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Als ich im Frühjahr 2025 mit dem Wohnung Renovieren soweit gekommen war, daß ich anfing, ans Mieter Suchen zu denken, hätte ich noch jedem den Vogel gezeigt, der mir geraten hätte: nimm doch einen Flüchtling aus Afghanistan. Doch auf den Rat: Frag doch den Pfarrer, der weiß vielleicht jemanden, der eine Wohnung sucht, habe ich gehört. Pfarrer Fromme antwortete auf eine Email, er wisse momentan nur einen Afghanen, der wohne im Gemeindehaus zur Miete, das sie aber verkaufen wollen. Ddiese Email bekam ich ziemlich genau zur Zeit des größten Schreckens über einen Afghanen, der in München in eine Menschenmenge gefahren war. Danach habe ich zwei Nächte unruhig geschlafen und bin zwei Tage heftig in mich gegangen und dann habe ic Pfarrer Fromme angerufen und mit Überzeugung Ja gesagt.
Es wurde dann doch nicht der Herr aus dem Gemeindehaus, aber Afghanen wurden es, sogar gleich zwei, ein paar Wochen lang sogar drei. Weil jemand aus der christlichen Minderheit im Irak, der sich gewundert hatte, daß bei uns ein Pfarrer einem Muslim hilft, eine Wohnung zu finden (die würden das für uns niemals tun!
), seinem afghanischen Mitarbeiter die schöne Wohnung bei mir verschaffen wollte, die er selbst gern genommen hätte, wenn es ihr nicht an einem Kinderzimmer gefehlt hätte.
Noch jetzt fragen die Leute oft, wenn wir uns sehen, wie es denn mit meinen Mietern gehe, und sind noch jedesmal ganz positiv überrascht, wenn ich die reine Wahrheit sage: Oh, sehr gut! Azsgezeichnet! Es könnte nicht besser gehen.
Ein Nachbar ist richtig gerührt von meiner Super Aktion!
Das Putzige daran ist, sie essen seit anderthalb Jahren quasi täglich von ihm zubereitetes Essen, jedenfalls wenn sie Pizza bestellen, was sie oft tun, denn sie schmeckt denLeuten im allgemeinen sehr gut (wahrscheinich bin ich der einzige Nicht-Pizza-Esser in der ganzen Straße). Einige können sich ab und zu gewisse Bemerkungen über Ausländer im allgemeinen und erst recht Afghanen nicht verkneifen, was die denn wohl alle hier verloren hätten. Nur, wenn ich dann einwende,ich wäre mit meinem Mieter aus Afghanistan überaus glücklich, kam schon mal: Der ist ja kein Ausländer, der arbeitet ja in der Pizzeria, und Evan (der Inhaber der Pizzeria) weiß schon, wen er einstellt
.
So bin ich ganz zuversichtlich, daß recht bald doch gelingt, wofür es bei meinem Geburtstag neulich wohl noch zu früh war, daß wir hier im Garten alle, Nachbarn und ausländische Mieter, Pizza-Bäcker und Pizza-Esser, freundlich zusammen sitzen und essen und trinken und miteinander sprechen.
So kann's einem gehen: innerhalb von ein paar Wochen von Muß wirklich ausgerechnet ich so einen Afganen in unser Haus…?
zu Einen besseren als diesen hätte ich gar nicht finden können!
P.S.: Paschtu oder Pashtoo ist eine schöne, klangvlle Sprache, für die es ein deutsches Lehrbuch aus der DDR gibt. Ich habe es mir erst ausgeliehen und jetzt selbst gekauft.
zuerst geblogt am 04. 08. 2025; zul. bearbeitet 2025-08-09 22:18:46 2988