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Papas Mannschaft geblogt am 03. 01. 2025 |
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[] 1971 waren wir in den Sommerferien bei Christa und Günther in Tirol zu Besuch gewesen. Da sollte auch der Hohe Riffler bestiegen werden, es wäre der erste Dreitausender gewesen. Der Weg führt quer über ein ziemlich steiles Schneefeld. Dort ist Mama abgerutscht, bäuchlings hinuntergesegelt und auf einen aus dem Schnee ragenden Stein aufgeschlagen. Sie konnte zum Glück aufstehen und auf eigenen Beinen mit absteigen. Aber danach ging es ihr schlecht, ein Gallenstein hatte sich gelöst und sie litt unter Koliken. Im nächsten Jahr wollte sie nicht in die Berge, Papa wollte auf eine Bergtour aber nicht verzichten. Wir fuhren also zusammen nach Kaufering, sie blieb bei Tante Irmgard, und wir Kinder fuhren mit dem Bus nach Imst, um von dort über die Lechtaler Alpen von Hütte zu Hütte bis Pettneu zu wandern. So lang nur mit Papa, ohne Mama, zusammen zu sein, war ungewohnt für uns, und wir waren auch wohl schon ein bißchen selbstbewußt. Papa wiederum dachte anscheinend, endlich habe ich sie für mich und kann ihnen meine Art zu leben beibringen. Er scheint nämlich befürchtet zu haben, daß die Kinder, wenn sie so verweichlicht
aufwachsen, wie bei Mama, die nächsten harten Zeiten
nicht wie er überstehen könnten, den das Pfadfinderleben auf Fahrt
für den Krieg vorbereitet hatte. In Erinnerung ist mir, wie er uns abends auf der Hütte beibringen wollte, daß man einen Apfel anbeißt und bis auf den Butzen abnagt, nicht wie Mama, ihn mit dem Messer in Schnitze zerschneidet, das wäre falsch. Daß er es sich dabei nicht verkniff, Mamas Art, jetzt, wo sie nicht dabei war, direkt falsch zu nennen, fand ich ungewöhnlich unfreundlich und war danach noch kritischer gegenüber seinen Maximen. Zu ihrem Hochzeitstag am 24. Juli schrieb er Mama eine Karte von einer Hütte und deutete schon an, daß die Chemie schlecht war. Marie unterschrieb mit dem Zusatz, es sei langweilig
. Als wir zurück waren, sagte er zu Mama geradeheraus: Meine Mannschaft hat versagt
. Diese Formulierung hat sie ihm sehr übelgenommn und noch als sie es mir ein halbes Jahrhundert später zum ersten Mal erzählte, heftig den Kopf über ihn geschüttelt.
zul. bearbeitet 2025-01-04 08:31:17