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Krieg

  • Im Ersten Weltkrieg gerieten Onkel Max und Onkel Franz ziemlich bald in russische Gefangenschaft. Onkel Franz konnte mit Hilfe der Familie seiner späteren Frau, dank seines Sprach- und Schauspielertalents, der schwedischen Botschaft in St. Petersburg und der Furcht kleiner Beamter vor adelig Auftretenden in die Heimat entkommen. Onkel Max kam spät frei, dann noch in ein Quarantänelager und war dann nach dem Urteil seiner Brüder zu alt für eine Berufsausbildung, so daß er nur Polizist werden konnte. Onkel August erhielt für eine nicht bekannte Heldentat in Frankreich da Eiserne Kreuz, litt aber lang an einer eiternden Wunde am Bein, wegen der er viele Jahre in Lazaretten, auf Schreibstuben und in Urlaub zubrachte. Beide Väter meiner Eltern kämpften in Frankreich und kamen gesund nach Hause. Der Vater meines Vaters hatte für sein Spargeld Kriegsanleihen gekauft, die dann wertlos waren. Der Vater meiner Mutter bekam nach dem Krieg eine Position als Beamter, erst bei der Post (wofür er Französisch, Geographie und Morsen lernen mußte, wie meine Mutter sich noch erinnerte), dann beim Finanzamt.
  • Im Zweiten Weltkrieg sind zwei von drei Brüdern meines Vaters und ein Bruder meiner Mutter in Rußland ums Leben gekommen, ebenso ein Sohn von Tante Martha. Ein Sohn und die Frau von Onkel August sund in den letzten Kriegstagen in Mainz und Wiesbaden durch unbehandelbare Verletzungen umgekommen. Die Mutter meiner Mutter ist 1946 in Bayern wohl durch die Strapazen der Flucht aus Schlesien gestorben. Onkel Karl, der Offizier war, ist es gelungen, seine Mannschaft gesundnach hause zu bringen. Onkel Georg hat lebenslang an Granatsplittern gelitten. Onkel Helmut und Onkel Paul sind nach relativ kurzer Gefangenschaft in Italien bzw. Frankreich heimgekommen. Mein Vater erst im September 1949 aus der gefangenschaft in Rußland. [dieser text wächst noch]
  • Daß Du Dich wieder bei Komiß eingewöhnt[?] hast ist ja recht, nur wünscht die ganze Welt den Krieg jetzt nach Buxsdehute. … und wünschen Dir alles Gute, daß Du bald wieder befördert wirst und als schneidiger (ich kann die Steigerung nicht) Feldwebel nach Hause kommst. Da hätte doch Deine l Hilde den größten Spaß, aber auch Deine Eltern würden sich freuen und nicht minder Dein Großvater. Aber bleibe nur gesund u. brav, das andere kommt von selbst. (Großmutter an Albert, 1258, 14.11.1940)
  • Es freut uns, daß es Dir noch gut geht; hoffendlich geht es auch weiter gut daß Ihr alle wieder gesund heimkommt. (Großeltern an Franz, 1261, 1941-10-00)
  • Wir dachten schon, Du würdest auch wieder in Urlaub kommen und dann Hochzeit machen mit Deiner l. Susi, nun ist es aber anders gekommen, hoffendlich brauchst Du nicht auch da runter auf den Balkan. Nun wird der Krieg noch lange dauern, aber wir werden doch gut dabei hinwegkommen. [Maria:] Jetzt habe ich endlich hier erfahren, wo Du steckst; ich wußte nicht, bist Du noch im Osten oder schon nach dem Süden verfrachtet, - dabei sitzt Du im Westen! Daß Du auch lieber auf dem Balkan mithelfen würdest, kann ich mir vorstellen, aber auf eigene Wünsche muß man beim Kommis verzichten. (Großeltern, Tante Maria, Wiesbaden an Albert, 1259, 1940-00-00)
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    zuerst geblogt am 31. 05. 2024; zul. bearbeitet 2024-07-30 19:05:03 2939