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mit rosen gärtnern : winter

Von 1995 bis 2008 gab es gar keine harten Winter. In diesen Jahren hatten wir im Winter viel Feuchtigkeit, aber wenig Frost. Wer seine Rosen nach alter Gewohnheit gegen Frost schützte, schützte vor allem die daran überwinternden Schädlinge und förderte Pilzkrankheiten an den dauerfeuchten, schlecht belüfteten Pflanzen.

Von 2008 auf 2009 überraschte uns dann wieder ein richtiger Winter, und ihm folgten sogleich noch zwei. Wir wurden gezwungen, wieder auf die Gefahren des Winters zu achten.

im Herbst: Ausreife

In der Natur überleben Rosen ohne Winterschutz. Jede Art hat sich an ein bestimmtes Klima angepaßt. Ihre Strategie gegen Frostschäden besteht darin, nach Abschluß der Hauptwachstumsphase im Laufe des Spätsommers und Herbstes zu verholzen ("auszureifen") und zuletzt im Herbst und frühen Winter ihr Laub abzuwerfen. Holz-Zellen enthalten weniger Wasser als grüne und können daher bei Frost weniger leicht platzen. Blätter und grüne Triebe würden immer Wasser verdunsten, wenn die Wurzeln bei gefrorenem Boden keines nachliefern können, würden die Pflanzen vertrocknen.

Daß es Zeit wird, sich auf einen Winter einzustellen, merken ans Klima angepaßte Rosen daran, daß es im Spätsommer trockener wird, die Nährstoffe im Boden abnehmen und schließlich die Temperaturen fallen. Diese Signale lösen die Umstellung vom Wachsen zum Ausreifen in ihnen aus. Wenn sie fehlen, wie in den Tropen oder im geheizten und beleuchteten Gewächshaus, wachsen und blühen Rosen immer weiter. *)

Nun möchten wir außer einheimischen, am besten an unser Klima angepaßten Wildrosen meist auch solche um uns haben, die oder deren Wildrosen-Eltern aus anderen Klimazonen stammen und an deren Winter angepaßt sind, die sich von unseren mehr oder weniger unterscheiden. Denen müssen wir durch kluge Schutzvorkehrungen mehr oder weniger helfen, unsere Winter zu ertragen. Am sichersten geschieht das, indem wir die natürlichen Schutzmechanismen unterstützen.

was droht

Die Witterung im Herbst kann Kapriolen schlagen, daran können wir nichts daran ändern. Bleibt es bis in den Winter hinein mild und feucht, stellen sich die Rosen nicht richtig auf den Winter ein und reifen schlecht aus, manche werfen noch nicht einmal das Laub ab. Folgt dann plötzlich harter Frost ohne schützende Schneedecke, so wie eines Morgens Anfang Januar 2009, können wir sehr viele Rosen verlieren.

Gefährdet sind also unausgereifte, saftige grüne Triebe und Blätter. Blätter werden jedoch ohnehin im Frühjahr neu gebildet, so daß es nicht schadet, wenn sie erfrieren. Schlimm wird es, wenn Knospen und ganze Triebe erfrieren. Erfriert eine veredelte Rose bis in die Veredlungsstelle, ist sie verloren. Bei Stammrosen liegen die Veredlungsstellen leider in einer Höhe, wo sie der Kälte besonders ausgesetzt sind.

Gefriert das Wasser in Pflanzenzellen, vergrößert es sein Volumen. Irgendwann platzen dann die Zellwände. Entweder durch zu tiefe Temperaturen oder oder durch zu häufigen oder zu schnellen Wechsel von Gefrieren und Auftauen.

Besonders gefährlich sind also paradoxerweise die ersten wärmenden Strahlen der lieben Morgensonne auf die nach einer kalten Nacht tief gefrorenen Triebe: Sie tauen in kürzester Zeit die Vorderseite der Triebe auf, während die Rückseite gefroren bleibt. Diese enorme Temperaturspannung gibt Frostrisse in der Rinde (sogar Baumstämme, die früh im Saft stehen, können davon längs aufreißen). Die Folgen sieht man erst im späteren Frühjahr, wenn man sich an die Situation, in der es passieren konnte, längst nicht mehr erinnert: dann sind meist Rindenpilze eingedrungen und haben die Leitungsbahnen verstopft, so daß ganze Astpartien plötzlich welken und absterben, wenn sie der neutrieb die Vorräte in den Knospen aufgezehrt hat und auf Kraft von unten angewiesen ist.

Wind verstärkt den Frost. Schnee schützt vor ihm. Allerdings reflektiert die weiße Oberfläche des Schnees auch das Sonnenlicht und erhöht die Gefahrfür alle über den Schnee herausragenden Pflanzenteile (man denke hier auch an Hochstämme) durch die Morgensonne.

Die Wurzeln sind im Boden fast immer sicher vor Erfrieren. Im Topf dagegen kann es sein, daß der ganze Erdballen nachts komplett durchfriert und tags wieder auftaut usw. Diesen Streß überleben sie nicht lange.

was man machen kann

Ausreife unterstützen

Am Wetter im Herbst und Winter können wir nichts ändern. Eventuell beeinflussen können wir das Nährstoffangebot, indem wir schnell wirkenden Dünger nur bis Ende Juni, spätestens Mitte Juli streuen und Langzeitdünger unbedingt so, daß sie ab August kaum noch Stickstoff freisetzen (das klappt mit den sonst so komfortablen mineralischen Langzeitdüngern nicht immer, mit organischem Dünger dagegen schon). Den Übergang von der Wachstums- in die Ausreife-Phase fördern wir aber vor allem dadurch, daß wir mit dem scharfen Schneiden, das sie zu kräftigem Neutrieb zwingt, rechtzeitig aufhören, etwa Ende Juli. (Ab August sollte das Schneiden dann zwecks Wundverschluß vor dem Winter ganz eingestellt werden.)

Töpfe gehören im Winter an die schattigste, windstillste Stelle, die man bieten kann. An einer kalten Stelle auf der Nordseite längere Zeit eingefroren zu bleiben, vertragen sie eher, als jeden Tag in der Sonne aufzutauen und nachts wieder einzufrieren.

abdecken

Gegen Frost selbst kann man Freilandpflanzen nicht schützen. Man kann nur bei Frost die Sonne und scharfen Wind von den Pflanzen abhalten indem man sie abdeckt.

Ein ideales Abdeckmaterial, kostenlos aber nicht auf Abruf verfügbar, ist der Schnee. Er ist luftdurchlässig und winddicht zugleich. Im Hochgebirge überstehen die empfindlichsten Rosensorten die härtesten Winter, wenn sie von Ende Oktober bis Mitte März mit Schnee bedeckt sind. Wenn alles dick eingeschneit ist, kann der Gärtner die Füße hoch legen und sich auf dem Ohrensessel am Ofen sein Pfeifchen anzünden, ohne daß ihn irgendwelche Sorgen quälen.

Das andere ideale Abdeckmaterial liefert auch die Natur: ganz normale Erde, auch kostenlos und immer zur Hand. Die Erde aus der Umgebung der Pflanze hackt man Ende November vorsorglich an das Herz der Rose heran, vor strengem Frost im Januar eventuell noch einmal höher, so hoch es eben geht. Die Teile der Pflanze, die von Erde umgeben sind, werden selbst im härtesten Winter nicht geschädigt, weil weder Sonne noch Wind sie erreichen. Selbst wenn dann oberhalb der Anhäufelung alles erfriert, baut sich die Pflanze im Frühjahr aus der unversehrten Basis in kurzer Zeit völlig neu auf. Man entfernt diese Anhäufelung im März an einem trüben, windstillen Tag vorsichtig mit den Fingern, um Knospen oder Triebe, die sich darunter eventuell bereits gebildet haben, nicht abzubrechen oder plötzlich der kalten Luft und grellen Sonne auszusetzen.

Den Schnee muß man notfalls durch andere Materialien ersetzen. Am besten eignen sich dazu Fichten- oder Tannenzweige (zB die Äste des Weihnachtsbaums) oder langes Stroh (bzw. die trockenen Halme der Ziergräser, die man im Garten ohnehin Ende Januar abschneiden muß). Diese steckt man in die Kronen der Stammrosen und bindet sie nach Bedarf etwas fest bzw. legt sie von außen wie ein Dach um die Rosenbüsche. Je frostempfindlicher Pflanzen sortenbedingt sind und je weniger ausgereift sie aufgrund der Witterung im Herbst in eine bevorstehende Frostperiode gehen, desto sorgfältiger sollte man diesen Wind- und Sonnenschutz herrichten. In milden, nassen Wintern würde er dagegen die Luftbewegung um die Pflanzen zu sehr behindern und könnte zu Schäden durch stickige Dauerfeuchte führen. Deshalb wartet man mit diesem Teil des Winterschutzes, bis es wirklich ernsthaft kalt wird und entfernt oder lockert ihn auch wieder, zwischen Frostperioden.

Kann man keine Zweige oder Halme bekommen, muß man ein Vließ kaufen; es ist jedoch aufwendiger anzubringen und von den stacheligen Rosen wieder zu entfernen, muß gleichwohl häufiger gelüftet werden, da es viel weniger Luftzirkulation zuläßt als Zweige, erst recht nicht im nassen Zustand.

Und wenn es mal ganz schlimm wird ...

Kann man Töpfe mit Rosen auch einmal vorübergehend in einen kühlen Raum stellen. Aber nicht zu lang, sonst hat man bald Läuse und andere Mitbewohner daran. Wieder Herausstellen am besten bei kühlem, windstillem Wetter und bedecktem Himmel, damit es kein Schock wird.

hat man früher wohl Hochstämme zur Erde umgebogen, mit einem Haken fixiert und mit einem Haufen Erde zugedeckt, so steht es jedenfalls in den alten Büchern. Ich wollte es lieber nicht probieren, denke dabei geht duch Bruch mehr kaputt als durch Frost kaputtgegangen wäre.



*) Das wird ja leider in den letzten Jahren von einigen Gärtnereien gemacht, um im Gewächshaus pünktlich zum Muttertag aus im Herbst erst vom Feld gerodeten 1-jährigen Veredlungen große blühende Topfrosen zu machen und hohe zweistellige Preise dafür zu nehmen, bevor diese armen Geschöpfe merken, daß sie um ihre verdiente Winterruhe betrogen wurden und sich gekränkt mehr oder weniger schnell wieder zu verabschieden.

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