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Entwurf: Heim- und Handwerksarbeiten waren zunächst ein Zubrot für Kleinbauern mit zu wenig Land, um trotzdem ihre Familie ernähren zu können. Die Kirchenbücher nennen solche unspezifischen Handwerker gemeinhin pauschal Schuster
oder Schäfer
. Meine Ur-Urgroßväter gehörten alle zu dieser Berufasgruppe, wenn sie nicht einfach besitzlose Landarbeiter waren.
Meine Urgroßväter waren die ersten in unserer Familiengeschichte, die allein von ihrem Handwerk lebten, ohne einen Bauernhof zu bewirtschaften, die meisten waren auch gleich Meister in ihrem Fach (über ihre Ausbildung haben wir aber leider keine Quellen).
Der Vater des Vaters meines Vaters, August Höpfner (1851-1914) war Schmiedemeister auf einem ostpreußischen Gut, sein Vater Gottlieb (1814-?) war noch Arbeiter, Schäfer, Losmann
und erst später Gärtner
gewesen
Der Vater des Vaters meiner Mutter, Josef Johann Linde (1843-1880), war Maurer in Klein Tinz, seine Frau Johanna Linde*Kullig (1850-) Köchin in Koberwitz, sie kochte bei festlichen Anlässen; die Eltern der beiden, David Linde (1818-?) und Johann Gottfried Kullig (1808-1874), waren noch Dienstknecht
bzw Tagearbeiter/Hofeknecht
gewesen.
Die zwei ältesten Troemer-Brüder, Großväter mütterlicherseits meiner Eltern, wurden Schlosser (Josef, 1858-1945) bzw. Tischler (Franz, 1859-vor 1924) und gingen auf Wanderschaft, der älteste zog sogar dauerhaft nach Westdeutschland und heiratete die Tochter eines schwäbischen Schäfers
, deren Bruder durch Heirat zum Inhaber eines Landhandelsgeschäfts aufgestiegen war, so daß der jüngste, Alois (1860-1945?), den Hof erbte. Ihr Vater, Franz Johann (1827-1915) war noch Gärtner, Schäfer, Schafmeister, Schuster
und später immerhin Stellenbesitzer
gewesen.
Von den Nachfahren der Handwerksmeister wurde aber keiner mehr ein Handwerker.
Einzige Ausnahme: Nach dem Krieg hat Onkel Augusts Sohn Willibald Bäcker gelernt. Da hast Du immer zu essen! war das überzeugende Argument, auch war der Vater seiner Mutter Bäcker gewesen, bevor er zur Bahn gegangen war. Als es nach der Zeit des Mangels aber keine gut gelegene Bäckerei zu kaufen und in Fabriken auch keine guten Stellen gab, folgte er seinem Vater, als der in Rente ging, als Küster an St. Dreifaltigkeit und wurde später, nach einem Fernstudium, noch Diakon.
[dieser text wächst noch][2899]zuerst geblogt am 05. 06. 2024; zul. bearbeitet 2024-10-21 12:07:07 2938