorgeschlagen worden ist, zunächst eher wortgetreu zu übersetzen. Bin dankbar für Korrekturen/Verbesserungen.

    Ein englischer Wikipedia-Artikel bietet Informationen über das Gedicht und verschiedene englische Übersetzungen und auf youtube kann man verschiedene Aufführungen sehen und hören. Über den Dichter Nordahl Grieg (1902-1943) kann man in der deutschen Wikipedia nachlesen.

    Kringsatt av fiender, gå inn i din tid! Under en blodig storm - vi deg til strid!

    Kanskje du spør i angst, udekket, åpen: hva skal jeg kjempe med hva er mitt våpen?

    Her er ditt vern mot vold, her er ditt sverd: troen på livet vårt, menneskets verd.

    For all vår fremtids skyld, søk det og dyrk det, dø om du må - men: øk det og styrk det!

    Stilt går granatenes glidende bånd Stans deres drift mot død stans dem med ånd!

    Krig er forakt for liv. Fred er å skape. Kast dine krefter inn: døden skal tape!

    Elsk og berik med drøm alt stort som var! Gå mot det ukjente fravrist det svar.

    Ubygde kraftverker, ukjente stjerner. Skap dem, med skånet livs dristige hjerner!

    Edelt er mennesket, jorden er rik! Finnes her nød og sult skyldes det svik.

    Knus det! I livets navn skal urett falle. Solskinn og brød og ånd eies av alle.

    Da synker våpnene maktesløs ned! Skaper vi menneskeverd skaper vi fred.

    Den som med høyre arm bærer en byrde, dyr og umistelig, kan ikke myrde.

    Dette er løftet vårt fra bror til bror: vi vil bli gode mot menskenes jord.

    Vi vil ta vare på skjønnheten, varmen som om vi bar et barn varsomt på armen!

    Umzingelt von Feinden, tritt ein in deine Zeit! Unter einem blutigen Sturm weih dich dem Streit!

    Mag sein, du fragst in Angst - ungedeckt, offen -: womit soll ich denn kämpfen, was ist meine Waffe?

    Dies ist dein Schutz vor Gewalt, dies ist dein Schwert: Der Glaube an unser Leben, des Menschen Wert.

    Um all unsrer Zukunft willen, such ihn und förder ihn, stirb, wenn du mußt - doch vermehr ihn und stärk ihn!

    Still wie am laufenden Band fliegen Granaten. Stop ihren Todestrieb, stop ihn mit Geist!

    Krieg ist Leben verachten, Frieden ist schaffen. Setz deine Kräfte ein, der Tod soll verlieren!

    All das Große, das war, lieb es und bereicher's durch Träume! Geh auf das Unbekannte zu, entringe ihm Antworten.

    Noch ungebaute Kraftwerke, noch unbekannte Sterne, schaff sie mit mutigen Köpfen mit Leben derer, die bewahrt wurden!

    Edel ist der Mensch, die Erde ist reich! Gibt es hier Not und Hunger, liegt's an Verrat.

    Weg damit! Im Namen des Lebens muß das Unrecht fallen. Sonne und Brot und Geist, das gehört allen.

    Die Waffen sinken dann kraftlos zu Boden. Schaffen wir Menschenwert, schaffen wir Frieden.

    Wer auf dem rechten Arm eine Last trägt, die ihm teuer ist und nicht verlorengehen darf, der kann nicht morden.

    Dies ist unser Versprechen von Bruder zu Bruder: Wir wollen gut werden/bleiben zur Erde der Menschen.

    Wir wollen achtgeben auf die Schönheit, die Wärme, als ob wir trügen ein Kind achtsam im Arm!

    Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen

    15. 09. 2011

    Neu auf rosenwelten.de: Bei jedem Sortenporträt gibt es jetzt ein Tab "Kommentare". Hier können Sie als registrierte Besucher Ihre Erfahrungen mit den Rosen von rosenwelten mitteilen. Steht im Moment natülich noch nicht viel drin, wird aber hoffentlich bald mehr.

    Wer macht die Gartenarbeit?

    30. 08. 2011

    In der taz steht heute:

    In den Freizeitaktivitäten zeigen sich die sozialen Unterschiede. Leute mit Hauptschulabschluss treffen sich häufiger als Menschen mit Abitur mit Großeltern und Enkeln, halten häufiger Mittagsschlaf, lösen öfter Kreuzworträtsel und Sudoko und machen mehr Gartenarbeit. Menschen mit Abitur hingegen lesen und schreiben mehr Emails, surfen öfter im Internet, lesen mehr Bücher, treiben mehr Sport und haben mehr Sex als BürgerInnen mit Hauptschulabschluss.
    Dabei haben die Menschen mit Abitur, so sie denn ein höheres Einkommen haben, wahrscheinlich die größeren Gärten. Fragt sich, wer dann in diesen Gärten die Arbeit macht? Sind sie etwa alle so naturbewußt und planerisch genial, daß sie pflegearme Gärten angelegt haben? Oder lassen sie die Gartenarbeit vonMenschen mit Hauptschulabschluß machen? Weiter erfährt der Leser:
    Geringverdiener mit einem Haushaltseinkommen unter 1000 Euro im Monat geben öfter an als Besserverdiener, in ihrer Freizeit auszuschlafen, "seinen Gedanken nachzugehen", Fahrrad zu fahren oder Spazieren zu gehen. Besserverdiener mit einem Einkommen von über 3 500 Euro hingegen besuchen häufiger Restaurants, machen mehr Ausflüge, gehen öfter ins Fitnesstudio und verbringen mehr als doppelt soviel Zeit mit dem Internet.

    Läuse

    30. 08. 2011

    In diesem Video von Alvar Freude sieht man gut, wozu Pflanzen Borsten oder Härchen auf dem Stengel haben. Für Läuse mit ihren kurzen Beinchen muß das so ähnlich sein wie wenn unsereiner durch hüfthohes Gestrüpp zu laufen versuchte.

    Konditorenkunst mit Rosen

    16. 08. 2011

    Vorvorige Woche hat jemand auf dem Rosenfeld fünfzig weiße und rosa Rosenblüten gepflückt, sorgfältig nebeneinander in eine Schachtel gesetzt und nach hause gebracht. Dort wurden sie in Eiweiß getaucht und dann mit Puderzucker überzogen: Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine Auf der Leine mußten sie mehrere Tage trocknen, da war bestimmt kein schlechter Duft im Zimmer: Kandierte Rosenblüten trocknen auf der Wäscheleine Schließlich kamen sie auf eine dreistöckige Torte: Hochzeitstorte mit kandierten Rosenblüten Danke für die Bilder und großen Respekt für das Kunstwerk!

    Kleine Guttenbergs

    07. 03. 2011

    Kleine Guttenbergs muß es viele geben. Auf Anhieb fallen mir zwei Auszubildende ein: Einer wußte, daß er später in die Fußstapfen seines geschäftlich "erfolgreichen" Vaters treten würde. Zuvor sollte er allerdings Gärtner lernen. Wir zeigten ihm am ersten Tag Ackerflächen mit allerlei verschiedenen komplizierten Kulturen und wollten ihm etwas Vorfreude vermitteln auf den Stolz darüber, was er alles nach der Lehre können werde. Die Reaktion des Grünschnabels vergesse ich nie: "Was, das macht ihr alles selbst? Schön blöd, das gibts doch spottbillig in Polen." Ein anderer glaubte auch schon mit Anfang 20, ihm gehöre die Welt und konnte überhaupt nicht verstehen, daß ich mich in der Gründungsphase von rosenwelten mit sowas wie Texte schreiben aufhielt (Beschreibungen der Sorten im Angebot, Pflanzanleitungen). Wo es das doch alles im Internet und in Katalogen anderer Firmen schon gibt! Wobei die jungen Leute ja nur kundtun, was sie sich bei ihren Eltern usw. abgeguckt haben. Die "Ich-bin-doch-nicht-blöd"-Mentalität. Gut, daß mal einer richtig medienwirksam dafür die Rechnung bekommen hat.

    Rosen mit blanker Wurzel im Angebot

    02. 11. 2010

    Jetzt sind die Rosenveredlungen des Vorjahres soweit ausgereift, daß ich sie im Lauf des Monats vom Feld ernten kann. Ich werde sie über den Winter in meinem Garten geschützt einschlagen und im zeitigen Frühjahr eintopfen. Das bedeutet für Sie, daß Sie alle Sorten, die ab Mai 2011 eingetopft zu 18 € zum Verkauf kommen, auch jetzt im Winter ungetopft "mit blanker Wurzel" zum ermäßigten Preis von 12 € kaufen können. Die Übersicht der bereits geernteten und verfügbaren Sorten wird jetzt täglich aktualisiert. Der Anwachserfolg ist nicht ganz so sicher wie bei im Topf gewachsenen Rosen, aber wenn man die Grundregeln beachtet, durchaus sicher genug. Früher, bevor es die Containerkultur gab, hat man alle Rosen so gepflanzt. Was beim Pflanzen wichtig ist, habe ich in einer kleinen Anleitung zusammengefaßt.

    Zeitgemäße Rosen und solche, die kein Mensch mehr braucht

    14. 09. 2010

    Opas Rosenbeet brauchte viel Chemie und ständiges Schneiden. Damals ging das: an die Gefahren der Chemie dachte man noch nicht, und die Rosen waren sein Stolz mit ihren riesengroßen Blüten auf langen Stielen. Das war damals noch etwas Besonderes. Und nicht nur beim Garten-Hobby zweifelte noch niemand an der Lebensregel "Ohne Fleiß kein Preis". Kinder, die das miterlebt hatten, suchten sich meist andere Hobbies. Und mittlerweile hat sich als Lebensregel durchgesetzt, daß alles leicht, am besten mit einem Klick erreichbar sein soll. Doch seit keiner mehr die Rosen so ordentlich pflegt wie Opa, sind daraus traurige Gestalten geworden, mit nackten Beinen und übergewichtigen Blütenköpfen. Kataloge und Verkaufsverpackungen der Gartencenter und Baumärkte zeigen aber immer noch nur Einzelblüten. Sie wecken die tollsten Sehnsüchte. Dem Kunden werden immer noch die großköpfigen "Edelrosen" aufgedrängt, als seien sie der unübertreffliche Höhepunkt der Züchtung bzw. als sei die Zeit 1980 stehengeblieben. Oder, falls es richtig teuer sein darf, im "Premium"-Topf mit Goldschrift auf "alt" und "romantisch" getrimmte Modezüchtungen, denen man den Stilbruch ansieht, sobald man seinen eigenen Augen mehr glaubt als dem Marketing. Sobald die unehrlichen Farben der Bildetiketten verblichen sind und die Pflanzen in der rauhen Gartenwirklichkeit ihre wahre Gestalt zeigen könnten, zeigt sich, daß da nichts ist, und die Enttäuschung ist groß. Die sich ihre Verführung aber nicht eingestehen wollen, hoffen Jahr für Jahr, daß es nächstes Jahr besser wird. Damit sind die Rosen dann allerdings wahre Symbole der Romantik geworden, die ja die ewige unstillbare Sehnsucht nach dem Unmöglichen ist. Dabei sind sind Rosen von Natur aus überaus zähe, vitale, üppige und elegante Sträucher, die den Garten ohne große Pflege um ganzjährig erfreuliche Rosenwelten aller Art und für viele Zwecke bereichern könnten. Die Züchtung ist in den letzten 20 Jahren beileibe nicht stehengeblieben. Zuerst im Hause Noack, dem nun auch die Marktmächtigeren mehr oder weniger gelungen nacheifern, sind Sorten gelungen, deren edles Ambiente nicht sich nicht in ein paar monströsen Blüten ab und zu erschöpft, sondern in endlosen Mengen davon auf einem ebenso schönen, von selbst gut verzeigten und stark belaubten Busches besteht. Zum Glück geht das alles noch nach den althergebrachten Methoden vonstatten und nicht mit Gentechnik. Pflanzen bleiben zum Glück noch Lebewesen. Wer das nicht zu schätzen weiß und von der Panik erfaßt ist, die sensationslüsterne Medien gegenüber Krankheitszeichen allerorten verbreiten, wer von Pflanzen Sterilität erwartet statt Robustheit und seine Augen statt auf die Natur und das Leben ständig voll Angst auf die ersten Anzeichen eines zum unausweichlichen Untergang führenden "Befalls" richtet, für den können leider lebende Pflanzen gar keine Quelle der Freude mehr sein. Er ist zu bedauern.

    Eine Lanze für die Herbstpflanzung

    14. 09. 2010

    Pflanzzeit ist heutzutage immer. Schon seit zwei, drei Jahrzehnten werden die meisten Gehölze nämlich im Container herangezogen und können dadurch, ohne Wurzeln zu verlieren, transportiert werden. Damit ist die Pflanzzeit nicht mehr auf die Zeit der Winterruhe beschränkt. Ein großartiger Fortschritt, der sich aber immer noch nicht überallhin herumgesprochen hat (anders als etwa das Internet, das in der Hälfte der Zeit tief in jedermanns Leben eingedrungen ist). Verwirrung schafft in letzter Zeit die Baumarkt-Werbung, die den mai als Pflanzzeit verkündet, was Magazine und Nachmittags-Talkshows hirnlos nachplappern. Da haben ein paar gärtnerisch ahnungslose Marketing-Strategen in ganzjährig klimatisierten Büros mal einfach eben die Jahreszeiten umdefiniert, um den Profit zu steigern: Für Pflanzen ist nur im April-Mai Platz auf deren teuren Flächen, da müssen die voll "drehen", danach kommen nämlich die Gartenmöbel und das Grillgerät bis August, und ab September drängen bereits wieder die Lichterketten. Der Mai ist die richtige Pflanzzeit für die Einjahrsblumen, die erst nach den Frösten des Frühjahrs raus dürfen, das stimmt, mehr ist am Mai aber auch nicht dran. Zwischen frostempfindlichen Einjahresblumen, die der Beet- und Balkonpflanzengärtner unter Glas heranzieht, und den winterharten Gehlzen und Stauden liegen ja Welten, was die Jahreszeiten angeht. Werbestrategen ist so etwas freilich egal, sie verdummen anstandslos das Publikum, damit es ihren Umsatzzielen dient. Für Gehölze und Stauden ist und bleibt der Herbst und Winter die klassische Pflanzzeit, auch wenn es dank Containerkultur nicht mehr die einzige ist! Sie können in der feuchten Zeit anwachsen, bevor sie in der warmen Zeit austreiben müssen, das ist genial. In der Wärme des Frühherbstes, wenn er feucht genug ist, geht das Anwachsen natürlich leichter und schneller als in der Winterkälte, aber der Boden bleibt viel länger warm und Wurzeln frieren viel weniger als sich schlotternde Gartenbesitzer gemeinhin vorstellen. Durch die moderne Kultur im Topf können Sie ihre Rosen freilich das ganze Jahr pflanzen, wann immer Sie gerade Zeit und Lust haben, am besten jedoch immer so früh wie möglich. Die nötigen Handgriffe sind einfach und leicht erklärt.

    Enttäuschung

    02. 08. 2010

    Frau Siemers aus Wiesbaden hat ins Gästebuch geschrieben:

    ich war dieses Jahr bei Ihnen, weil mir Ihre Homepage gefällt, ich einige positive Kritiken gelesen hatte und als Anfängerin auf Ihren Rat gebaut habe. Leider bin ich enttäuscht. Sie haben mir eine stark verlauste Rose und eine Rose mit reichlich Sternrußtau und Rosenrost verkauft. Schon bei Ihnen im Garten/Feld habe ich die Schadbilder gesehen und Sie darauf hingewiesen bzw. darüber befragt. Sie hatten mir versichert, dass die Beeinträchtigungen unproblematisch seien. Die Rosen seien kräftig, robust und gesund und würden mit diesen Krankheiten keine Probleme haben. Leider kümmern beide Rosen vor sich hin. Ich habe mit den beiden Pflanzen viel Arbeit und wenig Freude. Über Rosenrost und Sternrußtau habe ich mich zwischenzeitlich informiert und erfahren, dass stark befallene Pflanzen meist den nächsten Winter nicht überleben. Es sei denn, man rückt ihnen mit viel Gift zu Leibe, was ich nicht möchte. Dass Sie Ihre Sorgenkinder einer erklärten Rosen-Anfängerin verkauft haben, verstehe ich nicht.
    Daß Sie mit den Rosen wenig Freude und viel Arbeit haben, sollte nicht sein und tut mir leid. Wenn Ihnen die Pflanzen von Anfang nicht gefallen haben, frage ich mich allerdings, warum Sie sie gekauft haben. Andere Verkäufer drängen manchmal dem mißtrauischen Kunden etwas auf, das ist aber gar nicht meine Art, weil ich genau die Situation vermeiden möchte, die wir jetzt haben, daß Sie sich jeden Tag über mich ärgern. Viele Verkäufersprüche sind auch, obwohl sie wahr sind, so abgegriffen, daß sie keiner mehr glaubt und ich sie nicht in den Mund nehme. Aber "Wird schon noch, nur Geduld" ist gar nicht immer so falsch. Wie lange haben sie die beiden denn schon? Sorgenkinder verkaufe ich grundsätzlich nicht sondern kultiviere sie, bis sie selbständig sind oder auf den Kompost kommen. Grundsätzlich gibt es immer zwei Möglichkeiten: Mit Ihrer Erde, dem Standort bei Ihnen, Ihrer Behandlung der Pflanzen ist irgendetwas nicht in Ordnung - oder es ist ein massiver Schaden aufgetreten, den man nicht voraussehen konnte. Ersteres passiert zB in Kübeln mit billiger Pflanzerde, zuviel/zuwenig Wasser, zu windstillem/schattigem Standort oder wenn jemand eine Containerpflanze stundenlang untertaucht vor dem Pflanzen, so daß die Wurzeln ersaufen. Letzteres könnte ein Pilz an der Rinde sein, der den Saftfluß bremst, dann ist die Pflanze nicht mehr robust und in der Lage, sich gegen Schädlinge zu wehren. Den sieht man besonders im Frühjahr manchmal nicht vor dem Verkaufen. Sie sehen, es gibt viele offene Fragen. Ihnen und Ihren Rosen wäre am besten geholfen, wenn wir darüber sprechen könnten. Als Gärtner verkaufen wir Lebewesen, die sind nicht berechenbar wie Maschinen. Unsere Erfahrung läßt uns vieles vorhersehen, aber nie alles. Vieles hängt übrigens auch davon ab, ob man selbst seinen Pflanzen etwas zutraut oder von vornherein erwartet, daß sie kaputtgehen. Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören.

    Rosenschnittkurs 2010

    06. 03. 2010

    Auch in diesem Jahr lade ich zum Frühjahrsbeginn alle Interessierten ein, sich in einem zweistündigen Kurs auf dem Rosenfeld intensiv mit Theorie und Praxis sinvollen Rosenschnitts zu befassen, Erinnerungen aufzufrischen, Vorurteile infragezustellen, Hemmungen abzubauen, um dann daheim gezielt und sicher die Schere anzusetzen. Dieses Jahr erweitern wir das Thema erstmals vom sinnvollen Schnitt auf die Pflege des Bodens, den anderen entscheidenden Faktor für gutes Gedeihen der Rosen. Ein Berater von der Fa. Oscorna, dem führenden Hersteller organischer Dünger und Bodenverbesserungsmittel, Herr v. Schrenck, berät und hilft bei Boden- und Ernährungsfragen zu Rosen und anderen Gartengewächsen. Wir treffen uns Samstag, dem 6. März 20. März, diesmal nachmittags um 15 Uhr im rosenwelten-Garten, besprechen kurz das Schneidwerkzeug und gehen dann hinüber aufs Feld. Ende wird gegen 17 Uhr wieder im Garten sein. Bitte melden Sie sich möglichst früh einfach online an, bei unseren Schnittkursen in den beiden letzten Jahren waren die Plätze immer schnell belegt dadurch, daß es dieses Jahr nicht in der Lokalpresse stand, sind noch einige Plätze frei. Wenn die Gruppe größer als 15 Teilnehmer wird oder wenn am 6. März unmögliches Wetter ist, weichen wir auf den Samstag darauf, den 13. März als Wiederholungs- oder Ersatztermin aus, müssen da allerdings ohne Herrn v. Schrenck auskommen. Bitte bringen Sie Ihr gewöhnliches Schneidwerkzeug mit, dazu evtl. robuste Handschuhe, feste Schuhe und was man eben so braucht für zwei Stunden Aufenthalt im Freien um diese Jahreszeit. Wenn Sie besondere Fragen oder "Problemfälle" haben und uns diese durch Bilder, Ast- oder Zweigstücke oder Bodenproben veranschaulichen, können wir gleich gemeinsam die neuen Erkenntnisse daran erproben. Die Teilnahme kostet 10 Euro/Person, einfach am Tatort zu bezahlen. Guter Rosendünger in Kilopaketen kann am Ende direkt erworben werden, bei Mehrbedarf machen wir kurzfristig noch eine Sammelbestellung. Bitte lesen Sie sich das Arbeitsblatt bereits zuhause in Ruhe durch und notieren Sie Ihre Gedanken dazu, so können wir dann draußen schneller zum Kern der Sache vorstoßen. Wer es bereits kannte wird sehen, daß es von Grund auf überarbeitet wurde und nun noch viel besser geworden ist.

    Bessere Rosen

    16. 02. 2010

    Vorbehalte

    Es soll ja Menschen geben, die in ihrem Garten keine Rosen haben mögen. Dahinter stecken meist schlechte Erfahrungen mit heiklen Sorten. Mit Recht. Warum soll man sich Pflanzen in seinen Garten holen, die man nur durch ständigen Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten gerade so am Leben erhalten kann? Hat man nicht einen Garten oder Balkon, um sich zu erholen vom Kampf und Streß des Arbeitsalltags? Ich spritze auch nicht gern, und eine Sorte, bei der ich jeden Morgen kranke Blätter vom Boden aufzulesen habe, müßte ich eigentlich teurer verkaufen als eine, die ihre Blätter gesund hält, den Preis würde aber niemand bezahlen. Schon allein deswegen, aber auch aus noch gewichtigeren Gründen, setze ich auf Rosensorten, die sich aus eigener Kraft gegen Sternrußtau, Mehltau und Rosenrost behaupten können.

    Moderne Rosen

    armselige Rose vor Wacholder In den 70er- und 80-er Jahren war man modern. Nadelgehölze wie Blaufichten und Strauchwacholder waren chic, und Rosen hatten große gefüllte Blüten aus schlanken Knospen auf langen Stielen in knalligen Farben zu haben und öfter zu blühen. Nostalgie galt als lächerlich. Alte Gemäuer riß man ab und ersetzte sie durch Betonbauten. Auch alte Rosen, die in den Gärten die Jahrzehnte überdauert und ihre Robustheit bewiesen hatten, schätzte man nicht mehr, da sie meist zu kleine und zu blasse Blüten hatten, und gegen die Chemie im Garten hatte man ja nichts. Noch nicht. Die "modernen" Rosen von damals überleben nur, solange sie unermüdlich gespritzt und geschnitten werden. (Und wo keine Nadelgehölze sie in den Schatten drängten). Wo jüngere Leute mit Skepsis gegenüber Chemie im Garten die Gärten von der älteren Generation übernommen haben, sind die Rosenbeete meist als erstes verschwunden.

    Zwei Sichtweisen

    Als dann mit den Neunzigern neue, gesunde Rosensorten kamen, schieden sich die Geister. Nüchtern denkende und rechnende Menschen, Architekten, Landschaftsgärtner, Gartenamtsleiter, machten reichlich Gebrauch von den neuen gesunden, reichblühenden und pflegeleichten Rosenzüchtungen, allen voran Noacks 'Heidetraum'. Nun konnten sie wieder große Rosenbeete anlegen, Farbe in Städte, Parks und Wohnanlagen bringen. Denn die "Bodendeckerrosen" entwickelten im Nu dichte Blütenmeere, die das Unkraut unterdrückten und praktisch ohne Schnitt und Chemie gediehen. Nostalgisch eingestellte, dem Fortschritt mißtrauende Menschen beargwöhnten solche herrlichen Beete, fanden die Blüten zu klein, die Triebe zu lang, die Farben zu strahlend, vermißten Duft ... Je mehr die Gärtner Stadt und Land mit großzügigen Rosenbeeten zum Blühen brachten, desto verächtlicher sah, wer auf guten Geschmack hielt, auf dieses "öffentliche Grün" herab. Jetzt, wo es immer mehr blühende Flächen gab, erfanden die Nostalgiker ihre Sehnsucht nach wenigen, aber riesigen, Blüten, voll gefüllt wie Pfingstrosen, in gedeckten Farben und duftend. Darin wollte man Großmutters Rosen wiedererkennen, die vielleicht erst zehn Jahre zuvor im Modernisierungseifer herausgerissen worden waren. Unglücklicherweise bedeckten die Profis aus Sparsamkeit viel mehr Quadratmeter mit billigen älteren Bodendeckersorten als mit guten Neuzüchtungen. Die Massen von "The Fairy", einer Vorkriegssorte mit mickrigen Blütchen in blassem Rosa, haben dem Wort "Bodendeckerrosen" den Klang des Schäbigen angehängt. Jährlich viele sehr teure Neuheiten an Englischen Rosen und dann auch immer mehr Romantik-Serien der anderen Züchter lieferten genügend Stoff für Sehnsüchte, verhinderten, daß man einfach die wirklich alten Rosenschätze gehoben hätte bzw. sorgten dafür, daß das nur in Liebhaberkreisen stattfand. Den Alten Rosen hängte man erfolgreich den Makel an, "nur einmal" zu blühen, obwohl das ja gar kein Makel sein muß. Für den Nostalgie-Trend wurde die geschicktere Werbung gemacht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: als wir anfingen, Porträts unserer Rosen zu verfassen, fielen uns ohne Mühe im Handumdrehen gleich jede Menge sehnsuchtsvoll-romantischer, eigentlich ganz schön schwammiger, Adjektive ein, aber kaum klangvolle Synonyme für reale Vorzüge wie "einfach und schön". Die Wörter "gesund" und "pflegeleicht" wurden dadurch unbrauchbar, daß man das eine dauernd im Kontext mit dem kranken Geundheitswesen hört, das andere schon leicht nach Leistungsverweigerung riecht, heute etwas ganz besonders Schlimmem.

    Eigene Erfahrungen

    Wer trotzdem eine "gesunde" und "pflegeleichte" Rose bei uns gekauft hatte, ist aber, soweit ich es mitbekomme, nach ein, zwei und drei Jahren hochzufrieden mit deren prächtiger Entwicklung, kam wieder und war von der Lust auf mehr Rosen im Garten infiziert. Wer nur einer prachtvollen duftenden Blüte wegen eine Rose gekauft hatte, scheint dagegen selten wiedergekommen zu sein, um noch eine dazu zu kaufen. War die romantische Sehnsucht schon mit der einen gestillt? Oder hat die Pflanze vielleicht nicht gehalten, was die Blüte versprochen hatte? Angefangen habe ich rosenwelten mit der Idee, zwei Bereiche anzubieten, die nicht überall zu bekommen sind: einerseits neue gesunde und pflegeleichte Sorten, andererseits romantische und besonders gut duftende. Anfangs schien der zweite Bereich der leichtere: eine kleine Rose mit einer großen, extravaganten Blüte fand und findet noch immer schnell einen Käufer. Ich habe aber das ungute Gefühl, daß das öfters allzuschnell ging und nicht jedes Röschen dann den Platz und die Aufmerksamkeit gefunden hat, die es gebraucht hätte, um etwas zu werden. Diese Großkopfigen brauchen ja nicht nur tatsächlich mehr Pflege, man kauft sie wohl auch besonders gern einfach mal so "aus dem Bauch heraus", ohne über ihre Ansprüche nachzudenken. Wenn dann aber jeder nach nur einer bei mir gekauften Rose schon enttäuscht ist und nicht wiederkommt, läuft mein Geschäft rückwärts; von mir aus müßte die erste Rose dem Kunden Lust auf mehr machen, mindestens eine ganze Rosenwelt oder auch mehrere mit Pflanzen von rosenwelten in seinem Garten anlegen.

    Meine Rosen-Philosophie

    Die gute Anfangsidee formuliere ich daher jetzt nach drei Jahren prägnanter: rosenwelten bietet dem Nüchternen noch mehr "Blütenmeere" als bisher und empfiehlt dem Nostalgiker und dem Roamtiker die "Naturnahen" - in beiden Gruppen nur Sorten, die eigentlich nicht enttäuschen können. Im Kapitel "Rosenwelten im Garten" möchte ich Ihnen künftig Lust auf immer neue gelungene Kombinationen damit machen, damit Ihr Garten immer schöner wird. Was bloß "Große Blüten" hat und keine wirklich guten Pflanzen sind, diese Sorten will ich auf einen kleinen Rest einschränken. Die "Blütenmeere" sind die Zuverlässigen und Anspruchslosen. Ihr Blütenreichtum und das Durchblühen bis zum Herbst unterscheidet sie von den "Naturnahen". Sie bringen also viel Farbe und Fröhlichkeit in den Garten, ohne viel Arbeit zu machen, denn verzweigen können sie sich von alleine und mit Blattkrankheiten werden sie auch so ziemlich selber fertig, ja ihr Laub ist eine zusätzliche Zier, harmonierend zu den Blüten. Man kann sie auf traditionelle Art in größeren Flächen pflanzen oder einzeln in Kübeln und Kästen auf Balkon und Terrasse oder in kreatven Kombinationen mit Gräsern, Stauden und anderen Sträuchern, dann entstehen starke Bilder mit viel Farbe. Daß diese Rosen nur fürs "Öffentliche Grün" seien ist ja so verkehrt wie nur etwas sein kann. Es sind die Rosen für alle, denen Opas mühsame Rosenpflege die Lust an Rosen verdorben hat, so gern sie auch im tiefsten Innern welche hätten. Die "Naturnahen" sind ebenso robust und ebensowenig auf ständige Pflege angewiesen, aber es sind Rosen mit Jahreszeiten. Man pflanzt sie nicht allein der Blüten wegen. Manche blühen immer wieder bis zum Herbst, manche "einmalig" im Frühsommer in überwältigender Pracht und geben im Herbst und Winter eine weitere, noch längere Galavorstellung mit bunten Hagebutten. Es sind lauter unverkennbare Individualisten. Schon im Winter stellen manche mit auffälligen Stacheln, farbiger Rinde, bizarrer oder gefälliger Silhouette einen Blickpunkt im Garten dar. Im Frühjahr sprießt bei einigen neongrün das junge Laub, das alle möglichen Formen, Farbnuancen und Oberflächen aufweist. Sie lassen sich ganz hervorragend mit Gräsern, Blütenstauden, anderen Sträuchern und niedrigen Clematis zu stimmungsvollen Arrangements kombinieren, denn sie wirken überhaupt nicht fremd oder arrogant. A propos Clematis: Die mit den großen Blüten über langweiligem Laub und von zweifelhafter Gesundheit gibt es überall. Bei rosenwelten gibt es dagegen die viel wertvolleren viticella-Hybriden, die den ganzen Sommer über blühen (ideal also zu einmalblühenden Kletterrosen!), üppig wachsen und quasi welkeresistent sind. Die texensis-Hybriden, die Südwände vertragen. Die fast unbekannten Stauden-Clematis, ideal zum Kletternlassen in Strauchrosen und am Fuß von Kletterrosen, die zum Aufkahlen neigen. Dann Riesen-Clematis ...

    Das Besondere an meinem Angebot

    Die Großmärkte quellen über von Pflanzen zu niedrigsten Preisen. Nur durch industrialisierte Produktion und Ausbeutung läßt sich so etwas noch billig genug produzieren. Heraus kommen bedauernswerte Wegwerfartikel für Gedankenlose, produziert, um genau zum Verkaufszeitpunkt attraktiv auszusehen und danach keine Zukunft zu haben. Wenn mal einer ein par Jahre länger durchkommt, ist man stolz auf den günstigen Kauf und vergißt, wieviel Euro man in derselben Zeitspanne auf den Kompost gewordfen hat. Auf Sorten kann auch keine Rücksicht mehr genommen werden. Oft werden die Sortennamen nicht einmal verraten ("Edelrosen in verschiedenen Farben jetzt nur 1,99"), oder sind längst überholt, weil die Lizenzgebühr auch noch eingespart werden sollte. Diese Billigpflanzen passen nicht in unsere Zeit. Würde man es sich auf anderen Gebieten gefallen lassen, daß man uns, um Entwicklungskosten einzusparen, Modelle von vor 70-80 Jahren (The Fairy) andrehen möchte? Wertvolle Neuzüchtungen und zu Unrecht vergessene Schätze muß man inzwischen leider mühsam suchen. Es wird Zeit, die Abwärtsspirale von immer billiger und minderwertiger zu durchbrechen. rosenwelten macht es Ihnen in Wiesbaden und Rhein-Main wieder ganz leicht, wirklich gute Sorten in Ihren Garten zu pflanzen.

    Magere Jahre

    16. 02. 2010

    Es ging nur bis Ende 2007 zu zweit, seither schaukele ich das Ding alleine. Mein ehemaliger Mitarbeiter sucht sich in norddeutschen Baumschulen eigene Wege und mein einstiger Mit-Ideenerfinder hat gleich ganz den Beruf gewechselt. Unser vereinter Enthusiasmus konnte die Kundschaft zwar von Anfang an ganz schön begeistern, genau wie es ja auch gedacht gewesen war. Aber das Wenige, was man einem Mitarbeiter selbst in der Niedriglohnbranche Gartenbau schuldet, kam dabei doch auf die Dauer einfach nicht heraus. Man lockt am Anfang durch die Werbung, für die man viel Geld ausgibt, doch wohl zu viele an, die bloß mal kurz neugierig waren und schon zufrieden sind, nachdem sie sich die neuen Nasen einmal aus der Nähe betrachtet hatten, um sich daraus eine Meinung darüber abzuleiten, wie lange sich denn nun dieses neue Geschäft wohl "werde halten können". Anstandshalber kauften sie ja sogar irgendetwas, sofern es nicht zu teuer war. Aber es ging ihnen nie um Pflanzen und Garten, und es hat keinerlei Nachwirkungen. Dazu kam, daß wir anfangs natürlich noch nicht alles wußten, was mir inzwischen klargeworden ist. Wir hatten von früheren Arbeitsplätzen zwar eine Menge Erfahrung mit Rosensorten, die wir nicht mochten und riskierten in der eigenen Firma, wagemutig, lauter, wie wir dachten, bessere anzubieten, mit denen wir jedoch noch keine Erfahrung hatten. Daß "tolle" Blüten in der Regel auf dürftigen Pflanzen wachsen, war uns nicht klar, gibt ja auch niemand von den Züchterfirmen freiwillig zu. Als es mir allmählich klar wurde und ich anfing, umzusteuern, war es allerdings mit dem Grundkonsens, auf dem die kollegiale Betriebsführung beruhte, vorbei. Die Jugend von heute hat keine Lust mehr, die Augenblicks-Blendwirkung des schönen Scheins mit kritischen Fragen zu entzaubern. Kaufmännisches Denken, kurzfristiges jedenfalls, scheint ihr Recht zu geben, denn die Kunden wollen sich wirklich verführen lassen: muß man die allermeisten fast gewaltsam von den Blender-Blüten losreißen, will man ihnen vernünftige Rosen verkaufen, so stark ist die Wirkung der Drogen. Weiter voraus denkend hat man aber keine andere Wahl als genau dieses Marketing-Sakrileg zu begehen, denn wenn die Leute nach drei Jahren ihre traurigen Gestalten im Garten wiedersehen, denken sie wohl nicht mit freundlichen Gefühlen an uns zurück, die wir ihnen mit naivem Enthusiasmus das Zeug auch noch empfohlen hatten. Niemand von diesen kam wieder und wollte mehr kaufen, doch genau darauf ist die Firma angewiesen. Der grimmige Winter 08/09 hat dann die Streitfrage denn auch zugunsten der robusten Rosen entschieden, alle anderen landeten auf dem Komposthaufen. Die Selbstdarstellung der Firma umzustellen, war ein Prozeß, der bis jetzt angedauert hat. Das neue Bild in die Öffentlichkeit zu vermitteln und endlich eine zufriedene Stammkundschaft zu gewinnen, wird noch lang dauern. Immerhin ist rosenwelten nun, seit ich allein bin, ganz meine Firma, das genieße ich schon. Es gibt auch schon viele Routinen, nicht mehr alles muß improvisiert werden und ich bin kein "böser" Arbeitgeber mehr, dem Telefonterror der kleinen Sachbearbeiterinnen von der Krankenkasse wegen irgendwelcher Fristüberschreitungen ausgesetzt, das spart sehr viele Nerven. Für den Boden und das Kleinklima auf dem Feld habe ich ein Gefühl bekommen und kann besser damit umgehen. In meinem Garten, der 2006 eine Topfwüste war, fühle ich mich wieder wohl, wenn die Nachbarschaft nicht gerade Fußballmeisterschaft, Grillorgien oder Kinderfeste feiert. In solchen Fälle weiche ich auf das beschaulichere Rosenfeld. 2007 war es noch eine Unkrautbaustelle, jetzt kann ich mit Stolz darüber hinschauen. Das tut der Seele gut. An der nagt inzwischen anderes. Mögen die offiziellen Branchenvertreter noch so zweckoptimistisch tönen, in Krisenzeiten gehe es den Gärtnern immer besonders gut, weil die Leute sich Primeln kauften als Trost, ich kenne es anders. Ab Juli 2008 wurden die Leute plötzlich immer mißtrauischer, bekamen Angst, etwas auszugeben, auch für realen Gegenwert, und verloren den Mut, noch Veränderungen vorzunehmen. Denn eine Rosenpflanzung ist nicht wie ein Primel, das man mal für ein paar Tage aufs Fensterbrett stellen kann. Meist bedeutet sie, den Garten ein Stück weit umzugestalten. Dazu hätte man wohl schon oft Lust, aber man traut sich nicht mehr. Man kann ja auch alles so lassen und sich Mühe und Geld sparen. Beratungen ziehen sich dann endlos hin und drehen sich im Kreis, weil Kundin oder Kunde insgeheim nicht nach einer noch besser geeigneten Pflanze suchen sondern nach einer Gelegenheit, ganz ohne Geldausgeben davonzukommen. Als kundenorientierter Verkäufer soll man natürlich grundsätzlich selbst schuld sein, wenn Geschäfte mißlingen. Man war vielleicht nicht freundlich genug, hätte das Geschäft auch mittags, ja am besten Tag und Nacht offen halten sollen, müßte in der Werbung einfach lauter überschreien, mit immer größeren Firmenschildern protzen, dürfte nicht so ehrlich auch über Nachteile seiner Produkte informieren, müßte ständig die Preise senken, ja geradezu Geschenke anbieten - aber damit hat das Ganze ja gar nichts zu tun, so würde man sich nicht nur wirtschaftlich sondern auch seelisch ruinieren. Man müßte den Leuten irgendwie Mut machen, ihr Umfeld schöner zu gestalten. Zeigen, daß es nicht so schwer ist und sicher gelingt. Vielleicht werden die Rosen, die ich jetzt am Rande des Feldes und im Garten als Mutterpflanzen gepflanzt habe, wenn sie einmal groß und stattlich dastehen, genau das vermitteln. Vielleicht wird aber auch die Umverteilung des Geldes von unten nach oben, der Kahlschlag der sozialen Sicherungen, so weitergehen, bis nur noch ganz wenige sich Rosengärten leisten können und wir kleinen und normalen Leute nur noch als deren Dienstboten eventuell ein Auskommen finden. Man wird einiges tun müssen, damit es dazu nicht kommt.

    Erste Frühjahrsarbeiten, Tobinsteuer und Bundestagsreden

    23. 01. 2010

    Heute habe ich es endlich geschafft, von der Bastelei an rosenwelten.de loszukommen und mit den allerersten Frühjahrsarbeiten zu beginnen. Ist jedes Jahr ein besonderer Tag, dieser allererste. War auch das passende Wetter: mild und an den wärmeren Ecken auch schon schneefrei. So gings wie von selbst: Arbeitsräume aufgeräumt, Vorräte nachgesehen und Einkaufsliste geschrieben, Stauden und erstes Gemüse ausgesät. Anfang der Woche hatte ich bereits die Stecklinge und Steckhölzer vom Spätsommer aus dem Frühbeet, wo sie unter dem Schnee die Kälte gut überstanden hatten, in den Keller geholt und unter Licht gestellt, um den Austrieb anzuregen; da sieht man nun schon Knospen schwellen! Zum Schluß ist dann noch der Hof gefegt worden, so daß ich mich jetzt auf morgen früh freue, wenn ich von dort weitermache. Beim Aufräumen lief über Internet aus dem Bundestag die Abschlußdebatte zum Haushaltsentwurf. Die Tobinsteuer, für die wir vor Weihnachten so viel Unterstützer gesucht hatten, wird zwar kaum noch groß bekämpft, aber in die Tat umgesetzt wohl leider auch nicht. Obwohl das Schreckgespenst einer zweiten Finanzkrise, das uns damals antrieb, inzwischen die Spatzen von allen Dächern pfeifen. Die SPD kann sich nicht dafür einsetzen ohne sich vorwerfen lassen zu müssen, daß sie, so lang sie an der Regierung war, nichts davon gehalten hat. Und die Linke wirbt zwar energisch dafür, aber es scheint, als ob die anderen Parteien Angst haben, sie kriegen eine Hautkrankheit, wenn sie etwas in die Hand nehmen, was die Linke angefaßt hat. Gespannt war ich auf Dietmar Bartsch, über den die Medien sich seit Jahresbeginn die Mäuler zerreißen. Er war von allen Rednern heute der, der am leisesten sprach, aber zugleich am zusammenhängendsten und überzeugendsten [Video auf YouTube]. Ich kann mir gut vorstellen, daß er die Politiker von den anderen Parteien im Stillen überzeugt, auch wenn sie es nach außen hin natürlich nicht zugeben werden. Vielleicht fährt die Presse ja deswegen schwere Geschütze gegen ihn auf, wäre ja ein gutes Zeichen. Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: "Keiner wird Millionär durch eigener Hände Arbeit." Jürgen Koppelin von der FDP, der laut und konfus und aggressiv spricht, hat wohl nicht gemerkt, daß sein Satz "Wir müssen die fördern, die in diesem Lande den Karren ziehen," zu einem Argument gegen die FDP und für die Linke wird, wenn man nur mal fragt, wer denn "den Karren zieht". Die nicht "durch eigener Hände Arbeit" reich werden, können ja wohl nicht gemeint sien! Also doch wohl die Menschen wie Du und ich. Ja, die müßt Ihr fördern!

    Rosen auf Sand (Bericht über einen Versuch)

    10. 01. 2010

    ist der Titel eines kurzen Berichts von Anja Knuth im neuesten Grünen Anzeiger (Jg. 13, 2010, H. 1). Sie berichtet, wie sie vor zwei Jahren angefangen hat, ein Stück armen Sandboden (Punktzahl 18) für Rosen herzurichten. An Unkrautwuchs war dieses Land nicht arm, dem rückte sie teils von Hand, teils mit Abdeckgewebe recht erfolgreich zu Leibe. Beim Pflanzen der Rosen sparte sie nicht an Humus und Lehm: je Pflanzloch gab sie einen Eimer zu. Bisher habe sich die Pflanzung gut entwickelt, man ist gespannt, wie es weitergeht.

    Je schneller fertig, desto länger der Ärger

    10. 01. 2010

    Die Katastrophe, die der Gartenarchitekt Klaus Kaiser in der neuesten Gartenpraxis" (2009,1, S. 18-24) schildert, kommt wohl gar nicht so selten vor. An mehrere Versionen dieser Geschichte erinnere ich mich auch, erzählt von Baumschul-Kunden, die erst einmal den Spaß am Garten verloren hatten. Kein Wunder: Jemand erwirbt ein Grundstück und baut sich sein Haus. Schon selten genug der Glücksfall, daß danach noch Geld übrig ist, den Garten professionell anlegen zu lassen. Umso schlimmer, wenn es zum Fenster hinaus geworfen wird. Der Boden ist naß, in der Umgebung gibt es Quellen. Aber der "professionelle" Landschaftsgärtner lebt von seinem Image, für alles eine schnelle Lösung parat zu haben. Bodenprobleme? Gibts nicht für einen "richtigen Profi"! Er hat schwere Lastwagen, mit denen kann er anderen Boden anliefern. Klingt für den Laien toll. Richtigen Profis ist eben nichts zu schwer, und geht nicht gibts nicht! Einen Meter hoch neuen Boden karrte die Firma in Klaus Kaisers Geschichte von woanders heran und kippte ihn ruckzuck auf den vorhandenen obendrauf. Damit, den Bewuchs abzutragen, machte sich niemand die Mühe. Was man nachher nicht, kostet nur unnütz Zeit, und Zeit ist Geld. Doch die Natur hat den längeren Atem und sitzt am längeren Hebel. Fast alles, was für viel Geld (man wollte es eben richtig schön haben) auf diesen schönen neuen "Boden" gepflanzt wurde, ist eingegangen. Da hatte man nicht am Garten gespart, damit das Blühen und Gedeihen vor den Fenstern das Auge erfreue, und dann zwei Winter und zwei Sommer lang der Anblick sterbender Pflanzen. In diesem Fall ist am Ende doch noch alles gut geworden, ein anderer, diesmal echter Fachmann hat die ganze Gartenanlage rückgängig gemacht und neu gemacht und, wie Bilder zeigen, viel schöner. Nicht immer geht die Geschichte am Ende doch noch gut aus. Wenn Pflanzen eingehen, wird natürlich zuerst mal auf die Baumschule geschimpft, die sie geliefert hat. Wenn die sich traut und nicht allzu abhängig ist von dem Landschaftsgärtner als Großkunden, gibt sie den Schwarzen Peter weiter, denn wenn alle Pflanzen auf einem Grundstück eingehen, muß es ja schon eher am Grundstück als an den Pflanzen liegen. Zum Schluß verdienen eventuell auch noch Gutachter, Rechtsanwälte und Gerichte an der Sache. Jedenfalls ist viel schwere Arbeit umsonst geschafft und viel Geld in den Sand Matsch gesetzt. Es gibt ja sogar DIN-Normen für solche Fälle. Dabei hätte nur irgendeiner bei der ganzen Aktion für eine Minute seinen Gärtner-Verstand eingeschaltet lassen brauchen, um das ganze Debakel zu verhindern. Dafür ist aber offenbar keine Zeit, wenn große Aufträge mit großen Maschinen in Nullkommanix durchgezogen werden müssen, damit fette Rechnungen gestellt werden können, von denen die großen Maschinen bezahlt werden können. Der Boden ist keine leblose Materie, die man hin- und herschieben kann, ohne daß etwas passiert. Er muß bei Niederschlägen Unmengen von Wasser aufnehmen und ableiten, in Trockenzeiten Wasser aus der Tiefe heraufsaugen, den Pflanzen Halt und Nahrung geben. Der begrenzende Faktor ist aber die Luft im Boden. Wo aber keine Luft hinkommt, entsteht Fäulnis, sterben Pflanzenwurzeln. Jeder Zentimeter des Bodens hat seinen bestimmten Luftgehalt, wird von bestimmten Mikrolebewesen bewohnt, die bestimmte Aufgaben erfüllen. Kommt das, was oben war, nach unten und damit unter Luftabschluß, fault es und vergiftet die Umgebung. Zwischen einem neuen Boden und dem vorhandenen gibt es zunächst keine Verbindungskanäle. Erst recht, wenn der untere durch schwere Fahrzeuge verdichtet wurde. Wasser bleibt dann auf dem verdichteten Horizont stehen und ersäuft die Pflanzen, die in den aufgefüllten Boden gesetzt wurden.

    Abenteuer Winter

    15. 12. 2009

    Nach dem vorigen Winter sieht man den nächsten mit einem flauen Gefühl im Magen heraneilen. Nicht überall war der vorige Winter so schlimm wie hier. In der Nähe des Brenners zum Beispiel haben Rosen, die hier zugrundegegangen sind, klaglos überwintert. Dort lag lange und viel Schnee. Auch in manchen Gärten hier blieben Rosen völlig unbehelligt, die in anderen, ganz in der Nähe, übel zugerichtet wurden. Glück hatten sie überall da, wo sie die Morgensonne nicht erreichen konnte. Wo Sonnenstrahlen nach einer kalten Nacht tief gefrorene Blätter und Triebe plötzlich erwärmen, entstehen Spannungen, Zellwände können ihnen nicht standhalten und platzen, Wunden lassen dann Schadpilze durch die Rinde eindringen und den Saftstrom abbrechen. Aus Schaden wird man klug, man versucht es zumindest, solange man lebt und schafft. Als die Containerkultur in Baumschulen noch etwas Neues war, also Ende des vorigen Jahrtausend, trieb man gewaltigen Aufwand mit dem Winterschutz. 1995/96 ließ der Winter zum letzten Mal solchen Aufwand sinnvoll erscheinen. Dann kamen die Jahre, in denen Camellien, Bambus, Palmen und Oliven bei Hinz und Kunz wie normale Freilandpflanzen überwinterten, während wir Baumschuler immer noch treu und brav vor Weihnachten in einer eigegen Art Adventshektik alles vom Kirschlorbeer bis zur Bartblume ins Glashaus karren mußten(1). Dort standen sie bis Ostern wie in der Sardinenbüchse und schwitzten und trieben lange weiche Triebe, denn es war Mai im Januar da drin, wenn die Wintersonne durch die Scheiben strahlte; Blattläuse, Schildläuse, Grauschimmel und Schlimmeres feierten Feste. Rosen sowie alles von geringer Höhe und vermeintlich höherer Frostresistenz wurde flach auf den Boden gelegt und mit weißen Folientunneln überbaut. Das wäre gar nicht so verkehrt gewesen, hätte sich das alte, pilzbefallene Laub zuvor sauber entfernen lassen. Das hängt vor Weihnachten aber meist noch viel zu fest, und der Sternrußtau konnte sich unter den Tunnels bequem auf die Lauer legen, um die bald wieder hoffnungsfroh austreibenden neuen Blättchen zu überfallen. Deshalb haben wir die letzten Jahre den Winterschutz bewußt mehr und mehr zurückgefahren. Ein bißchen Frost und frische Luft bringt die Rosen nicht um, aber vielleicht die Schädlinge, war der Hintergedanke. Arbeiten, die wahrscheinlich mehr schaden als nützen würde, wurden unterlassen. Der Winter 2008/9 war bis Weihnachten wie üblich nur naß, nicht kalt. Die Blätter saßen bei vielen Sorten auch nach Neujahr noch fest. Der Langzeitprognose von donnerwetter.de, daß der Winter hart werde, widersprachen die Erfahrungen der ganzen letzten Jahre. Auch die Wettervorhersage am Abend des 9. Januar, daß die Temperatur im Laufe der kommenden Nacht von null auf minus fünfzehn Grad fallen werde, erschien übertrieben. Der Blick aufs Thermometer am nächsten Morgen um Sechs war das Schockerlebnis: Minus fünfzehn. Klar, daß man dann "alles in seiner Macht Stehende tut," wie es so schön heißt, zu retten, was geht. "Die Rettungskräfte arbeiten fieberhaft," sozusagen. Das ganze Frühjahr ging darüber hin. — Fünf Monate später, beim Kompostieren der letzten Leichen, an Pfingsten, war klar, daß so ziemlich alle Mühen zu spät gekommen und umsonst gewesen waren. Einen Sommer und Herbst lang hatte ich nun Zeit, mir Gedanken über optimalen Winterschutz zu machen. Gestern wurde nun alles fertig, vorerst. Im Sommer, so bis Anfang September, spähte ich immer wieder nach Totholzstummeln in den Rosen, schnitt alles heraus. Kein Unterschlupf für Pilzsporen, die im nächsten Winter eine neue Bedrohung für die Rinde werden könnten! Im November nahm ich mir alle Töpfe vor, kratzte das alte Laub samt dem letzten Unkraut heraus und rückte sie dicht an dicht zusammen. Dicht gestellt, waren die Wurzelballen gegen schnelles Eindringen eines eventuellen frühen Frosts schon mal einigermaßen geschützt. Im Notfall hätte ich die Pflanzen auch schnell mit einem Vließ abdecken können, das sie vor Sonne und Wind bewahrt und ein auch ein paar Grad Frost. Dann kam aber der viele Regen und schließlich noch die Ankündigung der scharfen Kälte in der Woche vor Weihnachten. Ich wollte die Töpfe von der wasserspeichernden Matte herunternehmen, denn mir wurde das Substrat trotz der Kreuzböden unserer Töpfe(2) und des Gefälles in den Stellflächen(3) doch etwas zu naß. Das milde Wetter hatte manche Sorten auch Frühling wittern und zum Austrieb ansetzen lassen: kein gutes Zeichen für Ausreife und Winterhärte. Deswegen habe ich in der zweiten Dezemberwoche gleich auf Alarmstufe 3 geschaltet: wieder alle Töpfe in die Hand genommen, das herabgefallene Laub herausgekratzt und sie dicht an dicht auf den Rasen zwischen den Stellflächen gestellt. Weder liegend noch stehend sondern schräg auf die Kante gekippt und jede Reihe an die Vorderreihe angelehnt. Ich denke, so bekommen die Zweige besser frische Luft, als wenn sie liegen, außerdem kann es hineinregnen, aber auch sehr gut unten herauslaufen. Nun wäre am besten alles dick mit Schnee zugedeckt worden, das klappt aber selten auf Bestellung, und für Ende dieser Woche ist schon starker Frost angesagt. So habe ich unseren großen weißen Folientunnel über die Pflanzen gebaut. Die Folie ist weiß, um die Sonnenstrahlen zu reflektieren, damit im Innern kein Gewächshausklima entsteht. Der Tunnel ist viel höher und breiter als die, mit denen wir früher schlechte Erfahrungen gemacht haben, und es ist nur einer, und ich werde jeden Morgen und jeden Abend nach dem Rechten sehen, bei frostfreiem Wetter lüften und abends wieder schließen. So müßte die Gefahr stehender, feucht-kalter Luft zu vermeiden sein. Anfang Februar will ich dann allmählich die luftdichte Folie durch ein "atmendes" Vließ ersetzen, damit die Pflanzen auf keinen Fall zu warm stehen und vorzeitig zu treiben beginnen. Man kann es nur so gut wie möglich machen. Wenn die Natur uns ernsthaft einen Strich durch die Rechnung machen will, schafft sie das. So ist es im Gartenbau, jedenfalls solange wir ihn noch nicht industriell betreiben. ----- [1] Zu früh durfte damit nie begonnen werden. Um die Hektik zu steigern, wurden notfalls auch noch Zusatzarbeiten ersonnen. Der letzte Winterschutztunnel mußte immer am vorletzten Arbeitstag vor Weihnachten gerade so eben fertig werden. Der letzte Tag war dem Ritual, Hof und Wege mit Schlauch und Besen zu reinigen, vorbehalten. [2] Unsere Rosentöpfe haben Bodenlöcher in zwei Ebenen: etwas höher liegende zum ungehinderten Wasserabzug und direkt auf dem Boden sitzende zum Ansaugen von Feuchtigkeit. [3] Die Stellflächen für Töpfe haben ungefähr 2% Gefälle zu einem Abzugsgraben hin, damit keine Staunässe entstehen kann. Andererseits hält das Vließ, auf dem sie stehen, bis zu 3 l/m² fest.

    Tobinsteuer - Glückwunsch!

    09. 12. 2009

    Es hat also doch gereicht. Die magische Zahl ist erreicht worden. 50.000 oder mehr Leute haben die Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer in den ersten drei Wochen mitgezeichnet. Wie viel genau, ist nicht bekannt. Die Zahl der online abgegebenen Stimmen konnten wir im Internet live wachsen sehen, und danach sah es am 4.12. eher nach Scheitern aus. In dieser Situation schrieb ich meinen vorigen Beitrag "Tobinsteuer - am Tag danach". Aber es waren eben noch viel mehr Unterschriften auf Papier eingereicht worden, als wir dachten, die wurden am Montag, 7.12., ausgezählt und brachten die Wende zum Guten. Nun haben viele gejubelt, einige sich den Befürwortern hinzugesellt und auch schon einige ihren Widerstand formiert. Mit anderen Worten, die schwierigste Phase hat begonnen: aus der breiten Unterstützung in der Bevölkerung ein politisches Faktum zu schaffen, das wirklich etwas bewirkt. Der Initiator der Petition, Jörg Alt, hat die Situation treffend charakterisiert: Gewonnen sind bisher sehr, sehr viele aus der Opposition, gewonnen werden müssen nun noch die, die aufgrund des Wahlergebnisses vom vergangenen September im Bundestag die Mehrheit haben. Die größere der beiden Regierungsparteien scheint da bisher noch recht unentschieden, die kleinere stellte sich gleich am Samstag lauthals dagegen. Das Gute dabei: Was sie an Argumenten anführt, ist nicht schwer zu widerlegen. Es steht schon auf www.steuer-gegen-armut.de in der FAQ. Argumente sind in der Politik aber leider nicht immer der einzige Machtfaktor. Wichtig finde ich jetzt, in der Diskussion ganz klar vernünftige Geldanlagen, mit denen ja viele für ihr Alter vorsorgen, und schädliches Milliardenverschieben auseinanderzuhalten. Die Tobinsteuer belastet das Letztere. Und nützt damit ja der Sicherheit der vernünftigen Anlagen, indem sie die Finanzmärkte zwingt, ruhiger zu werden. Die FDP versucht anscheinend, den kleinen Riester- und Rürup-Sparern Angst zu machen und sie zu mobilsieren für den Widerstand der großen Spekulanten gegen die Regulierung ihres Treibens. Vielen ängstlichen Menschen wird auch leicht weiszumachen sein, wenn man nur irgendetwas gegen die Großen Finanzakteure unternimmt, könnten sie sich böse an uns allen rächen, ihr Geld außer Landes schaffen usw. Dagegen hilft ein kurzer Blick nach London. Dort wurden und werden schon lange Steuern auf Finanztransaktionen erhoben und - ist London nicht die eigentliche Drehscheibe des Großen Geldes? Neben diesen Diskussionen bleibt aber noch eine andere wichtige Möglichkeit, das Projekt zu unterstützen. Die Petition läuft ja noch bis 25.12. Ein wunderbares Datum! Viele wissen noch gar nichts davon, andere haben jetzt vielleicht in den Nachrichten etwas gehört, wissen aber noch nichts von der Mitzeichnungsmöglichkeit. Auch wenn man in die Gespräche beim Abendessen im Kanzleramt nicht direkt eingreifen kann, die letztlich entscheiden, wenn bis Weihnachten aus der 50.000 das Anderthalbfache oder - Träumen ist legal - das Doppelte würde, würde es der Sache wohl schon etwas mehr Respekt verschaffen. (im wesentlichen fertig, Nachfeilen und Ausschmücken mit schönen Links im Laufe des Tages kann noch kommen.)

    Tobinsteuer. Am Tag danach.

    05. 12. 2009

    Ob bis gestern um Mitternacht die Anzahl Stimmen zusammengekommen ist, daß der Bundestag eine Anhörung veranstaltet, ist vorerst unklar, da die per Fax und auf Papier eingegangenen Unterschriften nicht ausgezählt sind. Das Ergebnis soll Montag auf der Kampagnenwebsite bekanntgegeben werden: www.steuer-gegen-armut.de. Leider war bis zum 2. Dezember von den Trägerorganisationen der 3. als entscheidende Frist publiziert worden. Als dann auf der Bundestags-Seite, versteckt in einem Forumsbeitrag, ein Global Moderator den 4. bekanntgab, ließ er sich kaum noch so breit bekanntmachen, daß an diesem Tag die Stimmen weiter so zügig wie an den Tagen zuvor angestiegen wäre, und es hat dann trotz allen guten Willens und Einsatzes wohl nicht ganz gereicht. Über eine der bei Twitter kursierenden Kurzadressen kamen aber immerhin am 4.12. noch 1463 Leute zur Petitionsseite! Die Bohrmaschinen-Tweets auf Twitter gestern abend Staistik aller Klicks via bit.ly Wenn es doch reicht, ist immer noch ungewiß, wie schnell der Bundestag die Öffentliche Anhörung anberaumt. Im Fall der Grundeinkommen-Petition, die im Februar 50.000 Stimmen zusammenbekam, hat er bis heute keine solche Öffentliche Anhörung angesetzt: www.grundeinkommenimbundestag.de Die Petition kann aber grundsätzlich bis 25.12. weiter unterzeichnet werden (auch diese doppelte Frist erleichtert es nicht gerade, dafür zu werben). Vielleicht sollte man sich jetzt, unabhängig von den 50000, weiterhin für eine möglichst große Gesamtzahl einsetzen und hoffen, daß der Petent und die einflußreichen Organisationen des Kampagnenbündnisses diese nutzen, um, mit oder ohne Öffentliche Anhörung, Öffentlichkeit zu erzeugen und der Steuer zum Erfolg zu verhelfen. In diese Richtung könnte Entwicklungshilfe-Minister Niebel heute bereits gewirkt haben, indem er öffentlich seine Ablehnung einer Tobinsteuer erklärte. Hätte er das ein paar Tage früher getan, hätte das Thema bereits vor Ende der 50000-Frist im Rampenlicht gestanden! Nun braucht man eigentlich nur noch allen, die nicht Niebels Meinung sind, die Internetadresse verraten, unter der sie die Petition dafür unterzeichnen können. dpa-Meldung vom 5. 12. auf ntv Bei der Meldung über Niebel wurde auch berichtet, daß eine Finanztransaktionssteuer von Bundeskanzlerin Merkel unterstützt wird. - Das Schwierige an diesem Projekt scheint irgendwie auch zu sein, daß es von so vielen, aus ganz verschiedenen politischen Richtungen, gutgeheißen wird. Aber niemand setzt es an die erste Stelle auf seiner Agenda. Vielleicht weil man Bauchschmerzen dabei hat, eine Sache zu unterstützen, die die anderen auch gut finden? Wie sollte man sich sonst erklären, daß es trotz der Zahl und Größe der hinter der jetzigen Kampagne stehenden Organisationen so schwierig war 50.000 Stimmen zusammenkommen? ... Nachtrag vom 6.12.: Ein großes Problem waren die zerstreuten Infoirmationen und Adressen:

    Tobinsteuer-Petition

    29. 11. 2009

    Als sie im Herbst 2008 Unsummen zur Stützung der Wirtschaft ausgeben mußten, versprachen die Regierungen, nie wieder zuzulassen, daß Finanzspekulanten solchen Schaden anrichten können. Seit einigen Wochen liest man nun immer öfter (z.B. taz vom 10.11., bei ver.di am 27.11. und umfassend in junge welt vom 30.11.), daß das Geld, das seither zur Stützung der Wirtschaft ausgegeben wird, eine neue Blase aufbläht, die im kommenden Jahr "reif" sein dürfte zum Platzen. Das als Hilfe gedachte "billige Geld" wird zur riesigen Bedrohung für die Wirtschaft. Womit soll der nächsten Krise entgegengesteuert werden? Das weiß offenbar niemand, und deswegen spricht kaum jemand öffentlich über das Thema. Die Regierungen haben ihre Mittel bereits verwendet, und was die nächsten Generationen an Steuern zahlen werden auch. - Der Deutsche Bundestag ermöglicht seit einiger Zeit, ganz komfortabel online Petitionen mitzuzeichnen. Eine einfache Registrierung bei der Website reicht, um sich zu legitimieren. Eine von vielen großen gesellschaftlichen Gruppen (attac, Adveniat, dem DGB, Misereor, der Welthungerhilfe u.v.a.), getragene Petition fordert zur Zeit die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, der sogenannten Tobinsteuer. Eine solche Steuer würde aberwitzige Finanztransaktionen zumindest behindern, ohne daß gleich das Geld allgemein wieder verteuert werden müßte - zum Schaden der noch von der vorigen Krise betroffenen Unternehmen. Die Petition kann noch bis Weihnachten mitgezeichnet werden, aber wenn bis kommenden Donnerstag, 3.4. 12., 50 000 Stimmen zusammenkommen, ist der Bundestag verpflichtet, zu diesem Thema eine öffentliche Anhörung zu veranstalten, was die Chancen natürlich steigert, daß tatsächlich politisch etwas bewegt wird. Ich finde, die kleine Mühe, sich zu registrieren und diese Petition zu unterzeichnen sollte sich jeder machen, und zudem möglichst viele Freunde und Bekannte dazu bewegen, das Gleiche zu tun: Hier mitzeichnen Mehr zu lesen gibts

    Marketing-Frage

    15. 11. 2009

    Wenn man wie am Anfang einer neuen Baum- oder Rosenschule noch nicht so viel wirklich gut gewachsene Pflanzen hat, weil bei der Kultur das eine oder andere danebengegangen ist, finden die Kunden trotzdem meistens etwas und kaufen es. Hat man dann nach vier Jahren bessere Routinen und 95% schöne Pflanzen, schärft die geübte Kundin ihren Blick für die feinen Unterschiede. Wenn dann die Pflanze, die ihr am besten gefällt, gerade nicht in der Farbe blüht, die sie sich an diesem Morgen ausgedacht hatte, kauft sie weder die mit der richtigen Farbe, weil ihr diese Pflanze ja nicht so gut gefällt, noch die schönste Pflanze, weil deren Farbe ja falsch ist, sondern gar nichts. Dazu nun meine bescheidene Frage an die Marketing-Weisen, die immer so genau wissen, wie man sich verhalten muß, um mit seinem Geschäft einen Haufen Geld zu verdienen: Ist das Kundenverhalten erklärbar? Was mache ich falsch? War es unklug, alle Pflanzen zu schönen heranzuziehen? Wenn die Marketing-Experten zu der Frage keine Antwort wissen, dann sagt mir mein einfacher Menschenverstand als Zeitzeuge der Wirtschaftskrise: angefangen hat das ziemlich genau im Juli 2008. Als ob seither, wer in ein Geschäft hineingeht, immer einen Plan B im Hinterkopf mitbringt, den er im Grunde seines Herzens viel lieber mag als den Kauf-Plan A: nichts zu kaufen, mit vollem Geldbeutel wieder heimzufahren und beim Blick aus dem Fenster festzustellen, daß der Garten eigentlich auch so bleiben kann, wie er ist?

    Frostschutz

    12. 11. 2009

    Als Rosengärtner mit einem Riesen-Komposthaufen nach den Schäden durch den vorigen Winter gibt man sich in diesen Wochen alle Mühe, seine Pflanzen kräftig, sauber und gegen Frost, Wind und Sonne geschützt in den Winter gehen zu lassen und hofft und bangt, daß man alles richtig macht und keine solche Katastrophe mehr kommt wie vorigen Winter. Auf meinem Feld sind die Pflanzen in Töpfen dicht an dicht gestellt, das abgefallene Laub als möglicher Träger von Pilzsporen ausgefegt, alle Totholzstummel, von denen Rindenpilze ausgehen könnten, sauber entfernt. Wenn es weiter so naß bleibt, werde ich die Töpfe umlegen oder wenigstens schräg stellen, damit das Wasser noch besser abfließen kann. Im Dezember kommt dann zuerst einmal Schattiergewebe und später noch Vließ über die Beete. Wenn das alles nicht reichen sollte, habe ich auch noch eine weiße Folie für einen richtig dichten Tunnel von 3 mal 50 m. In der Welt drumherum wird zur gleichen Zeit nicht viel geschützt und bewahrt, im Gegenteil. Seit zwei Monaten benutze ich twitter, um im Internet mehr Nachrichten und Kommentare zu finden, als das blasse Einerlei, mit dem die Radio-, Fernseh- und Zeitungsredaktionen uns abspeisen. Das Allerdringendste helfe ich durch meine eigenen "Tweets" weiterzuverbreiten. Fast jeden Tag werden Ungeheuerlichkeiten gemeldet, die jede für sich einen Aufschrei im ganzen Land auslösen müßten. Aber die Leute bescheiden sich mit Mauerfallgedenken und schweigen, nachdem sie ihre Stimme ja gerade erst jetzt für vier Jahre abgegeben haben. Heute z.B. steht in telepolis, daß die großen Geldmengen, die die Regierungen zur Verfügung stellen, um angeblich die Wirtschaft anzukurbeln, nur von denselben Hedgefonds und Investmentbankern verzockt wird, die voriges Jahr den Crash verschuldet haben, um dieses Jahr noch größere Gewinne und Boni zu kreieren als je zuvor. Wie lang ists her, daß Frau Merkel versprach, die alle an die kurze Leine zu legen und ihnen Regeln vorzuschreiben, die so etwas nie mehr möglich werden lassen? Heise online meldet ebenfalls heute beiläufig, die EU biete den US-Terrorfahndern unbeschränkten Zugriff auf alle Kontodaten an. Also was bemühen wir uns da Tag für Tag, Trojaner aus unseren Computern zu verjagen, damit unsere Kontodaten geheim bleiben - wer sie wissen will, braucht nur Beziehungen zum FBI zu haben. An anderer Stelle wird von den Wirkungen auf die berichtet, die alles ausbaden müssen, 1/3 aller Erwerbstätigen hat psychische Probleme, schon 1/5 braucht deswegen im Lauf 1 Jahres einen Arzt auf: die Zukunftsaussichten vergiften die Arbeitsbedingungen auch schon für die, die noch Arbeit haben. Da liest man fast entspannt, was die Süddeutsche heute über die Zerschlagung der DDR-Wirtschaft zu Zeiten Kohls schreibt (komisch, warum dieses Thema gerade jetzt in all dem frohen Mauerfallgedenken?): Die Chefs der Treuhand waren per Gesetz "zur gröblichen Außerachtlassung der im Geschäftsverkehr üblichen Sorgfalt" ermächtigt, wie später im Untersuchungsausschuss "DDR-Vermögen" festgestellt wurde. Man sieht es an dem, was sie angerichtet haben: Ruinen und entvölkerte Städte. Wenn wir Gärtner uns erlauben würden, die übliche Sorgfalt gröblich außer acht zu lassen, würden uns die erfrorenen Rosen bius in den Schlaf verfolgen.

    Ertrag

    06. 09. 2009

    Die Rosenzeit ist zwar noch lange nicht vorüber - ein paar kühle Tage sind noch kein Winter, auf zwei Monate mit Blüten wollen wir uns schon noch freuen, und dann kommt ja noch die Hagebuttenpracht ... Doch der Ertrag des Sommers steht uns jetzt schon vor Augen. September und Oktober werden kaum noch Zuwachs bringen, sie sollen es auch nicht, denn das Holz, das im Juli-August gewachsen ist, muß vor dem Winter gründlich ausreifen, damit es frostfest wird. Auf dem Rosenfeld nahe der Kahlemühle zeigt sich in diesen Septemberwochen der Ertrag des Rosensommers 2009 gerade zur idealen früherbstlichen Pflanzzeit. Jetzt schon gepflanzt, etablieren sich die in Töpfen kultivierten und nun bestens bewurzelten Pflanzen sehr schnell im warmen Gartenboden, gehen dem Winter bereits mit tiefen Wurzeln entgegen und werden diese frühe Pflanzung im nächsten Jahr mit erstaunlichem Wachstum und Blütenfülle danken. Die Beetfläche für die Containerrosen haben wir dieses Jahr komplett erneuert und dabei noch einmal um ein Viertel vergrößert. Knapp 3200 Rosen und Rosenbegleiter in über 200 Arten und Sorten profitierten von gleichmäßigerer Wasserversorgung und reichlich Raum zur Entfaltung, und das sieht man ihnen jetzt an: dichte, starke Büsche, voll gesundem Laub sind es geworden, größtenteils noch jetzt in voller Blüte, und die Rambler haben meterlang getrieben. Der nächste Jahrgang steht ein paar Meter weiter ein Jahr nach der Veredlung noch im Boden, läßt aber jetzt schon seine Blüten sehen. Noch ein Stück weiter haben wir im August bereits den übernächsten Jahrgang veredelt. Der scheint, wenn alles gutgeht, an Wuchskraft und Sortenvielfalt alle vorigen noch übertreffen zu wollen. Der vorige grimmige Winter hat uns leider einen sehr großen Komposthaufen beschert. Die schmerzlichen Verluste haben wir aber zum Anlaß genommen, konsequent auf Sorten zu verzichten, die spektakuläre Blüten bringen, aber als Pflanze dünn und schwach bleiben. Auch wenn das Rosen waren, die infolge geschickter Werbung derzeit "im Trend" liegen. Die Erfahrungen unserer Kunden deckten sich nach den ersten drei Jahren mit unseren eigenen, und die sprachen gegen diese Sorten. Statt "alles" im Angebot haben zu wollen, richten wir unseren Ehrgeiz jetzt lieber darauf, auf Schatzsuche zu gehen im Reich der Alten Rosen, also der Original-Züchtungen des romantischen 19. Jahrhunderts. Was wir an derartigen Schätzen bisher in Kultur haben, ist den trendigen "Romantikrosen" englischer und französischer Provenienz sowohl an Eleganz als auch in der Substanz ganz augenscheinlich klar überlegen! Moderne Rosen in starken Farben mögen wir auch, aber die sollen bitteschön ihre Blüten über schönem Laub präsentieren und intelligent genug sein, sich buschig zu verzweigen und neue Blütentriebe auch ohne viel Schnitt zu bilden. Wer schon einmal an einem Schnittkurs bei uns teilgenommen hat, kennt sich damit aus. Der nächste Winter kommt übrigens bestimmt, und wir haben gelernt, ihn wieder ernstzunehmen. Jetzt schon sollte man auf tote Stummel im Geäst der Rosen achten und sie glatt und ohne Rest herausschneiden. Seit einigen Jahren scheinen Rinden-Pilzkrankheiten in der kalten Jahreszeit immer mehr überhandzunehmen. Sie können von solchem Totholz ausgehen und im zeitigen Frühjahr ganze Triebe mit braunen oder violetten Flecken überziehen und zum Absterben bringen; selbst große starke Pflanzen erholen sich davon oft nicht mehr.

    Lob der Disteln

    03. 07. 2009

    Die Läuseplage kommt dieses Jahr zwei Monate verspätet. Sei's wegen der Winterkälte, sei's wegen der Wärme im April, jedenfalls waren die Marienkäfer zur Stelle, ihr Futter jedoch nicht. Beinahe hätten sich die Läuse, als sie Mitte Juni dann doch auftraten, ungestört ihres schädlichen Daseins erfreuen können. Auf den Rosen und den Obstbäumen, deren süßen Saft sie saugten war zunächst weit und breit kein Marienkäfer zu sehen. Zum Glück wächst auf dem Rosenfeld neben den Stellflächen für die eingetopften Rosen auf einem abgeernteten Stück neben der als Bodenkur eingesäten Luzerne noch so manches andere. Spontanvegetation. Darunter nicht wenige Gänsedisteln. Wofür soll man die loben? Ja, es war am Samstag vor acht Tagen klar zu sehen: Auf den Gänsedisteln wimmelte es von Marienkäfern, einzeln und auch schon zu zweit. Wie vom Himmel geregnet, aber nur auf den Disteln. Ein BlattlauslöweInzwischen haben sie längst die leckeren Läuse auf den Rosen entdeckt, sie und ihre noch gefräßigeren Nachkommen mit dem Beinamen "Blattlauslöwen". Mit den Rosentöpfen kamen auch genug in den Garten, wo sie noch andere Läusevölker auf Bäumen, Sträuchern und Stauden erspähen und Zug um Zug verzehren. Hätte ich die Disteln totgespritzt, müßte ich wahrscheinlich jetzt auch die Läuse totspritzen. So brauche ich nur zuschauen, wie sich ein "schrecklicher Befall" von selbst erledigt. Bevor sie sich allzusehr versamen, habe ich die Disteln dann heute mit der Sense gemäht. Die Luzerne soll durch den Schnitt gestärkt werden, aber es werden hoffentlich auch ein paar Disteln übrigbleiben als Kinderstube für die Marienkäfer. Hat jemand weitere Beobachtungen zu Wirtspflanzen von Nützlingen und möchte sie hier anfügen??

    Eine Rose der Arbeiter

    01. 04. 2009

    In einem Video im Netz sieht man eine einzelne gelbe Rose inmitten wuchernder Brennesseln vor einem verfallenden Fabrikgebäude in Dresden. Vom Erzähler erfährt man, daß die Arbeiter dieser Fabrik (zu denen der Autor selbst gehört hatte) sich vor ihrem Werk, auf das sie stolz waren, ein Rosenbeet angelegt hatten. Nach der Wende zum Kapitalismus wurde die Fabrik stillgelegt, die Arbeiter entlassen, seither ist das Gebäude am verfallen und Brennesseln machen sich im Rosenbeet breit. Eine Rose war zäh genug, sich zu behaupten. Die Geschichte hat mich fasziniert. Ich kam in Kontakt zu den Autoren des Videos. Kommenden Sommer wollen wir jedenfalls Augen von dieser Rose auf neue Wurzeln veredeln, um ihr wenigstens Nachkommen zu sichern. Denn eine Rose, die eine Geschichte erzählt, sollte man in hohen Ehren halten, gerade weil es mal keine Geschichte von französischen Kaiserinnen oder britischen Herzoginnen ist, sondern von unseresgleichen, die davon handelt, was aus unserem Werk und uns wird, wenn das große Kapital es eines Tages nicht mehr als rentabel ansiehtt, weil es ihm gelingt, irgendwo in der Welt Arbeitskraft noch billiger einzukaufen. Konkretere Pläne, wie dieser Rose zur schuldigen Ehre zu verhelfen ist, werden noch geschmiedet. Vielleicht haben Sie eine gute Idee? Das Video von der gelben Rose in Dresden

    Es gibt doch noch Winter

    23. 03. 2009

    Wer hatte damit noch gerechnet? Wir Baumschuler sahen uns in einer Art (unangebrachter) Klimawandel-Euphorie ja fast schon Palmen und Oliven statt Apfelbäumen und Rosen anbauen. Doch Übermut tut selten gut. Nehmen wir es einfach als Lektion. Manches sollte man halt schon beherzigen, auch wenn der nächste Winter jetzt erst wieder in 17 Jahren kommt:

    In einer Nacht Anfang Januar hatten wir einen plötzlichen Temperaturabfall von 0 auf -15° mit nachfolgendem Sonnenschein. Diese ungewöhnliche Konstellation hat leider auch einige der robustesten "Blütenmeere" beschädigt, und zwar gerade die, die uns die Winter immer so verschönert haben, indem sie das Laub so lange behalten. Nicht nur Rosen, auch andere Pflanzen mit lang haftendem Laub, zum Beispiel sämtliche Säckelblumen. Das ist traurig, denn auf diese Sorten möchte man wirklich nie mehr verzichten müssen, wenn man sie erst einmal kennengelernt hat. Die meisten werden sich hoffentlich wieder gut erholen, aber das scheint Zeit zu brauchen. Endgültig feststehen wird, was verloren ist, erst, wenn es wirklich warm wird und die Pflanzen gezwungen werden, zu treiben oder zu sterben. Bis dahin können sie bei angenehmem, kühlem Wetter vielleicht noch schlafende Augen und neue Wurzeln aus der Basis aktivieren. Vielleicht werden sie danach schöner als je zuvor? Eine verstärkte Bildung von starken Augen direkt aus der Basis scheint schon begonnen zu haben. Und wie sind Ihre Erfahrungen? Möchten Sie sie mit den anderen Lesern teilen, indem sie diesen Artikel kommentieren?

    Es beginnt sich zu regen

    19. 02. 2009

    Rosen sind doch verflixt zähe Lebewesen. So denkt man, wenn man jetzt über das Rosenfeld geht, wo vor ein paar Tagen noch nur Eis und Schnee und gar keine Spur von Leben mehr zu sehen war. An den ersten Triebspitzen färben sich nun die ersten Knospen rot. Und die Rinde hat bei vielen, die schon ganz matt und leblos gewirkt hatten, wieder Glanz bekommen. Natürlich kann noch viel passieren, ein Viertel Jahr vor den Eisheiligen! ...

    Innen-Einrichtung

    06. 02. 2009

    Das Baumschul-Büro war bisher ein "Mehrzweckraum" mit Eck-Steh-Schreibtisch.

    Das hat sich jetzt geändert. An naßkalten Tagen kann ich endlich 3 Sitzplätze im Trockenen anbieten. Die Stühle kriegen noch hübsche Polster. Dahinter die Bücher- und Zeitschriften-Ecke mit den jeweils neuesten Heften von "Gartenpraxis", "Grüner Anzeiger" und "Staudengarten". Leise Musik auf Wunsch. Ein gemütlicher Ofen, mit Holz beheizt. Kaffee, handgefiltert.

    Innen-Einrichtung

    Brückenbau

    06. 02. 2009

    Die Überquerung des Ochsenbachs auf dem Weg von unserem Garten zu unserem Rosenfeld war noch vor anderthalb Jahren richtig mühselig. Dann kam eine Behelfsbrücke, die hatte einen ordentlichen Schuß Abenteuer-Effekt. Manche fanden das toll, andere waren froh, wenn sie drüber waren.

    Seit kurzem gibt es da nun etwas Neues, kaum noch abenteuerlich, fast schon komfortabel, auch für Transporte von Erde, Töpfen, Pflanzen. Sobald der Boden frostfrei wird, kommt noch ein Geländer dran. Die zwei Längshölzer sind 20x10 cm, die zwei Querhölzer auch, darauf liegen die Traghölzer (10x10), darauf die Dielen (4 cm), müßte also selbst größere Besuchergruppen aushalten.

    Neue Brücke über den Ochsenbach

    Ästhetische Aussaaten

    06. 02. 2009

    Schon die Samen mancher Pflanzen sind ein ästhetischer Hochgenuß.

    Beim Aussäen einiger Gräser Clematis und anderer Rosenbegleitpflanzen in dieser Woche war ich fasziniert von den Samen der Federgräser (Stipa). Sie tragen lange Schweife, die ihnen wohl als Flugorgane dienen. Ein Büschel von diesem Federzeug war im Sommer in einer Saatschale gelandet und bis jetzt darin gelegen. Die Saatschale hat einen engmaschigen Siebboden. Etwa die Hälfte der Samen hatten sich kopfüber in die Sieböffnungen gezwängt und saßen richtig fest darin. Anscheinend können Pflanzen sich doch bewegen!

    Andere Federgras-Samen hatte ich vom Samentausch bei der GdS bekommen. Darunter eine Sorte mit ganz geraden, exakt zu engen Spiralen gedrehten Flugorganen. Die hatten alle ihre Köpfe in eine Ecke der Tüte gezwängt und ihre Spieße zu einem vollendeten Fächer ausgebreitet.

    Von den Clematissamen haben mir die von Cl. versicolor besonders gefallen. Dunkelbraune, breite flache Ovale mit kurz aber dicht behaarten, gewundenen hellgrauen Schwänzchen. Die auf glatter Erdoberfläche ausgebreitet, erscheinen wie ein wunderbares Ornament. Eigentlich gar nicht so unähnlich der späteren Pflanze mit den kleinen, ovalen Blättchen, hin und hergedreht an gewundenen Stielchen.

    "Teure" Rosen?

    10. 01. 2009

    Nachdem ich über Weihnachten in Ruhe über Rosensorten nachgedacht und meine Website runderneuert hatte, war ich natürlich neugierig, wie meine Darstellung beim Publikum ankäme und was sich im neuen Jahr wohl noch an Kauflust entwickeln könnte, nachdem einerseits die Wirtschaftskrise und Zukunftsangst alles überschattet, andererseits von einem lebhaften Weihnachtsgeschäft zu hören war.

    Ich beteiligte mich also nichtsahnend mit einigen der ruhigen Gedanken an einer Diskussion im Rosenforum auf planten.de. Recht heftige Reaktionen lassen mich für die Zukunft vorsichtiger sein mit ungeschminkten Meinungsäußerungen. Offenbar glauben einem manche kein Wort und trauen einem das alles zu, sobald sie rauskriegen, daß man von seiner Gärtnerei zu leben versucht.

    Hoffentlich trifft das auf die Besucher von rosenwelten.de nicht zu, sonst hätte ich keine eigene Website schreiben brauchen, dann hätte ein 08/15-Shop mit irgendwelchen Bildchen und Sprüchen zu allen Sorten auch gereicht.

    Aus anderen Beiträgen in dem besagten Thread habe ich aber eine Menge zur sozialen Funktion von Rosen und Rosengärten in der Vergangenheit gelernt, z.B. aus #53 und #62.

    Ruhige und gründliche Wintergedanken über Rosensorten

    27. 12. 2008

    Vorbehalte

    Es soll ja Menschen geben, die in ihrem Garten keine Rosen haben mögen. Dahinter stecken meist schlechte Erfahrungen mit heiklen Sorten. Mit Recht. Warum soll man sich Pflanzen in seinen Garten holen, die man nur durch ständigen Kampf gegen Schädlinge und Krankheiten gerade so am Leben erhalten kann? Hat man nicht einen Garten oder Balkon, um sich zu erholen vom Kampf und Streß des Arbeitsalltags? Ich spritze auch nicht gern, und eine Sorte, bei der ich jeden Morgen kranke Blätter vom Boden aufzulesen habe, müßte ich eigentlich teurer verkaufen als eine, die ihre Blätter gesund hält, den Preis würde aber niemand bezahlen. Schon allein deswegen, aber auch aus noch gewichtigeren Gründen, setze ich auf Rosensorten, die sich aus eigener Kraft gegen Sternrußtau, Mehltau und Rosenrost behaupten können.

    Moderne Rosen

    In den 70er- und 80-er Jahren war man modern. Nadelgehölze wie Blaufichten und Strauchwacholder waren chic, und Rosen hatten große gefüllte Blüten aus schlanken Knospen auf langen Stielen in knalligen Farben zu haben und öfter zu blühen. Nostalgie galt als lächerlich. Alte Gemäuer riß man ab und ersetzte sie durch Betonbauten. Auch alte Rosen, die in den Gärten die Jahrzehnte überdauert und ihre Robustheit bewiesen hatten, schätzte man nicht mehr, da sie meist zu kleine und zu blasse Blüten hatten, und gegen die Chemie im Garten hatte man ja nichts. Noch nicht. Die "modernen" Rosen von damals überleben nur, solange sie unermüdlich gespritzt und geschnitten werden. (Und wo keine Nadelgehölze sie in den Schatten drängten). Wo jüngere Leute mit Skepsis gegenüber Chemie im Garten die Gärten von der älteren Generation übernommen haben, sind die Rosenbeete meist als erstes verschwunden.

    Zwei Sichtweisen

    Als dann mit den Neunzigern neue, gesunde Rosensorten kamen, schieden sich die Geister. Nüchtern denkende und rechnende Menschen, Architekten, Landschaftsgärtner, Gartenamtsleiter, machten reichlich Gebrauch von den neuen gesunden, reichblühenden und pflegeleichten Rosenzüchtungen, allen voran Noacks 'Heidetraum'. Nun konnten sie wieder große Rosenbeete anlegen, Farbe in Städte, Parks und Wohnanlagen bringen. Denn die "Bodendeckerrosen" entwickelten im Nu dichte Blütenmeere, die das Unkraut unterdrückten und praktisch ohne Schnitt und Chemie gediehen. Nostalgisch eingestellte, dem Fortschritt mißtrauende Menschen beargwöhnten solche herrlichen Beete, fanden die Blüten zu klein, die Triebe zu lang, die Farben zu strahlend, vermißten Duft ... Je mehr die Gärtner Stadt und Land mit großzügigen Rosenbeeten zum Blühen brachten, desto verächtlicher sah, wer auf guten Geschmack hielt, auf dieses "öffentliche Grün" herab. Jetzt, wo es immer mehr blühende Flächen gab, erfanden die Nostalgiker ihre Sehnsucht nach wenigen, aber riesigen, Blüten, voll gefüllt wie Pfingstrosen, in gedeckten Farben und duftend. Darin wollte man Großmutters Rosen wiedererkennen, die vielleicht erst zehn Jahre zuvor im Modernisierungseifer herausgerissen worden waren. Unglücklicherweise bedeckten die Profis aus Sparsamkeit viel mehr Quadratmeter mit billigen älteren Bodendeckersorten als mit guten Neuzüchtungen. Die Massen von "The Fairy", einer Vorkriegssorte mit mickrigen Blütchen in blassem Rosa, haben dem Wort "Bodendeckerrosen" den Klang des Schäbigen angehängt. Jährlich viele sehr teure Neuheiten an Englischen Rosen und dann auch immer mehr Romantik-Serien der anderen Züchter lieferten genügend Stoff für Sehnsüchte, verhinderten, daß man einfach die wirklich alten Rosenschätze gehoben hätte bzw. sorgten dafür, daß das nur in Liebhaberkreisen stattfand. Den Alten Rosen hängte man erfolgreich den Makel an, "nur einmal" zu blühen, obwohl das ja gar kein Makel sein muß. Für den Nostalgie-Trend wurde die geschicktere Werbung gemacht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: als wir anfingen, Porträts unserer Rosen zu verfassen, fielen uns ohne Mühe im Handumdrehen gleich jede Menge sehnsuchtsvoll-romantischer, eigentlich ganz schön schwammiger, Adjektive ein, aber kaum klangvolle Synonyme für reale Vorzüge wie "einfach und schön". Die Wörter "gesund" und "pflegeleicht" wurden dadurch unbrauchbar, daß man das eine dauernd im Kontext mit dem kranken Geundheitswesen hört, das andere schon leicht nach Leistungsverweigerung riecht, heute etwas ganz besonders Schlimmem.

    Eigene Erfahrungen

    Wer trotzdem eine "gesunde" und "pflegeleichte" Rose bei uns gekauft hatte, ist aber, soweit ich es mitbekomme, nach ein, zwei und drei Jahren hochzufrieden mit deren prächtiger Entwicklung, kam wieder und war von der Lust auf mehr Rosen im Garten infiziert. Wer nur einer prachtvollen duftenden Blüte wegen eine Rose gekauft hatte, scheint dagegen selten wiedergekommen zu sein, um noch eine dazu zu kaufen. War die romantische Sehnsucht schon mit der einen gestillt? Oder hat die Pflanze vielleicht nicht gehalten, was die Blüte versprochen hatte? Angefangen habe ich rosenwelten mit der Idee, zwei Bereiche anzubieten, die nicht überall zu bekommen sind: einerseits neue gesunde und pflegeleichte Sorten, andererseits romantische und besonders gut duftende. Anfangs schien der zweite Bereich der leichtere: eine kleine Rose mit einer großen, extravaganten Blüte fand und findet noch immer schnell einen Käufer. Ich habe aber das ungute Gefühl, daß das öfters allzuschnell ging und nicht jedes Röschen dann den Platz und die Aufmerksamkeit gefunden hat, die es gebraucht hätte, um etwas zu werden. Diese Großkopfigen brauchen ja nicht nur tatsächlich mehr Pflege, man kauft sie wohl auch besonders gern einfach mal so "aus dem Bauch heraus", ohne über ihre Ansprüche nachzudenken. Wenn dann aber jeder nach nur einer bei mir gekauften Rose schon enttäuscht ist und nicht wiederkommt, läuft mein Geschäft rückwärts; von mir aus müßte die erste Rose dem Kunden Lust auf mehr machen, mindestens eine ganze Rosenwelt oder auch mehrere mit Pflanzen von rosenwelten in seinem Garten anlegen.

    Meine Rosen-Philosophie

    Die gute Anfangsidee formuliere ich daher jetzt nach drei Jahren prägnanter: rosenwelten bietet dem Nüchternen noch mehr "Blütenmeere" als bisher und empfiehlt dem Nostalgiker und dem Roamtiker die "Naturnahen" - in beiden Gruppen nur Sorten, die eigentlich nicht enttäuschen können. Im Kapitel "Rosenwelten im Garten" möchte ich Ihnen künftig Lust auf immer neue gelungene Kombinationen damit machen, damit Ihr Garten immer schöner wird. Was bloß "Große Blüten" hat und keine wirklich guten Pflanzen sind, diese Sorten will ich auf einen kleinen Rest einschränken. Die "Blütenmeere" sind die Zuverlässigen und Anspruchslosen. Ihr Blütenreichtum und das Durchblühen bis zum Herbst unterscheidet sie von den "Naturnahen". Sie bringen also viel Farbe und Fröhlichkeit in den Garten, ohne viel Arbeit zu machen, denn verzweigen können sie sich von alleine und mit Blattkrankheiten werden sie auch so ziemlich selber fertig, ja ihr Laub ist eine zusätzliche Zier, harmonierend zu den Blüten. Man kann sie auf traditionelle Art in größeren Flächen pflanzen oder einzeln in Kübeln und Kästen auf Balkon und Terrasse oder in kreatven Kombinationen mit Gräsern, Stauden und anderen Sträuchern, dann entstehen starke Bilder mit viel Farbe. Daß diese Rosen nur fürs "Öffentliche Grün" seien ist ja so verkehrt wie nur etwas sein kann. Es sind die Rosen für alle, denen Opas mühsame Rosenpflege die Lust an Rosen verdorben hat, so gern sie auch im tiefsten Innern welche hätten. Die "Naturnahen" sind ebenso robust und ebensowenig auf ständige Pflege angewiesen, aber es sind Rosen mit Jahreszeiten. Man pflanzt sie nicht allein der Blüten wegen. Manche blühen immer wieder bis zum Herbst, manche "einmalig" im Frühsommer in überwältigender Pracht und geben im Herbst und Winter eine weitere, noch längere Galavorstellung mit bunten Hagebutten. Es sind lauter unverkennbare Individualisten. Schon im Winter stellen manche mit auffälligen Stacheln, farbiger Rinde, bizarrer oder gefälliger Silhouette einen Blickpunkt im Garten dar. Im Frühjahr sprießt bei einigen neongrün das junge Laub, das alle möglichen Formen, Farbnuancen und Oberflächen aufweist. Sie lassen sich ganz hervorragend mit Gräsern, Blütenstauden, anderen Sträuchern und niedrigen Clematis zu stimmungsvollen Arrangements kombinieren, denn sie wirken überhaupt nicht fremd oder arrogant. A propos Clematis: Die mit den großen Blüten über langweiligem Laub und von zweifelhafter Gesundheit gibt es überall. Bei rosenwelten gibt es dagegen die viel wertvolleren viticella-Hybriden, die den ganzen Sommer über blühen (ideal also zu einmalblühenden Kletterrosen!), üppig wachsen und quasi welkeresistent sind. Die texensis-Hybriden, die Südwände vertragen. Die fast unbekannten Stauden-Clematis, ideal zum Kletternlassen in Strauchrosen und am Fuß von Kletterrosen, die zum Aufkahlen neigen. Dann Riesen-Clematis ...

    Das Besondere an meinem Angebot

    Die Großmärkte quellen über von Pflanzen zu niedrigsten Preisen. Nur durch industrialisierte Produktion und Ausbeutung läßt sich so etwas noch billig genug produzieren. Heraus kommen bedauernswerte Wegwerfartikel für Gedankenlose, produziert, um genau zum Verkaufszeitpunkt attraktiv auszusehen und danach keine Zukunft zu haben. Wenn mal einer ein par Jahre länger durchkommt, ist man stolz auf den günstigen Kauf und vergißt, wieviel Euro man in derselben Zeitspanne auf den Kompost gewordfen hat. Auf Sorten kann auch keine Rücksicht mehr genommen werden. Oft werden die Sortennamen nicht einmal verraten ("Edelrosen in verschiedenen Farben jetzt nur 1,99"), oder sind längst überholt, weil die Lizenzgebühr auch noch eingespart werden sollte. Diese Billigpflanzen passen nicht in unsere Zeit. Würde man es sich auf anderen Gebieten gefallen lassen, daß man uns, um Entwicklungskosten einzusparen, Modelle von vor 70-80 Jahren (The Fairy) andrehen möchte? Wertvolle Neuzüchtungen und zu Unrecht vergessene Schätze muß man inzwischen leider mühsam suchen.

    Runderneuert

    27. 12. 2008

    Willkommen im rosenwelten-blog in einem neuen Outfit! Der alte hatte ja zuletzt hinten und vorne nicht funktioniert ;-( Jetzt aber viel Spaß beim Schreiben und Lesen und Diskutieren!

    Rosengärten auch für Wintermonate

    01. 12. 2008

    Wie sieht Ihr Rosengarten z.B. jetzt im Winter aus? Leer und ausgeräumt? Dann fehlen Ihnen noch Rosen mit Jahreszeiten! Bei uns im Garten leuchten immer noch die bunten Blätter von 'Honorine de Brabant'. 'Seagull' am Haus und andere hängen noch voll leuchtend roter Hagebutten. Viele Rosen behalten ihr grünes Laub auch im Winter. Und wie elegante Gräser jedes Bild noch beschwingter wirken lasen, auch das sehen Sie jetzt noch in unserem Verkaufsgarten. Lassen Sie sich inspirieren zu neuen Ideen!

    Anfahrtsskizze

    15. 08. 2008

    Übrigens, hat je irgendjemand bemerkt, daß wir hinter dem Link "Wegbeschreibung" auf unserer Kontaktseite eine Anfahrtsskizze versteckt hatten? Ein kompetenter Kartograph hat ermittelt, daß darin ein winziger Ausschnitt aus einem 25 Jahre alten Stadtplan steckte. Damals druckte noch niemand ein Copyright-Zeichen auf sowas. Heute hat eine Firma die Rechte jenes weiland Kartenverlags geerbt, die sich die Mühe macht, 766 Euro Lizenzgebühr für jeden im WWW versteckten DIN A6 großen Ausschnitt jenes uralten Plans abzukassieren. man wolle die Arbeitsplätze bei den Kartographie-Verlagen schützen. Wer wie wir immer noch versucht, sein Geld durch eigener Hände Arbeit zu verdienen, macht wahrscheinlich was falsch. Wer braucht heute noch Stadtpläne, wo jeder seine Wegbeschreibung als Link auf seinen kostenlosen Eintrag bei Google-Maps haben kann? Die Kartographie ist keine 25 Jahre alt, zoombar von europaweit bis zu Einzelbäumen, und als Zugabe gibts noch ein hübsches rosenwelten-Foto und unsere Öffnungszeiten. Sollte auch mal gesagt sein.

    Sommer in der Rosenschule

    01. 08. 2008

    Sommer in der Rosenschule: Im Juli und August werden die Sorten fürs übernächste Jahr veredelt. In dieser Zeit treffen Sie mich oft statt im Verkaufsgarten auf dem Feld, der kurze Fußweg ist dann beschildert - und auf jeden Fall lohnend! Haben Sie alte Rosenschätze, von denen Sie sich Nachkommen wünschen, können Sie mir jetzt Reiser zum Veredeln bringen. Auf dem Feld gibt es wieder unsere sehr beliebten bunten Rosensträuße, taufrisch!

    Sommer-Praxis

    01. 08. 2008

    Ab Ende Juli sollte man nicht mehr düngen, damit die Rosen nicht mit unausgereiften, anfälligen Trieben in den Winter gehen. Mehr unserer Rosen als sonst scheinen dieses Jahr viele Hagebutten anzusetzen, es ist einfach ein gutes Obstjahr, und die Rose zeigt damit ihre Verwandtschaft mit den Obstbäumen. Um die späte Blüte zu fördern, kann man diesen Fruchtansatz evtl. jetzt noch wegschneiden (mehr).

    Sommer-Chance

    01. 08. 2008

    Warm und doch mit dem nötigen Regen durchwachsen - ist dieser Sommer ideal für unsere Pflanzen zum Einwurzeln in Ihrem Garten. Nutzen Sie die angenehme Jahreszeit für lang ersehnte Umgestaltungen Ich habe an den Regentagen unseren Katalog etwas umgestaltet und hoffe, Sie finden ihn jetzt handlicher.

    Je früher gepflanzt

    03. 03. 2008

    desto besser! Jetzt bereits gepflanzt, könnten ihre Rosen sich schon vor dem Frühjahr bewurzeln. Klar, daß sie dann im April mit mehr Elan austreiben, als wenn Sie dann auch erst noch anwachsen müßten. Und keine Angst vor Frost, der noch kommen könnte: Bei uns stehen die Pflanzen für Ihren Garten ja auch den ganzen Winter im Freien; rosenwelten hat kein Gewächshaus und Rosen brauchen auch keins. Schon als die Winter noch wirklich kalt waren, galt der Gärtnerspruch: jeder Tag, an dem ich mit dem Spaten in den Boden kann, ist ein Pflanztag. Das geriet erst in Vergessenheit, als Pflanzen zu Supermarktware wurden und gärtnerisch ahnungslose Verkaufsstrategen am Schreibtisch festlegten, wann welche Saison sei: seither drängt uns die Werbung Christstollen ab Ende August und Pflanzen, egal welche, von Ostern bis Muttertag auf. Unseren Rosen fehlt dafür jedes Verständnis.

    Schnittkurs

    01. 03. 2008

    der Rosenschnittkurs am 23.2.2008 hat mir sehr gut gefallen und ich habe eine Menge dazugelernt. Das ist eben doch etwas ganz anderes, als darüber in Büchern zu lesen. Ich bin im nächsten Jahr sicher wieder mit dabei. Toll fände ich, wenn Sie eine Art Forum einrichten könnten, wo Besucher Kommentare abgeben können. Vielleicht wäre es ja, zumindest im Winter, auch möglich, dass die Fachleute von Rosenwelten Fragen zum Thema Rosen beantworten.

    Geschenk-Gutschein

    22. 12. 2007

    Ein Geschenk-Gutschein von rosenwelten ist ein Weihnachtsgeschenk, in dem schon der nächste Sommer steckt. Und nicht nur der nächste sondern zig weitere. Sie wissen bestimmt jemanden, dem Sie damit eine riesige Freude machen würden. Pflanzen zu Weihnachten: endlich mal eine neue, andere Geschenkidee! - Jetzt gleich einen Geschenk-Gutschein bestellen!

    Unser Schnittkurs am 23. Februar 2008

    11. 11. 2007

    Möchten Sie sich im zeitigen Frühjahr einmal intensiv in den Rosen- (und Obstgehölz-)Schnitt einführen lassen? Wir planen am Samstag, 23. 2. 2008, einen Schnittkurs in dem großen und anregenden Garten von Frau Kretschmer am Chausseehaus bei Wiesbaden. Unkostenbeitrag 15,00 Euro; auf Ihre Anmeldung freuen wir uns schon! Wir haben vor, in zwei Gruppen, vormittags und nachmittags, zu üben. Dazwischen, gegen 12 bis 1 Uhr, wird eine kleine Stärkung angeboten. Wenn Sie möchten, können Sie freilich auch den ganzen Tag bleiben. Um Ihnen bereits im voraus ein bißchen Lesestoff zuschicken und um Sie benachrichtigen zu können, falls wir den Termin wegen starken Frosts oder Dauerregens verschieben müssen, bitten wir, sich anzumelden. Die Grundregeln. Jetzt anmelden

    Ungefüllte Rose gewinnt hohe Auszeichnung

    01. 09. 2007

    Die Rose 'Fortuna' hat 2007 zwei der international renommiertesten Preise für neue Rosenzüchtungen gewonnen, die Goldene Rose von Den Haag und zusätzlich die Goldmedaille als beste Beetrose. Obwohl sie gerade mal 5 Blütenblätter aufzuweisen hat, also keine Spur gefüllt! Fortuna, Bilder und Beschreibung eine Lobeshymne auf ungefüllte und andere unkonventionelle Rosen (Linkziel nicht mehr online)

    Keine Schönheit ohne Blätter, oder?

    01. 09. 2007

    Nach diesem feuchten Sommer stehen die Rosen in vielen Gärten schon länger ohne Laub da. Der Grund sind Pilzinfektionen, begünstigt von zu lang andauernder Feuchtigkeit auf den Blättern. Wir empfehlen Ihnen, empfindliche Sorten durch robuste "Blütenmeere" zu ersetzen: Sie glänzen (im wahrsten Sinn des Wortes) noch jetzt (und manche sogar stets bis zum Frühjahr) mit gesundem, glänzendem Laub, wobei auch ihre Blütenfülle legendär ist.

    Läuse und Räupchen

    24. 04. 2007

    Das trockene Wetter bewahrt zur Zeit zwar die Rosen vor den Blattpilzen, aber den Läusen scheint es umso besser zu gehen. Je weniger Wasser den Pflanzen zur Verfügung steht, desto reicher an Zucker scheint der Pflanzensaft zu sein und desto besser scheint er zu schmecken.

    Besonders gern betracht ich dann
    Die Rosen, die so niedlich;
    Die Blattlaus sitzt und saugt daran
    So grün, so still, so friedlich.

    Man braucht aber nicht gleich nervös zu werden. Die Wuchskraft ist um diese Zeit so enorm, daß das bißchen. was die Läuse wegsaugen, nicht schadet. Außerdem beobachten wir, wie sich die Marienkäfer mindestens ebenso fleißig vermehren, und deren Larven haben wiederum einen Riesenappettit auf Läuse. Normalerweise stellt sich bald ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen ein und es kommt zu keiner Läuseplage.

    Daß keine Rose ohne Dorn,
    Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
    Auch sag ich ohne jeden Zorn:
    Kein Röslein ohne Läuschen!

    Deswegen, wenn Sie etwas gegen die Läuse tun wollen, schaden Sie nicht den Marienkäfern, sonst stehen Sie den nächsten Läusegenerationen allein gegenüber. Spülen Sie Läusekolonien evtl. morgens mit einem scharfen Wasserstrahl weg, sprühen Sie Seifenlauge mit einem Schuß Spiritus und wählen Sie im schlimmsten Fall ein nützlingsschonendes Spritzmittel.

    Ähnlich ist es mit den kleinen Räupchen, die seit gestern wieder an den jungen Blättern fressen. Vorige Woche hatte ein leichter Nachtfrost sie erst einmal gestopt. Sie sind willkommenes Futter für die Vögel, die jetzt überall Junge großzuziehen und viele Schnäbel zu stopfen haben! Wenn man nur zwei, drei Rosen auf Balkon oder Terrasse hat und nicht auf die Meisen warten will, kann man die grünen Räupchen ja auch einfach und ganz ohne Chemie absammeln.

    Fachartikel Fachartikel aktuelle Forumsbeiträge Das Blattlausgedicht von Wilhelm Busch Unsere "Rat"-Seite

    Auch 2007 Tomatenspezialitäten bei rosenwelten

    15. 04. 2007

    Wir haben rechtzeitig zum Auspflanzen ab Mitte Mai wieder viele ausgefallene Tomatensorten. Diesmal alle in extra starker Qualität im 2-l-Tieftopf zu 2,25 Euro/St.

    Rosentreffen in unserem Garten am 21. April

    04. 04. 2007

    Bei einem ersten Rosentreffen im Garten am Samstag, den 21. April ab 18 Uhr soll es um ungewohnte Rosenkompositionen im Garten gehen. Wir würden uns freuen, wenn Sie an diesem Abend Zeit und Lust hätten, Ihre Erfahrungen und Ideen zu diesem spannenden Thema mit anderen Gästen auszutauschen und heißen Sie jetzt schon herzlich willkommen! Genaueres demnächst an dieser Stelle. Geben Sie uns doch bitte kurz Nachricht, wenn wir mit Ihnen rechnen dürfen.

    Osterknospen

    04. 04. 2007

    Der milde Winter und der schöne März haben Rosa hugonis, die immer die erste ist, schon jetzt vor Ostern viele Blütenknospen hervorbringen lassen, aber auch bei unseren großen Abraham Darby geht es schon los. Die ersten Clematisblüten öffnen sich seit gestern bei 'Tage Lundell', 'Pink Princess' und 'Blue Princess', aber auch 'Bourbon', 'Asao' und viele andere zeigen schon Knospen. Die Blüte der Akebia begann dieses Jahr schon Anfang März und hält immer noch an. Die Knospen waren bereits im Januar da. Wir haben Akebia noch nie so prachtvoll blühen sehen.: Akebia!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=16230!@!@!_blank Rosa hugonis!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=718!@!@!_blank Clematis 'Tage Lundell'!@!@!http://rosenwelten.de/rosen/rose.php?rose_nr=19751!@!@!_blank

    Die gelben sind die ersten

    04. 04. 2007

    Heute, den 16. April, ist an Rosa hugonis die erste Rosenblüte dieses Jahres bei uns aufgegangen. Für ihre Verhältnisse ist es fast normal,so früh zu sein. Inzwischen haben schon viele Rosen Knospen hervorgebracht, aber es sind auffällig viele gelbe daruner: Abraham Darby, Tendence, Gloire de Dijon ...

    Materialien zum Rosenschnitt

    11. 01. 2007

    Zur Vorbereitung auf unseren Schnittkurs am 23.2. haben wir zwei Arbeitsblätter mit einigen Tatsachen und Überlegungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammengestellt, das in unserem Download-Bereich als pdf heruntergeladen werden kann.

    Blühmeldung am 17.6.20066

    17. 06. 2006

    'Abraham Darby' blüht über und über. Auch 'Bonica' und 'Leonardo da Vinci' stehen bereits voll in Blüte. Unsere Moosrosen blühen auf, zuerst 'Deuil de Paul Fontaine'. Die Malerrose 'Edgar Degas' eröffnet mit unglaublich farbenprächtig gelb-roten Blüten den Reigen der französischen Duftrosen.

    Trotz des schlechten Wetters:

    27. 05. 2006

    Sie lassen sich nicht aufhalten: 'Abraham Darby' hat sich über und über mit dicken Knospen geschmückt, die jetzt schon Farbe zeigen. Das zierliche 'Heideröslein Nozomi' sitzt voller Knospen. Die gute alte 'Bonica' sowieso, sie ist eben einfach zuverläsig! 'Leonardo da Vinci' sieht man an der Dicke der Knospen schon an, welch prall gefüllte Blüten er in Kürze öffnen wird. Ein paar vorwitzige von unseren 8 Moosrosen-Sorten und der 'Rose de Resht' verheißen mit ihren Knospen unvergeßliche Duft-Erlebnisse. Die Baumrosen wachsen so kraftstrotzend, daß man fast zuhören kann. Ähnlich unsere französischen Duftrosen: Guy Savoy, Edgar Degas, Marcel Proust und Kaiserin Farah mit ihren riesigen, bei Marcel Proust leuchtend hellgrün gläzenden Blättern. Genista lydia beginnt flach am Boden leuchtendgelb zu blühen. Und in der Etage darüber sitzen unsere Hochstammrosen 'Vinesse', 'Focus', Tendence' und 'Inspiration' voller Knospen. Die Stauden-Clematis recta 'Purpurea' breitet jetzt einen Schleier aus winzigen rosaweißen Blütenknöpfchen über Ihr purpurrotes Laub. Neugierig geworden? Willkommen in Wiesbadens derzeit wohl rosenreichstem Garten an der Erich-Ollenhauer-Straße 116, immer werktags von 9-12 und 15-18 Uhr!

    Asao öffnet Blüten

    12. 05. 2006

    Die großen purpurrosa Blütensterne der Clematis 'Asao' haben sich geöffnet!

    Die ersten Knospen!!

    11. 05. 2006

    Seit vorgestern haben unsere Abraham Darby und Bonica Knospen. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern,bis alles in Blüte steht! In den letzten Tagen wurde im Verkaufsgarten nochmals vieles umgestellt, so daß die Schönheiten besser zur Wirkung kommen. Schauen Sie herein, wenn Sie in der Nähe sind!

    Tomaten bei rosenwelten

    11. 05. 2006

    Holger Ennulat hat uns ein Sortiment ausgesucht exotischer Tomatensorten aus biologischem Anbau zur Verfügung gestellt. Alle diese Sorten schmecken viiiiel besser als die normalen. Das haben wir in den Vorjahren von ihm bereits demonstriert bekommen.

    Die ersten Clematis blühen

    01. 05. 2006

    Seit ein paar Tagen blühen bei uns die hellblaue akeleiblütige Clematis alpina 'Blue Princess' und die phantastische Clematis macropetala 'Rosy O'Grady', bei der sich purpurrosa Kugelknospen zu hellrosa schwebenden Glocken mit purpur Zeichnung öffnen. Sehenswert! Nicht weniger sehenswert der kräftige dunkelpurpurne Laubaustrieb unserer Clematis recta 'Purpurea'!

    Wachstum steuern auf die elegante Art

    30. 04. 2006

    Wer seine Rosen jetzt genau beobachtet, kann den Wuchs auf eine besonders elegante Art steuern: die Triebe, die später zu lang werden, so daß die Schere ran muß, kann man nämlich jetzt schon erkennen. Sie sind jetzt schon sichtbar dicker und schießen schneller als die übrigen an der Pflanze. Schneidet man jetzt die Spitze eines solchen Triebes heraus, sorgt der jetzige enorme Saftdruck dafür, daß sich innerhalb weniger Tage in den drei obersten Blattachseln neue Triebspitzen bilden. Bis zum Sommer erhalten wir somit statt eines überlangen Triebes drei mäßig starke mit entsprechend mehr Blüten. Eine wenig verzweigte Pflanze wird dadurch schnell buschig. Uns bleibt die Mühe und der Pflanze der Substanzverlust des späteren Rückschnitts erspart. Das sogenannte Pinzieren oder Entspitzen macht man entweder mit einem sehr scharfen Messer oder mit den Fingernägeln. Man schneidet oder kneift über einem nach außen wachsenden, kräftigen Blatt, da, wo man den künftigen Verlängerungstrieb haben möchte. Wenn Sie es in natura gesehen haben möchten, bevor sie es ausprobieren, kommen sie bei uns vorbei. Bei uns ist es die tägliche Morgenarbeit in den Wochen vom Austrieb bis zur Blüte. So bringen wir den Pflanzen in der Rosenschule ganz ohne Chemie und Zauberei auf die schonendste Weise einen gleichmäßigen, runden und gut verzweigten Wuchs bei.

    Wildlinge pflanzen

    30. 04. 2006

    Zur Zeit pflanzen wir unsere Wildrosen (Veredlungsunterlagen) auf den neuen Acker im Belzbachtal. Wir pflanzen die 5200 Stück von Hand mit einer speziellen Pflanzhacke, die eine geniale Form hat, so daß sie schon durch ihr Eigengewicht tief in den Boden eindringt. Nachher häufeln wir sie an, damit die Wurzelhälse von Erde umgeben sind und bis zum Veredeln im Sommer nicht holzig und hart werden. Im Sommer veredeln wir auf diese Wildrosen die Sorten, die wir im Jahr 2008 verkaufen möchten. Baumschule ist eben kein schnelles Geschäft, der Baumschuler braucht einen laaangen Atem! A propos: Wenn Sie eine spezielle Sorte besitzen, von der Sie gern Nachkommenschaft hätten und die keinem Sortenschutz mehr unterliegt, wenden Sie sich einfach im Lauf der nächsten zwei Monate an uns!

    Alles eingetopft

    18. 04. 2006

    Jetzt stehen um 4500 Rosen in 4-Liter-Töpfen in unserem Garten! Aus diesem Anlaß haben wir der Lokalredaktion des Wiesbadener Kurier folgende Zeilen zugeschickt: Vermutlich ist der Garten in der Erich-Ollenhauer-Straße 116 derzeit das rosenreichste Grundstück in Wiesbaden: Wo früher Wäsche getrocknet und Blumenkohl angebaut wurde, lassen Bernhard Höpfner und Giuseppe Kahn mit ihrer Gärtnerei "rosenwelten" jetzt Hunderte von Rosen wachsen und blühen. Die zwei begeisterten Profigärtner haben sich im Sommer des vergangenen Jahres selbstständig gemacht und konzentrieren sich ganz auf die Anzucht von Rosen. Die werden von den beiden Rosengärtnern auf althergebrachte Art auf einem Acker im Belzbachtal veredelt, nach zwei Jahren eingetopft und im Sommer blühend an Gartenfreunde verkauft. Insgesamt 4.500 eingetopfte Rosen stehen nun seit Ostern in Reih und Glied im Verkaufsgarten von "rosenwelten". Aus dem Grundstück haben die beiden Profigärtner ein wahres Rosenparadies für Gartenliebhaber geschaffen. Die Rosensorten, die Kahn und Höpfner mit Erlaubnis von Züchter Noack aus Gütersloh veredeln, sind noch wenig bekannt, aber enorm blühfreudig und vor allem krankheitsresistent: Das Laub bekommt keine Pilzkrankheiten mehr, so dass Hobbygärtner ihre Spritzen im Schrank stehen lassen können. Zum umfangreichen Sortiment von „rosenwelten“ zählen aber auch die besten Duftrosen aus Frankreich von Delbard, sowie eine Menge Raritäten aus deutschen Spezial-Rosenschulen. In dieser Woche pflanzen die Rosengärtner ihre Wildrosen, die sie im Sommer veredeln werden. Das wird dann der Jahrgang 2008. Der Jahrgang 2006 wird den Garten an der Erich-Ollenhauer-Straße aber bereits nächsten Monat in Wolken von Rosendüften hüllen.

    Schnittregeln gibt es weniger als man denkt

    04. 04. 2006

    Absolutes Richtig und Falsch gibt es nicht. Jede Sorte wächst anders, jeder Standort wirkt sich anders auf das Wachstum aus, und nicht zuletzt möchte jeder seine Rose anders wachsen sehen. In einem neuen Artikel in unserer Rubrik "Rat" versuchen wir, die wenigen wirklich wichtigen Schnittregeln einmal zusammenzufassen.

    Endlich können wir anfangen!

    17. 03. 2006

    Der Gründungskredit von der Landwirtschaftlichen Rentenbank ist uns zur Verfügung gestellt worden.

    Gärtner und die IG B.A.U. Ein Artikel aus dem Jahr 2005

    27. 07. 2005

    Hintergrund Skandal: "Hungerlöhne" im Gartenbau Durch eine Bundestags-Anfrage der CDU und einen Artikel in "BILD" kam es im Frühjahr 2004 ans Licht der Öffentlichkeit: Im Gartenbau werden die niedrigsten Tariflöhne gezahlt, die es in Deutschland gibt. Alternativen Eine Gewerkschaft, in deren Zuständigkeitsbereich solche "Hungerlöhne" aufgedeckt werden, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten zu reagieren: Reaktionsmöglichkeit 1: Den Skandal bemänteln, die entstandene Öffentlichkeit meiden, möglichst nichts sagen und hoffen, daß sich nichts tut und alles wieder im Sande verläuft. Gelingt Strategie 1, bleibt zwar das Ansehen der Organisation, deren Unterschrift immerhin unter solchen Tarifverträgen steht, bis zum nächsten Skandal unbefleckt, aber die betroffenen Arbeitnehmer stehen allein im Regen. Mitglieder werden sich fragen, wozu sie Beiträge bezahlen. Oder Reaktionsmöglichkeit 2: Das Problem als Handlungsauftrag erkennen, die eigenen Kräfte geschickt einsetzen und die öffentliche Aufmerksamkeit als seltenen Glücksfall nutzen wie auch das Interesse der Arbeitgeberseite an einem guten Image der Branche, um endlich, zunächst für die am schlechtesten Gestellten und dann für die ganze Branche, Verbesserungen zu erstreiten. Dann verstehen Mitglieder, wozu sie Beiträge bezahlen und neue Mitglieder können hinzugewonnen werden. Die Satzung der IG B.A.U. gebietet übrigens Reaktionsweise 2: jedes Mitglied hat: "die wirtschaftlichen [...] Interessen der Mitglieder zu fördern". Die hauptamtlichen Funktionäre reagierten jedoch nach Muster 1. Nur wenige Tage zuvor waren in der IG B.A.U. durch eine in der Gewerkschaftsgeschichte beispiellose Aktion des Bundesvorstands die hauptamtlich Verantwortlichen für den Gartenbau komplett ausgewechselt worden. Die aus ihren Ämtern verjagten vorher Zuständigen hätten Strategie 2 gewählt. Vernachlässigte Branche Schon zu Zeiten, als noch die GGLF für sie zuständig war, waren die Arbeitnehmer im Gartenbau ein Stiefkind der Gewerkschaft. Die GGLF hatte ihren Schwerpunkt im Forst. Gärtner waren von jeher selten Gewerkschaftsmitglieder. Wo sie arbeiten, überwiegend in Klein- und Kleinstbetrieben, ist die Macht des Chefs normalerweise die einzig erfahrbare Realität. Eine Gewerkschaft hätte sich wohl über Gebühr anstrengen müssen, um in so einer Branche den Organisationsgrad über die jetzigen 0,9% hinaus zu erhöhen und daraufhin als ernstgenommener Verhandlungspartner bessere Löhne und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Durch ihre Inaktivität allerdings, war und ist es für die Arbeitnehmer erst recht schwer einsehbar, wozu sie von ihrem wenigen Verdienst 1,15% Beitrag an die Gewerkschaft abzweigen sollten - ein Teufelskreis. Anders im Forst: Forstleute sind von jeher gut organisiert und arbeiten häufig im Öffentlichen Dienst, wo es einer Gewerkschaft viel leichter fällt, präsent zu sein als in einer Familienbetriebs-Gärtnerei. So wurde im Gartenbau die Aufsplitterung in viele Ländertarife nie angetastet. Die Arbeitgeber erhöhten die schlechten Löhne nur aus Güte ab und zu ein wenig. Standards der westdeutschen Wohlstandsgesellschaft wie 13. Monatsgehalt, Schlechtwetterregelung u.v.m. gelangten nie in Tarifverträge des Gartenbaus. Dafür kam die Flexibilisierung der Arbeitszeit schon früh hinein, und in einem Maß, von dem heute Arbeitgeber anderer Branchen träumen. Nun war die GGLF leider eine kleine, finanzschwache Gewerkschaft. Daher konnten, als Mitte der Neunziger Jahre ihre Fusion mit der großen IG BSE zur IG B.A.U. anstand, Arbeitnehmer in den vernachlässigten Branchen hoffen, die nun viel stärkere Organisation werde endlich etwas bewegen. Tatsächlich zeigte es sich, daß der große Bruder keinen Grund sah, auf dem unattraktiven grünen Gebiet Versäumtes aufzuarbeiten und wenig bis gar kein Verständnis für die grünen Spezialprobleme mitbrachte. Kaum ein Bezirksgeschäftsführer wollte sich den Kopf mit solchen Feinheiten zerbrechen wie zum Beispiel, ob ein Gärtner nun dem Gartenbau (Ecklohn je nach Tarifbezirk ) oder dem Garten- und Landschaftsbau zuzuordnen sei (Ecklohn ). Mitglieder und ehrenamtliche Funktionäre erhielten aus solchen und noch banaleren Gründen die für sie bestimmten Informationen aus der Organisation unregelmäßig oder gar nicht. Kommunikationsstörung mit System Man bezeichnete das als Kommunikationsproblem zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen und suchte fleißig und wohlmeinend Lösungswege auf Sitzungen, Konferenzen und Spezialseminaren. Aber man drehte sich nur im Kreis. All die Reise- und Hotelkosten waren zum Fenster hinausgeworfenes Geld, die verdiskutierte Zeit war verschwendete Zeit. Denn obwohl sie ihre Gehälter von den Mitgliedsbeiträgen bezahlt bekommen und sie nach außen hin bis heute mit Slogans wie "Mitmachgewerkschaft" werben, sahen die Hauptamtlichen gar keinen Bedarf, auf die Mitglieder und die gewählten ehrenamtlichen Gremien zu hören. Je gestörter die Kommunikation der Ehrenamtlichen, desto ungestörter können sie nichts zur Veränderung der Verhältnisse tun. Am ärgsten traf es die Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau . Ihr Vorsitzender reiste gern viel, am liebsten mit dem Flugzeug, nicht nur zu Gewerkschaftssitzungen sondern auch zu Veranstaltungen von Arbeitgeberorganisationen. Seine Kollegen erfuhren von ihm nicht, was er dort tat. Die Arbeitgeber jedoch erfuhren offenbar durch ihn Personalien, die sie in Tarifverhandlungen verwendeten, um Tarifkommissionsmitglieder auf Gewerkschaftsseite persönlich anzugreifen. Der ständige Tenor seiner Diskussionsbeiträge war übrigens, daß man sich "bewegen" müsse. Wohin, vermied er, direkt auszusprechen. Kurzzeitiger Silberstreif am Horizont Neue Personen Auf dem Ordentlichen Gewerkschaftstag 2002 wurde Kritik an Klaus Pankaus (das bis dahin für den Grünen Bereich zuständige Bundevorstandsmitglied) Geringschätzung der Ehrenamtlichen vorgebracht. Daraufhin bekam er nicht genügend Stimmen, um wieder in den Bundesvorstand gewählt zu werden. Seine Karriere hat er dann nicht auf Arbeitnehmerseite fortgesetzt, er ist jetzt Personalchef bei WISAG, einem Konzern, der in den IG-B.A.U.-Branchen Gebäudereinigung und Garten- und Landschaftsbaubetrieb tätig ist. Neu in den Bundesvorstand wurde Margot Gudd gewählt, vorher Geschäftsführerin im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg. Sie wurde für den grünen Bereich (Vorstandsbereich V) zuständig. Anders als Pankau hat sie eine Vorgeschichte als Arbeitnehmerin in einer IG-B.A.U.-Branche, und zwar der Gebäudereinigung, einer ähnlich wie der Gartenbau von der Gewerkschaft tarditionell vernachlässigten Branche mit geringem Ansehen, schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung. Margot Gudd bat uns in der Bundesfachgruppe Gartenbau, ihr als Branchenfremder aus unserer Berufserfahrung die Verhältnisse im Gartenbau zu erklären und die Probleme zu benennen, die am dringendsten anzupacken seien. Darin unterschied sie sich fundamental von ihrem Vorgänger und ihrem Nachfolger. Die dozieren lieber von oben herab über die Lage und daß nichts daran zu ändern sei. Wenn Margot Gudd ihre Unterschrift unter einen Tarifvertrag setzen sollte, fragte sie sich zuvor, ob sie mit ihrem Namen unter solch einem Dokument gut schlafen können würde. Solche Gewissensfragen stellten und stellen sich ihre Vorgänger und Nachfolger auch nicht. Mit Karl-Heinz Lach stellte sie einen Branchengeschäftsführer ein, von dessen Erfahrung in der Branche, politischem Scharfblick und taktischem Kalkül zu "befürchten" war, daß er etwas ins Rollen bringen würde. Kommunikationsfluß Auf einmal funktionierte dann auch der Informationsfluß, jedenfalls soweit der Bundesvorstandsbereich V dafür zuständig war. Der Bundesfachgruppenvorstand wurde durch Kopien der wichtigsten Korrepondenz laufend auf dem neuesten Informationsstand gehalten und konnte bei seinen vierteljährlichen Treffen ohne Umschweife direkt zur Sache kommen. Eine Menge Geld, das normalerweise für unfruchtbare Kommunikationsdebatten vergeudt wird, wurde dadurch gespart. Ziele und Eckpunkte Gemeinsam, in wenn nötig harten Diskussionen, wurden Nah- und Fernziele abgesteckt, die der Rückständigkeit der Branche an die Wurzel gegangen wären und für die es sich wieder lohnte, als Gärtner Gewerkschaftsmitglied zu sein: * Erhöhung der Skandallöhne in Ostdeutschland an das westdeutsche Niveau - und langfristig ein Bundes-Tarifvertrag für den Produktionsgartenbau; * stufenweise Angleichung des Gartenbau-Tarifs an den Tarif des garten- und Landschaftsbaus, denn Gärtner in der Produktion arbeiten genauso qualifiziert und engagiert wie ihre Kollegen im Garten- und Landschaftsbau, viele werden sogar direkt im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt; * Verhindern der von den Arbeitgebern geforderten Scherenöffnung zwischen steigenden Löhnen für die wenigen hoch qualifizierten "Antreiber" und Billiglöhnen für immer mehr ungelernte, die die Masse der Arbeit verrichten sollen. * Entlastung der im Freien arbeitenden Gärtner vom alleinigen Tragen des Schlechtwetterrisikos, denn auch Gärtner möchten ihren Urlaub nicht für die Zeit aufheben, in der es draußen zum arbeiten zu naß und zu kalt ist - und keine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit, oder, anders ausgedrückt, keine Streichung der Überstundenzuschläge. Eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele wurde ausgearbeitet. Es wurden Kontakte geknüpft. Hoffnungsvolle Anfangserfolge Es wurden auch schon einige Erfolge erreicht. In Bayern hatten die Arbeitgeber genug von der Blockadepolitik ihres eigenen Spitzenverbandes und kamen der Gewerkschaftsforderung entgegen. Daraufhin sahen sich die nordrhein-westfälischen Gärtnereien in ihrer Ehre gekränkt, die bestbezahlenden in Deutschland zu sein und legten ebenfalls zu. Viel mehr war kurzfristig nicht zu erwarten, bevor wir nicht unsere Mitgliederbasis vergrößert hatten und wird auch von anderen Verhandlern nicht erzielbar sein. Wo die Arbeitgeber unannehmbare Forderungen stellten, wurde lieber gar kein neuer Tarifvertrag abgeschlossen. Vor allem im Garten- und Landschaftsbau gab es wegen der Arbeitgeberforderung nach "großer Flexibilisierung" jahrelang keinen Abschluß. Im Herbst 2003 begannen die Arbeitgeber im Produktionsgartenbau, sich an diese Flexibilisierungsforderung anzuschließen und unsere beiden Bundesfachgruppen verständigten sich darauf, noch enger zusammenzuarbeiten, um keinen Dammbruch zu riskieren. Die Garten- und Landschaftsbau-Fachgruppe war jedoch nicht einstimmig gegen diese Flexibilisierung, ihr Vorsitzender arbeitete daran, den Widerstand aufzuweichen. Diese Uneinigkeit war eine Schwachstelle der Branchenarbeit im Gartenbau, deshalb versuchten wir im Winter 2003/2004, sie auf unseren gemeinsamen Sitzungen beider Bundesfachgruppen zu überwinden. Keiner rechnete aber damit, daß ausgerechnet der Bundesvorstand unserer eigenen Gewerkschaft diese Schwachstelle ausnutzen würde, um das ganze erfolgreich Begonnene zu zerstören: Der Putsch gegen den Vorstandsbereich V aus heiterem Himmel ... Nur über private Kontakte erfuhren wir Mitglieder des Bundesfachgruppenvorstands Gartenbau Ende April von dem Putsch des Bundesvorstands am 19. April 2004 gegen den Vorstandsbereich V: Margot Gudd wurde per Geschäftsverteilungsbeschluß die Zuständigkeit für unsere Branchen weggenommen und unser Branchensekretär wurde fristlos entlassen. Der Grüne Bundesvorstandsbereich V wurde aufgelöst. Einen Teil der Branche, den Garten- und Landschaftsbau, übernahm der Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel in seinen eigenen Zuständigkeitsbereich, den Rest hängte man dem Vorstandsbereich III Landwirtschaft (Hans-Joachim Wilms) an. Erst am folgenden Wochenende rief Hans-Joachim Wilms beiläufig von unterwegs aus dem Auto unseren Bundesfachgruppenvorsitzenden an, um ihm kurz und ohne auf Rückfragen zu antworten die vollendeten Tatsachen mitzuteilen. Von da an liefen unsere Telefondrähte heiß, aber wir waren alle viel zu lang damit beschäftigt, die Tatsachen als Tatsachen zu erkennen und unser naives Vertrauen in die Spitze unserer Organisation abzubauen, um postwendend so effektiv agieren zu können, wie das der Forstbereich fertigbrachte: Der konnte sich durch massiven Protest Karl-Heinz Lach wenigstens für eine Übergangszeit als Branchensekretär erhalten. Wir schrieben einen Protestbrief an den Gewerkschaftsrat, das höchste Organ zwischen den Gewerkschaftstagen, mit der Bitte, die neue Geschäftsverteilung wieder rückgängig zu machen. Da wir die Adressen der Mitglieder dieses Gremiums nicht parat hatten, ging der Brief mit der Bitte um Weiterleitung an den Bundesvorstand - und wurde dort zurückgehalten. Mitgliederverdummung und Mobbing Die "taspo" berichtete in der nächsten Woche auf der Titelseite und seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die Arbeitgeberfreundlichkeit der neuen Branchenvertreter auf Seiten der IG B.A.U. Der "Grundstein" thematisierte den Konflikt bis heute überhaupt nicht. Nur wer zwischen den Zeilen liest, konnte aus der Ankündigung eines Außerordentlichen Gewerkschaftstags mit Ergänzungswahlen schließen, daß es im Bundesvorstand Krach gegeben haben könnte. Wo man auch bei der IG B.A.U. nachfragte, bekam man die gleiche, offenbar zentral sprachgeregelte, inhaltslose Antwort: Es müsse etwas sehr Schwerwiegendes gegen die beiden vorliegen, denn sonst würde der Bundesvorstand keine so außergewöhnlichen Schritte ergreifen. Die Begründung für die Schritte sollten also allen Ernstes die Schritte selbst sein! Die Gründe würde man nicht offenlegen, "um den Betroffenen nicht zu schaden". Diese Argumentation muß man erst einmal so richtig auf sich wirken lassen: Genau wie in Hans Christian Andersens Märchen "Des Kaisers neue Kleider" hätte nur jemand dazwischenrufen brauchen: "Ihr hattet ja gar keine Gründe!" Aber das tat niemand. Im Gegenteil: Führten wir konkrete Gründe für die Tatsache an, daß Margot Gudd und unser Branchensekretär zuverlässige und ehrliche Leute sind und viel für unsere Branche geleistet haben, so brachten es Hauptamtliche, ohne sich zu schämen, fertig zu behaupten, ihre unsichtbaren Pseudo-Gründe wögen noch schwerer als unsere offen zutage liegenden, obwohl - oder weil? - keiner sie sehen konnte! Erst wurde auf eine Sitzung des Gewerkschaftsbeirats Mitte Mai vertröstet, dort würden alle Gründe offengelegt - wurden sie aber nicht. Immer noch kam keiner auf die Idee, daß es gar keine Gründe gab. Dann hieß es, auf einem Außerordentlichen Gewerkschaftstag im September, der zur Wahl eines Nachfolgers von Margot Gudd einberufen werden mußte, würden sie bekanntgemacht - wurden sie auch nicht! Inzwischen hatte man dem Klatsch und Geschwätz die Zügel schießen gelassen und, wie es so geht, wußte allmählich jeder genügend Gründe, warum es so gekommen sein könnte, so daß keiner mehr eine Begründung vom Bundesvorstand einforderte. Margot Gudd brachte man dahin, ihr Dienstverhältnis mit der IG B.A.U. zu kündigen und glaubte, den ganzen Konflikt erfolgreich ausgesessen zu haben. Auf dieselbe Weise könnte man jede Gewaltmaßnahme gegen jedes beliebige andere Bundesvorstandsmitglied genauso gut rechtfertigen. Die Kritikfähigkeit in der IG B.A.U. ist also noch auf dem Stand, den Andersens Märchen anprangerten, und der Bundesvorstand verstand es, diesen traurigen Umstand auf perfide Weise für seine Zwecke einzusetzen: die Gerüchteküche anheizend, tat er noch so, als schütze er die, die er dem Geschwätz preisgab. Die sogenannte Mitmachgewerkschaft zeigt ihr wahres Gesicht Eine "Mitmachgewerkschaft", als die sie sich in der Mitgliederwerbung am liebsten darstellt, wo jeder "mitmachen, mitgestalten, mitverändern" können soll, kann die IG B.A.U. nicht sein, wenn ihre hauptamtlichen Funktionäre es schaffen können, einen Bundesvorstandsbereich aufzulösen, ein gewähltes Bundesvorstandsmitglied aus dem Amt zu drängen und eine Branche organisatorisch aufzulösen, ohne daß jemand etwas mitbekommt. Mitmachen ist offensichtlich nicht erwünscht. Beiträge zahlen und sich nicht in die Politik einmischen, die die hauptamtlichen Funktionäre allein machen, auch gegen die Arbeitnehmerinteressen, das soll die Basis. Deshalb wird sie in Unkenntnis gehalten. Das einzige gewerkschaftsweite Kommunikationsmedium, der monatliche "Grundstein/Säemann", druckt wie Parteiorgane in totalitären Systemen nur "positive" Leserbriefe und bringt nur Artikel über "positive" Themen. Welchen Wirklichkeitsbezug die "Grundstein"-Artikel haben zeigt folgende Anekdote: einen Bericht über ihre Vorstandssitzung konnten die erstaunten Mitglieder der Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau bereits im "Grundstein" lesen, bevor ihre Sitzung überhaupt angefangen hatte! Der ganze Putsch gegen den Grünen Bereich war im "Grundstein" komplett unsichtbar gemacht, die grünen Seiten wurden derweil mit Tips zur Pflanzenpflege und dergleichen gefüllt. Nicht besser steht es um die Netzseite auf http://www.igbau.de. Vor wenigen Jahren gab es dort noch ein Forum, in dem jeder seine Meinung zur Diskussion stellen konnte: das ist beim letzten Redesign entfernt worden. Früher konnten Gewerkschaftsgliederungen auch eigene Netzseiten gestalten und von der IG-B.A.U.-Seite verlinken lassen, auch das wird, angeblich aus Design-Gründen, nicht mehr erlaubt, und die Seiten der Bezirksverbände sind seither auf eine ganz einheitliche graue Inhaltsleere zurückgeführt. Die hauptamtlichen Funktionäre bedienen sich also des "Grundstein" und der Website, um ihre Sicht der Dinge allen Mitgliedern zu vermitteln und ihrer Bürotechnik, um untereinander zu kommunizieren. Die ehrenamtlichen können sich weder an alle wenden noch sich untereinander austauschen außer nach Feierabend und auf eigene (Telefon-, Online-, Porto-)Kosten. Die Hauptamtlichen könnten die Diskussion und die Kommunikation in der Organisation fördern, wenn sie wollten. Das wollen sie aber offenbar nicht. Wie blitzschnell und effektiv ihre Kommunikationswege funktionieren, erlebte man im Gefolge des Putsches bei mehreren Mobbing-Aktionen gegen Ehrenamtliche, die Protest geäußert hatten. Sie erhielten gut koordinierte Anrufe von Hauptamtlichen aus allen Richtungen mit der Aufforderung, sich zurückzuziehen. Die scheinheilig beklagten Kommunikationsdefizite sind ein Werkzeug, das bestimmte Teile der IG B.A.U.-Hauptamtlichen mit Meisterschaft gebrauchen, um ihre Politik gegen die Mitglieder durchzusetzen. Die Auswirkungen Weder Margot Gudd noch Karl-Heinz Lach haben nichts getan, das es gerechtfertigt hätte, den Grünen Bereich in der IG B.A.U. zu zerschlagen. Warum macht der Bundesvorstand so etwas? Es wird sein Geheimnis bleiben, aber man kann aus den Resultaten, die er geschaffen hat, auf seine Absichten schließen: Die Bundesfachgruppen Er hat den grünen Bundesfachgruppen klargemacht, daß auf sie überhaupt nichts ankommt. Branchensekretär und zuständiges Bundesvorstandsmitglied werden ohne Rücksprache mit den Bundesfachgruppen eingesetzt und ausgetauscht. Bei der Übergabe der Geschäfte wird ausdrücklich nicht auf Kontinuität geachtet. Die Fachgruppen können den neuen Zuständigen jetzt wieder über ein Jahr hin oder länger vortragen, was sie wollen - bevor die endlich anfangen könnten, es in die Tat umzusetzen (gesetzt den Fall, daß sie das überhaupt wollen), werden sie wieder abberufen. Funktionierende und fruchtbringende Zusammenarbeit wird dagegen sofort und massiv unterbunden. Der innere Zwist in der Bundesfachgruppe Garten- und Landschaftsbau wurde zwar einstweilen beigelegt: ihrem umstrittenen Vorsitzenden wurde einer der Gewerkschafts-Sitze im Vorstand der Gartenbau-Berufsgenossenschaft angeboten, woraufhin er den Vorsitz der Bundesfachgruppe seinem bisherigen Stellvertreter überließ. Aber was jetzt fehlt, ist die Koordination der gesamten Branchenarbeit im Gartenbau durch den Vorstandsbereich V. Die Vertretung der Garten- und Landschaftsbauer fand sich bereits am 6. Mai 2004 zu einer Sitzung nach Berlin einberufen, wo Klaus Wiesehügel sie in seine Politik einzubinden versuchte. Die Bundesfachgruppe Gartenbau mußte am 30. 10. bei einer Sitzung mit Hans-Joachim Wilms feststellen, daß die Eckpunkte ihrer bisherigen Arbeit den neuen zuständigen Hauptamtlichen über ein halbes Jahr nach der Amtsübernahme noch gar nicht bekannt waren, wozu Wilms auch noch geradeheraus erklärte, ihn interessiere sowieso nicht, was wir beschließen, er werde darauf keine Rücksicht nehmen. Die Tarifverhandlungen Die taspo beobachtet genauestens die neue Tarifpolitik der IG B.A.U. im Gartenbau und stellt sie als Eingehen auf die Arbeitgeberforderungen dar. Bei den Verhandlungen, die zu den Tarifabschlüssen in Bayern (Baumschulen) und Brandenburg führten, waren keine ehrenamtlichen Tarifkommissionsmitglieder anwesend. Im Garten- und Landschaftsbau wurde zunächst viel von der Übernahme der Verhandlungsführung durch den Bundesvorsitzenden selbst erhofft. Inzwischen hat sich gezeigt, daß er den Arbeitgebern auch nicht mehr entgegenzusetzen hat und wahrscheinlich die Verhandlungen demnächst für gescheitert erklären muß. Ein Schritt, den seine Vorgängerin noch vermeiden konnte. Resümmee Kurz und knapp zusammengefaßt, heißt das nicht anderes als: Der IG B.A.U.-Bundesvorstand hat mit seiner Aktion gegen den Vorstandsbereich V den Arbeitgebern in die Hände gespielt und den Gärtnern geschadet. Er hat die endlich erfolgreich begonnene Branchenarbeit in dieser vernachlässigten Branche mutwillig kaputtgemacht. Die IG B.A.U. kann sich nicht Interessenvertreter der Arbeitnehmer im Gartenbau nennen. Ausblick Im Jahr 2005 findet allerdings der nächste Gewerkschaftstag statt. Es bleibt abzuwarten, ob der jetzige Bundesvorstand verhindern kann, daß diesem höchsten Organ der Gewerkschaft die hier geschilderten Vorgänge bekannt werden. Falls nicht, könnte es sein, daß doch noch die Gerechtigkeit siegt und wieder einmal Bundesvorstandsmitgliedern Stimmen zur Wiederwahl fehlen. Ob das den Gärtnern etwas bringen wird, bleibt dann immer noch abzuwarten. [an error occurred while processing this directive]

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