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Tod und Leben geblogt am 07. 02. 2025 |
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Nur kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es zuging, als Ihr die Russen aufgeknüpft. Du konntest doch früher keine Schnecke anfassen. Wird man da so kalt oder geschieht das unter Wut und Rachegedanken?(«Soldat» und Bruderherz Hans, an Fränzchen, 1941-10-15)
Weihnachten 1943 / Lieber Paul! / ... Ja, lieber Paul von Jahr zu Jahr wird bei uns das Weihnachtsfest trauriger, bei Albert's Verlobung war nochmal ein Höhepunkt u. wer hätte damals den Gedanken zu Ende zu denken gewagt daß wir da zum letztenmal alle zusammen waren? In welch kurzer Zeit ist doch aus unserem immer lebensfrohen Haus ein nur allzu stilles geworden! ... / Dein Bruder Franz()
Ob es denn Recht ist, wenn man sich einem Toten so sehr verbindet, und wenn es der liebste Mensch war? Ob man nicht Gottes Entschluß achten muß und ihm den Frieden gönnen, vielmehr in seinem Sinne weiterleben müßte? Die Mutter darf sich nicht so sehr von allem abschließen.…(Mia, Bernhard an Franz, Köln, 1964-10-25)
Ja Tante Mariechen fehlt mir sehr zum schreiben und wenn ich in die Stube komme und es ist alles so leer und still dann fällt es mir recht schwer. Die Leute sind sehr gut zu mir und besuchen mich öfter und dann gehe ich wieder mal zum Nachbar wenn mir wieder arg so bang ist. Ich muß so oft an Karl denken was wird er nur machen, ich kann es immer noch nicht fassen daß auch Resi so schnell verschieden ist. Bei Tantes Begräbnis ist mir schon aufgefallen sie sah schlecht aus, aber ich hab nichts schlimmes gedacht. … Ich glaube das Jahr 65 hat uns zur genügend Leid gebracht von anfang bis ende. Und wie geht es bei Euch? Ich hoffe daß Ihr Alle gesund seid. Bei mir geht es so leidlich. An Arbeit fehlt es mir nicht. Bis jetzt habe ich immerfort noch draußen zu tun gehabt. Vorige Woche habe ich noch den Garten gegraben, das notwendigste. die Zeit vergeht im Fluge, Tante ruht nun schon 5 Wochen auf dem Friedhof. Gestern habe ich das Grab in Ordnung gebracht. Die Kränze waren von dem Schnee und Regen schon nicht mehr schön.…und wenn Ihr werdet von dem Lebkuchen essen denkt an Tante Mariechen, denn das Rezept ist ja noch von ihr.(Maria an Mia, Franz, Kinder, Rottum 1965-12-08)
…Der liebe Gott läßt mich ja noch zur Zeit in Gesundheit und Zufriedenheit ins 75igste hineinschreiten, aber manchmal stößt mich jemand in die Rippen und sagt ganz leise mahnend: "Du lieber alter Freund, geh langsam, teil Dir Deine Zeit ein, sie dauert keine 10 Jahre mehr, geh langsam, und schaue mehr nach oben, zu Gott dem Allmächtigen, die Freikarte dort obenhin liegt schon bereit!" So bin ich immer frohen Mutes…(Papa und Opa an Mia, Aschaffeburg, 1957-12-08)[dieser text muß noch wachsen]
Es bleibt die Frage, wie diese 88 Jahre vor der Perspektive der Ewigkeit bestehen. Eine Frage, die wir nicht beantworten können. Aber wir dürfen darauf vertrauen, daß Gott seine Kinder nicht verläßt, daß Er sie besser kennt als sie sich selber und daß Er sie heimsucht wie der Hirt das verlorene Schaf. Die Eindringlichkeit dieser von Christus geoffenbarten Bilder ist der Grund unserer Hoffnung, an der weder Tradition noch Fortschritt rütteln können. Dieser Glaube wird auch Euch über den Verlust trösten.(Paul, an Franz, Köln, 1971-05-30)
Verarbeitungam Abend nach der Beerdigung und die Frage meiner Cellolehrerin.
zul. bearbeitet 2025-02-11 22:33:45