Die ältesten Regeln
mittelalterlicher Hospitäler

A. Ausgangspunkt

Quellenfunde, Forschungsstand und Vorhaben

Im dritten Abschnitt "Mensch und Gemeinschaft" des ersten Teils "Condicio humana" der "Lebensformen im Mittelalter" stellt Arno BORST "Hospitalbrüder", anschließend Gildenbrüder vor als Beispiel für Bruderschaften, "Bünde", in denen Menschen zu gegenseitigem Nutzen zusammen lebten. Sie stellt er zwischen Kapitel über das Leben als "Einzelmensch" (was es in jener Zeit eigentlich nicht gegeben habe) und das Leben als "Herren", "Knechte", "Stände", um dann zum Leben in Rechtsordnungen, "Vaterländern", Völkern, Sprachen fortzuschreiten bis hin zum Leben als "Gottesvolk". Hospitalbrüder schildert er am Beispiel der Johanniter im Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem, Gildenbrüder am Beispiel der Schneider von Lincoln. Und er gründet wie im ganzen Buch jedes Kapitel auf ein zeitgenössisches Selbstzeugnis, für die Johanniter wählt er dazu deren Statuten, beschlossen vom Generalkapitel am 7.3.1182, für die Schneider von Lincoln das, was sie 1389 auf Aufforderung König Richards II. an alle Gilden und Bruderschaften usw, über ihre Entstehung, Verfassung und Vermögenslage Rechenschaft zu geben, eingereicht haben. Damit interpretiert er die Johanniter-Statuten als das, als was sie ursprünglich geschrieben wurden:

Im Kern ist das Statut ein Bund von Menschen, die ihren Lebenskreis verließen, um freiwillig den Verlassenen zu dienen. Dieses Ziel, nicht ein individuelles System von Kompetenzen, begründet ihre Gemeinsamkeit. […] Wenn sie sich im 12. Jahrhundert überhaupt eine Bezeichnung geben, heißt sie nicht Ordo, Ordnung und Orden, sondern Fraternitas, Brüderlichkeit und Bruderschaft.

Für Gilden hat BORST eine aus einer eher weniger wohlhabenden englischen Stadt als Beispiel genommen, für Hospitalbrüder deren berühmteste, in Folge der späteren Macht und Berühmtheit des Johanniterordens, in Krankenhaus- und Liebestätigkeitsgeschichtsdarstellungen gewöhnlich quasi der Leitstern des ganzen europäischen Hospitalwesens vor dem modernen Krankenhaus.

Ordensregeln bis heute bestehender Gemeinschaften wurden halt früh ediert und standen immer im Mittelpunkt der Forschung, Regeln selbständiger Hospitäler dagegen blieben wenig beachtet, obwohl sie viel zahlreicher waren (allerdings war lange Zeit gar nicht klar, daß z.B. die meisten Heilig-Geist-Hospitäler nicht zum Heilig-Geist-Orden gehört haben). Léon LEGRAND, der eine Menge solcher Regeln selbständiger Hospitäler 1901 gedruckt herausgegeben hat, erklärte rundweg, sie stammten, soweit es um Krankenpflege geht, allesamt von der Johanniterregel ab, ansonsten von der Augustinerregel, und das wurde seither allgemein ohne weiteres repetiert, z.B. noch 1977 und 1991 in Dissertationen. Selbst Siegfried REICKE übernahm in seinem Standardwerk zur Rechtsgeschichte der deutschen Hospitäler bezüglich der Regeln einfach die Ansicht, sie seien Varianten der Augustinerregel.

Dabei gibt es eine ganze Menge etwa gleich alte oder wenig jüngere «Regeln» von Hospitälern quer durch Europa mit weitreichenden Gemeinsamkeiten: etwa zwischen der des Hospitals zu Eichstätt aus dem Jahr 1250 und der des Hospitals Nôtre-Dame zu Paris (1220), der des Hospitals Santo Spirito in Saxia zu Rom und derjenigen des Johanniter-Haupthospitals zu Jerusalem (1152?). Und die lateinische Regel des Heilig-Geist-Spitals der Hansestadt Lübeck von 1263 stimmt weitgehend mit derjenigen des Sint-Janshospitaal der flandrischen Hansestadt Brugge (1188) überein. Letztere liegt als besiegelte Originalurkunde aus dem Jahre 1188 vor und ist als älteste Quelle für das Sint-Janshospitaal Brugge 1976 von Griet Maréchal in ihrer Geschichte desselben untersucht worden. Mit ihrem Text stimmen auch noch weitgehend überein: ein ebenfalls original überlieferter von 1196 aus Gent in lateinischer Sprache und ein altfranzösischer von 1267 aus Ieper. Und der Lübecker Text begegnet wiederum ähnlich auch in Kiel 1301, volkssprachlichen Hospitalregeln aus Älborg in Dänemark, aus Barth in Pommern und einer lateinischen Handschrift aus Riga.

Meine Neugier wurde von belgischer Literatur, geweckt: daß die Regel des Sint-Janshospitaals der Hansestadt Brugge und die des gleichnamigen zu Gent von Januar 1188 bzw 1196 als besiegelte Originalurkunden, also so sicher wie nur möglich, überliefert sind, und dazu erheblich älter als die älteste Handschrift der Johanniterregel (1253). Bereits ein erster Blick auf diese Texte legt auch die These nahe, daß sie und nicht die Johanniterregel über die Hansestadt Lübeck eine breite Vorbildwirkung rund um die Ostsee gehabt haben. 1981 hat BONENFANT-FEYTMANS erstmals europäische Hospitalregeln der Zeit um 1200 sowie Aussagen des Zeitgenossen Jacques de Vitry über Hospitalgemeinschaften sowie Beschlüssen französischer Provinzialkonzile von 1214-1215 ohne die Prämisse, sie wären alle von der Johanniterregel abgeleitet, miteinander verglichen und in Beziehung gesetzt und diese Meinung Le Grands als haltlos erwiesen.

B. Die Texte

Was sind die ältesten Hospitalregeln für Texte, was ist über ihr Zustandekommen und ihre Verwendung bekannt und wie liegen sie uns vor.

I. Handschriften und Drucke

Wie sind uns die Texte überliefert, wie zuverlässig sind die Textzeugen?

1. Zur Handschriftengeschichte

Oft wurden Hospitalregeln wohl zunächst im Hospitalarchiv aufbewahrt, wurde das Hospital später aufgelöst, kamen sie in ein staatliches Archiv. Manche Hospitalarchive bestehen aber noch und bewahren weiterhin die mittelalterliche Regel ihres Hauses auf.

Ungewöhnlich ist das Schicksal der Handschrift der Regel von Eichstätt: sie scheint irgendwann am Ort in private Hand gekommen zu sein und von da mit Auswanderern 1905 nach Amerika, wo sie später in die Universitätsbibliothek Philadelphia gelangte.

Die Regel des Hospitals von Ypern wurde im Ersten Weltkrieg vernichtet.

Das Kopiar, das eine entstehungszeitnahe Abschrift der Lübecker Regel von 1263 enthält, galt bis vor kurzem als Kriegsverlust, kam dann aber zurück; 2001 war es jedoch noch nicht wieder zur Benutzung freigegeben. Aus dem Zentralen Historischen Archiv der Lettischen SSR bekam ich eine Fotokopie einer Urkunde von 1294, in die die Regel des Lübecker Heilig-Geist-Hospitals inseriert ist.

2. Lücke zwischen Textdatum und Handschriftentstehungsdatum

Wie zuverlässig ist die handschriftliche Überlieferung?

Soweit Entstehungszeiten der Handschriften bekannt sind, haben wir in zwölf Fällen Originalüberlieferung, also Gleichzeitigkeit mit der Datumsangabe des Textes, den sie überliefern, wovon aber eigentlich nur die ersten sechs von vor 1250 stammen und sich so noch einigermaßen unter die «ältesten Regeln mittelalterlicher Hospitäler» rechnen lassen:

Gleichzeitige Handschriften (Original-Überlieferung)
LückeText-DatHandschrift-DatTextFundort (mit verlinkter Abbildung)
01188.01.1188.01Brugge 1188Brugge/Bruges, Archief van het Oopenbar Centrum voor Maatschappelijk Welzijn, St.-Janshospitaal, Signatur.: Charter nr. 1,
01188.01.1188.01Brugge BgBrugge/Bruges, Archief van het Oopenbar Centrum voor Maatschappelijk Welzijn, St.-Janshospitaal, Signatur.: Charter nr. 1,
01188.01.1188.01.Brugge B"Brugge/Bruges, Rijksarchief/Archiv de l"État, Aanwinsten, Signatur.: nr. 6509,
01196..1196..GentGent/Gand, Stadsarchief/Archive de la Ville, Stadscharters, Signatur.: reeks 94, nr. 17,
01236..1236?Gent Lepr mnldGent/Gand, Archives de l"État/Rijksarchief, Fonds Rijke Gasthuis, Signatur.: Voorlopig nr. B4594,
01243.04.1243.04.AbbevilleAmiens, Archives Départementales de la Somme, Archives d"Hôtel-Dieu d"Abbeville, Signatur.: F 1,
01253.08.1253.08.HerentalsHerentals/Hérenthals, arr. Turnhout, [Hospitalarchiv], , Signatur.: ,
01266..1266AalstGent/Gand, Archives de l"État/Rijksarchief, Fonds O.L.V.-hospitaal te Aalst, Signatur.: I, 2,
01301..1301KielKiel, Stadtarchiv, Urkunden, Signatur.: Nr. 9,
01319.12.1319.12EnghienMons/Bergen, Archives de l"État/Rijksarchief, Hôpital Saint-Nicolas d"Enghien, Signatur.: No. 9,
01328.04.231328.04.23München 1328München, Hauptstaatsarchiv, Gericht München, Urkunden, Signatur.: Fasz. 3,
01654.02.251654?Aalborg 1654Ålborg, Hospitalets arkiv, , Signatur.: pk. 9, unbekannte Nr 1,
01675.05.011675?Aalborg 1675Ålborg, Hospitalets arkiv, , Signatur.: pk. 9, unbekannte Nr 2,

Die übrigen sind durch Abschriften (kopial) überliefert. In drei Fällen beträgt die Lücke zwischen Textdatum und Handschriftdatum bis zu 10 Jahre, in noch sieben weiteren immerhin bis um 100 Jahre. Das trifft auch zu für die älteste Handschrift der lateinischen Johanniterregel von 1253.10.07 (deren altfranzösiche Fassung ist mit 46 Jahren Lücke zeitnaher überliefert):

2: Überlieferung durch bis zu 100 Jahre jüngere Hss.
LückeText-DatHandschrift-DatTextFundort (mit verlinkter Abbildung)
31197..1200-1300Tournai ND MeisterTournai/Doornik, Archives de l"État/, , Signatur.: Cart. C,
61294..1300 bis 1400 ?Lübeck 1294Riga, Zentrales Historisches Archiv der Litauischen SSR, Fond 673, opis" 2 (l-1), Signatur.: delo 6 (l-1),
101233.06.1243.04.AmiensAmiens, Archives Départementales de la Somme, Archives d"Hôtel-Dieu d"Abbeville, Signatur.: F 1,
301220.05.1250 ?Cambrai S-JulienCambrai/Kamerijk (Diözese), Bibliothèque municipale, Archives hospices de Cambrai, St-Julien, Signatur.: I A 5 (früher no. 329),
461154.10.211200-1300Jerusalem afrzDijon, Archive de la Côte-d'Or, H, Signatur.: 111,
621238..1300 bis 1400 (nach 1366?)TournaiTournai/Doornik, Trésor de la Cathédrale, , Signatur.: , Cest le riegle et ordenance des sœrs del hostelerie Nostre Dame de Tournay
771227.06.1304.05.Cambrai S-JeanCambrai/Kamerijk (Diözese), Bibliothèque municipale, Archives hospices de Cambrai, St-Jean, Signatur.: inseriert in: X A 2 (früher no. 348),
891211.10.1300 bis 1400Bruxelles 1211Bruxelles/Brussel, Archive de la ville/Stadsarchief, , Signatur.: vol. 1373,
991154.10.211253.10.07 laut BegleitbriefJerusalem latAarau, Staatsarchiv des Kantons Aargau, Johanniter-Kommende Leuggern, Signatur.: Nr. 7,
1121204..1316 bis 1334Roma S-Spirito 1316Roma, Biblioteca Vaticana, Fondo Borghese, Signatur.: N. 292,

Die übrigen liegen nur in Abschriften vor, die über 100 Jahre jünger sind als die Abfasungsdaten der Texte, so daß zunächst unsicher ist, ob der überlieferte Text wirklich in allen Teilen und Einzelheiten von der Zeit ist, auf die er sich selbst datiert; beim Abschreiben können Teile eingeschoben, Veränderungen vorgenommen worden sein, ohne das zu kennzeichnen. Bei diesen Texten müssen, je größer die Lücke ist, umso mehr innere Kriterien mitberücksichtigt werden, wenn es den genauen, ursprünglichen Wortlaut herzustellen gilt.

Überlieferung durch über 100 Jahre jüngere Hss.
LückeText-DatHandschrift-DatTextFundort (mit verlinkter Abbildung)
1301370.11.041500-1600 (nach der Schrift, Mus)Ieper Lepr 1370Ieper/Ypres, Archief der Commissie van Openbaren Onderstand, fonds Hooge Zieken. alg. litt., Signatur.: B,
1371263..1400 bis 1500Troyes latTroyes, Archives Départementales de l"Aube, , Signatur.: carton 4,
1691231..1400 bis 1500CoffortLe Mans (Diözese), Bibliothèque du Mans, , Signatur.: Ms. 253, Livre blanc de l"Évêché
2111309..1520 ca.Barth 1309Barth, Lkr. Nordvorpommern, Pfarrarchiv, , Signatur.: ,
2801220..1500 bis 1600, 2 Kopien, beide lat. und frz.ParisParis, Archive de l"Assistance Publique, , Signatur.: liasse 866,
2891200..1489.07.14AngersParis, Archives Nationales, , Signatur.: X 1a 1497,
3141200..1514.12.1FossesNamur/Namen, Archiv de l"État, Chartrier des sœurs grises, Signatur.: [in die Urkunde Borgnet Nr. 20 inseriert],
3351265..1600 bis 1700Saint-PolArras/Atrecht, Archives Départementales de Pas-de-Calais, Archives hospitalières de Saint-Pol, Signatur.: A 1,
3451255.02.1600 bis 1700Bruxelles S-GertrMechelen/Malines, Archive de l"Archevêché, Cameracensia, Signatur.: reg. 6 (früher X),
3541246..1600 bis 1700BeauvaisBeauvais, Archives Départementales de l"Oise, , Signatur.: A7,
4381162..1600 bis 1700AubracRodez, Archives Départementales de l"Aveyron, , Signatur.: G 404 und G 406 = No. 13 und No. 14,
4471253.11.1700 bis 1800Bruxelles S-NicolaiBruxelles/Brussel, Archive de la ville/Stadsarchief, , Signatur.: vol. 1373,
45212301682-Vienne S-AntoineGrenoble, Grand Séminaire, Inventaire des titres et fondations de l"abbaye de Saint-Antoine, Signatur.: No. 3,
4531247.07.1700 bis 1900Lessines 1247Lessines/Lessen, Centre Publique d"Aide Sociale, , Signatur.: ,

2. Hierarchisch-kirchlicher vs b?rgerlicher Ursprung

3. Drucke und Editionen

Gibt es wissenschaftliche Editionen? Wie zuverlässig sind die sonstigen Drucke?

II. Textcharakteristika

1. Aufbau und Form

a. Urkundenform

Viele Hospitalregeln sind ihrer Form nach Urkunden mit vollständigem Formular. Von der Vollständigkeit und Richtigkeit der Formeln einer Urkunde hing es ab, ob ihr Rechtskraft zugemessen wurde.

4: Hospitalregeln in Urkundenform
TextInvocatioAusstellerSalutatioArengaNarratioDispositioCorroboratioSiegelDatum
1211 Bruxelles[Invoc.]Jean III. de Béthune, Bf v Cambr[Salut.]Quomiam ...Quoniam via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Narr.]sic ordinando disponimus[Corr.][Siegel]Actum
1223 Cambrai S-Julien[Invoc.]R. prévost, A. decanus v Cambrai[Salut.]ordinauimus ... modum uiuendi[Corr.][Siegel]Actum
1227 Cambrai S-Jean[Invoc.]Nicolas de Fontaine, Bf v Cambr[Salut.][Narr.]ordinavimus modum vivendi[Corr.][Siegel]Actum
1233 Antwerpen[Invoc.]Godefroid de Fontaine, Bf v Cambr[Salut.]Quum via ...Quum via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Narr.]sic ordinando disponimus[Corr.][Siegel]Actum
1246 BeauvaisOdo v Tusc., Ppl Legat{Salut.][Narr.]Dispositio[Corr.]SiegelActum
1247 LessinesGuido, Bf v Cambrai[Salut.][Narr.]statuimus et ordinamus[Corr.]SiegelActum
1253 Bruxelles S-Nic latscabini et universi burgenses v Brx[Salut.]admonitioex parte reverendi patris nostri N..., Dei gracia Cameracensis episcopi, sepuis monicionem recepimus diligentem ut ad reformacionem hospitalis, beati Nycholai in Bruxella curam adhiberemus efficacem, eo quod ad usus et recreacionem pauperum transeuntium a prima fundacione de fidelium elemosinis statutum fuit et ab antiquis temporibus, a quibus non extat memoria, observatum, sicut eciam adhuc superstites recolunt infinit
episcopo
volumus et decernimusarticuli inferius conscripti, quos ibidem eciam volumus et decerni-miis observari[Corr.]der StadtActum
1253 Herentals[Invoc.]Nicolas de Fontaine, Bf v Cambr[Salut.]Cum non ...Cum non sit victima melior quam obedientia et Dominus benedictionem et vitam promiserit ...[Narr.]sic ordinando disposuimus[Corr.][Siegel]Actum
1255 Bruxelles S-Gudule[Invoc.]Nicolas de Fontaine, Bf v Cambr[Salut.]Quomiam ...Quoniam via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Narr.]sic ordinando disponimus[Corr.][Siegel]Datum
1258 AardenburgWalter de Croix, Bf v Tornai
et scabini de Rodemburg
[Salut.]consensum est[Corr.]beiderDatum et actum
1277 sHertogenbosch[Invoc.]Jean d Enghien, Bf v Tournai[Salut.]Quomiam ...Quoniam via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Narr.]sic ordinando disponimus[Corr.][Siegel]Actum et datum
1286 GeelGuillaume d Avesnes, Bf v Cambr[Salut.]Cum non ...Cum non sit victima melior quam obedientia et Dominus benedictionem et vitam promiserit ...sic ordinando disposuimus[Corr.]und das des
Herrn v Geel
Actum
1319 Enghien[Invoc.]Pierre de Lévis-Mirepoix, Bf v Cambr[Salut.]Quomiam ...Quoniam via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Narr.]secundum Regulam b. Augustini
sic ordinando disponimus
[Corr.][Siegel]Actum

Etwa die Hälfte der urkundenförmigen Hospitalregeln hat ganz am Anfang oder nach der Invocatio noch zusätzlich eine Überschrift. Die gehörte nicht zum Urkundenformular, auch für die Verfasser nicht, denn sie konnte z.B. in einer Volkssprache verfaßt werden, obwohl alles Nachfolgende lateinisch war (1176 in Lüttich und 1266 in Aalst):

5: Hospitalregeln in Urkundenform mit Überschrift
TextÜberschriftInvocatioAusstellerSalutatioArengaNarratioDispositioCorroboratioSiegelDatum
1176 Liège Mont CornillonPrivilègesLes Privileges des citains de Liège concedeit et confirmeit alle maison de Cornillon; comment ils se doient governer et estre governeit de leurs maistres et recepveurs[Invoc.]scabini v Liège[Salut.]Que ad pacisQue ad pacis et salutis fidelium [spectare videntur toto annisu] humili tuenda et promovenda sunt[Narr.]duximusVorbehalt[Siegel]Actum
1223 Bruxelles.InstitutioInstitutio fratrum et sororum[Invoc.]Godefridus[Salut.][Arenga][Narr.]duximus confirmandas[Corr.][Siegel]Datum
1233 Montdidierrègle et bulleChy sensuit la teneur de la règle et bulle ordonnance de la religion monseigneur sainct Jehan Baptiste de Mondidier translatée de latin en franchois, faicte par Ricart par la grâce de Dieu évesque dߢAmiens.Ricart, Bf v Amiens[Salut.]Comme d'officeComme d'office de pasteur nous soions tenus de veillier continuellement sur le peuple à nous baillé en garde par quoy nos sommes débiteurs à tous en Jésus-Christ, principallement nous devons pourvoir aux personnes de religion qui ont renoncié au monde et au faitz de celluy monde par les veulx qu'ilz ont fais et par l'abit de la religion quilz ont pris par dehors pourquoy ils sont loiés et estrains du lien d'obédience, en ensuivant Jésus-Christ et la foy priant par bonnes ?uvres par dedens et par dehors.[Nar..]Hospitalgemeinschaft hat Regeln selbst vorgeschlagen und um Bestätigung gebetenconformons et enjoignonsVorbehalt&
[[Corr.]
Donné
1233 AmiensRegulaRegula domus hospitalis ambianensisGaufridus, Bf v Amiens[Salut.]Cum excommissoCum excommisso nobis pastoralis officij talento super gregem nobis creditum assidue et instanter teneamur vigilare. et universis et singulis sumus debitores in Christo precipue tamen religiosis personis. et mundo renuntiantibus debemus providere. ut sicut seculo et actibus secularibus voto emisso et habitu religionis assumpto renuntiaverunt exterius. Ita quoque Christum operibus sanctis et obedientie nexibus astricti. et christianam fidem interius imitentur.[Nar..]Hospitalgemeinschaft hat Regeln selbst vorgeschlagen und um Bestätigung gebetenconfirmamusVorbehalt&
[[Corr.]
Actum
1266 AalstRegeleRegele ofte institutie van den Prieuse ende Susteren van den hospitale binnen Aelst (Titel nach de Potter)Nicolas de Fontaine, Bf v Cambr[Salut.]Quomiam ...Quoniam via vite est custodientibus disciplinam ad laudem et honorem Dei omnipotentis et ut viam vite fideles inveniant in hospitali[Nar..]sic ordinando disponimus[Corr.][Siegel]Actum
1349 HarelbekeCopia literarumCopia literarum tangentim fundationem hospitalis Sancti Nicolai HarlebeccensisJean des Prè, Bf v Tournai[Salut.]Notum facimus quodVorbehalt[Siegel]Datum et actum
1354 IjzendijkeOrdinatioOrdinatio sive statutum ultra fundationem super>statu et regimine hospitalis de Ysendike.Philippus, Bf v Tournai[Salut.]Quia nonQuia non antequam quod conjectura proficuum debet reprehensibile judicari, si aliqua, a nostris predecessoribus pro suo tempore proinde statuta, in melius immutemus, maxime cum ea, ex causis postea emergentibus, videmus obesse potius quam prodesse[Narr.]statuimus et etiam ordinamusVorbehalt&Corr.[Siegel]Datum et actum
1400 TravemünderegulaHec est regula, quam precepimus seruare fratribus et sororibus domus sancti spiritus in travenemunde.Borchardus Bf v Lübeck[Salut.]precepimusDie Überschrift steht an dieser Stelle und fungiert quasi als Dispositio

Der Aufbau ist im allgemeinen folgender: Nach der Anrufung Gottes (Invocatio) bietet der Aussteller allen, die dieses lesen, seinen Gruß (Salutatio), erzählt nach einer allgemeinen religiös-ethischen Erwägung (Arenga) die Vorgeschichte (N

b. Plakatformen

Wenn diese Überschrift Verfasser, eventuelle Mitwirkende und Zweck des Textes nennt, konnten in etlichen Hospitalregeln die einleitenden Urkundenformeln, die sonst diese Angaben enthalten hätten, wohl auch einfach wegfallen und unmittelbar auf die Überschrift direkt die bloße Aufzählung der einzelnen Bestimmungen folgen, mit mehr oder weniger vollständigen Schlußformeln. Nannte (ab Mitte des 13. Jh.) der Verfasser sich dann auch noch statt in der Überschrift erst am Schluß, lief es bis zum 17. Jh. auf ein Schema Überschrift—Inhalt—Unterschrift(en) hinaus.

Manche von diesen Hospitalregeln ohne Urkundenformeln sind aber durchaus in Urkundenschrift auf Pergament geschrieben und besiegelt, besonders die ältesten, von denen wir glücklicherweise einige noch als Originale besitzen, was darauf hindeutet, daß es für ihre Verfasser auf die Urkundenformeln gar nicht so sehr ankam; immerhin haben sie ja auch die Invocatio am Anfang, sonst ein Spezifikum kirchlicher Urkundenaussteller, sogar noch vor der Überschrift stehen und nicht fortfallen lassen. Ich benutze für diese noch feierliche, aber nicht mehr durch das Urkundenformular gebundene, der Bekanntmachung dienende Textform die Bezeichnung Plakatformen.

7: Hospitalregeln ohne vollständige Urkundenform, geschrieben wie Urkunden
TextÜberschrift und vorhandene UrkundenformelnAussteller
1188 Brugge
=1188 Brugge B2
[Invokation] "Hec est regula et ordo observandus fratribus et sororibus domus beati iohannis in brugis dispensatione clericorum et laicorum brugensium probatissimorum institutus ad petitionem sancte congregationis predicte ... Institutum Anno .m.c.lxxxviii. mense Ianuario. confirmatum sigillis appendentibus"scabini
1196 Gent[Invocatio] Hec est regula et ordo fratrum et sororum domus beati Iohannis in gandauo. dispensatione cleri et schabinorum institutus. [Actum]
6: Hospitalregeln ohne (vollständige) Urkundenform mit Überschrift
TextÜberschrift, evtl vorhandene Rest-Urkundenformeln, SchlußformelnAussteller
1154 Jerusalem afrzCeste est la constitucion trovée par frere Raimont. [Invocatio] je Raimont, serf des povres de Crist et garde de l'Ospital de Jerusalem, dou conseil de tout le chapistre, clers et laiz freres, ai establi ces comandemenz en la maison de l'Ospital de Jerusalem. [Bestimmungen, mit Kapitelüberschriften] Amen.Raymond du Puy
1154 Jerusalem lat[Invocatio] Ego Raymundus servus pauperum Christi et custos Hospitalis Jer[oso]l[i]m[itani] cum consilio totius capituli clericorum et laycorum fratrum statui hec precepta et statuta in domo Hospital[is] Jer[oso]l[i]m[itana][Bestimmungen] Amen.Raymond du Puy
1197 Tournai ND MeisterDe magistro scolarum et de hospitalario (nach "B") / De prebendis scolastici seu magistri scolarum et hospitalarii et eorum officiis et quales debent assumi ad has prebendas seu ad hec officia (nach "C")Étienne
1200 AngersHec est institucio Domus pauperum Andegavensis facta cum assensu et voluntate tam fundatorum domus quam fratrum et sororum, a domino Andegavensi episcopo approbata et confirmata. [folgt ein Inhaltsverzeichnis]Guilleaume de Chemille
1230 Vienne S-AntoineHaec sunt Statuta facta a Venerabili Vuillermo episcopo Tornacensi, Apostolicae Sedis legato, in hospitali S. Antonii Viennensis dioecesis, secundum quae vivere et regi et corrigi debent fratres in eodem hospitali constituti.Gautier de Marvis
1250 EichstättDaz ist div regel des spitals des hiligen geistes ze Eystet. (e)in forme vnd ein wise vnd regelHeinrich I/IV.
1263 Troyes latHEC SUNT INSTITUTIONES APPROBATE DOMUS-DEI-COMITIS TRECENSIS. [Bestimmungen mit Kapitelüberschriften] Hec autem constitutiones innovate et abreviate fuerunt legitima collatione facta per Elemosinarium Regis, anno Domini M. Ducentesimo Sexagesimo Tertio, quarto idus junii.
1309 Barth[Invocatio] Dyt is de regula unde orde der broder unde sustere des huszes unde conventes thome hilgen Geeste bynnen Bardt, dede anghesettet ys van erlyken luden, prestern unde leyen. [~Arenga] [Bestimmungen] Item disse vorscreven ghesette unde regule heft confirmeren laten Iohannes Travelemunth, wandages eyn radtman der stad Bardt myt syneme szone Iohannes hyr in disseme husze, eyn begevene man, dorch den werdigen heren in god vader byscop Hermann, van gades gnaden byschop tho Sweryne. Anno domini millesimo trecentesimo nono.Hermann
1485 MünchenAin newe ordenung dem spital des heylligen Geists hie ze Munichen durch Balthazarn Riedler, Ludwigen Pötschner vnd Hannsen Ligsaltz, von innerm rate darczu verordnet, mitsambt den hochmaistern Thoma Rudolff vnd Georgen Riedler gemacht vnd furgenommen an [Bestimmungen] [Actum]
1564 Roma S-SpiritoIncipiunt capitula regule hospitalis sancti Spiritus. [Bestimmungen mit Kapitelüberschriften]
1654 AalborgForordning huorledis hereffter holdis schall med de fattige Christi Lemmer her vdi Hellig Aands Hospital i Aalborg [Bestimmungen] Giffuet vdi Hellig Giesthuus vdi Aalborg den 25 February Aar 1654. [Unterschriften]Erich Jull
1675 AalborgForordning hvor effter de Fattige udi den H. Aands Closter i Aalborg sig hafve udi deris Guds Fryct og Leffnet der inde at forholde. [Unterschrift]Matthias Foss

Und dann gibt es einige Hospitalregeln, die tatsächlich aus beidem zusammengesetzt sind: Walter von Marvis' Regel für die Genter Leprosen von 1236 sowie die Regeln Lübecker Bischöfe ab 1263 umfassen neben den Bestimmungen bloß mit Überschrift noch — in Gent am Anfang, in Lübeck am Schluß — je eine kurze vollständig formulierte Bischofsurkunde mit ein paar speziellen Bestimmungen:

8: Hospitalregeln mit Überschrift, denen eine Urkunde angefügt ist
TextÜberschrift und vorhandene UrkundenformelnAussteller
1236 Gent Leprose am AnfangRegula sanorum fratrum ac sororum de domo leprosorum gandensium a tornacensi episcopo con[firmat]aWalterus, Bf v Tournai
1263 Lübeck lat[Invocatio] Hec est regula et ordo servandus fratribus et sororibus domus sancti spiritus in lubeke; dispensacione clericorum et laicorum lubicensium probatissimorum institutus, ad peticionem sancte congregacionis eiusdem. ... [Corr.][Siegel][Actum et confirmatum]Johannes
1263 Lübeck mnd[Invocatio] Dit is de orde vnde leuent der brodere vnde sustere, de se holden scolen in deme hus to lubeke des hilligen geistes, also se utgegeuen sint van wisen papen vnde leyen na eren egenen couentes begheringhe vnde bedeAussteller micht genannt
1294 Lübeckwie 1263 Lübeck latBurchard
1301 KielHaec est regula et ordo observandus fratribus et sororibus domus sancti spiritus in kyl dispensatione clericorum ...itum et laicorum kylensium probatissimorum institutus ad petitionem sancte congregationis eiusdem.Giselbertus
9: Hospitalregeln angefügte Bischofsurkunden
TextInvocatioAusstellerSalutatioArengaNarratioDispositioCorroboratioSiegelDatum
1236 Gent Leprose am Anfang.Walterus, Bf v Tournai[Salutatio]Cum plurimaCum plurime traditiones plurimas faciunt transgressiones, nos uni sententie beati Jacobi inherentes qua dicitur, religio munda & immaculata apud deum & patrem hec est. uisitare pupillos & uiduas in tribulatione eorum. & immaculatum se custodire ab hoc seculo. summam religionis consistere arbitramur in fouendo personas miserabiles humano auxilio destitutas. maxime quas dominus probat in camino paupertatis & in fornace tam contagiose egritudinis. ut merito propter illam mandato legis precipiantur ab aliorum consortio separari.NarratioduximusCorroboratioSiegelActum
1263 Lübeck lat AnhangJohannes, Bf v Lübeck[Salutatio]Cum plurimeCum plurime tradiciones plurimas faciunt transgressiones, Nos vni sentencie beati iacobi inherentes, qua dicitur: Religio munda et immaculata apud deum et patrem hec est, visitare pupillos et uiduas in tribulacione eorum et immaculatum se custodire ab hoc seculo: Summam arbitramur religionis consistere in suscipiendo et fouendo personas miserabiles, humano auxilio destitutas, maxime quas dominus probat in camino paupertatis et in fornace corporalis egritudinis.[Narratio]duximus[Corr.][Siegel]Actum et confirmatum
1263 Lübeck mnd Anhang[ungenannt][Narratio]wille we[Corr.][Siegel]Gedan unde stedet(get)
1294 Lübeck Anhang2Borchardus, Bf v Lübeck[Salutatio
an Leprose
extra muros]
Cum patiencieCum patiencie exhori... et salutis repromissio temporaliter afflictis afflictioni non addant sed minuant. procerto .n. inmarcessibilem mercedem accipient, qui non obstante corporis imbecillitate iugo christi confidencius se astringenti ... ....[Narratio]duximus confirmandasVorbehaltDatum
1301 Kiel AnhangGiselbertus, Bf v Lübeck[Salutatio]Cum plurime ...Cum plurime tradiciones plurimas faciunt transgressiones Nos vni sentencie beati iacobi inherentes qua dicitur, Religio munda et immaculata apud deum et patrem hec est, visitare pupillos et viduas in tribulatione eorum et immaculatum se custodire ab hoc seculo. Summam arbitramur religionis consistere in suscipiendo et fouendo personas miserabiles humano auxilio destitutas maxime quas dominus probat in camino paupertatis et in fornace corporalis egritudinis[Narratio]duximus[Corr.][Siegel]Actum et confirmatum

2. Länge und Sprache

Es gibt ebenso sehr früh schon sehr lange Texte wie es auch von Anfang an schon volkssprachliche neben lateinischen Texten gibt.

Die meisten Sprachversionen hat die Johanniterregel. Cambrai S. Julien, Gent Lepr und Lübeck sind zweisprachig überliefert.

Die ältesten volkssprachlichen (mittelniederländisch) sind: Mechelen (1220.10.) und Gent Lepr (1236) - es sei denn, die afrz. Fassung der Johanniterregel wäre älter.

In manchen Texten ist bestimmt, daß die Regel in der Volkssprache vorzulesen sei: 'Desen brief / es sculdech in diedsch telesene deca/pelán uan den hus of sin uicaris' (1236 Gent Leprose mnld) — 'et ut plene singula capiant in lingua sui idiomatis e

In manchen Texten ist ausdrücklich bestimmt, daß den Neu Eintretenden oder allen Brüdern und Schwestern in bestimmten Abständen die Regel in ihrer Volks-sprache vorzulesen sei.

3. Gebrauch, Verwendung, Bestimmung

In 13 Hospitalregeln finde ich Bestimmungen darüber, daß sie in einen bestimmten Rhythmus oder beim Eintritt neuer Mitglieder in die Gemeinschaft vorgelesen werden sollen:

10: Hospitalregeln mit Bestimmungen, daß sie vorzulesen seien
TextVorlesen bei Neueintritten
1220 Ieper LeproseBei Eintritt von Leprosen in das Leprosenhaus
1236 Gent Lepr mnldend der/gelike der penitentien die hier te/uoren ghescreuen sin. Desen brief / es sculdech in diedsch telesene deca/pelán uan den hus of sin uicaris in / de comste éns nieus broders oue / suster béde gandses ende siecs. ende // danne mot hebben delesere
1236 Gent LeproseBei Neuaufnahme und an drei Festen/Jahr
1253 Herentalsquocies fratres et sorores recipiendi...perlegatur
1266 AalstStatuimus insuper ut quotiescumque sorores vel fratres recipiendi sunt, constitutionum istarum series coram eis prelegatur, et ut plene singula capiant in lingua sui idiomatis exponantur ad plenum et hec se quantum in eis est observaturas promittant. ...
1277 sHertogenboschquoties Frater vel Soror recipiendus fuerint
1286 Geelquoties fratres aut sorores fuerint recipiendi, ..
1309 BarthItem wen dar eyn nyge broder ifte suster wyl syck geven in dissen orden unde broderschop, szo schal me deme broder edder suster vorleszen laten disse vorscreven regule, unde schal em vrage, ...
TextVorlesen in bestimmtem Rhythmus
Roma S-Spirito 1316Regula et constitutiones tunc ei legantur (c.66)
1250 EichstättAlle wochen zeminsten ze ainem mal brvder vnd swester svlen komen in daz capitel, ... Vnd da sol man von der regelen zeminsten zwai capitel lesen.
1263 Lübeck mndDesses leuendes bescrevenecheit enes in den mane(de) scal men lesen den broderen unde susteren, er se to der taflen gan.
1263 Troyes latLegatur etiam verbo laycali quater in anno omnibus
1301 KielHec regula et instituta legentur coram fratribus et sororibus semel in mense, [Satztrennung? Zeilenwechsel!] antequam ad mensam accedant [Satztrennung?] quilibet eorum pro benedictione dicat pater noster ...

Weitere Texte sind zum Vorlesen eingerichtet, indem Zwischenüberschriften, Interpunktion eingefügt sind:

1. Die ?berlieferten Fehler: das klassische Argument f?r Textabh?ngigkeit

2. Selbst?ndig denkende Schreiber: Die Grenzen der klassischen Methodik

4. Einrichtung zum Lesen

a Interpunktion

Mehrere der original überlieferten Hospitalregeln sind, offenbar als Hilfe zum lauten Lesen, mit einem System von Interpunktion ausgezeichnet. Das einfachste sind nur Punkte (Abbeville, Eichstätt)

Weiter als für das ausgehende 12. Jh. gewöhnlich, haben die verschiedenen Schreiber auf der Brugger Urkunde von 1188 die Interpunktion ausgebildet: Die beiden Zeichen '.' und ':' werden konsequent zur Gliederung des Textes in Sin

b Zwischenüberschriften

In Brugge 1188 ist der Text nicht fortlaufend sondern als Liste mit 'Item.' geschrieben. Einige sind mit Kapitelüberschriften versehen (jerus afrz, Eichstätt: rot, Troyes, roma ss 1564 ), Angers (Hs. von 1490) weist sogar ein zweistufig gegliedertes Inhal

Ein Text enthält sogar eine Abschnittseinteilung zum Vorlesen an meheren Tagen.

c Gebrauchsspuren

Unterstreichungen, Anstreichungen von Lesern, Archivvermerke, Kollationsvermerke sind nichts Ungewöhnliches.

Bischof, Paläographie 1, 438 mit weiterer Literatur.

5. Ausschmückung und Anreicherung

So reich, wie manche Hospitalregel-Handschriften mit Bildern, aber auch zusätzlichen Texten wie Gebeten, meditativen Texten, angereichert sind, scheint es wahrscheinlich, daß sie nicht nur zum Vorlesen und Zuhören, sondern auch zum Be-trachten gemacht wa

Buchschrift Brugge B2, Gent Lepr?, München Bücher (fließender Übergang: Mappe: Aalst, Cambrai S. Julien, Eichstätt: Pergament in Mappe aus Saffian): Mechelen, Rom,(Illumination - begleitende Texte)))

1. Stammb?ume: Die Suche nach dem besten Stammbaum

2. Automatisierung der Stemmatologie

III. Entstehungsgeschichte

1. Herkunftsgebiete

Unmittelbar fällt auf, daß sich die Herkünfte der gefundenen Texte in einigen Gebieten Europas konzentrieren, nämlich vom nördlichen Frankreich bis in die süd-lichen Niederlande, dann im Hanseraum, während der Mittelmeerraum, mit dem südlichen Frankreich, Italien, Spanien viel weniger vertreten ist, als man, auch nach dem Grad seiner Urbanisierung, annehmen möchte.

Karte (Google Maps)

3. Gebrauch, Verwendung, Bestimmung

5. Ausschm?ckung und Anreicherung

2. Beteiligte Personen

Die Initiative zur Ausstellung einer Urkunde ging in der Regel von demjenigen aus, der für einen Besitztitel Sicherheit haben wollte (Empfänger). Er bat dann einen, dessen gesellschaftliche Stellung solche Sicherheit wahrscheinlich würde bieten können (Aussteller), um die Ausstellung einer Urkunde, mit einem ganz bestimmten Text. Statt des Empfängers oder zusätzlich zu ihm konnte eventuell noch eine dritte, dem Empfänger nahestehende Partei um die Ausstellung der Urkunde nachsuchen (Petent). Wenn Empfänger und Aussteller sich des Einverständnisses weiterer im fraglichen Bereich einflußreicher Personen mit dem Urkundeninhalt versichern wollten, konnten sie diese als ihre Ratgeber ausgeben.

Aussteller und "Ratgeber": Das waren Diözesanbischöfe (allen voran die von Cambrai), Schöffen (von Brügge, von Gent), "Verständige Männer"

Adressaten: Als Adressaten nennen die Texte häufig die betroffene Gemeinschaft bzw. als deren Repräsentant den Meister oder die Meisterin.

Daß die Adressaten selbst den Text beigebracht hätten und um Bestätigung gebeten erwähnen viele Hospitalregeln, zum Beispiel Lüb.dt.:

Dit is de orde vnde leuent der brodere vnde sustere, de se holden scolen in deme hus to lubeke des hilligen geistes, also se utgegeuen sint van wisen papen vnde leyen na eren egenen couentes begheringhe vnde bede.

Nicht weniger häufig wird die Allgemeinheit als Adressat genannt. Ihr soll durch die Urkunde verkündet werden, welche Lebensregel in dem Hospital N. gilt.

Manchmal ist auch der Petent der Adressat.

Petenten: Das konnten die betroffene Gemeinschaft oder der Stifter sein.

11: Personenverzeichnis
KiProv o.ä.SitzAmtPersonBeziehungHosptalregel
--PapstInnozenz III. (1198-1216)AusstellerRoma S-Spirito 1316
--Päpstlicher LegatOdon (1246)AusstellerBeauvais
JohanniterJerusalemCustosRaymond du Puy (1120-1158/60)AusstellerJerusalem
HamburgLübeckBischofJohannes (1263)AusstellerLübeck lat
HamburgLübeckBischofBurchard (1294)AusstellerTravemünde
HamburgSchwerinBischofHermann ()AusstellerBarth 1309
KölnCambrai/KamerijkBischofJean III. de Béthune (1200-1219)AusstellerBruxelles 1211
KölnCambrai/KamerijkBischofGodefroid de Fontaine/de Condé (1219-1237)AusstellerAntwerpen
KölnCambrai/KamerijkBischofGodefroid de Fontaine/de Condé (1219-1237)AusstellerCambrai S-Jean
KölnCambrai/KamerijkBischofGui de Laon (1238-1247)AusstellerLessines 1247
KölnCambrai/KamerijkBischofNicolas de Fontaine/de Condé (1219-1237)AusstellerAalst
KölnCambrai/KamerijkBischofNicolas de Fontaine/de Condé (1219-1237)AusstellerHerentals
KölnCambrai/KamerijkBischofNicolas de Fontaine/de Condé (1219-1237)AusstellerBruxelles S-Gertr
KölnCambrai/KamerijkBischofNicolas de Fontaine/de Condé (1219-1237)Vidimus-AusstellerCambrai S-Jean
KölnCambrai/KamerijkBischofGuillaume d Avesnes (1292-1296)AusstellerGeel
KölnCambrai/KamerijkOffizial- (1304)2. Vidimus-Ausst.Cambrai S-Jean
KölnLiège/LuikBischofJean d Enghien (1274-1281)AusstellersHertogenbosch
ReimsAmiensBischofGeoffroy d Eu (1222-1236)AusstellerAmiens
ReimsAngersBischofGuillaume de Chemillé (-)AusstellerAngers
ReimsBeauvaisArchidiakonGarin (-)AusstellerBeauvais
ReimsBeauvaisDominikaner-SubpriorVincentius (-)AusstellerBeauvais
ReimsNoyonBischofÉtienne de Némours (1217)AusstellerNoyon
ReimsTournai/DoornikBischofGautier de Marvis (1219-1252)AusstellerAardenburg
ReimsTournai/DoornikBischofGautier de Marvis (1219-1252)AusstellerOudenaarde
ReimsTournai/DoornikBischofGautier de Marvis (1219-1252)AusstellerGent Leprose
ReimsTournai/DoornikBischofGautier de Marvis (1219-1252))AusstellerVienne S-Antoine
ReimsTournai/DoornikBischofJean des Près (1342-1349)AusstellerHarelbeke
ReimsTournai/DoornikBischofPhilippe d Arbois (1354-1377)AusstellerIjzendijke
ReimsTournai/DoornikBischofJean de Thoisy (1430)AusstellerKortrijk OLV 1430
RouenLe MansBischofGeoffroi I. (1231-1234)AusstellerCoëffort
ToulouseRodezBischofPierre (-)AusstellerAubrac
HansestädteBrugge/BrugesStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerBrugge Bg
HansestädteBrugge/BrugesStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerBrugge B2
HansestädteBrugge/BrugesStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerBrugge 1188
HansestädteGent/GandStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerGent Leprose
HansestädteIeper/YpresStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerIeper Leprose 1220
HansestädteLübeck [clerici et laici probatissimi] (-)AusstellerLübeck lat
HansestädteSoestStadtobrigkeitconsules (1292)AusstellerSoest 1292
HansestädteSoestBürger[alle] (1292)AusstellerSoest 1292
Andere StädteBruxelles/BrusselStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerBruxelles S-Nicolai
Andere StädteBruxelles/BrusselBürger[alle] (-)AusstellerBruxelles S-Nicolai
Andere StädteCambrai/KamerijkStadtobrigkeit: prévostR (-)AusstellerCambrai S-Julien
Andere StädteCambrai/KamerijkDomkapitel-DekanAdam (1192-1219)AusstellerCambrai S-Julien
Andere StädteDammeStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerDamme
Andere StädteDammeBürger[alle] (-)AusstellerDamme
Andere StädteHarelbekecapellanusEgidius de Vlaerdslo dictus Smaelkin (-)PetentHarelbeke
Andere StädteLiège/LuikStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerLiège Mont Cornillon
Andere StädteLiège/LuikBürger[alle] (-)AusstellerLiège Mont Cornillon
Andere StädteRodemburgStadtobrigkeitscabini (-)AusstellerAardenburg
Andere StädteSaint-Pol-sur-TernoiseGrafGuido de Castillion (-)AusstellerSaint-Pol

3. Anlaß zur Ausfertigung

Urkunden wurden zur Sicherung eines Besitzes ausgestellt, Hospitalregeln speziell, um die Lebensweise einer Gemeinschaft abzusichern. Eine solche Absicherung wurde für nötig erachtet gegen Veränderungen,

- die von künftigen veränderten Einstellungen der Mitglieder dieser Gemeinschaft selbst ausgehen könnten (intern),

- oder von Institutionen, die etwa, indem sie der Gemeinschaft eine neue Lebensweise vorschrieben, ihre Vorherrschaft würden oktroyieren können (extern).

Die Niederschrift einer Regel dürfte immer einen bestimmten Anlaß gehabt haben: vielleicht ein Konflikt, ein Bedürfnis nach Gewißheit, der Versuch, eine als unbefriedigend empfundene Wirklichkeit zu verändern?

Die Päpste waren aus Prinzip abgeneigt, 'neue' Regeln zu geben: Bei den Bettelorden gab es etwas später deswegen erhebliche Auseinandersetzungen. Gemeinschaften ohne Regel waren aber eo ipso häresieverdächtig

TODO: Warum gibt es nur von diesen und nicht von allen existiert habenden Hospitälern eine Regel?

extern: Aus einigen Texten geht hervor, daß sie aus bestimmten Anlässen bei einer kirchlichen oder weltlichen Autorität vorgelegt worden sind, um alte Rechte bestätigt zu bekommen.

4. Nachträgliche Änderungen am Inhalt

Generell––Verschiedene Hände in der ältesten Brugger Urkunde

b Verschiedene Hände in der ältesten Brügger Urkunde (aus der Magisterarbeit)

An der ältesten Brügger Urkunde ("B1") scheinen mehrere Hände geschrieben zu haben. Daher soll mithilfe eines Schriftvergleichs versucht werden, den Text von B1 in verschiedene Textstufen zu zerlegen, die jedenfalls nicht genau gleichzeitig geschrieben worden sein können, um von da aus später die allmähliche Zusammensetzung des Textes aus verschiedenen Stücken untersuchen zu können.

Hospitalregeln, die nicht nur auf Originalurkunden überliefert sind, sondern deren Original auch noch die allmähliche Entstehung des Textes aus Grundbestand, Einfügungen, Nachträgen, Änderungen veranschaulicht, sind äußerst selten. — Allerdings ist im Falle der ältesten Hospitalregel von Brügge in der bisherigen Forschung auch noch keine systematische Untersuchung des mit den verschiedenen Schreiberhänden angedeuteten Entstehungsprozesses vorgelegt worden.

α B1a

Der größte Teil des Textes der Brügger Hospitalregel ist in einer einheitlichen Schrift geschrieben. Der Schreiber dieses Textanteils muß als erster an der Urkunde gearbeitet haben, weil von seiner Hand die Invokation in der ersten Zeile herrührt. Auch die Datumszeile am Schluß gehört aber zu seinem Anteil. Von VII. ab hat er jedes neue Kapitel, dessen Anfang durch das Wort "Item" gekennzeichnet wird, auf einer neuen Zeile anfangen lassen. Ab XVII,1 beginnen fast alle neuen Kapitel mit der Formulierung "Item. Siquis"; und das darin vorkommende "S" kann sozusagen als ein Leitbuchstabe für diese Hand bezeichnet werden. Es kommt weder in einem der von anderen Händen geschriebenen Textanteile auf B1 noch in B2 vor. B1a bildet es aus zwei ineinander gehängten "C".

Der Schreiber, der den frühesten und umfangreichsten Teil des Textes von B1 geschrieben hatte, B1a, hat ab XII nicht nur mit jedem Kapitel eine neue Zeile angefangen, sondern auch Leerzeilen davor übriggelassen, nämlich vor XII 2½ Leerzeilen, vor XIII, XIV, XVII je 2 Leerzeilen; vor XVIII, XIX,1, XXI je 1 Leerzeile, ausnahmsweise keine vor XXIII und XXV (hier schien ihm der Platz für seinen Text vielleicht knapper zu werden als vorher kalkuliert, er begann jedoch weiterhin jedes Kapitel auf einer neuen Zeile); nach XXV,3 etwas über 1 Zeile und nach XXVIII etwas über 3 Leerzeilen.

Das große "S" von B1a:

Die Urkunde B1 im Überblick, hell unterlegt v.o.n.u. die Hände Bg, Bb, Bc, Bd, Be, Bf, Bg:

β B1b

Die beiden Zeilen zwischen XV und XVII rechne ich als von B1a leer gelassen, auch wenn sie jetzt nicht mehr leer stehen: Die Schrift, mit der diese beiden Zeilen gefüllt sind, unterscheidet sich bei mehreren charakteristischen Buchstaben von derjenigen des frühesten Schreibers.

Item Quia melior est obedientia quam victime omnes ad obedientiam magistro suo tenentur Quod siquis fratrum vel sororum contra ipsius preceptum vel alicuius cui vices suas commisit causa peregrinandi vel alio modo voluntatem propriam faciendi iam dictam domum exierit introitum in eandem de cetero non habebit nisi digne penituerit et bonos intercessores habuerit

An dieser Stelle erhält das "d" eine Oberlänge, die von links schräg herabfällt. B1a hatte dagegen den Schaft des "d" auf der Mittellinie über dem linken Rand des Bäuchleins angesetzt und ihn zunächst der Mittellinie waagrecht nach rechts folgen lassen, bevor er in die Senkrechte abfällt; oder, in einigen seltenen Fällen, hatte er einen ganz senkrechten Schaft durch Ober- und Mittellängen hindurchgezogen.

Der Bauch des "a" ist in XVI, ganz im Gegensatz zum Gegenstück an den von B1a geschriebenen Stellen, so ausgedehnt, daß das Dach, das von links her umgebogene obere Schaftende nicht mehr zu erkennen ist.

Der frühere Schreiber hatte den oberen Schenkel der tironischen Note für "et" ebenso wie das generelle Kürzungszeichen für "m", "n" usw. als zweibogige Wellenlinie geformt. Z 84-91 dagegen ist davon nur ein Bogen übriggeblieben, der nach unten durchhängt.

Auch hat in diesen Zeilen das "g" seinen kräftig nach rechts ausgreifenden Unterschwung, den Schuh, zum Teil verloren, den es bei B1a deutlich aufweist.

Ähnlich hatte das "x" einen kräftigen waagrechten Vorstrich am linken unteren Ast besessen, der den ganzen vorausgehenden Buchstaben unterstreicht. Z. 84-91 wird stattdessen der linke untere Ast des "x" in seiner eigenen schrägen Richtung bis weit unter die Zeile weitergeführt.

Eine andere Eigenart der Schrift in diesen beiden Zeilen ist die Abkürzung der Konjunktion "vel" durch bloßes "l¯", während überall sonst in dieser Urkunde und in B2 "ul¯" als Abkürzung für dieses Wörtchen verwendet wird.

Das kleine "d" von B1b und das von B1a:

Das kleine "a" von B1b und das von B1a:

Das Kürzungszeichen "-" von B1b und die von B1a:

Das kleine "g" von B1b und das von B1a:

Das kleine "x" von B1b und das von B1a:

Die Abkürzung für "vel" von B1b und die von B1a:

γ B1c

Der Text von Z. 139 bis 143 (XX) nimmt auf dem Original genau eine Zeile ein. Nach der Raumeinteilungsgewohnheit des ersten Schreibers wäre hier wieder eine Leerzeile zu erwarten gewesen, und es läßt sich auch zeigen, daß diese Zeile nachträglich von einer anderen Hand geschrieben wurde. Hier ist die Feder überhaupt flacher angesetzt als im übrigen Text auf B1. Das zeigt sich an den sehr flach der Linie anliegenden Fußstrichlein der auf der Grundlinie stehenden Schäfte. Die Buchstaben scheinen in dieser Zeile mehr als in den anderen aus rechten Winkeln zusammengesetzt zu sein.

Item. Siquis qui non est frater vel soror domus fratrem vel sororem turpiter percusserit et super hoc comprobatus fuerit: sine spe revertendi foras expelletur. pro turpi autem eloquio .xl. diebus expelletur.

Beim "d" ragt der Schaft nicht nur, wie bei B1b im Gegensatz zu B1a, über die Mittellinie nach oben hinaus, sondern er überragt sogar alle anderen Oberlängen und endet oben mit einer kräftigen Rechtskurve.

Der linke untere Ast des "x" beginnt ebenfalls als Kurve, nach oben offen und den vorangehenden Buchstaben unterfangend.

In der Verbindung mit "o" berührt "r", die Form des Majuskel-R im Rahmen der Mittellänge nachahmend, das "o" in der Mitte der rechten Bauchseite. Überall sonst ist die obere Hälfte dieses "R" bis auf die Grundlinie herab gezogen, so daß der "Abstrich" sich zu einem flachen oder gar wieder ansteigenden Strich verändern muß.

Das "a" hat an dieser Stelle ein großes, von links herübergebogenes Dach, mit voller Federbreite betont (vgl. flacher Federansatzwinkel).

Das kleine "d" von B1c

Das kleine x (Zahlzeichen für 10) von B1c

Die "or"-Ligatur von B1c

Das kleine "a" von B1c

δ B1d

Hanc penitentiam sustinebit. siquis in eadem domo percussor inventus fuerit. et ad hec vir coram viris. mulier coram mulieribus graviter verberabitur.

Von Z. 165 bis Z. 168 (XXIV) findet man wieder übermäßige Oberlängen am "d", doch sind es hier nie, wie bei B1a, B1b, B1c, nach links oder rechts weisende, vielmehr erheben sie sich aus der Schrägen in die Senkrechte und lassen dabei alle übrigen Oberlängen weit unter sich zurück.

Obwohl auch die anderen Oberlängen an dieser Stelle die Mittellängen stärker als sonst überragen.

Ein anderer charakteristischer Buchstabe für diese Stelle ist "g", dessen Schuh zwar nach oben offen ist wie bei B1b, aber mit viel mehr Schwung als dort nach links ausgreift.

Das kleine "a" ähnelt jedoch sehr dem des frühesten Textanteils, B1a.

Das Stück von Z 165 bis 168 ist offenbar nicht wie die beiden vorher besprochenen Nachträge als ein ganz neues Kapitel aufgefaßt worden: Es beginnt nicht mit "Item ...", und es beginnt nicht in einer neuen Zeile - letzteres freilich wäre an dieser Stelle auch gar nicht möglich gewesen, denn zwischen XXIII,2 und XXV hatte B1a ausnahmsweise keine Leerzeile übriggelassen. Die letzte Zeile von XXIII,2 war jedoch kaum gefüllt und bot gerade genügend Platz für den Nachtrag XXIV.

Auch die beiden nächsten Nachträge auf B1, B1e und B1f, beginnen direkt im Anschluß an den Schluß eines von B1a eingetragenen Satzes, also nicht wie eigene Kapitel vorn in einer neuen Zeile, wozu doch die Möglichkeit bestanden hätte. Für diese drei Stücke B1d, B1f und B1e beweist sich damit auch noch auf diese Weise, daß sie jünger sind als das, was an den Anfang der fraglichen Zeilen geschrieben worden war und der einheitlichen Hand angehört, die ich B1a genannt habe.

Das kleine "d" von B1d

Das kleine "g" von B1d

Das kleine "a" von B1d

ε B1e

Von Z 183 bis Z 185 (XXVI) wird die Endung "-bus" durch b und die -us-Kürung bezeichnet und nicht wie sonst im ganzen übrigen Text, doch ausgenommen auch XXIX - siehe unten, durch "b;".

vel infantem genuerit. expelletur. non rediturus nisi penitentia sua mediante et precibus talium virorum quibus deferri oporteat misericordiam consecutus fuerit.

Dem "a" mangelt bei B1e wie B1b das Dach, doch ist im Gegensatz zu B1b hier das obere Ende des Schaftes noch zu sehen. Es biegt nicht von links um sondern steht ganz gerade.

Das untere Schaftende beim "s" endet hier und bei B1f konsequent auf der Grundlinie und läuft in einen kleinen Bogen nach rechts hin aus; der Anfang einer für die nächste Epoche der Schriftgeschichte typischen Erscheinung: Gleichbehandlung der senkrechten Schäfte aller Buchstaben.

Dieser Nachtrag beginnt nicht nur nicht in einer neuen Zeile, es ist nicht einmal ein neuer Satz. Was zuvor von B1a geschrieben worden war, hatte mit einem Doppelpunkt geendet und war auch vom Inhalt her auf eine Vervollständigung angelegt gewesen - ein weiterer Anhaltspunkt für die spätere Untersuchung der Entstehungsgeschichte des Textes.

Das kleine "a" von B1e

Das kleine "s" von B1e

Der Übergang von B1a zu B1e an dem Doppelpunkt

ζ B1f

Ganz genauso wie der Nachtrag B1e verhält sich das zu B1a, was in Z. 192 bis 195 folgt (XXIX); der letzte Satz von B1a war unvollendet gewesen und hatte mit Doppelpunkt geschlossen, direkt anschließend ist die Vervollständigung in anderer Schrift eingetragen worden, auch wenne s hier möglich gewesen wäre, in einer neuen Zeile zu beginnen, wenn man ein neues Kapitel hätte markieren wollen.

si in filiorum procreacione defecerint et numquam de cetero se simul dormituros coram fratribus et sororibus votum fecerint. si sepe dicte domui necessarii fuerint inventi: more dissolutorum recipi possunt.

Hier gleichen zwar das "d" und das "a" einigermaßen demjenigen von B1b (womit zugleich ein unterscheidendes Merkmal gegenüber dem unmittelbar zuvor davor stehenden Text B1a genannt ist).

Aber die "-bus"-Kürzung ist hier wie im vorigen Nachtrag B1e und damit ganz anders als bei B1a–B1f konstruiert.

Auch erhalten die "s" am Fuß des Schaftes feine Abstriche — ähnlich wie bei B1e, aber doch nicht gleich, vielmehr gleichmäßiger und winkliger angesetzt.

Singulär an dieser Stelle ist das "r", denn dessen rechter Haken ist weit vom Schaft nach rechts abgedriftet.

Eigenartig ist auch das Zeichen, mit dem hier die Präposition und das Präfix "pro-" gekürzt wird: Der Rechtsbogen, den B1a und, etwas anders, B1c, links unten an den Langschaft des "p" angehängt hatten, ist hier mit dem Linksbogen auf der anderen Seite zu einer durchgehenden Schlangenlinie zusammengezogen worden.

Das kleine "d" und das kleine "a" von B1f

Die "-bus"-Kürzung von B1f

Das kleine "s" von B1f

Das kleine "r" von B1f

Die "pro-"-Kürzung von B1f

η B1g

Noch eine weitere Hand, die hier an das von B1f Geschriebene anschließt (also nach diesem und erst recht nach B1a am Werk gewesen sein muß) macht sich außerdem an zahlreichen Stellen in der ganzen Urkunde beerkbar. Sie hat sich nie an die vom ersten Schreiber festgelegten Zeilen gehalten, oft auch älteren Text über der Zeile korrigiert. Sie hat auch it einer dünneren Feder als alle bisher genannten geschrieben, und es gibt kaum Unterschied zwischen Haar- und Schattenstrichen. Von Abkürzungen macht diese Hand reichlichen Gebrauch. Im ganzen ist sie als Gebrauchsschrift zu bezeichnen im Unterschied zu den Urkunden schriften B1a–B1f. Da B1a und B1f für ihre Korrekturen und Anfügungen bereits vorhanden gewesen sein mußten, handelt es sich ohne Zweifel um eine nachträgliche Bearbeitung.

Von längeren Textpassagen sind in dieser Schrift geschrieben:

  • Z. 58-61 (XI) auf dem zwischen X und XII freigelassenen Raum, doch diesen nur zum geringsten Teil ausfüllend;
  • Z. 196-212 (XXX-XXXIII) im Anschluß an den vorhin besprochenen Nachtrag von B1f, die dort freigebliebenen über 3 Zeilen praktisch ganz ausfüllend.
  • Außerdem ist in dieser Schrift der B1a-Texst Z. 17, 50, 75, 83, 98, 107f., 110, 116, 124, 160 durch Interlinesrkorrekturen verändert.

Die Buchstabenformen dieser kursiven Schrift sind selbstverständlich nicht mit denen der anderen Schriften auf B1 vergleichbaraber einige merkwürdige Einzelformen sollen nicht unerwähnt bleiben:

  • Das lange "s", das häufig bis weit unter die Grundlinie herabfällt, dort auch gelegentlich bereits nach rechts umbiegt, und anstelle seines oberen Rechtsbogens einen spitzwinklig zum Schaft herabfallenden Dachstrich, zuweilen zu einem durchhängenden Bogen aufgeweicht, bekommt;
  • ebenso das dachlose "a", dessen Schaft völlig senkrecht steht;
  • das "d" dessen Form denjenigen von B1b, B1e, B1f am nächsten kommt.;
  • das "e", dessen linke Hälfte sich entweder auf die Grundlinie herunterlegt, einen nach rechts offenen Bogen bildend, im dem das zusammen mit der Fahne zu einer Wellenlinie geronnene Köpfchen liegt, oder in zwei gerade Schenkel zerlegt, worauf das Köpfchen sich in einen senkrechten Strich reduziert - die Fahne bleibt dann deutlich;
  • das "g", an dem unten statt des Fußes ein rechter Winkel hängt.
  • der linke bogen des "pro"-Kürzungszeichens, der ebenfalls zu einem rechten Winkel geraten ist;
  • der rechte Haken des "r", der noch mehr als bei B1f nach rechts abgetrieben ist, bis an den nächsten Buchstaben heran, und Schaft und Fußstrichlein schließen sich in einem durchgehenden Linksbogen zusammen, der den entschwundenen Haken von links unten her wieder zu erreichen versucht;
  • die Verwendung der "-bus"-Kürzung, nämlich des "b;" auch für "-bet", andererseits: Schwanken zwischen diesem und dem Zeichen "b'" für "-bus";
  • die "et"-Kürzung (tironische Note), deren abfallender Schnekel sich in einen nach Form und Länge ganz unregelmäßigen Schwanz verwandelt hat;
  • die allgemeine Verbindung der Fußstrichlein mit den zugehörigen senkrechten Schäften zu bequemeren Bogen.
θ B1h

Die Vervollständigung, die B1e (XXVI) an B1a (XXV,3) angeschlossen hatte, ist auf dem Rest der Zeile noch einmal erweitert worden: Z 187f. (XXVII). Die Schrift ist wie die von B1g eine Kursive, und zumal diese Stelle heute nur noch undeutlich zu lesen ist, sollte man kaum viel dagegen argumentieren, daß es sich um einen weiteren Nachtrag von B1g handelt. Doch hat diese Schrift eine andere Richtung als B1g: Die langen Schäfte von "b", "s", "f" und "g" sind nicht nur besonders lang, sie neigen sich auch deutlich nach links. Auch sind die Schäfte kaum gerade, vielmehr s-förmig durchgebogen. Mit stillschweigendem Fragezeichen will ich deswegen doch für diesen Nachtrag eine besondere Bezeichnung, B1h, beibehalten.

ι B1i

Ein einziges Mal in der Urkunde B1 ist der in Urkundenschrift geschriebene Text durch eine Interlinearkorrektur in ebenderselben Schriftsorte verändert: Z. 74 steht über der Zeile "excepto magistro". Die Buchstabenmenge ist natürlich viel zu gering, um die Schrift einer bestimmten Hand zuschreiben zu können. Doch ist auf jeden Fall das "x" ganz anders als bei B1a und B1c, am ehesten noch ähnlich wie bei B1b

κ Zusammenfassung

An der Fertigstellung dieser Urkunde B1 sind also bis zu 9 Hände beteilgt gewesen, mindestens 7. Die zum Teil wenig umfangreichen Nachträge geben kaum Deckung dafü+r zu behaupten, es habe sich um so viele verschiedene Schreiber gehandelt. Was für die Geschichte des Textes wesentlicher ist, wird aber doch klar: daß er nicht in einem Zuge, sondern zu neun verschiedenen Zeitpunkten nacheinander zusammengebracht worden ist. Die charakteristischsten Buchstabenformen zeige ich in der rechten Spalte. In der Strichstärke unterscheiden sich jedenfalls B1g und B1h vom Rest des Textes; im Schriftwinkel B1c vom Rest. Über verschiedene Tintenfarben kann ich aufgrund der mir vorliegenden Fotografie und -kopie nur Vermutungen anstellen, das die Urkunde besitzende Archiv war jedoch so freundlich, anhand des Originals die oben dargelegten Unterscheidungen verschiedener Hände zu überprüfen und zu bestätigen, daß jedenfalls alle diese Textstücke Nachträge gegnüber B1a sind.

Brief von Herrn H. Lobelle, Openbaar Centrum voor Maatschappelijk Welzijn - Musea, St.-Janshospitaal, Brugge, vom 2.8.1984

λ Korrekturen

Ein paläographischer Befund, der über den Rahmen des Schriftvergleichs hinausgeht, aber für die Rekonstruktion der Geschichte des Textes von nicht geringerer Bedeutung ist: Der Text von B1a ist an verschiedenen Stellen mittels Durchstreichen getilgt. An einigen dieser Stellen (Z. 17, 50, 98, 110, 130) ist das Durchstrichene durch darüber geschriebene Wörter von B1g ersetzt worden. An anderen Stellen (Z. 49-57, 144f.) lassen die Tilgungen unabgeschlossene Satzbruchstücke zurück.

An den beiden letzgenannten Stellen findet man besondere Zeichen unter oder in der Zeile. Auch sonst kommen gelegentlich derartige Zeichen vor. Es handelt sich um schräge oder liegende Striche mit darangesetzten Punkten – Verweiszeichen. Ähnliche Striche, jedoch ohne Punkte, sind an den Stellen in den Text hineingezogen, wo die überschriebenen Zusätze von B1g eingefügt werden sollen.

Alle diese Tilgungen und redaktionellen Zeichen scheinen mit einer Feder von der Stärke ausgeführt worden zu sein wie die von B1g benutzte, ohne daß das an sich schon für irgendeine Zuweisung srechen könnte.

Eine einzige Korrektur ist durch Unterpungieren vorgenommen: Z. 83. Die unkte scheinen eher mit einer breiteren Feder, ähnlich der für die Urkundenschriften auf B benutzten, gemacht zu sein. Das getilgte Wort ist auch nicht durch eine Einfügung von B1g ersetzt, es war auch für das Verständnis des Sinns eher überflüssig, so daß man gut annehmen kann, daß sich hier B1a selbst korrigiert hat.

&my; Beziehungen zwischen den Änderungen in B1 und B2

Für die spätere Untersuchung der Geschichte des Textes wird es aufschlußreich, die Tilgungen und Verweiszeichen auf B1 mit dem Text der undatierten Brügger Urkunde B2 zu vergleichen. B2 fügt an all den Stellen, an denen in B1 ein Verweiszeichen ohne Bezug zu einer Interlinearkorrektur von B1g vorkomm, einen eigenen Zusatz in den Text ein: am Ende von II, V, XXIV, oder ersetzt die Formulierung in B1 durch eine eigene: X (Z. 49-57), XXI (Z. 145). Daneben hat B2 weitere Zufügungen am Schluß.

Es fällt aber sehr schwer, die Schrift von B2 einer der an B1 beteiligten Hände zuzuweisen. (Am ehesten müßte man an B1g denken, dessen überr den ganzen Text verstreute Einfpgungen mit Verweiszeichen einen ähnlichen Eindruck von Gesamtüberarbeitung hervorrufen, wie man sie sich , auf den ersten Blick, als Motiv einer Abschrift wie B2 denkt.) Denn B2 ist im Gegensatz zu B1 in einer Buchschrift geschrieben, wo allein wegen des anderen Schriftcharakters andere Buchstabenformen vorkommen, so daß man von diesen nicht auf verschiedene Hände schließen kann.

Soviel muß immerhin gesagt werden:

  • daß das für B1a so charakteristische "S", das aus zwei ineinander gehängten "C" gibildet war, in B2 eine grundsätzlich andere Bauform hat.
  • Auch ist das in Kürzungen, z. B. derjenigen für "quam", vorkommende, übergeschriebene "offene a" in B2 immer durch einen waagrechten Querstrich oben geschlossen worden, was in B1 nirgends vorkommt.
  • Bei der Form des "x" stehen B1b und B1i B2 am nächsten, was zugleich bedeutet, daß es ganz anders als bei B1a oder B1c angelegt ist.
  • Beim Abkürzungszeichen für "pro-" hat B2 noch die meiste Ähnlichkeit mit einer der B1a-Formen, womit es sich zugleich deutlich von den Formen bei B1c und B1f unterscheidet.
  • Auch durch den Gebrauch eines "d", dessen berlänge sich bis weit auf die Mittellinie über den Bauch gebeugt hat, zeigt B2 eine gewisse Ähnlichket mit B1a und zugleich deutlichen Abstand zu B1b—B1g.
  • Ferner durch die Benutzung des "b;" zur Abkürzung der Endung "-bus" stellt sich B2 in die Nähe von B1a, B1d und unterscheidet sich von B1e, B1f.
  • Eine gewisse Nähe zu B1f wiederum könnte man in dem besonderen AUsschwingen nach rechts des letzten Schaftes in Verbindungen wie "-ii", "-ui" u. dgl. erkennen, der bei B1a—B1e und B1i immer ohne einen solchen Extraschwung direkt nach etwas links unten abfällt.
  • Mit B1i verbindet B2 schießlich, außer der Form des "x", der Gebrauch eines kleinen Verbindungsstrichleinszwischen Kopf und Schuh des "g", der in den Schriften auf B sonst ungebräuchlich ist.

Weiteres erklärt sich wahrscheinlich einfach aus dem Buchschrift-Charakter von B2, so zum Beispiel der Ansatz des "R" in der "-or-"-Ligatur mitten am Bauch des "o", der bei flacherem Federansatz einfach naheliegt. Oder der konsequente Gebrauch der "et"-Ligatur anstelle des tironischen Kürzungszeichens für "et". Oder die Verwendung eines Sensenblattes statt der aufwärtsschwingenden Wellenlinie von B1a als Kürzungszeichen für "m", "n" und Kontraktionskürzungen. Umgekehrt wird man die charakteristischen Buchstabenformen von B1g ("r", "s", "e", "g" und "pro-") als speziell kursive Formen nicht in Buchschriftformen übersetzen können, so daß ein Vergleich mit B2 möglich wäre.

Im ganzen wirkt die Schrift auf B2, B1a gegenübergehalten, viel gleichmäßiger. Die Buchstabenformen nähern sich vom Hochkantrechteck (B1) dem Quadrat. Das Quadratformat des Schriftspiegels hinzugenommen, ergibt das einen beinahe plakatmäßigen Eindruck.

Verschiedentlich sind für das Ende des 12. Jahrhunderts mooderne Züge in die Schrift von B2 eingegangen: Gelegentlich werden die mittellangen Schäfte "gebrochen", meist die ersten in Buchstaben wie "u", "n", "m", und die in B1 noch zarten Fußstrichlein an den Schäften wachsen zu kräftigen Winkel- oder Bogenansätzen heran, die einen Schaft an den anderen anbinden. Die Oberlängen von "l", "b", "d", "h", zuweilen auch die Schäfte vin "i", "u", "p", werden "spachtelförmig" erweitert; die Unetrlänegn von "p", "q" bekommen Abstriche wie mittellange Schäfte. — Doch ist das nicht genug, um die Urkunde nach der Schrift wesentlich später als B1 (also 1188) zu datieren, etwa auf die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, wie es G. MARÉCHAL ohne weiteres tut. Kommen doch hier und da auch in dem von B1a geschriebenen Text gebrochene Schäfte, spachtelförmige Oberlängen, gleichorganisierte Unterlängen u. dgl. vor.

IV. Kohärenz

Überliefert sind von Päpsten später zahllose Bestätigungen der Augustinerregel für Hospitäler, bsd. deutsche, das hat REICKE so verstanden, als hätten die Hospital-konvente nach dieser Augustinerregel gelebt.

1214-15 schrieben französische Provinzialkonzile, abgehalten zur Vorbereitung des Laterankonzils, Hospitalgemeinschaften vor, beim Eintritt drei Gelübde abzulegen, d.h. sich zu einem mönchsähnlichen Leben zu verpflichten.[az] Dies dringt in der Folgezeit auch in Texte ein, die es zuvor nicht gekannt hatten (Brugge).

Trotzdem gab es keine Einheitlichkeit der von den Bischöfen erlassenen Regeln.

Es handelt sich bei den mittelalterlichen Hospitalregeln also um ein Korpus von Texten, das konstituiert ist durch

  • Ähnlichkeit ihrer Funktionen,
  • Ähnlichkeit ihrer Formen,
  • multiple Analogien (Textübereinstimmungen) zwischen den Elementen.
  • gewisse lokale und personale Schwerpunkte.,
  • ihre Behandlung in der Forschung.

Sie sind aber trotz des Regulierungsbedürfnisses der kirchlichen Hierarchie durchaus nicht einheitlich in:

  • ihrem Inhalt (sie spiegeln nicht nur einfach alle denselben Geist christlicher Nächstenliebe, dies gegen die ältere Forschung:),
  • ihrer Orientierung an älteren Hospitalregeln als Vorbildern,
  • den Absichten und Umständen, die ihre Entstehung und Einführung be-stimmten,
  • ihrer praktischen Bedeutung für das Leben der von ihnen Betroffenen

De domibus leprosorum et hospitalibus infirmorum et peregrinorum salubri consilio statuimus ut, si facultates loci patiantur quod ibidem manentes possint vivere de communi, competens ei regula statuatur, cujus substantia in tribus articulis maxime continetur, scilicet ut proprio renuntient, continentiae votum emittant, et praelato suo oboedientiam fidelem et devotam promittant, et habitu religioso, non saeculari, utantur.
Cum autem pauci sani possint multis infirmis competentius ministrare, illud omnino indignum est ut numerus sanorum ibidem manentium excedat numerum infirmorum aut peregrinorum.
Bona etenim ibidem ex devotione fidelium collata non sunt sanorum usibus deputata, sed potius infirmorum.
Nec etiam est id sub silentio praetereundum quod quidam sani viri et mulieres, et matrimonii vinculo copulati, quandoque transferunt se ad tales domos, ut sub obtentu religionis possint jurisdictionem et potestatem eludere saecularium dominorum, qui tamen, in domo religionis manentes, non minus immo magis saeculariter et delicate vivunt et operibus carnis vacant, quam antea vacare consueverant. Unde statuimus ut in habitu religionis religiose vivant, vel de domibus ejiciantur; ita tamen quod bona domui collata secum non asportent, ne de fraude sua commodum reportare videantur.

C. Gruppierung nach Ähnlichkeit im Wortlaut

mit Hilfe eines eigenen Computer-Programms

I. Strategie

Wie kann man Verwandtschaftswahrscheinlichkeit zwischen Texten messen? Warum mit «Wortfolgenkonkordanzen»?

1. Stemmatologie mit dem Focus auf der Verästelung, nicht dem Fuß eines Stammbaums

| Vom Stammbaum zur Textentwicklungsgeschichte | Automatisierung der Stemmatologie |

a Die Suche nach dem besten Stammbaum

KARL LACHMANN (1793-1851) hat zuerst eine Methode in das Herausgeben alter Texte eingeführt. Wer vor LACHMANN einen alten Text neu herausgeben wollte, hatte die bis dahin allgemein gebräuchliche Version, die sogenannte "vulgata", an etlichen Stellen nach seiner eigenen sprach und literaturgeschichtlichen Einsicht in die Intentionen des Verfassers verbessert, dabei gelegentlich - aber nicht grundsätzlich - auf Handschriften zurückgreifend. LACHMANN verlangte, den Urtext (Archetypus) ausschließlich aus den überlieferten Handschriften zu rekonstruieren und dazu das System von Abhängigkeitsverhältnissen zwischen den Handschriften und dem Urtext (Archetypus) aufzuklären. Das Ergebnis dieses durch LACHMANN in die Editionspraxis eingeführten Arbeitsschrittes, der "Recensio", steht seither in jeder wissenschaftlichen Textausgabe vor dem eigentlichen Text. Bei den Schülern LACHMANNs wurde es üblich, es zusätzlich in der Form eines Stammbaums (Stemma) graphisch darzustellen.

LACHMANN war Zeitgenosse sowohl der Begründer der Indogermanistik als auch der ersten Erforscher der Stammesgeschichte des Pflanzen- und des Tierreichs. Sie lebten um die Mitte des 19. Jahrhunderts und waren alle Romantiker, insofern sie sich dem Vergangenen widmeten, das Verlorene ins Leben zurückholen wollten - zugleich aber auch Wissenschafts-Optimisten, indem sie nicht an der Möglichkeit zweifelten, mittels der richtigen Methode das "Unerreichbare" finden zu können.

Während also Franz BOPP (1791-1867) die Stammverwandtschaft der indogermanischen Sprachen bewies, und andere daraufhin die postulierte UrSprache "Indogermanisch" aus ihren Tochtersprachen zu rekonstruieren begannen, - während Ernst Heinrich HAECKEL (1834-1919) die Ideen Charles DARWINS (1809-1882) über die Evolution der Lebewesen von den Einzellern bis zu uns Menschen mittels einprägsamer Stammbaumzeichnungen weit bekannt machte - verglich Karl LACHMANN mittelalterliche Handschriften klassischer Texte, um daraus die Urtexte des griechischen Neuen Testaments (1831. 1842), des Lukrez (1850), des Nibelungenliedes (1826 1851), der Gedichte Walthers von der Vogelweide (1827) und vieler anderer Werke der Antike und des Mitelalters zu rekonstruieren.

LACHMANN gab diese Texte in einer neuen Form heraus, die zusätzlich zu dem rekonstruierten Urtext in einem Fußnotenapparat zu jeder Stelle diejenigen Lesarten aus den Handschriften bietet, auf denen seine Rekonstruktionsentscheidungen beruhen, sodaß sie für den Benutzer nachprüfbar bleiben, außerdem ein Vorwort, worin ausführlich begründet wird, wie die einzelnen Handschriften als Zeugen des Urtextes eingeschätzt werden und warum. Dazu ist es nötig, das gesamte System von Abhängigkeiten unter den Handschriften zu kennen, und als Darstellungsform für dieses System bürgerte sich bei LACHMANNs Schülern die Stammbaumzeichnung ein. So kam es, daß die Philologen etwa gleichzeitig mit den Biologen und den Sprachwissenschaftlern anfingen, "Stemmatologie" zu treiben. Der Vorzug der aufwendigeren wissenschaftlichen Textausgaben gegenüber den herkömmlichen stieß bei Verlegern und Publikum anfänglich noch auf Unverständnis, doch nicht lange: schon bald begannen, getragen von vaterländischen und mittelaltersehnsüchtigen Zeitstimmungen vielerlei Editionsunternehmen auf der Grundlage des neuen Standards, unter ihnen die MONUMENTA GERMANIAE HISTORICA (gegründet 1817). Als LACHMANN 1851 starb, war seine Art, Texte wissenschaftlich herauszugeben, selbstverständlich geworden.

Mit den einzelnen Handschriften beschäftigten sich also die LACHMANN-Schüler wegen des Stemmas und mit dem Stemma wegen des Urtexts. Die einzelnen Handschriften hatten für sie einen Wert als Zeugen des Urtextes, nicht als Stationen der Textgeschichte. Die Textgeschichte erforschten sie nicht als Geschichte der Entwicklung des Textes hin zu einer Vielfalt an Versionen, sondern retrospektiv, als eine Vorarbeit zur Rekonstruktion des Urtextes.

Das änderte sich erst allmählich ein Jahrhundert nach LACHMANNs Tod. Zuerst hatten sich die Editoren hauptsächlich mit den antiken Klassikern befaßt, die im Mittelalter nur selten abgeschrieben worden sind; je mehr sie sich mit auch wirklich im Mittelalter in Gebrauch gewesenen und entsprechend viel abgeschriebenen Texten beschäftigten (zum Beispiel Rechtssammlungen), desto mehr bekamen sie es mit komplizierten Überlieferungsgeschichten zu tun, die auch als solche einer Erforschung wert erschienen. Schließlich hat zum Beispiel Dmitrij Sergeevic LIKHACEV, ein Herausgeber russischer mittelalterlicher Geschichtswerke (deren Überlieferungsgeschichte besonders kompliziert ist), 1962 gefordert, die Fixierung der Textgeschichte auf den Archetypus zugunsten einer umfassenden Textologie aufzugeben, die die Geschichte des Textes in all seinen Versionen durch die Zeit hin betrachtet.

b Die Automatisierung der Stemmatologie

Indem er Kriterien aufgestellt hat, nach denen mechanisch entschieden werden kann, welche von verschiedenen Lesarten auf den Archetypus zurückgehen müssen, hat LACHMANN selbst bereits eine wesentliche Voraussetzung für eine Automatisierung der Stemmatologie geschaffen.

Bereits seit den 1960-er-Jahren wird die elektronische Datenverabeitungstechnik in die Textkritik einbezogen, auch in die Erforschung von Handschriften-Stammbäumen. Daß nun so viel größere Datenmengen verarbeitbar wurden, führte zunächst manchmal dazu, daß quantitative Argumente überschätzt und etwa auch zum Beweis von Verwandtschaftsverhältnissen eingesetzt wurden.

Ben SALEMANS (Utrecht) hat über die Computer-Stemmatologie mehrere Aufsätze und zuletzt im Jahre 2000 seine Doktorabhandlung geschrieben. Mißtrauisch gegen eine Überschätzung des Computers, bleibt er bei der Methode LACHMANNs und behält die Schlußentscheidung dem Urteilsvermögen des Philologen vor. Aber tatsächlich nur diese einzige, leicht zu kontrollierende und bei Bedarf zu korrigierende Schlußbeurteilung - den Computer programmiert er nämlich so, daß der die gesamte "Vorarbeit" übernimmt und alle in den Textversionen enthaltenen verwandtschaftsrelevanten Daten erfaßt, miteinander kombiniert und in einem einzigen übersichtlichen Schaubild, als sogenannte "Kette", anzeigt. Diese Kette ist fast schon ein Stemma: alles was ihr dazu noch fehlt und was der Schlußentscheidung des Philologen vorbehalten bleibt, ist, sie auf einen Archetyp hin zu "orientieren", also den Ausgangspunkt und damit die Richtung der Entwicklung anzugeben.

Im ersten Schritt läßt SALEMANS eine Liste aller Textgruppen erstellen. Das sind Texte, die sich durch irgend eine gemeinsame Lesart von den anderen unterscheiden. SALEMANS läßt den Computer an jeder Stelle , an der es mehrere Lesarten gibt, die einander entgegenstehenden Textgruppen und ihre Lesarten in einer "Variantenformel" erfassen, nach dem Muster:

Texte abc : Texte defg = Lesung A : Lesung B.

Alle diese Textgruppen sind aufgrund ihrer gemeinsamen Abweichung vom Rest an der einen Stelle bereits Elemente des Stammbaums, insofern diese ihre gemeinsame Abweichung vom Rest nur zu erklären ist, wenn diese Texte auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen.

Wo in der Kette alle diese Textgruppen ihre Plätze einnehmen, ergibt sich im zweiten Schritt. Da läßt SALEMANS die Textgruppen nach den darin enthaltenen Texten logisch miteinander verketten. Die Verkettung der Textgruppen kann tatsächlich rein "mathematisch", allein anhand der enthaltenen Elemente (Texte) und Teilmengen (kleinere Textgruppen) geschehen; welche gemeinsamen, vom Rest abweichenden Lesarten zur Aufstellung der einzelnen Textgruppen geführt hatten, läßt SALEMANS jetzt unberücksichtigt: Alle Textgruppen sind gleichwertige Textgruppen. SALEMANS läßt zuerst die kleinsten Gruppen suchen, die in größeren als Teilmengen wiederkehren. Durch eine Linie läßt er die kleine mit der kleinsten von den Gruppen verbinden, in denen sie als Teilmenge enthalten ist. Sind mehrere bereits verbundene Gruppen komplett in einer größeren Gruppe enthalten, verbindet er die Verbindungslinie der kleineren mit der größeren Textgruppe. Dieser Prozeß schreitet von den kleinsten zu den größten Textgruppen fort und endet erst, wenn alle innerhalb der Gruppenliste möglichen Teilmengenbeziehungen hergestellt sind.

Auf diese Weise ist es mittels EDV möglich, alle Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Texten eines Korpus anhand bestimmter Merkmale zu erfassen, zu einem Ausdruck zusammenzusetzen und übersichtlich graphisch darzustellen. Dieser läßt dann die möglichen Abhängigkeitsverhältnisse klar erkennen.

2. Verwandtschaft messen an Konkordanzen, nicht an gemeinsamen Fehlern.

| Gemeinsame Fehler: das klassische Argument für Textabhängigkeit | Selbständig denkende Schreiber: Die Grenzen der klassischen Methodik | Konkordanzen statt gemeinsamer Abweichungen

a. Gemeinsame Fehler: das klassische Argument für Textabhängigkeit

Nach welchen Merkmalen man dabei den Computer die Texte zu Gruppen im Stammbaum zusammenfassen läßt, sollte man je nach der Art der Texte entscheiden, die man untersuchen möchte, und insbesondere danach, wie diese Texte untereinander zusammenhängen.

Klassisches Anwendungsgebiet der Lachmannschen Methode sind Korpora von Texten, die einen und denselben Text überliefern.

Der Zusammenhang zwischen solchen Texte ist dadurch gekennzeichnet, daß sie ein "geschlossenes" Korpus darstellen, "am Anfangspunkt der für uns überschaubaren Tradition" steht "ein einziger fest umrissener Archetypus". Diesen zu rekonstruieren, ist der Zweck, zu dem die wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisse geklärt werden müssen. Mit "unberechenbaren Sprünge[n] zwischen Vorlage und Abschrift" rechnet man bei solchen Textkorpora nicht. Die Schreiber solcher Texte haben, davon geht man aus, "mit dem Vorsatz gearbeitet [], den Wortlaut ihrer Quelle getreu wiederzugeben."

Auch SALEMANS' Texte sind ein Korpus dieser Art.

Wenn man davon ausgeht, Schreiber hätten den Text, der ihnen jeweils vorlag, abgeschrieben, ohne an seiner Richtigkeit zu zweifeln (eventuell sogar mechanisch, ohne ihn zu verstehen), kann man aus einem Fehler, den mehrere Schreiber verschiedener Textzeugen gemacht haben, schließen, daß ihnen dieselbe Vorlage (direkt oder über Zwischenabschriften) vorgelegen hat und ihr gemeinsamer Fehler seine Ursache in einem Fehler dieser gemeinsamen Vorlage hat. Der gemeinsame Fehler, oder besser die gemeinsame Abweichung vom Rest der Überlieferung, ist bei solchen Texten das Merkmal, das die sichersten Rückschlüsse erlaubt auf die Umstände, die bei der Entstehung der Texte gewirkt haben, vor allem auf Vorlagen, die benutzt wurden. Diese Art zu argumentieren ist in der Lachmannschen Methodik denn auch die klassische:

"la communauté des fautes implique la communauté d'origine".

" non plus les leons communes (bonnes ou mauvaises) mais seulement les leons fautives." beweisen gemeinsame Abstammung.

"Die Verwandtschaft der an der Überlieferung beteiligten Handschriften muß auf Grund einwandfrei erkannter Fehler bestimmt sein."

Wie SALEMANS anhand der gemeinsamen Abweichungen die Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Texten automatisch eruieren läßt, haben wir bereits im vorigen Kapitel gesehen.

b. Selbständig denkende Schreiber: Die Grenzen der klassischen Methodik

Für Textkorpora, die nicht alle diese Bedingungen erfüllen, sind gemeinsame Fehler aber kein geeignetes Merkmal, um Abhängigkeit zu erkennen. Schon wenn man von einem Schreiber entweder annehmen kann, daß er verschiedene Abschriften eines Textes mehr oder weniger kritisch verglichen ("contaminatio") und daraus seinen eigenen Text gebildet habe, oder daß er die Fehler der ihm vorliegenden Abschrift habe erkennen und selbständig verbessern können ("divinatio"), wird der Schluß von gemeinsamen Abweichungen vom Rest des Korpus darauf, daß die Texte mit der gemeinsamen Abweichung auch eine gemeinsame Vorlage benutzt haben, unmöglich. Wenn aber ein Textkorpus gar keine geschlossene Überlieferung eines festen Archetyps darstellt und die Schreiber der einzelnen Texte gar nicht "mit dem Vorsatz gearbeitet haben, eine Vorlage getreu wiederzugeben", ist es sinnlos, nach "gemeinsamen Fehlern" der Abschreiber zu suchen, um aus diesen darauf zu schließen, was für Texte ihnen vorgelegen haben. Textverwandtschaft muß in solchen Fällen an anderen Merkmalen als an gemeinsamen Abweichungen erkannt werden.

Diesen Fall haben wir bei den Hospitalregeln: Daß an ihrem Anfangspunkt ein fest umrissener Archetypus gestanden hätte, den alle Verfasser der späteren Hospitalregeln getreu hätten übernehmen wollen, das anzunehmen, gibt es keinen Grund. Die Hospitalregeln sind nicht "Textzeugen" einer fest umrissenen "UrHospitalregel", sondern selbständige Texte, in die aufgrund ganz bestimmter Umstände eine Menge übereinstimmender Wortfolgen gekommen sind.

Damit erfüllen die Hospitalregeln keine der Voraussetzungen für die Anwendung der Lachmannschen Methode. Trotzdem läßt sich die Verwandtschaft unter solchen Texten analog zur Lachmannschen Methode aufklären, man muß nur statt nach gemeinsamen Fehlern nach einem anderen Textmerkmal suchen, das genealogische Information enthält.

c. Konkordanzen statt gemeinsamer Abweichungen

| Datengrundlage | Wortfolgenkonkordanzen | Kapitelfolgenkonkordanzen |

α. Datengrundlage

Bei Texten, die eigentlich dazu geschrieben worden sind, einen anderen Text getreu zu überliefern, ist Abweichen von der übrigen Überlieferung etwas Unerwartetes. Nicht ohne einen besonderen Grund werden zwei oder mehrere Texte an irgendeiner Stelle gemeinsam zu einer anderen Lesart kommen als der Rest der Überlieferung. Man muß annehmen, daß beim Abschreiben dieser Texte irgendein besonderer Umstand vorgelegen hat oder daß es ein bloßer Zufall war. Kann man den zufall ausschließen, ist die naheliegendste Erklärung eine gemeinsame Vorlage.

Bei einer Gruppe von Texten, die ihrer Intention nach selbständig sind, wie den Hospitalregeln, ist es aber umgekehrt: wenn sie trotzdem an einzelnen Stellen übereinstimmen, ist diese Übereinstimmung das Erstaunliche. Wo Verschiedenheit zu erwarten war, muß Übereinstimmung irgendeinen besonderen Grund haben. Das kann, wenn der Zufall sich ausschließen läßt, kaum etwas anderes als die Benutzung einer gemeinsamen Vorlage gewesen sein.

Die Datengrundlage für klassische Lachmannsche Textkritik sind gemeinsame Abweichungen - die Datengrundlage für Verwandtschaftsanalysen an Hospitalregeln und ähnlichen selbständigen Texten werden Konkordanzen sein.

Texte bestehen aus Sinnabschnitten und Wörtern. Dies sind also diejenigen Eigenschaften, deren Übereinstimmungen man vor allem auswerten sollte, um Ähnlichkeiten zwischen Texten zu messen.

β. Wortfolgenkonkordanzen

Eine Folge von zwei oder mehr aufeinanderfolgenden gleichlautenden Wörtern, die in zwei oder mehreren verschiedenen Texten einmal oder mehrmals auftreten, bezeichne ich im Folgenden als "Wortfolgenkonkordanz".

Ich habe eine Prozedur "WortfolgenkonkordanzenFinden()" in der Sprache VBA (Visual Basic for Applications) geschrieben, um die konkordanten Wortfolgen aus allen möglichen Wortpaaren aller in einer Datenbank abgelegten Texte herauszusuchen und sie in einer neuen Tabelle zur weiteren Auswertung bereitzuhalten.

Die Stärke der Wortfolgenkonkordanzen als Datengrundlage für Ähnlichkeitsbestimmung besteht darin, daß man durch sie Textgleichheit findet, auch wenn die Reihenfolge von Abschnitten verschieden ist; und das ist ein Umstand, mit dem gerade bei Regeln und ähnlichen Texten, denen ein Erzählzusammenhang als innerer Stabilisator fehlt, häufig zu rechnen ist.

γ. Kapitelfolgenkonkordanzen

Ihre Schwäche haben die Wortfolgenkonkordanzen darin, daß sie sich vollständig vom Wortlaut abhängig machen und den Inhalt der Texte ignorieren. Wenn zum Beispiel eine lateinische Hospitalregel Kapitel für Kapitel in eine Volkssprache übersetzt worden ist, liegt ja ohne Zweifel eine enge Verwandschaft vor, obgleich zwischen der lateinischen Vorlage und der Übersetzung kein einziges Wort übereinstimmt - die Abfolge der Sinnabschnitte hingegen gänzlich. Daher müssen die Wortfolgenkonkordanzen als Datengrundlage für Verwandtschaftsuntersuchungen eigentlich noch durch andere Daten aus denselben Texten vervollständigt werden. Diese komplementären Daten müssen gerade Gleichheit in der Disposition der Inhalte erfassen und sollen vom Wortlaut ruhig absehen.

Wörter und Wortfolgen kann ein Computer ohne weiteres erkennen und vergleichen; Inhalte und inhaltlich definierte Abschnitte kann er erst erkennen, nachdem man sie von Hand gekennzeichnet hat, am besten durch Textmarken.

Und sofern man nur sicherstellt, daß für gleiche Inhalte jeweils genau dieselben Textmarkennamen gewählt werden, kann man auch die Inhalte später automatisch vergleichen lassen: Die Liste aller Textmarkennamen eines Textes, in der Reihenfolge des Vorkommens im Text hintereinandergeschrieben, repräsentiert ja fortan dessen Inhaltsreihenfolge. Sequenzen von Textmarkennamen kann der Computer dann auf genau dieselbe Weise wie Wortfolgen automatisch vergleichen und Konkordanzen festhalten.

3. Den Zufall weitestmöglich ausschließen

| bei gemeinsamen Abweichungen | bei Wort- und Kapitelfolgenkonkordanzen |s

a bei gemeinsamen Abweichungen

Ob man also nach der klassischen LACHMANNschen Methode mit gemeinsamen Abweichungen arbeitet oder bei selbständigen Texten mit Übereinstimmungen: für beiderlei Datengrundlagen gilt, daß sie zunächst nicht frei von zufallsbedingten "Parallelismen" sein werden. Immer ist auch damit zu rechnen, daß der schiere Zufall oder ein ähnliches Sprachgefühl zwei oder mehrere Schreiber auf den gleichen Gedanken gebracht hat. Solche Parallelismen enthalten natürlich keine "genealogische Information" und erlauben keinen Rückschluß auf eine Vorlage. Bevor man mit der Datengrundlage arbeiten kann, sollte man sie deshalb gegen den Zufall als Fehlerquelle absichern.

Je mehr die eigentliche Arbeit automatisiert wird, desto aufwendiger fallen die Vorüberlegungen aus: Vor dem Computerzeitalter sah sich ein Textkritiker jede einzelne Variante an und entschied, ob sie wichtig oder unwichtig für die Rekonstruktion des Stemmas und des Archetypus sei. Bei SALEMANS sind alle diese Einzelentscheidungen der Subjektivität des Bearbeiters entzogen, dieser braucht nur noch am Ende die gesamte Kette zu beurteilen und zu "orientieren". Für Entscheidungen aber, die nun dem Computer übertragen werden, muß zuvor ein Programmierer hundertprozentige Kriterien festgelegt haben.

In vielen Wissenschaften, treten bei genealogischen Fragestellungen entsprechende Probleme auf, z.B. in der Vergleichenden Sprachwissenschaft, Archäologie, Kunstgeschichte und in der biologischen Systematik. In der Biologie haben sich hierbei zwei methodische Richtungen herausgebildet, deren Verschiedenheit darin besteht, was für eine Datengrundlage sie zur Erstellung von homologen Systemen verlangen. Die gleichen methodischen Richtungen entstanden, seit die Verarbeitung sehr großer Datenmengen möglich geworden ist, auch in der Philologie . Die eine Richtung, in der Biologie Phenetik genannt, fordert, die Gesamtheit der Merkmalsausprägungen der einzelnen Taxa möglichst vollständig zu erfassen, weil so das getreueste Abbild der wirklichen Abstammungsgeschichte zu erzeugen sei und die Fehler, die durch bloß zufällige Analogien verursacht werden, möglichst gering zu halten seien. Die andere, in der Biologie als Kladistik bekannte Richtung fordert dagegen eine sorgfältige Vorauswahl der Merkmale, deren Ausprägungen bei den einzelnen Taxa zu berücksichtigen sind, um die Auswirkung solcher, die "keine genealogische Information enthalten" auf das Gesamtbild mit Sicherheit auszuschließen. SALEMANS erklärt sich vehement für die kladistische Methodik.

SALEMANS geht beim Bereinigen seiner Datengrundlage nicht gerade zimperlich zu Werke. Er stellt elf "textgenealogische Prinzipien" auf. Sie zu begründen, ihnen geradezu Allgemeinverbindlichkeit für Textverwandtschaftsuntersuchungen zuzusprechen, macht überhaupt den Großteil seiner letzten Abhandlung aus. Von mehreren 10.000 bleiben bei ihm nur 239 Textgruppen übrig und die reduziert er dann "von Hand" noch einmal auf ein Sechstel, bevor er sie dem Programm zur Konstruktion der Kette übergibt! Die Kettenbildung funktioniert mit diesen wenigen Textgruppen denn auch, ohne daß irgendwelche inneren Widersprüche auftreten -

Im einzelnen sind SALEMANS' "textgenealogische Prinzipien" auf die Hospitalregeln wohl nicht anwendbar. Das Prinzip hinter den Prinzipien ist zwar schon gültig: Genealogisch informativ sind Textmerkmale, die in ihrem Kontext eine so große Überlebenskraft besitzen, daß sie Zufällen und Eigenmächtigkeiten beim Abschreibvorgang widerstehen konnten. Sie müssen dem Abschreiber so selbstverständlich vorgekommen sein, daß er extra starke Gründe hätte haben müssen - stärkere als bloß einen Zufall -, um sie nicht so abzuschreiben, wie sie ihm vorlagen. Aber das in Filterkriterien umzusetzen halte ich nicht für möglich; bestenfalls ergäbe es eine ziemlich subjektive Auswahl.

b bei Wort- und Kapitelfolgenkonkordanzen

| "Ähnlichkeit" und "Verwandtschaft" | Wahrscheinlichkeit von Verwandtschaft |

α "Ähnlichkeit" und "Verwandtschaft"

Viel mehr verspreche ich mir von den statistischen Möglichkeiten, die die elektronische Datenverarbeitungstechnik jetzt bietet.

Eigentlich läßt sich zwar mit quantitativen Methoden nur Ähnlichkeit feststellen: Übereinstimmende und nicht übereinstimmende Werte von Texteigenschaften zu zählen und statistisch auswerten, reicht zum Beweis von Verwandtschaft eigentlich nicht aus, kann doch die Werteverteilung einer einzigen Eigenschaft als Argument schwerer wiegen als alle anderen zusammen. Entscheidend ist nicht die Menge der Übereinstimmungen sondern ihre jeweilige Ursache: Sind sie vom Zufall verursacht und damit ohne genealogischen Informationsgehalt oder hat ein Text bei der Abfassung eines anderen als Vorlage gedient, dann sind sie verwandt, auch wenn das nur an einer einzigen Stelle sichtbar wird. Nur wenn man den Zufall ausschließen könnte, könnte man zu genealogischen und historischen Dimension vordringen und auf Verwandtschaft und Abhängigkeit schließen. Erst wenn man wenigstens für einige Übereinstimmungen aufgrund irgendwelcher Indizien ausschließen kann, daß sie von Zufällen verursacht sein können, kann man Texte als verwandt bezeichnen.

"Verwandtschaft" impliziert stets eine Hypothese über Abstammung. Es ist ja eigentlich ein Begriff aus der Biologie. Im engeren Sinne "verwandt" sind Lebewesen, die von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Die Existenz eines solchen, sei er noch bekannt oder nur noch postuliert, wird immer unterstellt. "Verwandtschaft" bei Texten hieße, daß der Verfasser eines dieser Texte einen anderen gekannt und als Vorbild bei der Abfassung seines Textes benutzt hat. Und zwar einen. Streng genommen könnte man den Begriff "Verwandtschaft" daher auf die Hospitalregeln gar nicht anwenden; man müßte ihn zuvor erweitern, so daß er auch mehrere gemeinsame Vorfahren zuläßt. Auf Beziehungen zwischen Texten läßt sich "Verwandtschaft" also nur in weiterem Sinne anwenden. Auf jeden Fall erfordert es, die Entstehung ihrer ganzen Übereinstimmungen und Verschiedenheiten geschichtlich erklären zu können.

Aber bei einem hohen Grad an Ähnlichkeit, also sehr vielen Übereinstimmungen im Verhältnis zur Textlänge, müßte man schon unwahrscheinlich viele in dieselbe Richtung gehende Zufälle unterstellen, um nicht von Verwandtschaft sprechen zu müssen. Deshalb muß ein gewisses Maß an Ähnlichkeit doch auch wenigstens eine gewisse Wahrscheinlichkeit von Verwandtschaft beinhalten. Ich möchte versuchen, für jede Textgruppe das Maß der Ähnlichkeit zu finden, um so die Wahrscheinlichkeit, mit der ihre Mitglieder verwandt sind, bestimmen zu können. Dann kann ich die Textgruppen mit signifikanten Verwandtschaftswahrscheinlichkeiten zu einer Kette zusammensetzen lassen, die den Entstehungszusammenhang der Hospitalregeln recht genau repräsentiert.

β Wahrscheinlichkeit von Verwandtschaft

Ähnlichkeit von Texten ist nicht nur daran zu erkennen, daß in ihnen die gleichen Elemente (einerseits Wörter und andererseits Sinnabschnitte) vorkommen, sondern auch daran, daß die Reihenfolge dieser Elemente übereinstimmt. Die Wortfolgenkonkordanzen und Kapitelfolgenkonkordanzen sind daher die geignete Datengrundlage, um ein Maß für Ähnlichkeit zu erhalten. Je höher entweder die Zahl oder die Länge der zwischen zwei Texten bestehehenden Wort und Kapitelfolgenkonkordanzen ist, desto ähnlicher sind diese Texte.

Bildet man die Summe der Längen aller Konkordanzen, hat man Zahl und Länge in einen Wert zusammengefaßt. Diesen Wert bezeichne ich als "Gesamtkonkordanzenlänge". In ihm schlägt sich eine hohe Zahl kurzer Konkordanzen ebenso nieder wie wenige sehr lange. Faßt man im Sinne der Mengenlehre Texte als Mengen von Elementen (nämlich 1. Wörter, 2. Sinnabschnitte) auf, so wäre die Gesamtkonkordanzenlänge die Schnittmenge der verglichenen Texte:

Die bloße Gesamtkonkordanzenlänge ist jedoch noch kein Maß für Wahrscheinlichkeit von Verwandtschaft, da sie noch von der Länge der jeweils verglichenen Texte abhängt: denkt man sich gleich ähnliche Gruppen von Texten unterschiedlicher Länge, so werden die Textgruppen mit den längeren Texten mehr Übereinstimmungen miteinander aufweisen als die mit den kürzeren, schon allein weil sie mehr Wörter enthalten.

Die Gesamtkonkordanzenlänge muß daher zur Länge der verglichenen Texte ins Verhältnis gesetzt (mit den Textlängen standardisiert) werden, um eine von Textlängen unabhängige "Verwandtschaftswahrscheinlichkeit" zu erhalten:

Eine solche Definition der Verwandtschaftswahrscheinlichkeit bewirkt, daß ihre Werte stets zwischen 0 und 1 liegen werden,

denn sie wird 1, wenn die verglichenen Texte identisch sind und umgekehrt sind die verglichenen Texte identisch, wenn sie 1 ist:

,

und sie wird 0, wenn die verglichenen Texte überhaupt kein gemeinsames Element haben und umgekehrt sind die verglichenen Texte disjunkt, wenn sie 0 ist:

.

Wenn ein Text B in dem Text A enthalten ist, dann ist die Verwandtschaftswahrscheinlichkeit gleich dem Quotienten aus den Quadratwurzeln der beiden Textlängen:

II. Technik

Wie habe ich es gelöst? (mit gewöhnlicher Büro-Hard- und Software, hauptsächlich einer MS-Access®-Datenbank)

1. Allgemein

Vorzüge einer Datenbank

Eine Datenbank bietet die besten Möglichkeiten, aus den Texten jede Art von Informationen zu gewinnen, auch solche, die für ihre Verwandtschaftsverhältnisse relevant sind. Man kann nämlich mit stärkeren und schnelleren Abfragewerkzeugen auf den Inhalt einer Datenbank zugreifen als auf einfache Textdateien. Die Daten werden bereits Eine Voraussetzung dafür ist bereits die strukturierte Art, wie die Daten abgelegt werden: in Feldern und Zeilen: in Zeilen (auch Datensätze genannt) werden die Werte der verschiedenen Eigenschaften einer Einheit angeordnet, in Feldern Werte derselben Eigenschaft für verschiedene Einheiten. Der Zugriff auf jeden beliebigen Wert ist dann über Feldnamen und Kriterien zur Auswahl bestimmter Datensätze möglich. Ein "relationales" Datenbankmanagementsystem (DMS) speichert zusätzlich Regeln für Beziehungen zwischen Daten in verschiedenen Feldern und Indizes über ausgewählte Felder. Dadurch schützt sie die Integrität der Daten gegenüber Eingabefehlern, und beschleunigt das Suchen

Um die Daten auszuwerten, benutzt man genormte Abfragesprachen, allen voran "Standard Query Language" (SQL). Man gibt in SQL die Felder an, aus denen man Daten abfragen möchte und hat ansonsten praktisch unbegrenzte Möglichkeiten, durch Kriterien die Datensätze einzugrenzen, deren Werte berücksichtigt werden sollen; die gefundenen Werte kann man einzeln anzeigen lassen oder aber gleich ihre Summe, ihren Mittelwert oder was auch immer berechnen lassen; außer zum Abfragen von Daten kann man SQL auch benutzen, um bestimmte Daten zu ändern, zu löschen oder hinzuzufügen.

Ich habe für meine Untersuchung ein relationales DMS benutzt, das mir wie sehr vielen PC-Besitzern als Teil des Microsoft-Office-Softwarepakets nun einmal zur Verfügung gestanden hat: MS Access (in der Version 97). Es wird zwar landläufig nur zur Verwaltung von Kunden- oder Artikeldaten in kleinen und mittelgroßen Unternehmen eingesetzt, hat sich aber, vor allem durch die eingebaute Programmiersprache VBA als an die verschiedensten Erfordernisse der Textuntersuchung (zum Erstaunen auch erfahrener Access-Programmierer) hervorragend anpaßbar erwiesen. Da alle entscheidenden Schritte der Untersuchung aus SQL-Anweisungen bestehen, ist jedoch das ganze Projekt nicht auf MS Access angewiesen sondern ohne Probleme auf andere relationale DMS portierbar.

SALEMANS läßt die Verkettung der Textgruppen übrigens von einer Software namens PAUP durchführen, die in der biologischen Systematik entwickelt worden ist, um die Position von Pflanzen- oder Tierarten in der Entwicklungsgeschichte aufgrund von Ausprägungen einzelner Merkmale zu bestimmen. Dieses Programm ist leider nicht frei erhältlich, die für unsere Zwecke wichtigen Funktionen lassen sich aber in VBA gut nachbauen.

Sind die Texte erst einmal in einer Datenbank, kann man sie nicht nur statistisch auswerten, sondern auch sehr komfortabel nach bestimmten Stellen suchen, die man zum Nachweis von Verwandtschaft benötigt.

indem sie jeden Versuch verhindert, Daten so hinzuzufügen oder zu verändern, daß die vorgegebenen Regeln verletzt würden.

Andreas Kelz, Relationale Datenbanken, http://v.hdm-stuttgart.de/~riekert/lehre/db-kelz/.

2. Wortfolgenkonkordanzen

a. Vorbereitung

| a Die Texte digitalisieren | b Die Texte in eine Datenbank einfügen |

a Die Texte digitalisieren

Texte, die gedruckt vorliegen, wurden mithilfe eines Scanners fotografiert und mit der damals führenden Texterkennungssoftware FineReader© in digitale Texte umgewandelt Ungedruckte Texte wurden nach Fotos oder Kopien, die mir Archive freundlicherweise zur Verfügung stellten, von Hand per Tastatur digitalisiert. Nun stehen alle diese Texte auch hier als html-Dateien zur Verfügung.

b Die Texte in eine Datenbank einfügen

Beim Import in eine neue Datenbank habe ich jeden Text in einer eigenen Tabelle gespeichert. Dieser Vorgang wäre automatisierbar gewesen. Alle Tabellen haben die gleiche Struktur: sie bestehen aus drei Spalten.[2]

Eine enthält die Wörter des Textes, und zwar immer genau ein Wort pro Zeile, so daß jedes Wort einen eigenen Datensatz darstellt. Eine zweite Spalte wurde zuvor als Auto-Wert-Feld angelegt. In ihr wird bei Einfügung des Textes zu jedem Wort automatisch eine Identifikationsnummer erzeugt, für das erste Wort 1 und dann von Wort zu Wort um 1 ansteigend. So erhalten alle Wörter eindeutige Zahlen als Schlüssel, und zugleich wird die richtige Reihenfolge der Wörter im Text festgehalten und ihre Position im Kontext durch Zahlen ausdrückbar, zum Beispiel kann man dann sagen, die Wortfolge 17 bis 25 in Text X sei gleich der Wortfolge 38 bis 46 in Text Y.

In einer dritten Spalte habe ich nachträglich durch eine selbst geschriebene Prozedur zu jeden Wort ein Synonym erzeugen lassen, also dasselbe Wort in einer Schreibweise, die bekannte orthographische Varianten ausgleicht. So kann ich diese Synonyme anstelle der Wörter vergleichen, und gleiche Wörter finden, auch wenn die mittelalterlichen Texte sie verschieden schreiben. In Adreßdatenbanken ist dieses Verfahren üblich, um zum Beispiel den Namen "Meyer" auch unter "Mayer", "Maier" und "Meier" zu finden. Meine Synonymtabelle berücksichtigt folgende Orthographie-Varianten:

Eine ausführliche Beschreibung dieses Vorgangs geben SAHLE/SCHAßAN, Hansisches UB digital, wobei die Idee mit dem selbsterstellten Wörterbuch zur Rechtschreibkontrolle mittelalterlicher Texte aus einem Beitrag von mir in der Mailing-Liste MEDIAEVISTIK vom 23. 2. 2000 stammt.

b. Wortfolgenkonkordanzen finden und auswerten

Dazu habe ich eine Prozedur geschrieben, die folgende Arbeitsschritte erldigt:

Sie öffnet der Reihe nach alle möglichen Paare von Text-Tabellen, um jeden Text einmal mit jedem zu vergleichen

Aus allen diesen Textpaaren bildet sie zunächst das Kreuzprodukt aus den Wörtern beider Texte), das heißt sie kombiniert jedes Vorkommen jedes Wortes in dem einen Text (definiert durch die laufende Nummer des Worts) mit jedem in dem anderen Text. Alle jene Wortpaare, deren beide Hälften gleich sind, speichert sie mit den zugehörigen Wort-Nummern in einer Hilfstabelle, die, nachdem sie ihren Zweck erfüllt hat. wieder gelöscht wird.

Diese "Einzelwörterkonkordanzen" dienen als Datengrundlage bei der Suche nach längeren Folgen übereinstimmender Wörter. Von jedem der Paare in der Liste der Einzelwörterkonkordanzen ausgehend, wird gefragt, ob auch die jeweils darauffolgenden Wörter (also die Wörter mit der nächstgrößeren Wort-Nummer) in derselben Liste stehen. Wenn sie in beiden Texten gleich sind, muß das der Fall sein. In diesem Fall wird die Frage bezüglich der nächsten beiden Wörter wiederholt, so lang, bis die Übereinstimmung aufhört. Dann werden der Wortlaut der Wortfolgenkonkordanz und die Anfangs- und Endpositionen aus beiden Texten in einer Tabelle "Wortfolgenkonkordanzen" abgelegt. Das Wortpaar in der Einzelwörterkonkordanzenliste, von dem die Suche ausgegangen war, wird nun als erledigt gelöscht und die nächste Suche beginnt beim nächsten Wortpaar.

Man kann in diese Suchprozedur noch eine gewisse Fehlertoleranz einbauen, indem man programmiert: falls eine Übereinstimmung nur durch ein Paar (einstellbar wären auch 2, 3 ? Paare) verschiedener Wörter unterbrochen wird und beim nächsten Wortpaar weitergeht, soll bei dem ungleichen Wortpaar nicht abgebrochen werden. In der Ergebnistabelle soll es durch Auslassungspunkte kenntlich gemacht werden. Ich habe den Vergleich mit dieser Einstellung durchgeführt, um die Gefahr der Verfälschung des Ergebnisses durch bloß orthographische Abweichungen oder geringe sprachliche Freiheiten noch weiter zu minimieren. Will man die Ergebnisse ohne diese unvollständigen Übereinstimmungen sehen, ist es später ein Leichtes, sie auszublenden.

Als Ergebnis der Datenerfassung habe ich eine Tabelle mit 290510 Wortfolgenkonkordanzen erhalten.

Das gelingt mithilfe der SQL-Anweisung: "SELECT Text1.Name, Text2.Name FROM Textverzeichnis AS Text1, Textverzeichnis AS Text2 WHERE Text1.Name < Text2.Name;". wobei "Textverzeichnis" eine Tabelle mit einer einzigen Spalte, nämlich "Name", ist. Diese einfache Lösung für das nicht banale Problem, jeden Text in einer Liste mit jedem, aber nicht mit sich selbst zu kombinieren, fand für mich Frau Rita SCHMITT, Systementwicklerin, Idstein, deren Rat mir den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der Textvergleichsprozedur gegeben hat und der ich deshalb größten Dank schulde.

Die SQL-Anweisung dafür lautet: SELECT Text1.Nr AS Nr1, Text2.Nr AS Nr2, Text1.Wort AS Text1Wort, Text2.Wort AS Text2Wort FROM Text1, Text2 WHERE Text1.Wort = Text2.Wort OR Text1.Wort = Text2.Synonym OR Text1.Synonym = Text2.Wort ORDER BY Text1.Nr, Text2.Nr;.

Indem man die Ergebnisse nach dem Kriterium "Not Like '*...*'" filtert.

Diese Tabelle zeigt jeden Konkordanzfund mit dem Textpaar, in dem er vorkommt, für sich an. Das ist noch nicht ganz der Gesamtüberblick über die Beziehungen zwischen Wortfolgen und Texten, den ich brauche, um Textgruppen anhand der Wortfolgen (anstelle der Varianten in Salemans' Verfahren) als Kriterium bilden zu können.

Zu jeder Wortfolge sollen also alle Texte, in denen sie vorkommt, angezeigt werden und zu jedem Text alle Wortfolgen, die er mit andern gemeinsam hat. Durch ein paar Datenumformungen ist das jetzt leicht zu erreichen. Beim Suchen nach Wortfolgenkonkordanzen geich jeden Fund daraufhin zu prüfen, ob die Wortfolge neu oder schon in anderen Texten gefunden worden ist, hätte die Such-Prozedur übermäßig belastet, das Erkennen von Wortfolgen-Duplikaten ist nämlich recht aufwendig, müssen doch orthographische Varianten auch hierbei ausgeschlossen bleiben.

Deswegen will ich die in der Tabelle "Wortfolgenkonkordanzen" enthaltenen RohDaten "normalisieren", indem ich sie in drei miteinander verknüpfte Tabellen verteile: In einer sollen nur die wirklich verschiedenen Texte stehen, in einer anderen nur die wirklich verschiedenen Wortfolgen und eine dritte soll als Verknüpfungstabelle darüber Auskunft geben, zu welchen Texten welche Wortfolgen gehören. So wird das Tabellenvolumen verkleinert, die Abfragegeschwindgkeit gesteigert, und die Eindeutigkeit der Daten gesichert, denn die Verknüpfungstabelle akzeptiert nur noch Verweise auf eindeutigen Datensätze der Text- und der Wortfolgentabelle - und dazu die Incipit- und Explicit-Nummern

1. Die eindeutige Text-Tabelle habe ich bereits beim Textimport angelegt.

2. Eine eindeutige Wortfolgentabelle erhalte ich mit Hilfe eines "INSERT-INTO"-SQL-Statements aus der Tabelle mit den Wortfolgenkonkordanzen. Dabei muß jedoch verhindert werden, daß Duplikate oder orthographische Synonyme von Wortfolgenkonkordanzen in die neue Tabelle übertragen werden. Um orthographische Synonyme zu erkennen, wende ich dieselbe Methode an wie beim Finden der Wortfolgenkonkordanzen: In einer neuen Spalte füge ich das SoundEx-Synonym der jeweiligen Wortfolge hinzu. Die drei Auslassungspunkte, die beim Aufzeichnen der Wortfolgenkonkordanzen gesetzt worden sind, wo zwei Texte in einem einzigen Wort inmitten einer längeren Wortfolgenkonkordanz voneinander abweichen, ersetze ich in den Synonymen durch einen "Regulären Ausdruck", der ein beliebiges Wort vertritt Nach diesen Synonymen gruppiere ich dann die gesamte Tabelle. Nur den jeweils ersten Wert jeder Gruppe übertrage ich in die neue Tabelle Da ich die Wortfolgen in Zukunft nicht mehr sortieren oder durchsuchen brauche, brauche ich als Felddatentyp jetzt nicht mehr "Text" mit der Längenbeschränkung auf 255 Zeichen zu wählen und kann den Wortlaut derer, die bisher unvollständig eingetragen waren, vervollständigen. Es zeigt sich, daß es 10.518 verschiedene Wortfolgen gibt, die in mindestens 2 Texten vorkommen.

Abschließend füge ich der neuen Tabelle schon jetzt ein Feld hinzu, in dem ich die Länge der Wortfolge in Wörtern berechnen lasse (aus der Differenz von Explicit- und Incipit-Wortnummer in der alten Tabelle),[12] das spart später Rechenleistung. Die Längen liegen zwischen 485 und 2 Wörtern.

3. Nun ist noch aus der Tabelle "Wortfolgenkonkordanzen" eine Tabelle "WortfolgenUndTexte" zu erstellen, die in einer Spalte Texte und in der anderen die darin vorkommenden Wortfolgen zeigen soll, dazu noch 2 Spalten für Anfangs- und Endwortnummer der Wortfolge in dem Text.

Dazu füge ich der alten Tabelle zunächst ein numerisches Feld "Wortfolge_Nr" hinzu, das das Textfeld "Wortfolge" ersetzen soll. Nun verknüpfe ich die Felder "Synonym" in beiden Tabellen miteinander und setze daraufhin alle Werte im Feld "Wortfolge_Nr" in der alten Tabelle auf die Werte der Wortfolgennummer in der neuen Tabelle.[13] Schließlich ändere ich die Beziehung zur Wortfolgenkonkordanzen-Tabelle dahin, daß sie statt der Synonym-Felder die beiden Wortfolge_Nr-Felder umfaßt. Von der Tabelle Wortfolgenkonkordanzen aus kann nun über den Verweis auf die eindeutigen Wortfolgen in der neuen Tabelle zugegriffen werden, was man durch eine Abfrage testen kann.[14] Die Felder "Wortfolgen" und "Synonym" in der alten Tabelle sind jetzt überflüssig geworden, und ich könnte sie löschen , wenn ich nicht die alte Tabelle sowieso durch eine neue Grundtabelle "WortfolgenUndTexte" ersetzen würde.

Danach kann ich aus "Text1" und "Text2" der Wortfolgenkonkordanzen-Tabelle durch eine UNION-Abfrage eine einzige Spalte "Text" bilden[14] und daraus die neue Grundtabelle erstellen,[15] die künftig "Wortfolgenkonkordanzen" ersetzen soll. Dies ist eine Tabelle mit nur noch 53.530 Datensätzen gegenüber den mehr als 290.000 in "Wortfolgenkonkordanzen".

Siehe Kap. 4 im bereits oben zitierten Artikel von Andreas Kelz über realationale Datenbanken: "Der Königsweg: Normalisierung"

Vgl. oben S. 39.

Vgl. oben S. 40; [Was ist RE?] Der lautet: [^ ] {2;}, und der SQL-Befehl für das Ersetzen lautet: "DB.Execute ("UPDATE Wortfolgen SET Wortfolgen.Synonym = SuchenUndErset-zen([Synonym],' ... ',' [^ ]{2;} ') WHERE (((Wortfolgen.Synonym) Like '*... *'));") wobei "SuchenUndErsetzen" eine eigene Funktion ist, die in jedes Vorkommen von durch ersetzt.

INSERT INTO Wortfolgen ( Wortfolge, Synonym ) SELECT First(Wortfolgenkonkordanzen.Wortfolge) AS [ErsterWert von Wortfolge], Wortfolgenkonkordanzen.Synonym FROM Wortfolgenkonkordanzen GROUP BY Wortfolgenkonkordanzen.Synonym ORDER BY First(Wortfolgenkonkordanzen.Wortfolge);

DB.Execute ("UPDATE Wortfolgen SET Wortfolgen.LängeWörter = TextelementeAnzahl([Wortfolgen]![Wortfolge],' ')+1;")

DB.Execute ("UPDATE Wortfolgen INNER JOIN Wortfolgenkonkordanzen ON Wort-folgen.Synonym = Wortfolgenkonkordanzen.Synonym SET Wortfolgenkonkordanzen.Wortfolge_Nr = Wortfolgen.Wortfolge_Nr;")

c. Texte nach Wortfolgenkonkordanzmaß gruppieren

Zu jeder Wortfolge in dieser Tabelle "WortfolgenUndTexte" kann ich nun durch eine ganz einfache Abfrage alle Texte finden, die sie überliefern.[16] Das sind die gesuchten Textgruppen. Da sich die Daten nicht mehr ändern, kann ich die Textgruppen fest in eine neue Tabelle "Textgruppen" schreiben; das spart bei künftigen Berechnungen Rechenleistung.[17] Ich frage zu jeder Wortfolge aus der Tabelle "Wortfolgen" die zugehörigen Text-Nummern als alphabetisch sortierte Aufzählung ab und fülle damit die zweite Spalte der neuen Tabelle, in der ersten sollen die Textgruppen eindeutig numeriert werden. Fast alle Textgruppen verdanken sich nicht nur einer sondern mehreren Wortfolgenkonkordanzen, daher gibt es unter ihnen noch Duplikate, die sich aber leicht ausblenden lassen. In einer zusätzlichen Spalte der Tabelle "Wortfolgen" verweise ich dann auf die Nummern der zugehörigen Textgruppen.

Die Zahl der zugehörigen Texte und die Nummern der zugrundeliegenden gemeinsamen Wortfolgen ebenfalls als sortierte Zeichenkette kann ich nun dank der Beziehungen zwischen den Tabellen problemlos feststellen und in zusätzliche Spalten der Textgruppen-Tabelle eintragen lassen.[18]

Um die Textgruppen nun gleich zu einer Kette zusammensetzen zu können, muß zuvor bekannt sein, welche Textgruppen Teilmengen von anderen sind. Das herauszufinden ist wieder etwas aufwendiger, es geht nicht per SQL-Befehl, sondern nur mithilfe einer Prozedur. Die vergleicht jede Textgruppe mit allen anderen, die größer sind als sie selbst, und sucht aus diesen alle heraus, in denen sämtliche Mitglieder der kleineren enthalten sind. Sie legt ihre Ergebnisse (Textgruppe_Nr und Nummer der möglichen Vater-Textgruppe) in der neuen Tabelle "Textgruppenbeziehungen" ab.

Die gleiche Prozedur habe ich auch auf die Wortfolgen angewendet, um auch von diesen zu wissen, welche kürzeren möglicherweise Teilstücke von längeren sind (wobei natürlich die Reihenfolge der Wörter zu berücksichtigen war).

Datenmodell

Abbildung 1 gibt nun einen Überblick über alle Tabellen, wie sie als Ergebnis der Normalisierung und Feststellung der internen Beziehungen zwischen Textgruppen und Wortfolgen miteinander verknüpft sind. Die Zeichen "1" und "∞" an den Enden der Beziehungslinien charakterisieren die verschiedenen Seiten von 1:n-Beziehungen, also Beziehungen, die genau einen Datensatz in der einen Tabelle mit einem oder mehreren Datensätzen in der anderen verknüpfen. Für alle diese 1:n-Beziehungen stellt das DMS übrigens die "referentielle Integrität" sicher, das heißt, es wacht darüber, daß auf der n-Seite kein Wert eingetragen wird, der auf der 1-Seite nicht schon vorhanden sind.

3. Kapitelfolgenkonkordanzen

4. Verwandtschaftswahrscheinlichkeiten berechnen

Die Verwandtschaftswahrscheinlichkeit und noch einige zusätzliche Kenndaten zu ihr erhalte ich nun sehr leicht durch Abfragen, die die Beziehungen zwischen den Tabellen nutzen, um pro Textgruppe die Daten der zugehörigen Wortfolgen[19] und der zugehörigen Texte[20] auszuwerten und beides zusammenfügen.[21]

Es ergeben sich für die Verwandtschaftswahrscheinlichkeit Werte von 0,964 bis 0,00286. Die Gesamtkonkordanzenlänge schwankt zwischen 6743 und 2. Die Anzahl Wortfolgenkonkordanzen liegt zwischen 594 und 1. Die grösste Wortfolgenkonkordanzlänge reicht von 485 bis 2, die kleinste von 47 bis 2 und die mittlere von 102,231 bis 2.

Die Textgruppe mit der größten Gesamkonkordanzenlänge hat auch die meisten Wortfolgenkonkordanzen sowie insgesamt die höchste Verwandtschaftswahrscheinlichkeit: Roma S. Spirito 1316—Roma S. Spirito 1564. Die Textguppe mit der längsten Wortfolgenkonkordanz hat auch die höchste mittlere Wortfolgenkonkordanzlänge: Bruxelles 1211—Bruxelles 1223.

5. Texte nach Verwandtschaftsmaß verketten

Damit ist alles vorbereitet für die Rekonstruktion der Verwandtschafts-Ketten Ich beginne mit den kleinsten Textgruppen und beziehe nach und nach immer größere ein. Komme ich zu einer Textgruppe, die ganz neu ist, lasse ich sie unten hinzufügen; steht eines ihrer Elemente bereits in der Liste, füge ich diese Gruppe nicht unten an, sondern verbinde das oder die noch nicht vorhandenen Elemente direkt mit dem schon vorhandenen. Soweit folge ich der Vorgehensweise SALEMANS'.

Anders als er, bewerte ich aber die Textgruppen nach ihrer Verwandtschaftswahrscheinlichkeit. Die Liste, aus der ich die Textgruppen an die Kette anfüge, habe ich außer nach zunehmender Gruppengröße auch nach abnehmender Verwandtschaftswahrscheinlichkeit sortieren lassen.

Das Zusammenfügen der Kette wäre sicher auch völlig automatisierbar, da es sich bei mir aber nur um 55 Texte handelt, mache ich es "halbautomatisch".

Alle 55 Texte lassen sich aus Zweier-Textgruppen einfügen;[22] größere Textgruppen brauche ich also gar nicht zu berücksichtigen. Um jeden Text entsprechend seiner größten Verwandtschaftswahrscheinlichkeit nur einmal an die Kette anzufügen, lasse ich mir also eine nach fallender Verwandtschaftswahrscheinlichkeit sortierte Liste der Zweier-Textgruppen anzeigen, in der jeder Text nur einmal vorkommt und zu jedem Text nur die Textgruppe mit der höchsten Verwandtschaftswahrscheinlichkeit angezeigt wird. In dieser Liste lasse ich Textgruppen, die völlig neu sind, an ihrem Platz stehen, aber Textgruppen, von denen ein Element bereits weiter oben vorgekommen ist, verschiebe ich unter die Textgruppe, zu denen sie gehören und rücke sie dort um einen Tabulatorschritt ein.

Das führt nicht zu einer zusammenhängenden Kette, sondern zu 8 Teilketten.

III. Ergebnisse

1. Die einzelnen Ketten

Die meisten Texte (37 von 55) haben sich als Glieder von Ketten erwiesen, die jedenfalls im jeweiligen Zentrum sehr stark zusammenhängen. Querverbindungen zwischen Ketten gibt es erst unterhalb einer Verwandtschaftswahrscheinlichkeits-Schwelle von ca. 3. Die beiden Ausnahmen von dieser Regel sind Brüssel 1211—Herentals und Brügge B'—Kiel mit Verwandtschaftswahrscheinlichkeiten von 68 bzw. 43.

Die Auffassung, daß alle Hospitalregeln auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgehen, kann nach dieser Erkenntnis nicht mehr bestehen bleiben. Stattdessen scheinen gewisse Gruppen von Hospitaregeln je für sich einen gemeinsamen Ursprung haben.

Einige Texte hängen nur lose mit den übrigen zusammen. Ihre nächsten Verwandten sind vielleicht nur nicht mehr vorhanden oder noch nicht aufgefunden. Ich habe sie vorläufig als "Pseudo-Kette" zusammengestellt.

Die Zahlen zwischen den Regelnamen in den folgenden Schaubildern und die in Klammern im Text geben die Verwandtschaftswahrscheinlichkeit an.

Kette 1: Johanniterregel und Heilig-Geist-Regel

In dieser Gruppe befindet sich zwar mit einem Wert von 96 die größte Verwandtschaftswahrscheinlichkeit, die überhaupt gefunden werden konnte; das überrascht allerdings nicht, denn daß Roma S. Spirito 1316 die Vorlage für Roma S. Spirito 1564 gewesen ist, stand nie in Frage. Wirklich bemerkenswert ist hingegen, daß die beiden anderen Texte in dieser Gruppe, die Johanniterregel und Aubrac, weit schwächer mit den übrigen Kettengliedern verwandt sind. LE GRANDs Auffassung, daß die Johanniterregel die Vorlage aller europäischen Hospitalregeln gewesen sei, ist nach diesem Befund darauf zu reduzieren, daß sie es in gewissem Maß für die Regel des römischen Heilig-Geist-Hospitals gewesen ist, und für sonst keine.

Kette 2: Die Regeln aus Brüssel und Brabant

Die zweitengste Verwandtschaft nach der zwischen den beiden römischen Texten ist die zwischen den beiden Versionen der Regel des Brüsseler St.-Johannes-Hospitals. Auch das überrascht nicht; es bestätigt höchstens, daß die angewendete Meßtechnik zuverlässig arbeitet.

Fast genauso eng ist die Verwandtschaft zwischen den Regeln von Antwerpen O.L.V. und Herentals. Herentals ist der nächste Verwandte von Enghien und von Geel. Geel wiederum ist der engste Verwandte von s' Hertogenbosch. Antwerpen dagegen der engste des Hospitals St. Gertrud in Brüssel, das seinerseits der engste Verwandte von Aalst O.L.V. ist. Alle diese Regeln sind auch mit den beiden Versionen von Brüssel St. Johannes verwandt, aber für keinen von ihnen ist einer dieser Brüsseler Texte der nächste Verwandte. Am ehesten für Herentals: es ist an den älteren Brüsseler Text mit 68 Punkten gebunden, nur 10 Punkte schwächer als die Bindung an Antwerpen. Auf die "starken Querverbindungen" komme ich später noch zurück.

Kette 3: Die Regeln aus Brügge und Lübeck und anderen Hansestädten

Auch hier liegen wieder zwei Teilketten mit einer ziemlich starken Querverbindung vor.

Kernbereich der älteren Teilkette sind Brugge 1188 und die Bearbeitungen dieses Textes durch mehrere Hände bis hin zu Brugge Bg., zwei Textstufen, deren Verwandtschaft meine Untersuchungstechnik mit 73 beziffert., Brugge B' (64) und schließlich Gent 1196 (28) hinzu. der jüngeren Lübeck 1263—Kiel (74)., Später stoßen Lübeck 1294 (69)Die Querverbindung Brugge B'—Kiel (43) ist sogar stärker als die ketteninterne Verbindung von Brugge B' zu Gent; nur ist nur für keine der beiden stärkste Verwandtschaftswahrscheinlichkeit, Gents nächster Verwandter ist eben Brugge B'. Bis herunter zum Wahrscheinlichkeitswert 3 liegen alle Verwandtschaftsbeziehungen dieser Texte innerhalb der beiden Ketten, darunter kommen dann auch Verbindungen zu Kette 6 (Gautier de Marvis, s.u.) vor.

Kette 4: Die Regeln aus Bischofsstädten der Picardie

Unter diesen Texte aus einigen Bischofsstädten in Nordfrankreich besteht die stärkste Verwandtschaftswahrscheinlichkeit zwischen Beauvais und Noyon. Es folgt der Text aus Amiens und dann als Brückenglied zu anderen Ketten der von Abbeville. Praeceptum ist ein Teil der Augustinerregel, ich habe ihn in den Vergleich einbezogen, weil die Vorbildfunktion dieser Regel für die Hospitäler so oft betont worden ist. Er hat seine meisten Übereinstimmungen mit Abbeville.

Kette 5: Die Regeln aus Cambrai und Lessines

Kette 6: Regeln von Gautier de Marvis, Bf. v. Tournai

Kette 7: Regeln aus Frankreich

(Pseudo-)Kette 8: Lose verbundene Texte

1. Datenverarbeitungstechnik

Beim Überarbeiten meines 35 Jahre alten Textes finde ich im Dezember 2020 viel seither neu Erschienenes, das ich noch berücksichtigen muß, besonders:

Gisela DROSSBACH (Hg.)
Hospitäler in Mittelalter und Früher Neuzeit. Frankreich, Deutschland und Italien. Eine vergleichende Geschichte
(Pariser Historische Studien, 75)
München: Oldenbourg Verlag, 2007
267 S.

und weiteres, das in der Rezension zu Drossbach auf HSOZUKULT genannt wird.

Die Einteilung nach Fächern gibt die Situation vor allem der deutschen Hospitalgeschichts-Literatur wieder, wie sie sich mir damals darstellte. In den lateinischen Ländern ist die Aufspaltung viel geringer, wie DROSSBACH in der Einleitung zeigt, vgl. auch bei mir unten.

Andererseits finde ich jetzt, in der Krise des Gesundheitswesens durch die Corona-Pandemie, erstaunlich viel Erhellendes in meinen damaligen Charakterisierungen der Denkweise verschiedener Berufsgruppen wieder: die Unselbständigkeit, Ausbeutung, Geringschätzung der Pflege, die ärztliche Neigung, die ganze Welt nach ihren Kriterien zu definieren — daran hat sich erstaunlich wenig geändert, nur der Impuls der christlichen Nächstenliebe ist ersetzt durch die Rendite-Erwartung der Krankenhaus-Konzerne, von ihm übriggeblieben bloß die Erwartung an Pflegende, es irgendwie für Gotteslohn zu tun und jedenfalls auf ordentliche Bezahlung und Arbeitsbedingungen wenig Wert zu legen. Aus solchen Gründen finde ich dieses umfangreiche Kapitel, obwohl es nicht auf dem neuesten Stand für die nachfolgenden ja auch nicht unbedingt als Voraussetzung nötig ist, schon noch immer ein bißchen lesenswert.

2. Die Daten sammeln und vorbereiten

2. Beziehungen zwischen ihnen

a. Starke Querverbindungen

Es gibt zwei Ausnahmen von der Regel: Nur diese beiden Querverbindungen zwischen Ketten haben wirklich große Verwandtschaftswahrscheinlichkeiten:

Die Teilketten Brüssel 1211-1223 und Herentals-Antwerpen-Brüssel St. Gertrud-Aalst-Geel-Enghien-s'Hertogenbosch möchte man aufgrund der Verbindung zwischen Herentals und Brüssel 1211 (Verwandtschaftswahrscheinlichkeit 68) als eine einzige Kette auffassen; zumal sie auch in demselben geographischen Raum beheimatet sind.

Brugge/Gent und Lübeck/Kiel sind im Vergleich mit der Brüssel-Brabanter Kette, trotz der immer noch hohen Verwandtschaftswahrscheinlichkeit zwischen Brugge B' und Kiel von 43, zwei deutlicher verschiedene Teile einer Gruppe. Auch geographisch sind sie ja deutlich voneinander geschieden.

b. Brückenglied-Texte

Von diesen beiden abgesehen, bestehen die relativ stärksten Querverbindungen zwischen Texten, die an ihre eigene Kette mit relativ geringer Wahrscheinlichkeit angeschlossen sind. Diese "Brückentexte" sind offenbar in ihrem jeweiligen Kontext besonders alte oder besonders junge Texte, die für. Solche Brückentexte sind vor allen:

c. Kettenübergreifende Wortfolgenkonkordanzen

Mit wenig "Handarbeit" ? Um kettenübergreifende Wortfolgenkonkordanzen zu finden, habe ich die Tabellen "Textgruppen" und "Wortfolgen" nach Textgruppen abgefragt, die sowohl einen Text aus einer als auch einen aus einer anderen Textgruppe enthalten, also zum Beispiel "Antwerpen UND Brügge B'". Dabei habe ich zuerst Kerntexte (Antwerpen, Brüssel 1211, Brügge B', Cambrai S. Jean, eingegeben, anschliessend dann auch Brückentexte. Die Nummern der so gefundenen Wortfolgenkonkordanzen habe ich in einer Hilfstabelle gespeichert, um auf sie später jederzeit wieder zugreifen zu können.

  1. Themenbereich Stundengebete

    pro qualibet … horarum ist gemeinsamer Bestandteil der Brüssel-Brabanter Kette (ohne Aalst) mit Brügge B'-Gent und Kiel-Lübeck. Auffällig ist, daß die älteste Brügger Fassung loco cuiuslibet horę geschrieben hatte und der Bearbeiter Bg diesen Text unterpungiert und durch die Brüssel-Brabanter Formulierung ersetzt hat.

  2. Themenbereich Fasten/Fleischenthaltung: Ab St. Martin

    usque ad festum … Martini ist nur der Brügge-Genter Teilkette und der Brüssel-Brabanter Doppelkette gemeinsam; es kommt nicht in Kiel-Lübeck vor.

  3. Themenbereich Aufnahme und Eigentum der Kranken

    sub stola, res suas und sub testimonio … magistro verbinden die Brüssel-Brabanter Kette mit der zweiten Fassung aus Brügge (B') sowie Gent und der Kiel-Lübecker Teilkette.

    Infirmus … recipiatur kommt in Abbeville und Cambrai S. Jean-Lessines vor, es fehlt jedoch in Noyon-Beauvais-Amiens und Paris.

  4. Themenbereich Speisen der Kranken

    Die Wortfolgenkonkordanzen zu diesem Thema verbinden alle die Picardie-Texte und Rom-Jerusalem mit Cambrai-Lessines:

    • Et quicquid in ejus desiderium venerit si tamen und quod non sit ei contrarium secundum posse domus und noch drei kleinere Wortfolgen verbinden die Ketten Noyon-Beauvais-Amiens mit Cambrai S. Jean-Lessines.
    • quasi dominus domus … antequam fratres comedant verbindet dieselben beiden Ketten, kommt jedoch nicht mehr in Lessines vor, dafür zusätzlich in Paris.
    • dominus domus steht in denselben beiden Ketten, auch wieder in Lessines, dazu in Paris, S. Pol und Troyes.
    • secundum posse und posse domus kommen ebenfalls in diesen Texten vor, dazu jedoch noch in Jerusalem, den beiden Versionen von Rom, S. Spirito, und Troyes; die erste Wortfolge auch noch in Gent Lepros.
    • antequam fratres ist gemeinsamer Bestandteil von Noyon/Amien/Beauvais, Cambrai/Lessines, Jerusalem/Rom und kommt außerdem in Angers, Paris und Troyes vor.
    • sanitati restituatur steht in Noyon/Beauvais/Amiens sowie in Cambrai S. Jean/Lessines sowie in Paris und Troyes.
  5. Themenbereich Zusammenleben der Brüder und Schwestern
    1. Thema Ausgang

      Nullus fratrum … sororum extra domum suam und die ähnliche Wortfolge Nullus fratrum vel sororum … domum verbinden die Ketten Brüssel/Brabant und Cambrai S. Jean/Cambrai S. Julien/Lessines, wobei die zweite Version im Gegensatz zur ersten auch Brüssel 1223 und sogar noch Coffort umfaßt.

    2. Thema Kleidung

      non coloratis fratres … sorores verbindet dieselben Ketten wie die Bestimmungen über Ausgang, umfaßt jedoch nicht Coffort.

    3. Thema getrennte Räume für Schwestern und Brüder

      refectorium dormitorium et … officinas kommt ebenfalls in denselben Ket-ten vor wie die Bestimmungen über den Ausgang, jedoch noch nicht in Brüssel 1211.

      sorores a fratribus und fratres a sororibus verbindet dieselben Texte (die zweite Wortfolge fehlt allerdings in Herentals) und zusätzlich s'Hertogenbosch.

  6. Nicht signifikante kettenübergreifende Wortfolgenkonkordanzen

    Pro … autem furto und jejunio unius … in pane et aqua punietur scheinen die Brüssel-Brabanter Kette mit bestimmten Gliedern der Brügge-Gent-Kiel-Lübecker Doppelkette zu verbinden, nämlich Brügge B' und Gent, die zweite Wortfolge kommt auch noch in Aalst und den beiden Lübecker Texten vor, in Kiel jedoch nicht. Die Wortfolgen stehen jedoch in den verschiedenen Ketten jeweils in anderem Zusammenhang und können deshalb nichts über Verwandtschaft sagen.

    Nennung des Patrons des Hauses: beati iohannis kommt selbstverständlich kettenübergreifend in den Texten vor, die aus St.-Johannis-Hospitälern stammen: alle Brügger Texte - nicht die Lübecker - in dem aus Gent, denen aus Brüssel S.Jean und dem aus Jerusalem.

d. Die Beziehungen zwischen den Ketten

Zusammenfassung

Bestimmungen über die Speisung der Kranken verbinden die Hospitalregeltexte aus der Picardie mit denen aus Cambrai/Lessines. Zum Teil beziehen sie auch Paris, Troyes, Jerusalem und Rom ein. Diese Verbindungen dürften den Anlaß dazu gegeben haben, die Jerusalemer Regel als Vorbild aller anderen hinzustellen.

Bestimmungen über Aufnahme und den Verbleib des Eigentums der Kranken sowie diejenigen über Kleidung, Ausgang und getrennte Räume verbinden die Brüssel/Brabanter Kette mit Cambrai/Lessines. Sie stehen in Cambrai S. Jean vor denjenigen, die mit den Picardie-Texten zusammenhängen.

Einige Bestimmungen über das Stundengebet und über Strafen verbinden die Brüssel/Brabanter Kette mit mehr oder weniger großen Teilen der Brügge/Lübecker.

Andere Strafbestimmungen verbinden Abbeville nur mit den Brügger Texten ohne ihre Genter und Lübecker Verwandten.

Jerusalem und Rom gehören mithin am ehesten zur Verwandt-schaft der Picardie-Gruppe. Brüssel/Brabant hat wie die Picardie-Gruppe Verbindungen zu Cambrai/Lessines. Direkte Verbindungen zur Picardie hat Brüssel/Brabant nicht. Dagegen hat es direkte Ver-bindungen zu den jüngeren Texten der Brügge/Gent-Gruppe sowie der Lübeck-Kiel-Gruppe.

Es ergibt sich ein klares Bild:

1. Alle kettenübergreifenden Wortfolgenkonkordanzen verbinden
- entweder die Picardie-Texte mit Cambrai-Lessines
- oder Cambrai-Lessines mit Brüssel-Brabant
- oder Brüssel-Brabant mit Brügge-Lübeck.
Direkte Verbindungen zwischen Brüssel-Brabant und den Picardie-Texten fehlen;
ebenso wie direkte Verbindungen zwischen Brügge-Lübeck und den Picardie-Texten.
2. Wortfolgenkonkordanzen zwischen denselben Ketten handeln auch von denselben Themen. Diese Themen sind:

3. Traditionsstränge

Versteht man die kettenübergreifenden Wortfolgenkonkordanzen als mögliche Spuren von Text-Traditionen und prüft nun, ob die Stellen, die durch Wortfolgenkonkordanzen verknüpft sind, auch inhaltlich tatsächlich Textwanderungsspuren enthalten. Die wenigen Wortfolgen, die quer zu Ketten übereinstimmen, bezeugen direkt europäische Wechselwirkungen in der ältesten Hospitalgeschichte. Sie werte ich deshalb im folgenden genau aus, um die Textelemente zu finden, die von Region zu Region gewandert sind.

Beim Themenbereich Aufnahme und Eigentum der Kranken

Die zu diesem Themenbereich gehörenden Bestimmungen der Cambrai-Lessines-, der Brügge-Gent-. der Rom-Jerusalem- und der Picardie-Kette samt der Regeln aus Troyes und Angers ordnen sich zu drei Traditionssträngen, von denen der dritte in drei Varianten vorliegt:

Cambrai-Lessines mit dem einfachen

infirmus benigne recipiatur

Die älteren Texte in der Kette Brugge-Gent mit

Item Siquis peregrinus vel errans necessitate ductus hospitium a domo requisierit recipietur una nocte tantum.

Die Johanniterregel im nachgetragenen Abschnitt sowie die Picardie-Texte, dort teils leicht abgeändert:

… cum venerit ibi infirmus ita recipiatur primum peccata sua presbitero confessus religiose communicetur et postea ad lectum deportetur …

Die Brüssel-Brabanter Texte beginnen ebenso, lassen aber das Kommunizieren und ins Bett Bringen weg und behandeln stattdessen im Anschluß an die Beichte den Verbleib des Eigentums der eintretenden Kranken:

Quicumque igitur infirmus domum ingressus fuerit primum Deo per confessionem factam sacerdoti, deinde proximo, si quem lesit, pro posse suo satisfaciat et veniam petat. Res suas sub testimonio committat magistro, eadem in integro, si convaluerit recepturus. Quod si, imminente periculo mortis, omnia sua (mobilia, ANTWERPEN) domui forte relinquere uoluerit, deductis expensis suis, de residuo poterit condere testamentum. Si autem intestatus decesserit, omnia sua ad usus pauperum ejusdem domus devolventur.

Die jüngere, undatierte Fassung von Brügge und Gent haben nun dem Text, der in der älteren Brügger Fassung gestanden hatte, am Ende ein paar neue Kapitel hinzugefügt, darunter eines, das inhaltlich dem Brüsseler fast genau entspricht. Lediglich die Möglichkeit des Testaments fehlt:

tem siquis infirmus ad domum uenerit ut misericorditer ibi suscepto in necessariis sicut consuetudo habet prouideatur. in primis deo satisfaciat. et presbitero ipsius domus sub stola reatum suum confiteatur et de consilio ipsius penitentie formam suscipiat. res suas siquas habet de conscientia et sub testimonio fratrum magistro committat. easdem si conualuerit recepturus. si minus: pro remedio anime sue domui ad usus pauperum remanebunt.

Beim Themenbereich Speisen der Kranken

Die Traditionsstränge Jerusalems (lila), der Picardie-Texte (blau) und von Cambrai-Lessines (grün) verlaufen zunächst gemeinsam, und es geht um Zeitpunkt und allgemeinen Charakter des Speisens der Kranken; Brügge-Gent haben hierzu keine direkte Entsprechung

Die Traditionsstränge über das Speisen der Kranken
Jerusalem Rom 1316/34 S. Pol Noyon-
Amiens-
Beauvais
Paris Cambrai
S. Julien
Cambrai
S. Jean
Lessines 1247
quasi dominus secundum posse domus quasi domini secundum posse domus tanquam dominus domus quasi dominus domus quasi dominus domus et tanquam dominus domus et quasi dominus domus et quasi dominus domus,
omni die antequam fratres eant pransum omni die ante quam fratres eant pransum omni die ante quam fratres eant pransum quotidie, antequam fratres comedant, [omni die antequam fratres et soro reficiantur] cotidie antequam fratres comedant cotidie antequam fratres comedant,
caritative reficiantur caritariue reficiantur honorifice ibi tractetur caritative reficiatur [aus reficiantur verb.]. [...] caritative reficiatur, reficiatur omni die antequam fratres et soro reficiantur reficiatur caritative [p]reficiatur
et hoc secundum infirmitatem suam - secundum infirmitatem suam . secundum infirmitatem suam,

Dann endet die Gemeinsamkeit mit Jerusalem und es beginnt ein Thema, das Cambrai-Lessines und die Picardie-Texte mit der ältesten Schicht von Brügge-Gent und mit Brüssel-Brabant gemeinsam haben: das Recht der Kranken, selbst zu wählen, was sie zu essen bekommen.

Die Johanniter haben nur in einer jüngeren Konstitutionensammlung eine vergleichbare Bestimmung über besondere Speisen für Schwerkranke, allerdings kei-ne über freie Wahl. Immerhin geht dort, sowie in Brügge und Brüssel-Brabant voraus, was die Kranken normalerweise zu essen bekommen sollen bzw. wie oft sie Fleisch essen dürfen, und daß nur die Schwerkranken etwas Besonderes bekommen bzw. selbst wählen dürfen. Eine solche Einschränkung findet sich in Cambrai-Lessines und den Picardie-Texten nicht

Die Traditionsstränge über freie Speisenwahl der Kranken
Jerusalem 2 Brugge 1188 Bruxelles 1211 Abbeville Angers S. Pol Noyon-Amiens-
Beauvais
Paris Cambrai S.
Julien
Cambrai S.
Jean
Lessines 1247
galine ea que desiderant. dentur eis quecumque desideraverint, quecumque in eorum desideria uenerint quos poscunt et quecumque voluerit aut petierit, Et quicquid in ejus desiderium venerit et quicquid in ejus desiderium venerit, Et si quid eius desiderio euenerit et quicquid in eius desiderium venerit et quicquid in ejus desiderium venerit,
et necessitate cogente requirunt.
tribuebantur dabuntur eis: queri debet:
si ullo modo (commode, Bg,B') perquiri poterunt dummodo haberi possint, si inueniri possit si possit inveniri . si inveniri possint, si tamen inveniri poterit; si tamen poterit inveniri, si tamen poterit inveniri si tamen poterit inveniri
et hoc exigat necessitas postulantis
ei inferantur,
et eis expediunt, dum tamen sue infirmitati contraria non sint. quod non sit ei contrarium. quod non sit ei contrarium, dumtamen non sit sue infirmitati contrarium — quod non sit ei contrarium , quod non sit ei contrarium,
secundumfacultatem domus secundum posse domus ei secundum posse domus et hoc fiat perfecte secundum facultates domus: secundum posse domus secundum posse domus
eis querantur et offerantur. volumus provideri. ... queratur. diligenter ei queratur queratur , queratur
donec conualeant uel decedant. donec sanitati restituatur. donec sanitati restituatur. donec sit restitutus sanitati donec perfecte sanitati restituatur , donec perfecte sanitati restituatur.

In Brüssel und Jerusalem 2 schließen sich hieran Bestimmungen über die Anstellung von Ärzten für die Kranken an. Dies kommt nur in Brüssel selbst vor, nicht in den anderen Texten der Brüssel-Brabanter Kette.

Bestimmungen über Ärzte
Jerusalem 2 Brüssel 1211
Post vero statutum de assensu omnium fratrum quod ad servicium pauperum Hospitalis Jerusalem quatuor sapientes medici deputentur qui urinarum qualitates et infirmitatum diversitates discernere sciant et qui in medicinis conficiendis consulere possint eis, etiam habere medicos quibus cura imminebat infirmorum quique eisdem infirmis sirupa necessaria faciebant. Si quis vero decumbentium, particulari laborans infirmitate, medicorum egens auxilio nec habens quod medico tribuat, a magistro hospitalis pro curatione corporum dabuntur precia laboris moderata.

In den Picardie-Texten, Cambrai-Lessines und der jüngeren Jerusalemer Konstitution folgen darauf Bestimmungen zur Krankenpflege. Diese werden nur in den Picardie-Texten und Abbeville damit abgeschlossen, daß die Kranken nach ihrer Genesung noch sieben Tage im Hospital bleiben dürfen, um einem Rückfall vorzubeugen, eine Bestimmung, die in einer späteren Urkunde Pp. Innozenz IV. für Amiens (Lyon, 1244.02.09) in den Zusammenhang gesetzt wurde, die Überlastung der Hospitäler mit gesunden Pfründnern zu verhindern.

Die Traditionsstränge über die Krankenpflege
Abbeville Angers Jerusalem
2
S. Pol Noyon-
Amiens-
Beauvais
Paris Cambrai S. Julien Cambrai S. Jean Lessines 1247
[Infirmi numquam sint sine lumine nec cum obierint sine vigili custodia] Una autem soror, et una pedisseca, vel eciam plures, si necesse fuerit, qualibet nocte vigilent ut infirmos custodiant et eis de nocte necessaria subministrent, et ad communicandum infirmos, si necesse fuerit, vocent vel vocari faciant sacerdotes. 11. Item pauperes habeant coopertoria vel cotas, ita quod frigus non habeant. [hier folgt: Preterea res infirmorum …] Et quod fratres hospitalis noctu dieque custodiant infirmos tamquam eorum dominos. Additum est insuper in capitulo generali quod in qualibet rua domus ubi infirmi jacebunt IX servientes ad eorum servitium deputentur, qui de mandato fratrum humiliter … [Infirmi (autem, AMIENS) numquam sint sine vigili custodia] Quod si ad tantam infirmitatem devenerit ut a communi consortio removeatur et in infirmaria pauperum ponatur, tunc diligentius etiam quam prius in omnibus provideatur, et nunquam sine custodia relinquatur, Infirmi diligenter custodiantur Infirmi sollicite[r] custodiantur Infirmi sollicite custodiantur.
Et ne quis sanitati restitutus pro nimis festina recessione recidiu[u]um paciatur septem diebus in domo sanus si uoluerit sustentetur. Sanitate vero ei reddita, per septem dies domi, si voluerit, remaneat, ne in egritudinem propter nimiam velocitatem surgendi relabatur. Et nequis sanitati restitutus pro nimis festina recessione recidivum patiatur. septem diebus in domo sanus si voluerit sustentetur. et, ne aliquis sanitati restitutus pro nimia festina recessione recidivum patiatur, septem diebus sanus in domo sustentetur.
  • Beim Themenbereich Zusammenleben der Brüder und Schwestern

    Brüssel 1211 hat das Kaptel über getrennte Räume für Brüder und Schwestern noch nicht, das es in Cambrai und in Antwerpen gibt.

    Brüssel hat dieselbe Bestimmung wie Cambrai, aber in zwei Sätze aufgeteilt, und der zweite ist in der Formulierung angelehnt an Jerusalem

    Die Traditionsstränge über Ausgang
    Jerusalem Brüssel 1211 Antwerpen Cambrai S. Jean Cambrai S. Julien Lessines 1247
    8 Septa loci sui et terminos ambitus domus vel ecclesie sue, nisi de officio sibi commisso vel de licencia rationabili, nequaquam excedant 10 Septa loci sui et terminos ambitus domus vel ecclesie sue, nisi de officio sibi commisso, vel de licentia rationabili, nequaquam excedant. septa loci nullus fratrum vel sororum sine certa causa et licentia presumat excedere , et licentiata soror 9 Nullus frater vel soror exeat loca domus sine certa causa et licentia sui superioris. Soror cum habuerit licentiam exeundi per ciuitatem: non vadat sine testimonio et sororis societate vel alterius honeste persone. 8 Septa loci nullus fratrum vel sororum sine certa causa et licentia presumat excedere et licentiata soror non sine testimonio et comitatu sororis alterius vel honeste persone per villam deambulet.
    Iterum cum ierint fratres per civitates et castella non eant soli set duo vel tres nec cum quibus voluerint sed cum quibus magister jusserit ire debent et cum venerint quo voluerint simul stent 9 Per vicos et plateas seu domos, nulla sororum absque alterius sororis comitatu et testimonio incedere vel spaciari presumat 11 Per vicos et plateas seu domos nulla sororum absque alterius sororis comitatu et testimonio incedere vel spatiari presumat. non sine testimonio et comitatu sororis alterius vel honeste persone per civitatem deambulet ..
    10 Nullus fratrum vel sororum extra domum suam intra Bruxellam, a quocumque invitatus, manducet. 12 Nullus fratrum vel sororum extra domum suam intra Antverpiam a quocumque invitatus manducat. Nullus fratrum vel sororum extra domum suam aquocumque invitatus , intra cameracum manducet , vel pluries quam bis bibat 10 Nullus fratrum vel sororum extra domum suam quocumque loco in cameraco | plus quam bis in die reficiatur. 9 Nullus fratrum vel sororum extra domum suam a quocumque invitatus intra villam de Lessines manducet aut bibat.
  • [Themenbereich Stundengebete]

  • [ThemenbereichFasten/Fleischenthaltung: Ab St. Martin]

  • IV. Ergebnisse

    1. Die Ketten

    2. Beziehungen zwischen den Ketten

    2. Br?ckenglied-Texte

    3. Ketten?bergreifende Wortfolgenkonkordanzen

    4. Die Beziehungen zwischen den Ketten

    Zusammenfassung

    7. Altersverh?ltnisse

    D. Inhaltlicher Aufbau und Altersverhältnisse

    Dieser prinzipiell wichtige Arbeitsschritt ist vorerst hintangestellt. Verschiedensprachige Texte habe ich zunächst noch nicht in den Vergleich einbezogen, und die Struktur der Beziehungen zwischen den lateinischen hat sich auf Grundlage der Wortfolgenkonkordanzen bereits so gut aufklären lassen, daß es genügt, im folgenden an einigen wenigen "neuralgischen" Stellen, an die die Ergebnisse der Wortfolgenkonkordanz-Untersuchung hinführen, auch nach der Inhaltsreihenfolge zu sehen, um die Entstehungsgeschichte dieser Texte aufzuklären. Dafür ist keine Untersuchung der Kapitelfolgenkonkordanzen aller Texte nötig. Die Einbeziehung auch der volkssprachlichen Hospitalregeltexte ist demnächst geplant.

    I. Aufnahme und Eigentum der Kranken

    II. Speisen der Kranken

    III. Zusammenleben der Brüder und Schwestern

    IV. Stundengebete

    V. Essen der Brüder und Schwestern

    VI. Altersverhältnisse

  • Jerusalem-Brüssel älter als die jüngere, aber jünger als die ältere Schicht in Brügge-Gent

    Der Schlüssel zur Bestimmung des Altersverhältnisses zwischen der Jerusa-lem-Brüsseler und der Brügge-Genter Tradition zum Thema Aufnahme der Kranken liegt darin, daß Brügge B' und Gent sie beide in nacheinander niedergeschriebenen Textschichten aufweisen die durch die Brügger und die Genter Originalurkunde klar datiert werden können.

    Die ursprüngliche Brügger Tradition
    Item Siquis peregrinus vel errans …,
    die bereits in der Urkunde von 1188 steht ist also älter als
    Quicumque igitur infirmus domum ingressus fuerit primum Deo per confessionem …,
    die Jerusalem-Brüsseler Tradition, die die Neufassung Brügge B' und die Genter Ur-kunde von 1196 am Ende hinzugefügt haben. Der Jerusalem-Brüsseler Einfluß auf Brügge-Gent hat zwischen Januar 1188 und 1196 gewirkt.

    Wäre die Jerusalem-Brüsseler Tradition dem Verfasser von B im Januar 1188 bereits bekannt gewesen, so wäre schwer zu erklären, warum er sie nicht verwendet. haben sollte. Daß 1188 in Brügge noch keine Kranken gepflegt worden wären und es deswegen keinen Grund gegeben hätte, die Bestimmung aus Jerusalem-Brüssel über sie einzufügen, kann nicht sein: man hatte ja eine Bestimmung über die Speisung der Pauperes et inbecilles lecto accumbentes, nur eben nicht die aus Jerusalem-Brüssel. Daß die Jerusalem-Brüsseler Tradition 1188 schon bestanden hätte, aber in Brügge noch nicht bekannt gewesen wäre, ist bei der zentralen Verkehrslage und dem überaus regen Reiseverkehr dieser Stadt ebenfalls sehr schwer vorstellbar.

    Beim Thema Stundengebet haben wir gesehen, wie der Bearbeiter Bg eine alte Brügger Formulierung unterpungiert und über der Zeile durch diejenige aus Brüssel ersetzt hat; also dürfte auch beim Themenbereich Kranke Brüsseler Einfluß die Änderungen und Hinzufügungen in Brügge bewirkt haben und nicht die Brüsseler Tradition auf Brügge-Gent zurückgehen.

    Die Anfügung zum Verbleib der Güter eines Eintretenden konnten Brügge-Gent nur aus Brüssel, nicht aus Jerusalem übernehmen. Jerusalem kann deshalb für Brügge höchstens indirekt über Brüsseler Vermittlung ein Vorbild gewesen sein.

  • Jerusalemer Tradition älter als Brüssel-Brabanter

    Jerusalem mit der vollständigen Sakramentenspendung kann im übrigen eher Vorlage für Brüssel-Brabant gewesen sein, das die Kommunion weggelassen und Eigentumsbestimmungen daran geknüpft hätte, als daß umgekehrt Jerusalem die Eigentumsbestimmungen weggelassen und die Kommunion zur Beichte hinzugefügt hätte - das sollte aber noch durch weitere Belege gestützt werden.

  • Brügge und Gent

    Vergleicht man, was die Brügger und was die Genter Übernahme mit der Brüsseler Vorlage gemacht haben, setzt die erstere bereits einen eigenen Hospital-Pfarrer voraus, der den Kranken im Hospital die Beichte abnimmt, während das in Gent noch einem der örtlichen Pfarrer vorbehalten ist. Leider haben wir vor 1200 noch keine anderen Quellen darüber, wann das Brügger St.-Janshospitaal eine eigene Pfarrei geworden ist.

  • Cambrai-Lessines unbeeinflußt von Jerusalem-Brüssel

    Eine Beeinflussung durch Jerusalem-Brüssel wie in Brügge hat es in Cambrai-Lessines überhaupt nicht gegeben. Noch 1247 übernimmt Lessines die Formulierung Cambrais, in der nichts von Beichte oder Kommunion beim Eintritt eines Kranken und auch nichts vom Verbleib seines Eigentums gesagt ist.

  • Cambrai-Lessines und die ältere Schicht von Brügge-Gent gleich alt

    Cambrai ist durchaus erklärbar als eine religiöse Parallelle zu der ältesten Schicht Brügges. Im Vergleich zu Brügge beschränkt sich Cambrai auf Aufnehmen, Speisen und Pflegen von Kranken, Reisende kommen nicht vor, und es ist begibt sich bei der Formulierung dieses Gebots in die Nähe der Benediktinerregel: Omnes supervenientes hospites tanquam Christus suscipiantur. Die Kranken sind mithin die Herren des Hauses. Keine Rede ist aber davon, daß die Kranken bei ihrer Aufnahme Sakramente empfangen würden. Die Einschränkungen der freien Spei-senwahl auf Schwerkranke, wie in Brügges ältester Schicht, gibt es in Cambrai-Lessines auch nicht, und am Ende ist noch eine allgemeine Bestimmung über sorgfäl-tiges Behüten (custodia) der Kranken hinzugefügt, die es wiederum in Brügge nicht gibt. Erklärbar sind diese Unterschiede eventuell auch durch eine andere Klientel, aber die Tendenz zum Religiösen allein hätte auch schon genügt, die Kranken und deren Pflege in den Mittelpunkt zu stellen, ist das doch ein Werk der Barmherzigkeit und eventuell auch bereits eine asketische Übung, Reisende zu beherbergen dagegen nicht.

  • Cambrai Vorbild für jüngere Schicht Brügges

    Der Brügger Bearbeiter Bg, der in die ältere Brügger Formulierung Siquis peregrinus […] hospitium a domo requisierit recipietur una nocte tantum vor recipietur das Wort caritative über der Zeile eingefügt hat, Cambrai als Vorbild gehabt haben.

  • a. Jerusalem-Brüssel älter als die jüngere, aber jünger als die ältere Schicht in Brügge-Gent

    b. Jerusalemer Tradition älter als Brüssel-Brabanter

    c. Brügge und Gent

    d. Cambrai-Lessines unbeeinflußt von Jerusalem-Brüssel

    3. Gebrauchsspuren

    e. Cambrai-Lessines und die ältere Schicht von Brügge-Gent gleich altCambrai-Lessines und die ältere Schicht von Brügge-Gent gleich alt

    f. Cambrai Vorbild für jüngere Schicht Brügges

    E. Folgerungen

    Ergebnisse im historischen Kontext

    I. Zusammenhang mit Städtebildung und Religiöser Bewegung um 1200

    1. Schwerpunkt der Städtebildung um 1200

    2. Religiöse Bewegung

    3. ((Notwendigkeit neuer Hospitäler))

    4. ((«Kommunalisierung»" alter Hospitäler und neue kommunale Hospitäler))

    II. Waren die ältesten Hospitäler hierarchisch-kirchlichen oder bürgerlich-kommunalen Ursprungs?

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    Falco, Aymarus, Antonianae histonae compendium ex variis iisdemque gravissimis ecciesiasticis scriptonbus nec non rerum gestarum monumentis collectum Antonianae histonae compendium ex variis iisdemque gravissimis ecciesiasticis scriptonbus nee non rerum gF?F? ? ???F?F???F ??????

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    Ostner, Ilona; Krutwa-Schott, Almut, Krankenpflege - ein Frauenberuf? Bericht über eine empirische Untersuchung (Forschungsberichte aus dem Sonderforschungsbereich 101, Sozialwissenschaftliche Berufs- und Arbeitskräfteforschung, der Universität München), F?F? ? ???F?F???F ???????????????

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    Vischering, Barmherzige Schwestern

    Vischering, Clemens Droste von, Über die Genossenschaften der Barmherzigen Schwestern insbesondere über die Einrichtung einer derselben und deren Leistungen zu Münster,

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    Wichern, Johann Hinrich, Die Proletarier und die Kirche, 1848 bzw. 1849

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    Wolf, Krankenhauseinrichtung 1870-1900

    Wolf, Jörn Henning, Ausstattung und Einrichtung des Krankenhauses in Deutschland 1870-1900, in: Schadewaldt, Hans (Red.), Studien zur Krankenhausgeschichte im 19. Jahrhundert im Hinblick auf die Entwicklung in Deutschland. Vorträge des Symposiums der "DeuF?F? ? ???F?F???F ???????????????? ?????? ? ?? ??  ???? F ?L ??è???????è???????????????????????L

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    Wüstenfeld, F., Macrizis Beschreibung der Hospitäler in El-Cahira. Aus der arabischen Handschrift zu Gotha und Wien übersetzt, in: Janus. Zeitschrift für die Geschichte der Medizin [Janus. Archive International pour lHistoire de la Médecine et la GéograpF?F? ? ???F?F???F ???????

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    Ziegler, De diaconibus

    Ziegler, Caspar, De diaconibus et diaconissis veteris ecclesiae liber commentarius, 1678

    © Bernhard Höpfner 2002-2020.